Sprungschicht und Temperaturschichten??? Ich kapier das nicht

Hallo allerseits,

wie oben steht raff ich das mit den Temperaturschichten im See einfach nicht. Mir ist klar, dass im Winter das warme Wasser unten ist und im Sommer das kalte Wasser unten- soweit so gut... aber wie sieht das im Herbst und im Frühling aus#c??? Und warum zu Teufel gibts da noch die Sprungschicht;+?(Ich weis was das ist, aber warum gibt es die? Warum nimmt die Wassertemperatur zum Grund hin nicht einfach KONSTANT ab? Warum gibt es da diesen "Sprung"?) Gibt es diese Sprungschicht nur ab gewissen See tiefen? Wenn ja ab welcher Tiefe eines Sees bildet sich eine Sprungschicht? Gibt es eine solche schon in Seen bis max 10 Meter? Bitte erklärt mir das mal|kopfkrat|kopfkrat

Ich freue mich auf eure Antworten...am meisten würde ich mich über eine Paint zeichnung freuen, die die Gewässer-, bzw Temperaturschichten in den Vier Jahreszeiten zeigt, aber muss nicht sein, ich freue mich auch über normale Antworten:)

Danke schonmal im Vorraus
 

Andal

Teilzeitketzer
AW: Sprungschicht und Temperaturschichten??? Ich kapier das nicht

Weitere Suchbegriffe wären noch Halokline, Chemokline, Pyknokline und Meromixis.
 

BERND2000

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In stillem Gedenken
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Hallo allerseits,

wie oben steht raff ich das mit den Temperaturschichten im See einfach nicht. Mir ist klar, dass im Winter das warme Wasser unten ist und im Sommer das kalte Wasser unten- soweit so gut... aber wie sieht das im Herbst und im Frühling aus#c??? Und warum zu Teufel gibts da noch die Sprungschicht;+?(Ich weis was das ist, aber warum gibt es die? Warum nimmt die Wassertemperatur zum Grund hin nicht einfach KONSTANT ab? Warum gibt es da diesen "Sprung"?) Gibt es diese Sprungschicht nur ab gewissen See tiefen?

Danke schonmal im Vorraus

Wasser ist eben je nach Temperatur unterschiedlich schwer.
Dinge die unterschiedliche Dichte haben lassen sich eben kaum vermischen.

Ich habe das auch erst spät verstanden, oder besser gelernt das beim Angeln einzubeziehen.

Tiefe Gewässer haben oft Sprungschichten, wobei das die wirklich tiefen Gewässer sind und nicht welche von 2-10 m.
Aber auch in jedem anderen Gewässer nimmt die Temperatur in der Tiefe immer mehr ab.

Wie sich das an einem Gewässer auswirkt hängt davon ab wie klar das Wasser ist, also das Sonnenlicht eindringen kann, bis es zur Wärme wird.
Gleichzeitig durchmischen Strömungen das Wasser.
Je größer das Stillgewässer je mehr Angriffsfläche hat der Wind das Wasser in Bewegung zu bringen.

Bei 4° C hat Wasser die höchste Dichte.
Wenn also der gesamte Wasserkörper im Herbst und Frühjahr vom Wind beweget wird beginnt er sich auch komplett umzuwälzen.
Dann kommt Tiefenwasser an die Oberfläche und das Wasser von der Oberfläche in die Tiefe.
Das ist für Gewässer mit richtigen Sprungschichten extrem wichtig, weil so ja auch der Gasaustausch und Nährstofftransport stattfindet.

In Wärmeren Regionen gibt es das nicht, da leidet dann der Stoffwechsel des Gewässers und sie sind dann unproduktiver.

Aber auch ohne echte Sprungschicht behindern die unterschiedlichen Dichten des Wassers den Stoffaustausch, so leicht Durchmischen kann der Wind sie nicht.

Oft hat man dann eine Schicht warmes sauerstoffreiches Oberflächenwassers und darunter das kältere aber nicht mehr mit Sauerstoff gesättigte.
Viele Fische werden diese wärmere Wasser mit viel Sauerstoff bevorzugen, weil sie ja beides zum Verdauen und wachsen benötigen.
Man sagt das man gegen den Wind fischen sollte, einige denken das sei wegen dem Futter was dort hintreibt.
Na ja, dort ist das Wasser im Sommer am Wärmsten und hat auch oft die Besten Sauerstoffwerte.
Aber da ist noch etwas, diese Wasserschicht reicht dort tiefer.
Als Gedankenmodel schafft der Wind es, diese Schicht zu einem Dreieck aufzutürmen.
Im Windschatten ist diese Schicht nun dünner, dort wo die Strömung auftrifft aber dicker.
Dort ist als in der Regel auch die Uferzone dann fruchtbarer.
Die Fische wandern halt dahin wo es Ihnen gefällt, wo sie also alles finden um schnell zu wachsen.

Ist eine saukomplizierte Vorstellung was da in Stillgewässern wegen der Temperaturverteilung und den Strömungen so alles passiert.
So ganz begriffen habe ich das bis heute auch nicht.:m

Aber es hilft beim Angeln, das etwas zu verstehen um wenigstens die gröbsten Fehler zu vermeiden.
Sonst angelt man in Todeszonen, oder unterschätzt Flachwasserbereiche im Sommer.
Oder denkt das man da wo man im Sommer Erfolg hatte auch sonst im Jahr Fisch sein sollte.

Fließgewässer haben mehr Strömung, die werden besser durchmischt.
Dort reicht oft ein Versunkender Baum oder Fels, das Wasser selbst aus großer Tiefe bis an die Oberfläche umzulenken.





>>Warum nimmt die Temperatur zum Grund hin nicht einfach immer weiter an?<<
Weil Wasser eine Anomalität besitzt.
Warmes Wasser steigt auf, das ist normal.
Aber Wasser erreicht seine höchste Dichte bei 4°C, danach wird es wieder leichter.
Wenn es dann 0°C oder kälter wird, wird es fest und auch dieses Eis schwimmt dann.

Sei froh das das so ist, sonst gäbe es uns nicht.
Dann würde die Sonne Eis am Grund auch nie mehr auftauen können, nur dünne Schichten an der Oberfläche, die dann wieder gefrieren würden.
 

Mr_Big

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AW: Sprungschicht und Temperaturschichten??? Ich kapier das nicht

Sorry für die evtl. komische Frage. Warum hat denn das warme Oberflächenwasser mehr Sauerstoff. Denn eigentlich kann doch kälteres Wasser besser Sauerstoff binden (dachte ich bis jetzt)

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Andal

Teilzeitketzer
AW: Sprungschicht und Temperaturschichten??? Ich kapier das nicht

Wenn sich der Wasserkörper schichtet, also oben warm und unten kalt, kommt es zu keiner Durchmischung mehr. Dem kalten Wasser wird durch alle möglichen Lebewesen und Vorgänge aber weiterhin Sauerstoff entzogen. Dagegen wird das warme Wasser an der Oberfläche weiterhin vom Wind bewegt, mit Sauerstoff angereichert. Zusätzlich findet dort auch durch Pflanzen eine Photosynthese statt.

Daraus folgt, dass zu gewissen Zeiten warmes Wasser mehr Sauerstoff enthält, als kaltes.

Ganz extrem wird es, wenn sich in sehr tiefen und wenige dem Wind exponierten Alpenseen auch noch eine Chemokline ausbildet und das Tiefenwasser von Cyanobakterien dominiert wird. Sehr bekannt ist hier z.B. der Toplitzsee. Aber auch ein Binnenmeer schaft das. Des Schwarze Meer hat auch einen sauerstofflosen Tiefenbereich, auf den eine Wasserschicht schwimmt, die Leben zuläßt.
 
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Mr_Big

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AW: Sprungschicht und Temperaturschichten??? Ich kapier das nicht

Ok das habe jetzt verstanden vielen Dank

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BERND2000

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In stillem Gedenken
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Sorry für die evtl. komische Frage. Warum hat denn das warme Oberflächenwasser mehr Sauerstoff. Denn eigentlich kann doch kälteres Wasser besser Sauerstoff binden (dachte ich bis jetzt)

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Guter Einwand.
Aber er setzt voraus das auch das kältere Wasser auch mit Sauerstoff gesättigt ist.
Das Wasser an der Oberfläche kann aber weiterhin gesättigt sein mit Sauerstoff, während tiefer diese Sättigung fehlt.
Oder eben gar giftige Gase gelöst vorkommen.
Kaltes Wasser kann mehr Gase aufnehmen, das muss aber nicht immer Sauerstoff sein.

Angler die noch Erfahrungen mit dem Lebenden Köderfisch sammelten, erlebten das auch direkter.
Oft war der Fisch innerhalb von Minuten tot, wenn man Ihn zu Tief anbot. In solchen Gewässern leben Fische in den Oberen Schichten. teilweise können das unten für Fische Todeszonen sein.

Das Ganze ist in einem See fast immer sehr unterschiedlich.
Darum taugen in Stillgewässern auch die Anzeigetiere als Bioindikatoren wenig, mit denen man Fließgewässer einteilt.
An der Oberfläche herrschen fast immer ganz andere Bedingungen wie im Schlamm am Grund.
Der Schlamm an sich ist eigentlich schon ein Zeichen das dort nicht genug Sauerstoff ist um dieses organische Material wieder vollständig zu zersetzen.

Mögen am Rand Eintagsfliegen, Bachflohkrebse oder ähnliches sein, leben unten Rote Mückenlarven und Tubifix.
 
AW: Sprungschicht und Temperaturschichten??? Ich kapier das nicht

Sorry für die evtl. komische Frage. Warum hat denn das warme Oberflächenwasser mehr Sauerstoff.
Der Gedanke dahinter ist, dass Sauerstoff in der lichtdurchfluteten Zone von Algen und Pflanzen abgegeben wird, durch Diffusion aus der Luft oder sauerstoffreiche Zuflüsse nachkommt. Grundwasser dagegen ist sauerstoffarm und unter der Sprungschicht wird kein Sauerstoff "produziert", sondern nur verbraucht.

Aber:
In tieferen Bereichen der lichtdurchfluteten Zone kann es zur Ansammlung von planktischen Algen kommen, die dann entsprechend mehr Sauerstoff eintragen; sprich der Sauerstoffgehalt ist relativ hoch und nicht zwangsweise an der Oberfläche am höchsten. In nährstoffarmen Gewässern kann es unter der Sprungschicht zu relativ moderaten Sauerstoffgehalten kommen, da es nach einer Voll- oder Teilzirkulation des Wasserkörpers unten relativ viel Sauerstoff gibt, der eben nur langsam verbraucht wird.


Darum taugen in Stillgewässern auch die Anzeigetiere als Bioindikatoren wenig, mit denen man Fließgewässer einteilt.
Deswegen nimmt man (Phyto-)Plankton.
 
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Laichzeit

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AW: Sprungschicht und Temperaturschichten??? Ich kapier das nicht

Gibt es diese Sprungschicht nur ab gewissen See tiefen? Wenn ja ab welcher Tiefe eines Sees bildet sich eine Sprungschicht? Gibt es eine solche schon in Seen bis max 10 Meter? Bitte erklärt mir das mal|kopfkrat|kopfkrat

Sprungschichten gibt es in jedem stehenden Gewässer, dass 4°C erreicht und nicht zu viel Wind oder übermäßigem Zufluss zum Gesamtvolumen besitzt.
Also auch ein Gartenteich und manche Regentonnen.
Natürlich erwärmen sich solche Wasserkörper schnell und die Sprungschicht erreicht den Gewässergrund.
Da fehlt die Sommerstagnation aus, aber im Frühjahr ist das Wasser geschichtet.

Je nach Tiefe, Trübung und Wetter übers Jahr besteht eine über den Sommer bestehende Sprungschicht.
Ab 10 Metern ist das häufig der Fall, trübe Gewässer brauchen weniger, da das Licht nicht so tief eindringt.

In manchen Seen ist im Sommer die Sprungschicht keine 2 Meter tief, an der Oberfläche jedoch 20°C Wassertemperatur.
Brim Schwimmen gibt das dann kalte Füße.
 

BERND2000

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In stillem Gedenken
AW: Sprungschicht und Temperaturschichten??? Ich kapier das nicht

In manchen Seen ist im Sommer die Sprungschicht keine 2 Meter tief, an der Oberfläche jedoch 20°C Wassertemperatur.
Brim Schwimmen gibt das dann kalte Füße.

Vorab ich sage ja aus das ich da nicht ganz durchblicke.

Mit Sprungschicht meint man ja den Wechsel zum 4°C kalten Tiefenwasser.
Normale Gewässer werden aber im Sommer bis zum Grund erwärmt, wobei sich da sicher etliche Schichten ausbilden.
Wenn Du also beim Schwimmen das kalte Wasser an den Füssen spürst ist das nur ein wenig kälter, aber sicher keine 4°C.
Aber selbst wir spüren das da eine gewisse Schichtung ist, auch wenn das nicht einmal die eigentliche Sprungschicht ist.

Aber das Thema ist eben so interessant, weil es viel beeinflusst.
So zirkulieren die Wassermassen ja je nach Schichtung umgekehrt, was die Ausbreitung von Gerüchen im Wasser betrifft.
Auch wird ein Wels oder Aal sicher versuchen das kalte Wasser zu vermeiden und wenn er noch so gern das Licht vermeiden will.
Tiefe Bereiche ohne Strömung, werden sie also vermeiden, weil sie dort nicht verdauen können, selbst wenn da noch so viel Sauerstoff sein sollte.
Das geht nur an der Oberfläche oder im Flachen, am Grund ist ja das ganze Jahr so etwas wie Winter.
Das Leben ist eben ein einziger Kompromiss.

Alles wirkt nur immer so einfach, wenn man es sich nicht genauer versucht zu durchdenken.
Da stellen sich dann viele Fragen, die sich vorher gar nicht stellten.
Dann wird einem schnell klar, wie oberflächlich das eigene Wissen doch ist.
 

Laichzeit

Well-Known Member
AW: Sprungschicht und Temperaturschichten??? Ich kapier das nicht

Stimmt, 4°C hat das Wasser an den Füßen nicht, aber man merkt, dass es eine deutlich kältere Schicht ist und kein fließender Übergang.

Wie groß der Einfluss der Schichtung auf Fischarten ist, wird nicht weniger kompliziert sein.
 
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