Räuberschutz vs Menschenschutz: Erste Regionalproduzenten geben auf

Thomas9904

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Redaktionell

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Räuberschutz vs Menschenschutz
Erste Regionalproduzenten geben auf

Ein differenzierter Bericht über das Kormoranproblem aus der Oberpfalz. Durch den einseitig-extremistischen Schutz des Kormoranes geben erste Teichwirte auf. Und das in einer jahrhundertealten Kulturlandschaft mit Teichwirtschaft, um deren Schutz oder den Schutz der da arbeitenden Menschen sich scheinbar niemand kümmert.


Quelle:
https://www.onetz.de/sulzbach-rosen...-zu-viel-hunger-d1730756.html?cp=Kurationsbox

Eindrücklich wird da geschildert, mit welchen Problemen inzwischen die Teichwirtschaft da zu kämpfen hat. Gerade die kleineren und Nebenerwerbsteichwirte, die zwar mit das Bild der Kulturlandschaft prägen, denen aber oft der finanzielle Background für notwendige und legale Abwehrmaßnahmen fehlt, leiden unter dem einseitigen Extremschutz der Prädatoren.

Zudem nicht mehr nur Kormorane das Problem sind, sondern sich andere Prädatoren, wie unter anderem auch Otter und Reiher, genauso geschützt vermehren.

Kein Wunder, wenn dann Konsequenzen gezogen werden (müssen):
Auf Gut Heringnohe bei Vilseck stehen Joachim und Julian Götz vor ihrer Forellenzuchtanlage. Vater und Sohn sind leidenschaftliche Naturfreunde, Jäger, Fischer, Land- und eben auch Teichwirte. Doch Letzteres wird ihnen immer schwerer gemacht. Jetzt ziehen sie die Konsequenzen.
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Aber weit über die Hälfte der Fische im Hammerweiher und den beiden benachbarten Teichen fehlen inzwischen im Herbst bei der Ernte - herber Rückschlag für die Selbstvermarkter des biologisch und ökologisch hochwertigen Lebensmittels.

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Vom Draufzahlen kann aber keiner leben. Jetzt ziehen die beiden Teichwirte einen Strich: Der Hammerweiher bekommt ein staatlich gefördertes Extensivierungsprogramm verpasst. Also keine richtige Teichwirtschaft mehr, nur ein kleiner Besatz, ansonsten Natur pur. Fische wachsen lediglich noch in den kleineren Teichanlage südlich des Schlosses heran. Wenn die hungrigen Gäste nicht auch hier zuschlagen.

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Kommentar

Politik und NABU hat hier mit einseitig extremem Schutz von Kormoran und Co wohl geschafft, wovon sie am Ende anscheinend zu träumen scheinen:
Menschen raus aus der Kulturlandschaft, alles sich selber überlassen statt bewirtschaften, zurückführen in eine "Natur", die es da schon Jahrhunderte nicht mehr gibt.

Statt fördern der Kulturlandschaft und der da verübten, kulturell-traditionellen Tätigkeiten mit vernünftiger Bewirtschaftung.

Wenn solche Selbstvermarkter aufgeben müssen, wie hier geschildert, sollten auch Alarmglocken der grünen Biokäufer aus den Vorstädten anfangen zu klingeln.

Denn auch der NABU jammert ja neben anderen Schützern immer rum mit "regional kaufen statt alles einfliegen lassen"..

Wenn man aber regionale Produzenten ausrottet durch einseitig-extremistischen Schutz, und dann seine "grüne" Energie fördert wie Biogas in der gleichen "Natur", dann denkt mal dran, liebe "Schützer":
In Kulturlandschaften regional erzeugter und vertriebener Fisch schmeckt besser als der Monokulturenmais für eure subventionierte "Bioenergie"!

Thomas Finkbeiner
 
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Franky

Guest
AW: Räuberschutz vs Menschenschutz: Erste Regionalproduzenten geben auf

Dann kauf ich weiterhin meine Forellen inne Metro - sind ja auch regional... Kommen zumindest aus der Region Bologna. Wenn ich mal so 1000 km Radius für "Region" ansetze, passt das doch. Im Zweifel sind dann sogar einige Lachsfarmen in Norwegen Regionale Rhein-Main-Ware... Alles gut!!!
 

Andal

Teilzeitketzer
In stillem Gedenken
AW: Räuberschutz vs Menschenschutz: Erste Regionalproduzenten geben auf

Auf Facebook hat neulich einer berichtet, dass es wohl sehr gut wirken würde, wenn man die Schlafbäume Nachts mit grünen Laserpointern bestreicht. So ließen sie sich recht gut vergrämen.
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Räuberschutz vs Menschenschutz: Erste Regionalproduzenten geben auf

Davon ab:
Die Bekämpfung der einseitig-extremistischen Schützer ist wichtiger als zuerst Prädatoren zu bekämpfen.

Solange die weiter Diskussions- und Deutungshoheit gegen menschliche Interessen in einer Kulturlandschaft haben, solange wird auch eine partielle Bekämpfung von Kormoran und Co sinnfrei bleiben..

In einer solchen Kulturlandschaft dürfen solche Prädatoren eben nicht zügellos geschützt werden, sondern müssen gemanaged werden ..

Gott sei Dank wachen ja erste Wissenschaftler auf, deren Hirnzellen nicht mit den Konten ihrer Institute gleichgeschaltet sind und dann aussetzen, wenn sie nur Schutz hören (ausser es geht um Schutz von oder für Menschen natürlich)..:
Uni Stockholm: Wer fängt den Ostseefisch? Einfluss von Robben und Vögeln
 

muehli

New Member
AW: Räuberschutz vs Menschenschutz: Erste Regionalproduzenten geben auf

Das ist aus meiner Sicht nur die Spitz des Eisberges,
leider wird sich daran auch kurzfristig nichts ändern. Denn solange Menschen in Büros, in Behörden fernab und ohne direkten Bezug, darüber entscheiden ob bzw. was passiert ist es hoffnungslos.
Das sind dann Sprüche wie der Kormoran / Biber / Fischotter usw. waren schon vor uns da ........
Keinerlei Ansatz für Verständnis oder Akzeptanz. Ist wie überall im richtigen Leben, Extreme in jede Richtung sind falsch. Ein Kompromiss wäre sinnvoll, aber nur wenn die Bereitschaft dafür da wäre.
Leider sitzt halt die größere Menge an Menschen in Wohnungen und denkt halt, die armen Vögel und andere Tiere müssen geschützt werden ....

Könnten Fische schreien, dann würde es unter Umständen anders ausschauen, so aber sind Fische in der Aufmerksamkeit an letzter Stelle. Das Resultat sehen wir .......

Die Hoffnung auf Änderung ist hier leider sehr gering. Leider....
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Räuberschutz vs Menschenschutz: Erste Regionalproduzenten geben auf

Das ist aus meiner Sicht nur die Spitz des Eisberges,
Ein befreundeter Fischwirt sagte mir auch (dem ich den Link schickte):
"Es gibt bereits ein breites schweigendes Sterben gerade kleinerer Betriebe.
Da redet nur keiner von..."

Kann ich nicht beurteilen, aber angelogen hatte er mich noch nicht..
 

Franz_16

Mitglied
AW: Räuberschutz vs Menschenschutz: Erste Regionalproduzenten geben auf

Ich kenne die Teiche um die es im Artikel geht.

Der große Hammerweiher war auch ein Angelgewässer und bis vor einigen Jahren ein Geheimtipp wenn man es auf massive Aale und große Hechte abgesehen hatte.
Das letzte Abfischen hat aber wohl für ziemliche Ernüchterung gesorgt.

Aktuell können sich die Teichwirte kaum effektiv gegen die Räuber schützen.
Kormoran, Reiher, Mink, Otter und Fischadler in jedem Entwicklungsstadium der Fische gibt es einen geeigeten Prädatoren man weiß einfach nicht wie man die Fische effektiv schützen soll.

Was mich wirklich nachdenklich stimmt ist, dass diese Veränderungen so rasend schnell gehen.

Noch vor 20 Jahren waren Kormoran, Mink, Otter und Fischadler für die Teichwirte hier nur ein kleines Randthema.
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Räuberschutz vs Menschenschutz: Erste Regionalproduzenten geben auf

Noch vor 20 Jahren waren Kormoran, Mink, Otter und Fischadler für die Teichwirte hier nur ein kleines Randthema.
Und heute - NABU und Schützer jubeln - sind sie ein Thema, das immer mehr Teich- und Fischwirte zum aufgeben zwingt.

Siehe auch hier im Thread,:
Video: Frustrierte Fischzüchter kämpfen gegen Kormoran

Ist doch kein Wunder, wenn da Frust geschoben wird, oder??

Und die Schützer dann kommen und meinen, macht nicht so viel Fisch in eure Teiche, dann gibts weniger Kormorane - und dann eingeflogenen "Bio"lachs bei Aldi kaufen...
 

Andal

Teilzeitketzer
In stillem Gedenken
AW: Räuberschutz vs Menschenschutz: Erste Regionalproduzenten geben auf

Stirbt der Teich, verrecken auch die Prädatoren.
 
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Franky

Guest
AW: Räuberschutz vs Menschenschutz: Erste Regionalproduzenten geben auf

Naja, der Mink war schon ein Thema... Damals gab es, soweit ich mich noch erinnern kann, in Bayern das Problem, dass er als Neozoon nicht im Jagdrecht verankert war und nicht bejagd werden durfte (als wenn das einen echten Bajuwaren gestört hätte ;):q). Der Kormoran war bei uns in Bremen an einigen Baggerseen (u. a. meinem Hausgewässer) ebenfalls im Winter ein großes Problem. Die Anwesenheit konnte man insbesondere an den ganzen totgeschissenen Bäumen erkennen. Auf heute gesehen hat sich das Problem nur stark erweitert...
Siehe auch Nilgänse im Frankfurter Brentanobad...
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Räuberschutz vs Menschenschutz: Erste Regionalproduzenten geben auf

Stirbt der Teich, verrecken auch die Prädatoren.
jajajaja, zum erbrechen.
Management ala "Schützer"...............

Daher:
Davon ab:
Die Bekämpfung der einseitig-extremistischen Schützer ist wichtiger als zuerst Prädatoren zu bekämpfen.

Solange die weiter Diskussions- und Deutungshoheit gegen menschliche Interessen in einer Kulturlandschaft haben, solange wird auch eine partielle Bekämpfung von Kormoran und Co sinnfrei bleiben..

In einer solchen Kulturlandschaft dürfen solche Prädatoren eben nicht zügellos geschützt werden, sondern müssen gemanaged werden ..

Gott sei Dank wachen ja erste Wissenschaftler auf, deren Hirnzellen nicht mit den Konten ihrer Institute gleichgeschaltet sind und dann aussetzen, wenn sie nur Schutz hören (ausser es geht um Schutz von oder für Menschen natürlich)..:
Uni Stockholm: Wer fängt den Ostseefisch? Einfluss von Robben und Vögeln
 

Fruehling

Well-Known Member
AW: Räuberschutz vs Menschenschutz: Erste Regionalproduzenten geben auf

...Was mich wirklich nachdenklich stimmt ist, dass diese Veränderungen so rasend schnell gehen.

Noch vor 20 Jahren waren Kormoran, Mink, Otter und Fischadler für die Teichwirte hier nur ein kleines Randthema.

Das sind eben clevere Nahrungsopportunisten: Nische erkannt, Nische besetzt - dazu ein immer geeigneteres Umland wie z.B. durch Naturschutzgebiete, schon entwickelt sich eine Eigendynamik, derer Du ab einem gewissen Punkt nicht mehr Herr wirst.
 

Ruttentretzer

Well-Known Member
AW: Räuberschutz vs Menschenschutz: Erste Regionalproduzenten geben auf

Um den Kleinen zu schnappen, mußt du erst den großen Bruder
(Beschützer) schaffen.

Gruß Ronni
 

Kaulbarschspezi

Schläfer
AW: Räuberschutz vs Menschenschutz: Erste Regionalproduzenten geben auf

jajajaja, zum erbrechen.
Management ala "Schützer"...............

Daher:

Sind wir neuerdings ein Kulturlandschaftsboard? In einer ähnlich kruden Betrachtung wie sonst üblich, hat Andal vollkommen recht. Was kratzen mich als Angler die Probleme von Teichwirtschaften? Ich brauch die nicht und ohne die wäre das Prädatorenproblem geringer.
 

Laichzeit

Well-Known Member
AW: Räuberschutz vs Menschenschutz: Erste Regionalproduzenten geben auf

Sind wir neuerdings ein Kulturlandschaftsboard? In einer ähnlich kruden Betrachtung wie sonst üblich, hat Andal vollkommen recht. Was kratzen mich als Angler die Probleme von Teichwirtschaften? Ich brauch die nicht und ohne die wäre das Prädatorenproblem geringer.

Sind wir neuerdings ein Anglerboard? In einer ähnlich kruden Betrachtung wie sonst üblich, hat Andal vollkommen recht. Was kratzen mich als Teichwirt die Probleme von Anglern? Ohne die Kormorane wäre das Verkauf von Besatzfischen viel geringer.|wavey:|wavey:
 
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