Uferbefestigung

Werner1

Member
Hallo,

ich verfolge dieses Forum schon etwas länger und ich bin begeistert von den teilweise echt guten tips die gerade in diesem Bereich Teichwritschaft gegeben werden.#6

Deswegen wende ich mich mal an euch. Ich habe seit 3 Jahren einen Teich (ca. 1000 qm) mit meinem Kumpel gepachtet. Der Bestand besteht aus Karpfen einiges an Weißfisch und dieses Frühjahr haben wir ca. 100 Forellen besetzt. Das funktioniert auch alles sehr gut. Wir brauchen nicht zufüttern und trotzdem sind die Fische gut genährt. Die Forellen wachsen auch, zwar nicht so schnell wie mit Kraftfutter aber das ist auch nicht unser Ziel. Jetzt aber mal zu dem Problem was wir haben. Der Teich liegt an einer Strasse. An dem Ufer haben sich die Bisam eingenistet. Die werden von uns auch dementsprechend bekämpft. Aber ganz los wird man die ja nicht. Das Ufer spült immer mehr aus bzw. wird von den Bisam unterhöhlt. So langsma kommen wir jetzt in einen Bereich das wir uns was einfallen lassen müssen weil sonst in einigen Jahren die Strasse unterhöhlt ist. Das Ufer neu anschütten oder ähnliches. Welches Material ist da am Besten. Der Teich hat ca 50 cm Schlamm das scheint wohl der Lehm zu sein der rundherum aus dem Ufer gespült ist (Der Teich ist wohl 30 Jahre alt und keiner kann sich daran erinnern das der jemals entschlammt wurde). Kann man den über Sommer trocken fallen lassen und dann den getrockneten Schlamm nehmen (das würde gleich zwei Probleme lösen) oder löst der sich gleich wieder auf wenn der Teich wieder bespannt wird?

Was meint ihr dazu? Wie kriegt man einen möglichst lang haltendes Ufer hin? Beton geht nicht da der Teich in einem Naturschutzgebiet liegt, wäre auhc wohl zu teuer bei der Größe.

Falls ihr noch Infos braucht um Tips zu geben dann fragt mich gerne.

Gruß
Werner
 

Syntac

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AW: Uferbefestigung

Morgen!

Meine Teiche sind mit Natursteinen befestigt, hält soweit ganz gut, jedoch wird der Bisam da wohl auch rein kommen. Evtl. drunter ein Drahtgeflecht spannen.
 

Fischpaule

Karpfendompteur
AW: Uferbefestigung

Moin Werner
Da es bei dir um eine Absicherung der Straße geht, musst du dringend eine stabile Variante wählen - dies könnte so aussehen, dass ihr euch reichlich lange angespitzte Baumstämme besorgt mit einem Durchmesser von 15-20cm und diese in einem gewissen Abstand zur Straße einrammt oder einspühlt - hinter diese im Meterabstand gestellten Pfähle werden dann Äste und Reisig gebunden - der Zwischenraum zwischen Straße und Pfählen muss dann mit Füllmaterial aufgefüllt werden, am besten eignet sich dazu grober Betonrecycling oder Bauschutt - in Natur- oder Landschaftsschutzgebieten muss dieses Material die Z1 Güte haben (es darf also nicht mit Fremdstoffen kontaminiert sein.
Wenn ihr für die Pfähle stabiles geschältes Holz nehmt, habt ihr die nächsten 20Jahre ruhe und in dem groben Füllstoff fühlen sich die Bisamratten auch nicht wohl.
Euer Schlamm ist zur Absicherung des Damms ungeeignet.

#h
 

Zanderlui

Active Member
AW: Uferbefestigung

kann fischpaule in vollem umfang zustimmen!!!!allerdings könnt ihr ja den schlamm dann über das recycling material tun eine dünne schicht damits wieder natürlich aussieht!!würde das recycling material dann direkt hinter die pfähle anfüllen ohne reisig-was bedeutet die pfähle müssen dicht an dicht gerammt werden folie hinter und denn das material!!!weil in dem reosig zeug werden die bisams sich wohl auch wohl fühlen?#c
 
AW: Uferbefestigung

Kannst du das gelände zur strasse hin einzäunen...wäre das möglich? Wie bekämpfst du den Bisam?

Zu fischpaules beitrag es kann auch geklärter Bauschutt sein aber wie hingewiesen der schadstoffklasse Z1.

raffaelo
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Uferbefestigung

Nein denn es gibt bestimmt bauern in der nähe die schafe haben und wenn er 2 -3 mal im jahr die schafe über die fläche drüberläst , vertreiben die auch den bisam..denn die schafe brechen mit ihren spitzen hufen in die bisamgänge ein und zerstören diese...das mag der bisam nicht. Den schafen passiert dabei aber nix.

raffaelo
 

Zanderlui

Active Member
AW: Uferbefestigung

@raffaelo das wird denn wohl mit 2-3mal im jahr nicht reichen....#d

wir haben auch einen kleinen vereinsteich ein regenrückhaltebecken dort sind das ganze jahr schafe am grasen da das ufer sehr großzügig und steil angelegt ist und dort sind trotz schafen die bisams und mäuse noch und nöcher!!!(da ein getreide und maisfeld vorhanden 50m entfernt!!!!
 
AW: Uferbefestigung

Also an meinen weihern klappt es. Ich habe mit bisam keine probs außer an den ganz großen teichen wo es nicht möglich ist.
Ansonsten klappt es mit den schafen wunderbar.

raffaelo
 

Zanderlui

Active Member
AW: Uferbefestigung

wird bei uns an der mase der tiere liegen weil sie wunderbare lebensbedingungen vorfinden!!!
 

Werner1

Member
AW: Uferbefestigung

erstaml danke für die vielen tipps.

die Bisam komplett los zu werden ist unmöglich, es gibt dort auch mehrere Teiche und da dort an der Bismabekämpfung nicht wirklich viel getan wird können wir das knicken. Die vermehren sich schlimmer als di Karnickel... und wandern dann von Teich zu Teich...

bekämpfen tun wir die mithilfe des Jagdpächters...

@ Fischpaule

Wie ist das mit den Wasserwerten wenn wir da groben Recyclingschotter Güte Z1 verwenden, könnte es da Probleme geben.. Kalk etc.?
 

Fischpaule

Karpfendompteur
AW: Uferbefestigung

@ Fischpaule

Wie ist das mit den Wasserwerten wenn wir da groben Recyclingschotter Güte Z1 verwenden, könnte es da Probleme geben.. Kalk etc.?
Bei sehr starken Regenfällen ist es natürlich nicht völlig ausgeschlossen, dass kalkhaltige Anteile in den Teich geschwemmt werden aber eine drastische ph-Wert Änderung ist dabei nicht zu erwarten, da die gelöste Kalkmenge aus Recycling nicht besonders hoch ist. Die kleine Menge Kalk, die sich im bespannten Zustand ständig löst, hat im Prinzip auf lange Sicht sogar Vorteile, da Kalk als Puffer fungiert - andere unangenehme Fremdstoffe sollten nicht beinhaltet sein, da sonst das Material nicht der Güte Z1 entsprechen würde.

Wichtig ist, das es sogenannte tote Erde ist, damit diese nicht irgendwann nachgibt und das das Material möglichst grob ist, damit eure Bisamratten keine Chance haben ihre Gänge zu graben...

|wavey:
 

Ralle 24

User
AW: Uferbefestigung

Wir haben das damals mit alten Dachpfannen gemacht. In Dachdeckerbetrieben fallen die oft in großen Mengen an und die müssen das entsorgen. Uns haben sie damals in wenigen Wochen einige große Container zum Teich gebracht.

Ob die jetzt Z1 entsprechen weiß ich allerdings nicht. Fremdstoffe sind da jedenfalls nicht drin, höchstens mal ein Stück Dachlatte. Jedenfalls können die das Wasser nicht beeinflussen.
 

Werner1

Member
AW: Uferbefestigung

Moin,

dann werde ich mich mal erkundigen was der Recyclingschotter kostet oder wo ich an alte Dachziegeln komme. Irgendwo habe ich mal gelesen das Bisam eine gewisse (ich glaube 40 cm) Uferhöhe über dem Wasserspiegel brauchen um überhaupt Gänge zu buddeln. Stimmt das?

Wenn wir dann irgendwann dabei sind wollen wir die anderen drei Seiten auch bearbeiten. Welcher Winkel ist bei einem Ufer vertretbar wenn es aus Lehm besteht?

Gruß
Werner
 

maredo

Member
AW: Uferbefestigung

Hallo Werner,
wenn in der Nähe ein Steinbruch liegt wäre natürlich grober Naturschotter die beste Lösung.
Die Uferböschung sollte möglichst flach angelegt werden, damit der Schotter nach fluten des Teiches nicht in den Schlamm abrutscht.
Zusätzlich ist es empfehlenswert, vor aufbringen des Schotters die Böschung mit Drahtgeflecht zu sichern. Alten Maschendraht kann man meist in den Recyklingstellen bei
den Kommunen günstig bekommen.
Wenn die Dammkrone niedrig ist, kann der Bisam keine Nestkammer bilden , 40cm sind nach meiner Erfahrung noch zu viel.
Bedenke bitte, dass auch die Karpfen sehr stark an den Uferböschungen graben um Futter zu finden, besonders wenn der Teichboden mit relativ hohem Schlamm bedeckt ist.
Die beste Zeit für eine Trockenlegung des Teiches ist der Herbst, dann kann der Teichboden im Winter richtig austrocknen und durchfrieren.
Nach dem ablassen und der Schlammentfernung ist dann auf jeden Fall noch eine gründliche Behandlung mit Branntkalk unerläßlich.
 

Werner1

Member
AW: Uferbefestigung

@ Maredo

warum ist eigentlich der Herbst der beste Zeitpunkt um einen Teich abzulassen. Austrocknen würde er doch eigentlcih im Sommer bei hohen Temperaturen und weniger Niederschlag besser und warum ist das durchfrieren von dem ich auch immer wieder lese und höre so wichtig?
 

maredo

Member
AW: Uferbefestigung

Hallo Werner,
man kann einen Teich sowohl im Winter als auch im Sommer trockenlegen.
Bei einer sog. Winterung werden die Fische im Herbst abgefischt, d. h. sie befinden sich in bester Kondition um aufgehältert oder in einem Winterteich bis zur Neubespannung im Frühjahr ohne größere Verluste zu überleben.
Die Trockenlegung zusammen mit dem Frost fördert die Mineralisierung des Teichbodens. Dadurch wird die Schlammschicht durch die Zufuhr von Sauerstoff und der Bildung von Bakterien reduziert.
Der Teich entwickelt dann rechtzeitig mit der Vegetationsphase im Frühjahr gute Lebensbedingungen für die dann neu eingesetzten Fische.
Bei einer Sömmerung ist der Effekt genau umgekehrt. Die vom Winter geschwächten Fische würden keine idealen Lebensbedingungen vorfinden.Da die meisten hiesigenFische und Amphibien im Frühjahr/Sommer laichen, würde bei einer Sömmerung die Gesamtpopulation schwer geschädigt.
Ich hoffe, dass ich dieses schwierige Kapitel in der Kürze einigermaßen verständlich erklären konnte.
 

Fischpaule

Karpfendompteur
AW: Uferbefestigung

Moin,

dann werde ich mich mal erkundigen was der Recyclingschotter kostet oder wo ich an alte Dachziegeln komme. Irgendwo habe ich mal gelesen das Bisam eine gewisse (ich glaube 40 cm) Uferhöhe über dem Wasserspiegel brauchen um überhaupt Gänge zu buddeln. Stimmt das?

Wenn wir dann irgendwann dabei sind wollen wir die anderen drei Seiten auch bearbeiten. Welcher Winkel ist bei einem Ufer vertretbar wenn es aus Lehm besteht?

Gruß
Werner
Wie hoch der Dammbereich über dem Wasserspiegel sein muss, damit sich die Bisamratten wohl fühlen, kann ich dir nicht sagen aber auf jeden Fall legen sie ihre Kessel natürlich oberhalb der Wasseroberfläche an und somit mrauche sie da schon etwas Platz, zumal auch noch bedacht werden muss, das dieser auch nicht einfrieren darf, also tief genug im Boden sein muss.
Bei dem Böschungswinkel kommt es auf das Material an, was zur Absicherung verwendet wird - bei einer Absicherung mit Feld oder Wasserbausteinen reicht ein Verhältnis von 1:1,5 bei Erden sind da eher 1:4 angesagt...

Nach dem ablassen und der Schlammentfernung ist dann auf jeden Fall noch eine gründliche Behandlung mit Branntkalk unerläßlich.
Moin maredo
Du hast solche klasse Tips auf Lager, nur eins verstehe ich nicht, warum möchtest du immer jeden Teich mit Branntkalk bombardieren? - zum einen reicht in den allermeisten Fällen Kalkmergel völlig aus und zum anderen ist die gabe von Kalk für gewöhnlich nur in sehr stark bewirtschafteten Teichen nötig bzw. überhaupt sinnvoll...

#h
 

maredo

Member
AW: Uferbefestigung

Hallo Fischpaule,
Teichböden sind eigentlich wie Ackerböden zu behandeln und zu pflegen.
Bei der Kalkung geht es darum, den pH-Wert des Bodens und des Wassers sicherzustellen.
Da die Böden von Teichen, welche nicht regelmäßig abgelassen werden häufig mit Faulschlamm und anderen organischen Stoffen belastet sind , kann man diesem Übel am besten mit Branntkalk bekommen.
Gleichzeitig wird der gesamte Teich desinfiziert was vorbeugend für mögliche Fischkrankheiten wirkt.
Natürlich kann man auch Kalkmergel einsetzen, aber die Wirkungsweise ist wegen des wesentlich geringeren CaO Gehaltes gerade bei Schlamm stark begrenzt. Bei leichten Böden sieht das etwas anders aus.
Man muß seine Teiche nicht sinnlos mit Branntkalk bombardieren, sondern der richtig dosierte Einsatz je nach örtlicher Gegebenheit ist entscheidend.
Das Thema kann man sicher noch weiter ausrollen, aber ich hoffe, dass ich Deine Frage damit beantwortet habe.
 

Werner1

Member
AW: Uferbefestigung

wenn ich das jetzt richtig verstehe könnte ich den Boden, nachdem ich den Schlamm raus habe, untersuchen lassen und dann entscheiden ob ich kalke oder nicht. Auf welche Werte würde es hier ankommen? Um Krankheiten vorzubeugen wollte ich das eher nicht machen, da der Teich durch Quellwasser was erst durch ca. 5 Teiche von anderen Pächtern läuft gespeisst wird. Das macht dann wohl nciht so viel Sinn, oder?
 
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