Nochmal Sinn der Fischereiprüfung

Für welche Möglichkeit entscheidet Ihr Euch?

  • Kompletten Wegfall der Prüfung, Fischereischein muss gekauft werden

    Stimmen: 138 55,6%
  • Ich würde auf jeden Fall meinen Fischereischein abgeben und die Prüfung neu machen.

    Stimmen: 110 44,4%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    248
  • Umfrage geschlossen .

antonio

Active Member
AW: Nochmal Sinn der Fischereiprüfung

Ja Antonio - aber hier im Board wird irgendwie mittlerweile der Eindruck erweckt, als würden die Verbände verhindern, dass die Gesetzeslage geändert wird - aber die Verbände der Angler sind und haben keine so starke Lobby, wie z.B. die Verbände der Jäger und Reiter (...weil dort auch überdurchschnittlich viele einflußreiche Menschen aktiv sind).

Richtig ist vielmehr, dass die Verbände und die Vereine (insbesondere EINER) von der bestehenden Gesetzeslage profitieren und diese deshalb sicherlich so gerne aus fiskalischen Gründen beibehalten wollen.

Die Gesetzeslage ändern kann aber KEIN Verband, sondern allenfalls ein Landesparlament in Sachen Angeln - wobei die Verbände nur eher untergeordnet mitwirken - sie besetzen zwar beratende Funktionen/Positionen und haben gewisse Initiativrechte, aber sie ENTSCHEIDEN NICHTS - das tun allein die Landesparlamente-->und die haben wir schließlich alle gewählt.

E.
das ist richtig entscheiden tun sie nichts, aber der einfluß ist gar nicht so gering wie mancher meint.
auf wessen bestreben wurden denn die prüfungsfreien scheine in manchen bl eingeführt?
richtig da haben verbände ein nicht geringes wort mitgesprochen(auch wenn es hier teilweise wieder um fiskalische gründe ging).
und beim thema angeln ist es vielen politikern doch egal, so daß nur durchgewunken wird, bzw die meisten politiker keine ahnung vom angeln haben und deshalb eben entsprechend abstimmen.

antonio
 

ernie1973

NICHT Mundtoter! ;)
AW: Nochmal Sinn der Fischereiprüfung

Also - auch als Befürworter der Prüfung bin ich trotzdem ebenfalls kein "Freund" des VDSF.

Jedoch finde ich z.B. die gesetzliche Regelung in NRW gut, wonach der Kurs keine Pflicht ist und jeder die behördliche Prüfung nach einem Selbststudium und vorheriger Anmeldung relativ einfach ablegen kann.

Wie kam die zustande?
Dabei fehlt nämlich die "Gelddruck-Lizenz" des Verbandes und der Zugang zum Angeln ist einfach & kostengünstig möglich, ohne "Zwangskurs".
Wenn Vereine jedoch an freiwilligen Kursen auch noch etwas verdienen, dann finde ich das gut, sofern das Geld vor Ort in die Vereinsarbeit fließt und evtl. sogar zu hohe Beiträge dadurch vermieden werden können.

Ebenfalls bin ich kein großer Freund der dt. "Vereinsmeierei", aber verkenne auch nicht die gute Arbeit, die viele Vereine leisten, gerade im Bereich der Jugendarbeit & Gewässerpflege und -bewirtschaftung.

Jedoch obliegt es den Vereinen, sich diesem oder jenem Verband anzuschliessen.

Aus Anglersicht bietet der VDSF im Grunde NIX und kostet nur.

Auch würde Prüfungsfreiheit für die mittellosen/armen Kollegen nicht viel nützen, da die meisten attraktiven Gewässer sich in Vereinshand befinden und die Vereinsbeiträge und Aufnahmegebühren den Zugang zum Wasser regulieren und NICHT die Kosten der Prüfung, welche nur einmalig anfallen und dort ohnehin überschaubar sind, wo es keine Kurspflicht gibt.

Es gibt keinen "Gewässerpool" (wie beim DAV), der die Verbandszugehörigkeit attraktiv aus Anglersicht macht und dass man sich dort nicht nur NICHT für Anglerinteressen einsetzt, sondern teilweise sogar gegen die Interessen der Angler ist nach meiner persönlichen Ansicht auch klar.

Also - warum & wofür braucht man diesen Verband überhaupt noch?

Wie bekommt man ihn konkret dazu, sich entweder FÜR die Interessen der Angler einzusetzen, oder sich wegen Nutzlosigkeit, bzw. Kontraproduktivität in Luft aufzulösen?

Die Lösung wäre entweder ein Konkurrenzverband, oder eine anders geartete Interessenvertretung der Anglerschaft, da die Fusion mit dem DAV irgendwie zu festgefahren erscheint.

Ernie
 
Zuletzt bearbeitet:

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Nochmal Sinn der Fischereiprüfung

Dabei fehlt nämlich die "Gelddruck-Lizenz" des Verbandes und der Zugang zum Angeln ist einfach & kostengünstig möglich, ohne "Zwangskurs".
Wenn Vereine jedoch an freiwilligen Kursen auch noch etwas verdienen, dann finde ich das gut, sofern das Geld vor Ort in die Vereinsarbeit fließt und evtl. sogar zu hohe Beiträge vermieden werden können
Natürlich erleichtert es das Geldverdienen, wenn man Kurse für eine gesetzliche Zwangsprüfung anbieten kann.

Und wer nimmt in NRW die Prüfungen ab (und kassiert dafür?Ich weiss es wirklich nicht. In S-H z., B. bringt das richtig Kohle für die Verbände)?

Davon ab:
Ich bin ganz klar für freiwillige Kurse.
Die sich Verbände und Vereine auch gerne zu ihrer Teilfinanzierung bezahlen lassen sollen.

Nur ist da eine gesetzliche Zwangsprüfung kontraproduktiv:
Die Kräfte aus den Vereinen/Verbänden müssen theorielastige Kurse zum bestehen der Prüfung abhalten.

Sinnvoller wäre es aber, diese Kräfte dazu einzusetzen, dass man den Lernwilligen das Angeln in der Praxis beibringt.

Und die freiwerdenden Kräfte mit Abschaffung der gesetzlichen Zangsprüfung auch noch zu besseren Kontrollen einzusetzen, um auch die schwarzen Schafe besser bekämpfen zu können.

Das alles ist aber mit einer gesetzlichen Zwangsprüfung nicht möglich, bei der die Kräfte aus Vereinen und Verbänden für praxisferne "Bestehkurse" benötigt werden...

Denkt mal drüber nach..
 

KawangA

Wobblerfetisch
AW: Nochmal Sinn der Fischereiprüfung

Hm,

also ich möchte einmal grundlegend etwas festhalten, dass ich bei all diesem Geschreibsel im Board über die Fischereiprüfung immer vermisse:

1. Wir leben in einer Demokratie.

2. Die "Pflicht" zum Ablegen einer Fischereiprüfung ist auf demokratischem Wege zustande gekommen - und das wurde in jedem Bundesland, indem es diese Pflicht z.Zt. gibt, gesetzlich und auf demokratischem Wege so verankert.

3. Kann man folglich diese Pflicht auch nur auf demokratischem Wege wieder beseitigen, da sie schließlich -zumindest in vergangener Zeit - einmal aufgrund einer kollektiv übereinstimmenden Meinung der wählenden Bevölkerung beschlossen so wurde.


Diese Punkte werden immer wieder ausgeblendet oder vergessen und man tut hier geradezu so, als ob die Verbände alleine uns die Prüfungspflicht gebracht hätten - das stimmt nur begrenzt, weil diese zwar evtl. initiativ dabei auch im eigenen Interesse tätig waren, aber letztlich die jeweiligen Landesparlamente als demokratisch legitimierte Institutionen unseres Staates diese Gesetze so verabschiedet haben, wie wir sie heute kennen.

...und bitte beachten, das die Fischereischeinpflicht etwas anderes ist, als die Prüfungspflicht und auch geschichtlich einen anderen Hintergrund und eine andere Entstehungsgeschichte hat.


Will jemand nun die Fischereiprüfungspflicht angreifen, verändern oder abschaffen, so ist das letztendlich eine für jedes bundesland einzeln zu treffende politische Entscheidung des Gesetzgebers, bei der die Verbände allenfalls initiativ mitwirken können, aber keinesfalls selbst etwas entscheiden.


Ich mag die Demokratie und wenn etwas, dass demokratisch als GESETZ mal eingeführt wurde, heute mal "renovierungsbedürftig" ist, oder sogar abgeschafft werden soll, dann muss das auch auf demokratischem Wege erfolgen.


Petri!

Ernie
@ernie1973 ich gebe dir recht das wir in einer demokratie leben.

zu punkt 2 gebe ich dir recht aber fakt ist auch das wer eine starke lobby hat oder auch teilweise am lautesten brüllt in der politik recht bekommt.
wenn die verbände mal die alten zöpfe abschneiden würden würde manches anders laufen.
frag doch mal wenn beir landtagswahlen sind die politiker ob die sich für angler einsetzen wollen, du erntest ein gesicht als ob du ein alien bist.
zu punkt 3 kann ich nur sagen das dann auch druck von außen auf die politik gemacht werden muß und das sehe ich von den verbänden nicht. wozu brauche ich einen verband der sich selbst beweihräuchert ?!?
man braucht leute die was bewegen wollen in der mehrheit im verband und das sehe ich nicht.
jeder ist auf sein eigens ding fixiert. schade eigentlich bei sovielen aktiven anglern.

in diesem sinne
 

cherrythemar

cherrythemar
AW: Schlammschlacht in Thüringen - ein seltsamer "Offener Brief"...

Für alle, die sich mit dem Thüringer Touristenfischereischein (richtig heißt er ja Vierteljahresfischereischein) noch nicht auskennen, habe ich vor kurzem für den TLAV einen Presseartikel gemacht. Nachzulesen unter:http://www.fischundfang.de/Service/Aktuelle-Meldungen/Thueringen-Wegweiser-zum-Touri-Schein. Lieber Tillamook, mit den Dummen ist das so eine Sache. Wir haben in Thüringen mit Sicherheit noch mehr als 50% Fischereischeininhaber in den Verbänden, die nie eine Fischerprüfung abgelegt haben. Aus meiner langjährigen Fischereiaufseherpraxis weiß ich, dass es gerade bei diesen "alten Hasen" um die Kenntnis der Fischarten (vor allem Cypriniden) oder des Fischereirechts nicht selten sehr schlecht bestellt ist. Ich wünschte mir, dass sich diese das Begleitheft zum Vierteljahresfischereischein (VJF) auch mal durchlesen und in ihre Angelweste stecken würden. Die meisten Touristen-Angler haben oft viel zu viel Schiss, einen Fehler zu machen, die "alten Hasen" schrecken davor manchmal auch vorsätzlich nicht zurück.
Das Begleitheft für den VJF könnt Ihr Euch unter http://www.thueringen.de/imperia/md/content/folder/broschueren/thueringen_tmlfun_vierteljahresfischereischein.pdf runterladen, falls es Euch interessiert.
 

volkerm

Active Member
AW: Schlammschlacht in Thüringen - ein seltsamer "Offener Brief"...

Nun ja...

nach meinen Erfahrungen in Thüringen waren alle Kollegen bestens informiert, was Fischarten, Schonzeiten und Mindestmasse betrifft.
Es mag die Nachtigall sein, die ich höre; mir drängt sich jedoch ein Strauss mental auf...

Grüße

Volker
 

Zoddl

Member
AW: Schlammschlacht in Thüringen - ein seltsamer "Offener Brief"...

Für alle, die sich mit dem Thüringer Touristenfischereischein (richtig heißt er ja Vierteljahresfischereischein) noch nicht auskennen, habe ich vor kurzem für den TLAV einen Presseartikel gemacht. Nachzulesen unter:http://www.fischundfang.de/Service/Aktuelle-Meldungen/Thueringen-Wegweiser-zum-Touri-Schein. Lieber Tillamook, mit den Dummen ist das so eine Sache.
Ein potentieller Interessent des Touristenfischereischeins der sich aufgrund dieses Artikels zum Erwerb des Fischereischeins entschliesst, wird aber sicherlich (hoffentlich) enttäuscht sein! So viele Gewässer des Gewässerverbundes stehen ihm damit tatsächlich gar nicht zur Verfügung... so viel Zeit muss sein!

Eine irgendwie gesicherte Auflistung dieser Gewässer... z.B. auf der Homepage des TLAV wäre nicht nur für TouriSchein - Angler interessant. Das machts auch dem Kontrolleur einfacher ...

Das es laut des Artikels u.a. für den Teildauerstau Straussfurt Touristen - Karten gibt/geben soll, finde ich persönlich höchstinteressant! Das wird wohl bei der nächsten Vereinsversammlung wohl angesprochen werden müssen. Steht es doch im totalen Widerspruch mit bereits im Vorfeld getätigten Zusicherungen...

Aber: Danke für zumindest diese Information!

Wir haben in Thüringen mit Sicherheit noch mehr als 50% Fischereischeininhaber in den Verbänden, die nie eine Fischerprüfung abgelegt haben. Aus meiner langjährigen Fischereiaufseherpraxis weiß ich, dass es gerade bei diesen "alten Hasen" um die Kenntnis der Fischarten (vor allem Cypriniden) oder des Fischereirechts nicht selten sehr schlecht bestellt ist. Ich wünschte mir, dass sich diese das Begleitheft zum Vierteljahresfischereischein (VJF) auch mal durchlesen und in ihre Angelweste stecken würden. Die meisten Touristen-Angler haben oft viel zu viel Schiss, einen Fehler zu machen, die "alten Hasen" schrecken davor manchmal auch vorsätzlich nicht zurück.
Das Begleitheft für den VJF könnt Ihr Euch unter http://www.thueringen.de/imperia/md/content/folder/broschueren/thueringen_tmlfun_vierteljahresfischereischein.pdf runterladen, falls es Euch interessiert.
Gerade die "alten Hasen" unterscheiden oft noch zielsicher das Geschlecht ihrer Fänge... und das gerade bei Cypriniden! Die (oberflächliche) Unterscheidung zwischen Rotauge/Rotfeder oder Güster/Brassen fällt dem sehgeschädigtem "alten Hasen" genauso schwer, wie dem bereits 4 oder 5 Jahre angelndem geprüften Petrijünger. Da helfen auch nur selten bescheidene Bilder nebst Dreizeiler der Unterscheidungsmerkmale. Fakt! Dies ist zumindest meine Erfahrung aus fast 20 Jahren aktiver Angelei.
Bei der vorsätzlichen Missachtung gewisser Regeln seitens der alten Herrenriege stimme ich allerdings 100%ig zu... die versuchen ihre Missetat zumindest nicht noch irgendwie zu vertuschen. Da sind die "jüngeren" Angler noch etwas ängstlicher...

ABER:
Die Existenzberechtigung des Touristenscheins hier damit zu begründen, das die alte Herrenriege wesentlich schlimmer ist, reicht mir (und nicht nur mir) verständlicherweise nicht.
 

cherrythemar

cherrythemar
AW: Schlammschlacht in Thüringen - ein seltsamer "Offener Brief"...

Entschuldigung, wenn ich einigen alten Hasen auf die Füße getreten sein sollte|peinlich. Aber genauso wie die "Altherrenriege" nicht nur aus exzellenten Experten besteht, sollte man die Touristen oder Nichtfischereischeininhaber in die Dummenriege einstufen.
Ist eben alles relativ, mehr wollte ich damit eigentlich nicht rüberbringen.|kopfkrat
 
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