Anglerboard – Forum mit den besten Tipps zum Angeln

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Thailand Andamanensee Feb. 2020 - im Zeichen des Virus

chef

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So, König Markus von Bayern hat mir Hausarrest verordnet, deshalb hab ich nun Zeit für Teil 3 der Andamanensee Story.
Letzter Teil ist hier zu finden:
https://anglerboard.de/threads/thailand-angeln-in-der-andamanensee-2014-2019.348707/

Am 29.2.2020 reiste ich gut gelaunt Richtung Münchner Flughafen. Geplant war vom 01.03.2020 bis 04.04.2020......
Von einem Virus namens Corona hatte ich schon gehört, in China gabs da wohl ein Problem. Da ich aber schon seit Jahren keinen funktionierenden TV mehr habe und ich mir mein Programm am PC via Internet selber zusammenstelle, hatte ich von dem Thema Corona nur so nebenbei was mitbekommen. Da aber in den letzten Jahren immer irgendeine Weltuntergangsgeschichte mit so klangvollen Namen wie Vogelgrippe, Rinderwahn, Schweinepest, Eichhörnchenfieber,... durch die Presse spukte, ging mir die Nummer ziemlich am Popo vorbei. Was da noch kommen sollte, hätte ich mir zu diesem Zeitpunkt nicht im Entferntesten vorstellen können.....
Aber der Reihe nach:
Ich hatte einen Premium Economy Flug von München nach Bangkok, mit ca 1 Std Zwischenstop in Wien, mit Austrian Airlines bei LUFTHANSA direkt gebucht(wird später nochmal wichtig!!!). 950 Euro hatte ich dafür gelöhnt, nicht so günstig wie letztes Jahr, aber durchaus im Budget. Sehr angenehm, kurze Zwischenlandung in Wien und dann ein ruhiger Nachtflug, mit gutem Essen und Bierflatrate , im durchaus bequemen Premiumsitz.
Von Bangkok gings mit dem Taxi für 3 Tage nach Pattaya zum aklimatisieren, Shoppen und natürlich auch zum Feiern.
Rosebay-Resort: Tiptop Anlage mitten in der Stadt mit Poolbungalow für 35 Euro/Nacht

Allerdings merkte ich hier schon, dass etwas anders war als sonst. Alles was auf chinesische Touristen spezialisiert war hatte dicht. Märkte, Läden, Restaurants, Reisebüros, Cabarets,... Kein Chinese weit und breit.... Naja, alles andere als störend, aber schon merkwürdig. Sonst waren dort die Chinesen immer hordenweise unterwegs.
Machte mir allerdings keinen weiteren Kopf, sondern setzte meine Reise wie geplant Richtung Süden fort.
Flug vom Utapao Airport(bei Pattaya) nach Hat Yai. Dort hab ich seit Jahren ein paar einheimische Kumpels, mit denen ich mich am Abend wieder in einem Rockpub verabredete. Zusammen ein paar Bierchen und Geschichten und dann gings auch schon wieder ins Bett, denn der Minibus Richtung Pakbara Pier startete am nächsten Morgen schon um 09.00h.
 

chef

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Nach ca 1,5 Stunden Fahrt mit dem Minibus erreichte ich wie gewohnt das Pier in Pakbara. Von dort gings dann mit dem Speedboot nochmals ca 1,5 Std Richtung Koh Lipe.


Ich hatte wieder eine kleine Bambushütte bei meinem Schweizer Kumpel, keine 30m vom Strand. Dorthin komme ich seit Jahren, hab dort mein Böötchen, meinen Aussenborder und einen Teil meines Angelequipments gelagert. Grosses Hallo und sofort gabs ein grosses Begrüssungs-Changbier.
 

chef

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Die nächsten Tage war erstmal Ankommen angesagt, Bungalow beziehen, Angelzeug checken, Boot rausholen, Motor checken, ... Dann mal schauen wer so alles auf der Insel unterwegs ist.
Aussicht von der Rooftop-Bar am Strand


Von ein paar Freunden wusste ich, dass sie da waren, andere Bekannte traf ich zufällig.
Captain Kiang erzählte mir, dass viel Fisch in der Gegend unterwegs sei. Zusammen mit meinem Kumpel Roland buchten wir bei ihm einen ganztags Trip. Zielfisch war Königsmakrele und Giant Trevalley. Der Captain sagte, dass wir nur schleppen werden, da viel Fisch zu erwarten sei. Deswegen könnten wir auf zeitintensives Köderfischangeln und den schwierigen Transport der Livebaits verzichten. Alles klar, klingt gut.

1. Angelausflug nach 3 Tagen
Rund 15km fuhren wir dann am Morgen mit seinem Longtailboot zum Angelspot, einer Felsengruppe im Nationalpark. Wir schleppten 2 Ruten mit Wobblern hinter dem Boot und fuhren in grossen 8ern um die Inselchen. Einen Wobbler in ca 5m Tiefe, einen in ca 2m Tiefe.
Schon nach kurzer Zeit kam der 1. Biss beim Captain und ein schöner GT konnte gelandet werden. Jetzt war ich heiss und wechselte meinen alten orginal Rapalla in Blau- Schwarz gegen einen Nagelneuen .Ich hatte mir im Angelshop in Pattaya ua 2 Rapalla Clones gekauft, und entschied mich für den Rot-Weissen, in ca 2m Tiefe . Wir waren noch keine Kurve gefahren, da pfiff schon meine Rolle. Zack Anhieb und die Rute bog sich durch. Gerät!!!! Doch nach kurzem Drill, ein Ruck, kein Wiederstand mehr. Fuck! Kiang fing an zu lachen und sagte was von "Schlecht gequetschtem Stahlvorfach", "Zu dünnes Stahl",... Nein, das war nicht das Problem. Der Wobbler hing noch dran. Aber beide Drillinge waren komplett aufgebogen. Waaaaaaah, ich hatte vergessen die Billighaken zu tauschen. Wieder schallendes Gelächter vom Captain. Jajaja, ich weiss schon: "Ich Amateur - Du Captain"..... Ok, die aufgebogenen 08/15 Haken runter und 2 dicke Drillinge ran. Weiter gehts. Wieder nach kurzer Zeit ein brutaler Biss auf meine Rute. Geiler Drill, die Rolle pfeifft, der Fisch nimmt viel Schnur, geht ab wie Schmitz Katze, aber Vorsicht, unten lauern scharfe Felsen und Korallen, ich dreh die Rolle weiter zu, die Rute voll gekrümmt; plötzlich wieder ein Ruck und weg... WAHHHHHH. Der Captain schüttelt sich vor Lachen. Er bezweifelt wieder meine "Stahlvorfach-quetsch-Fähigkeiten". Nix da, Wobbler is immernoch noch dran, seh ihn beim Einkurbeln an der Oberfläche. Puhh, aber wie sieht der denn aus???????

Der Monsterfisch, mit Sicherheit ein kapitaler GT, hat die Stahlachse komplett aus dem Wobbler gerissen und ist mit den Haken auf und davon. Ahhh, ich packs nimmer. Ich hab mir schon öfter diese Clones gekauft. Hab immer darauf geachtet, dass sie eine Achse haben, also durchgängig vom der Öse bis zum Schwanzdrilling. Gibt nämlich auch so ganz billige, wo die Hakenösen nur eingeklebt sind. Hatte damit noch nie Probleme. Aber anscheinend auch noch nie einen so starken Fisch dran. Oder es war einfach nur ein Fehlerhafter? Keine Ahnung. Fuck, Fuck, Fuck.... Ich hatte die Schnauze voll. Der Captain und Kollege haben dann noch einen guten GT und eine King Makrele gefangen, ich war raus. Stinksauer - auf mich. Schlamperei und Pfennigfuchserei halt. Ich Depp. Is halt "learning by doing"
 

chef

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2. Angelausflug mit Captain Kiang

Am frühen Abend kamen wir 3 dann mit "unserem" doch ansehnlichen Fang am Strand vorm Resort an. Wie immer kamen die Mitarbeiter, der Chef und seine Frau um die Fische zu begutachten und um dem Captain ein paar Kg Makrelen und GT abzukaufen. Natürlich wurde dabei lautstark in Thai kommuniziert und als schallendes Gelächter ausbrach, wusste ich was da gerade erzählt wurde....
Als ich dann hinten an meinem Bungalow mein Angelzeug auspackte, reinigte und ein eiskaltes Feierabend(Frust-)Bierchen trank, kam Kiang nochmal zu mir. Er fragte mich, ob ich morgen früh nochmal mit ihm rausfahren möchte, da er davon ausging, dass auch morgen noch viel Fisch am Spot sei: "You not have to pay, because you not lucky today, Hahahaha!!!! Only you and me. I wanna sell some fish to restaurant tomorrow!" Na klar war ich dabei. Warte ab mein Freund....
Ok, um morgen nicht wieder als Depp dazustehen hab ich echt alles nochmal überprüft: An meiner neuen WFT Fjord Spin NEVER CRACK in 160 cm die neue Ryobi Warrior Rolle nochmal neu fest geschraubt, die ersten 10m von der gefl. Schnur runter gemacht, Knoten am Wirbel neu, neues Stahlvorfach gequetscht, an 2 orginal Rapallas neue, scharfe Haken montiert, alles auf Zug geprüft und die Rollenbremse nochmal eingestellt. So, morgen kann nix schiefgehen!
Am nächsten Morgen war Kiang pünktlich zum Frühstück im Resortrestaurant. Zusammen gefrühstückt und schon gings ab, wieder ca 15 km zum gleichen Spot wie gestern.

Wieder schleppten wir wie gestern in grossen 8ern um die Felsen, die da aus dem Wasser ragten.



Der Captain stand hinten an der langen "Pinne" und hatte eine Rute zur linken Seite, in einem selbstgebastelten Rutenhalter, aufrecht stehen. Die Rutenhalter sind einfach nur blaue Abwasserrohre, die mit festen Schnüren an der Bordwand besfestigt und verkeilt sind. Ich stand mittig im vorderen Teil des Bootes, meine Rute nach rechts draussen, ebenfalls im Plastikrohr Rutenhalter.
Hier seht ihr rechts vorne den blauen Rutenhalter:


Als jeder seinen Köder draussen hatte gings dann los. Wir beide voller Vorfreude, Kiang hatte mehrmals betont, dass auch heute wieder die Grossen da sein werden. Und der gute Mann hat ein Näschen dafür. Er hat mir schon oft erklärt, wann wo die Fische stehen. Aber für mich ist das zu kompliziert. Da spielen Jahreszeit, Ebbe-Flut, Strömung, Mond, Wind und Wetter und was weiss ich noch zusammen. Egal, heute solls auch gut werden, weil gleiche Bedingungen wie gestern.
Wir fuhren ein paar Runden und siehe da, erster Biss bei mir, eine Königsmakrele. Nicht der Oberknaller, aber der Fluch schien gebrochen. Ok, Fisch an Bord, weiter. Längere Zeit tat sich nichts und ich fragte mich schon, ob der Captain Recht hatte mit seiner Erfolgsprognose...
Und plötzlich aus heiterem Himmel, völlig unerwartet ein Hammerbiss auf meine Rute! Die Rute bog sich durch im Rutenständer, die Bremse pfiff los und während ich zur Rute fassen will gibt das blaue Drexxrohr nach, knickt ein , und die Rute flog wie eine Rakete beim Start aus dem Ding, in hohem Bogen übers Dach, hinten ca 1m am Kopf vom Captain vorbei ins Meer .....................................................................
Das ging so schnell, unglaublich. Der Captain hats erst gar nicht geschnallt, als ich mich käs-weiss umdrehte und ihn fassungslos anschaute. Wenn wir beide das schneller realisiert hätten, was da grad abging, hätten wir evtl noch wenden können und mit einem tieflaufenden Wobbler oder Pilker versuchen können die Schnur zu fangen, aber der Schreck saß so tief, dass wir diesen Moment verpassten.
Leute , ich schwörs euch, das ist genauso passiert, unglaublich! Biss - zzzzzzzzzzzzzzz(Rolle) - knack(Rutenständer knickt ) - fffffffupppp(Raketenstart)
 
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