Deutsche Welse - Räuber oder Kleintierfresser ?

Profi

Member
;+ Frage an die Welsspezialisten unter Euch.

Seit mehreren Jahren schon gehen ich und mein Freund erfolgreich auf Waller an Rhein und Neckar.
Unsere ersten Welskontakte hatten wir beim Zanderangeln auf recht kleine Köder. Auch in der Folgezeit hatten wir mehr (zufällige) Welsbisse auf kleinere Zanderköder, als beim gezielten Spinnen auf Wels mit 22cm Gummis oder Großblinker.

Beim Ansitzangeln (Unterwasserpose) oder beim Driften hat sich das Tauwurmbündel (alternativ Tintenfisch) als dem Köderfisch haushoch überlegen erwiesen. Köderfische brachten indes eine sehr hohe Fehlbißrate.

Oft würgten besonders die Rheinwaller Krebse aus, teilweise hatte sie die Mägen voll mit Krebsen, machmal sogar noch lebende.

Wie sieht eure Erfahrung aus? Ich glaube der Wels ernährt sich mehr von wirbellosen Kleintieren als allgemein angenommen, ausgenommen vielleicht die Riesen unter ihnen.

MfG Eric
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Deutsche Welse - Räuber oder Kleintierfresser ?

Habe (auch an Neckar und Rhein) genau die gleichen Erfahrungen gemacht, dass die Waller oft Köder nehmen, die eignetlich gar nicht für sie bestimmt waren.

Und zwar Waller in (fast) jeder Größe (hab halt noch keinen 2m+ gefangen:))!

Bedeutet für mich dass zumindet in den beiden genannten Flüssen sich die Waller nicht nur rein räuberisch ernähren sondern auch zumindest zeitweise (und das nicht zu knapp) "sammeln".

Allerdings hat man speziell im Frühjahr auch mit spinnfischen auf Waller gute Chancen, der Fetzenzopf gehört nach wie vor neben Tauwurmbündel zu den Ködern mit den besten Erfolgsausichten.

Also leben sie auch durchaus zeitweise (und das nicht zu knapp) räuberisch.

Ich habe schon die veschiedensten Köder ausprobiert, um einemn "selektiven" Wallerköder für den Neckar zu entdecken. Von Maulfwurfsgrillen über Blutegel, Leber, Fleisch, Tintenfische, Sardinen etc., was halt alles so mal in den Zeitschriften so als fängig auf Waller propagiert wurde (zur Versuchszeit hatte ich noch kein Internet).

Das Ende vom Lied:
Auf fast alle Köder hat man früher oder später nen Waller gefangen, es war aber leider kein Köder dabei den ich als "den" Wallerköder bezeichnen würde.

Fazit (um wieder auf Deine Frage zurück zu kommen):
Waller sind Sammler UND Jäger
 

rob

gone fishing
AW: Deutsche Welse - Räuber oder Kleintierfresser ?

also im winter schammeln sie eigentlich nur vom boden alles mögliche kleingetier.in der warmen jahreszeit jagen sie schon vermehrt fische im mittelwasser bis oberfläche.
wir finden allerdings auch immer wieder krebse im magen.ich glaub das ist ein besonderer leckerbissen für sie.hab mir schon überlegt wie ich einen ganzen krebs auf grund anbieten könnte.werde das mal versuchen müssen.
unser lieblingsköder ist auch das tauwurmbündel(in der donau) bzw als kombi mit tintinger damit dir die kleinfische nicht das bündel zupfen.köfi ist auch gut und hat uns schon viele bisse gebracht.allerdings um fehlbisse zu vermeiden fischen wir mit ca viertel kilo köfis und hängen da noch einen drilling unten mit zu.
wir gehen es übrigens von heute bis sonntag hart an und werden zwei tage 6-8 bojen zu viert spannen:q
mal schaun was passiert.testen auch heute erstmalig den blutegel als köder!
lg rob
 

Debilofant

Porzellanladen-Beauftragter aD
AW: Deutsche Welse - Räuber oder Kleintierfresser ?

Melde mich dann auch mal in der Eigenschaft eines grandios an den deutlich ü-1m-Oderwelsen gescheitereten Anglers:

Die meisten Fänge und Kontakte auf Gummi bis 15 cm, zumeist beim Zanderangeln. Regelmäßiges gezieltes Spinnfischen mit Riesenblinkern, 23 cm-Gufis und Großwobblern hat weitestgehend versagt - hatte wohl mal einen Biß auf großen Wobbler, aber nicht gehakt.

Beim Ansitzangeln habe ich über mehrere Jahre selektiv auf Leber gesetzt und damit bis auf wenige Frühjahrsdöbel ausschließlich Wels bis in den Herbst hinein gefangen, allerdings ausnahmslos kleiner als 80cm... Auf große Leberstreifen an Unterwasserpose oder an flacher eingestelltem Schwimmer zahlreiche Kurzanfasser, aber nichts Verwertbares. Am ehesten wird auf Tauwurmbündel gefangen, allerdings nur an grenzwertig FEINER |uhoh: Montage..

Große Köderfische: Trotz häufiger Versuche, in all der Zeit nur einen rasanten Abläufer in der Nacht auf 35 cm-Güster gehabt und Luftloch geschlagen...

Meinen letzten Meterwels hab ich übrigens beim Quappenangeln Mitte Dezember in der Hauptströmung auf Tauwurm gefangen und hatte noch zahlreiche nervtötende Fehlbisse gleicher Machart..

Diese blööööden Viecher #q

So, hoffe das was Aufschlussreiches dabei war

Tschau Debilofant
 

Nordlichtangler

Well-Known Member
AW: Deutsche Welse - Räuber oder Kleintierfresser ?

Das Kleintierfressverhalten gilt ja selbst für den Hecht. Zeitweise steht der beim Vorkommen vom Krebsen auch hauptsächlich auf diese (sind also für alle Räuber eine Delikatesse) und die normalen Köder fangen schwer. Desgleichen mit Kleinfischen wenn diese häufig da sind.

Ich halte alle Räuber auch für Sammler und Opportunisten, hab das selbst auf Fotos vom Weissen Hai (so ~5m Teile) gesehen, die sich anfüttern und füttern lassen vom Boot. Hechte lassen sich mit toten Fischen auf Grund anfüttern und Waller sicher ebenso. So als Räuber nimmt man eben erstmal was da so kommt ... :g
 
AW: Deutsche Welse - Räuber oder Kleintierfresser ?

Ich habe einmal mit einer Wollhandkrabbe an der Posenmontage gefischt:( !

Anködern geht mit Blumendraht, nur müsst Ihr die Krabbe auch festhalten:)

Die drecksviecher kneifen wirklich bis auf den Knochen und vertüddeln die Montage schlimmer als ein Aal:r !

Ich habe schon mehrfach davon gehört das große Welse auf Wollhandkrabben gefangen wurden, allerdings fand ich diese aussagen wenig glaubwürdig!

Gruß Christian!|wavey:
 

Riesenblinker

Werbekunde
AW: Deutsche Welse - Räuber oder Kleintierfresser ?

Hallo debilofant #h

sicher hast Du nicht wirklich mit Riesenblinkern geangelt.
Du meintest doch hoffentlich "Großblinker".

Frage: wie groß und schwer waren die Blinker, mit denen Du keinen Erfolg
beim Spinnfischen auf Wels hattest ?
Als regelmäßig auf Wels Spinnfischender interessiert mich das natürlich, da
ich ganz andere Erfahrungen gemacht habe.

Mit Naturködern am Haken fingen wir ( 4 Angler ) bisher nur bis zu Meterware.
Beim Spinnfischen sieht das schon ganz anders aus.

RIESENBLINKER
 

Hechthunter21

Ranjith_01
AW: Deutsche Welse - Räuber oder Kleintierfresser ?

nun bin kein Welsprofi...doch soviel kann ich sagen
JA der Wels ist wie ein Staubsauger und erst recht wenn Brutfische im Überfluß vorhanden sind,verfällt auch dieser in dieses Infantilverhalten zurück wie Hecht & Zander sowie Barsch ...!
Mit Spinnköder hab ich 0 Erfahrung auf Waller...
 

the doctor

den Hechten auf die Schliche
AW: Deutsche Welse - Räuber oder Kleintierfresser ?

Habt ihr schonmal mit Leber/ Wurm (schweineleber) geangelt? Und welche Erfahrungen habt ihr?

Hatte auf diese Kombi im Urlaub letztes Jahr in Österreich 4 Welse.....aber kleinere!
 

Debilofant

Porzellanladen-Beauftragter aD
AW: Deutsche Welse - Räuber oder Kleintierfresser ?

Hallo,

@ Riesenblinker: Stimmt, hast bei mir noch nicht an der Angel gehangen ;), aber groß bzw. schwer waren die beiden von mir außer Standard Zepp-Blinker bis 50g verwendeten Modelle meiner Meinung nach trotzdem: Modell A ist Eigenbau aus einer noch aus Zonenzeiten stammenden Autostoßstange mit den ca. Abmessungen (liegt leider alles am Zweitwohnsitz an der Oder) 14 cm lang x 8 cm breit. Durch die große Fläche ein herrlicher Klatschproduzent beim Eintauchen und beim Einholen enormer Druckwellenerzeuger, sehr langsam und träge schlagend. Modell B war der mal von Dreamtackle angebotene "Welslöffel", dem ich noch einen deutlich größeren Drilling verpaßt habe - ich meine der hatte 90g, weiß das aber aus dem Kopf nicht mehr zu 100%. Habe mit beiden Modellen zumeist 3-5 mal versucht, so ziemlich auf die gleiche Stelle zu werfen, kurz absacken lassen und dann möglichst oberflächennahe eingeholt. Problem an der Oder ist aber wohl auch, dass man Welse - wenn überhaupt - allenfalls mal (einmalig) rollen, nicht aber rauben sieht bzw. manchmal nur große Bugwellen/Strudel in der Hauptströmung, zumeist genau an den Buhnenköpfen waren. #c Kumpel hat zwar vom Boot aus regelmäßig welche mit dem Wallerholz vom Grund etwas hochgeklopft bekommen, die sind aber selten höher als Mittelwasser gestiegen. Wenn Du hieraus ein bißchen Fehlerdiagnose betreiben kannst, nur zu, will ja auch noch was lernen, in der Hoffnung es irgendwann gezielt auf einen ganz deutlichen ü1m-Wels zu packen. Wie oben aber schon erwähnt, hatte ich auch schon richtige Klamotten dran, aber eben beim Zanderangeln....:c

@ the doctor: zu Leber hab ich oben schon was geschrieben, wie gesagt über mindestens 3 Jahre stur durchgezogen und hat wirklich ziemlich selektiv Wels(chen) gebracht. Größere Portionen haben nur zaghaftes Herumgezuppel bzw. nur kurzes Anlaufen des Freilaufs gebracht, nie aber den erhofften Run. Auch Zusatzgarnierungen mit ein paar Tauwürmern haben das Bild nicht geändert.

Tschau Debilofant #h
 

Debilofant

Porzellanladen-Beauftragter aD
AW: Deutsche Welse - Räuber oder Kleintierfresser ?

Ich nochmal,

Riesenblinker, hab Dich gerade mal kurz "besucht" und schieb hier nach Sichtung Deiner "Geräte" sicherheitshalber noch eine Präzisierung nach: Die von mir zum Eigenbaumodell genannten Maße beziehen sich auf die reine Löffelgröße, d.h. Länge ohne Großdrilling und Sprengring.

Tschau Debilofant #h
 

the doctor

den Hechten auf die Schliche
AW: Deutsche Welse - Räuber oder Kleintierfresser ?

Hi Debilofant

Die 4 kleinen welche ich im Urlaub hatte(bis 75cm)aber an nem See, gaben mir bis auf einer immer nen Vollrun!
Das war geil, vor allen dingen beim ersten Biss,...da dort auch sehr grosse drinn sind, bin ich aufgesprungen und auf dem Weg zum Rod Pod 2 mal auf die Schnauze geflogen:m und mit aller letzter Kraft noch angeschlagen#6
 

Debilofant

Porzellanladen-Beauftragter aD
AW: Deutsche Welse - Räuber oder Kleintierfresser ?

Hi the doctor,

jo, die Hoffnung stirbt zuletzt :m :m, dafür gibt man ALLES!!

Bei meinem (im Endeffekt nicht verwerteten) Biß auf die 35cm-Güster hab ich mich auch um ca. 3:30 Uhr mit - wegen seit 10 Stunden Nixbeißerei - #d #d Promille aus ´nem Schlafsack aus einem Schlauchboot wie ´n auf´m Rücken liegender Maikäfer "blitzschnell" hochgekämpft und bin in Socken ohne Taschenlampe zur kreischenden, inzwischen aber (rasant steigendes Wasser) leicht im Wasser stehenden Angel gesprintet..., Ergebnis ist bekannt #6

Tschau Debilofant #h
 

Riesenblinker

Werbekunde
AW: Deutsche Welse - Räuber oder Kleintierfresser ?

Hallo debilofant #h

zunächst mal, bin schon ganz froh darüber, daß ICH nicht an Deiner Angel
gehangen habe!

Die von Dir selbst hergestellten Teile sind jedoch - sowie Du sie beschreibst
wohl auch durchaus geeignet einen Wels zu erbeuten.

Was mir aber sofort aufgefallen ist, daß Du nur etwa 5-6 mal auf jede Stelle
geworfen hast! Hierzu gebe ich Dir einen Tipp, den alle erfolgreichen
Welsspinnfischer bestätigen werden:

Das Spinnfischen auf Wels, ist NICHT mit dem Spinnen auf Sichträuber
vergleichbar. Der Wels nimmt die beim Blinkern erzeugten Druckwellen aus
weiter Entfernung war und ortet sie als Beute. Dieser Umstand, und der, das
er höchst neugierig ist, verleiten ihn schließlich zum Biß.

In der Praxis heißt das: Werfe bis zu 40 mal auf ein und dieselbe Stelle, erst
dann gehe zur nächsten ruhig 100m entfernten Stelle - immer nach der
gleichen Vorgehensweise ! - Der Wels kommt zu Dir - nicht Du zum Wels.

Nachts ist es erfahrungsgemäß noch bedeutend erfolgreicher. Das gekonnte
" Aufklatschen " kann meist während der ersten 100 Würfe erlernt werden.
- Hoch rauswerfen - abstoppen - und mit Karacho aufklatschen lassen !!
Wenn Du es genauso machst, kannst Du Dein Fotoalbum bereichern. #6

Viel Erfolg !
Reinhard
 

Debilofant

Porzellanladen-Beauftragter aD
AW: Deutsche Welse - Räuber oder Kleintierfresser ?

Jo Danke, Riesenblinker!

Ich muss aber erst mal wieder zusehen, dass ich mich zeitlich wieder an die Oder quälen kann und ich dann trotz der begrenzten Zeit hoffentlich wieder genügend Geduld und Zuversicht aufbringe, mich mit dem schweren Gerätegeplumps hinzustellen und schief angucken zu lassen....:). Der Rhein ist zwar auch nicht mörderlich weit weg, aber meine Revierkenntnis ist da noch sehr bescheiden und da gerade dieser Aspekt für die Fangchancen goldwert bzw. nur über mehrere Jahre intensiver Angelei aufzubauen ist, trau ich mir die Sache doch eher noch an der Oder zu bzw. scheint mir das da für mich aussichtsreicher zu sein.

Tschau Debilofant #h
 
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