Erlebnisbericht Fliegenfischerschule

Forellenhunter

Der vom Boot aus angelt
Mein Angelkumpel Andi und ich hatten für letztes Wochenende einen Kurs Fliegenfischen an der "Fliegenfischerschule Fränkische Schweiz" gebucht, und seit gestern Abend sind wir wieder zurück. Meinen Erlebnissbericht möchte ich Euch nicht vorenthalten.

Uns geisterte schon lange der Gedanke im Kopf herum, endlich das Fliegenfischen richtig zu lernen. Sicherlich waren wir schon einigemale mit unseren Fliegenruten unterwegs, aber wir wollten es endlich richtig lernen. Also nächtelang im Internet geschaut, Meinungen gesammelt, telefoniert. Irgendwann sind wir dann bei o.g. Fliegenfischerschule hängengeblieben.

Einige Telefonate und genausovieler E-Mail weiter stand der Termin fest. 25.06.-26.06.05. In anbetracht der etwa 3-4 stündigen Fahrt wählten wir die Variante mit der Anreise am Freitag. Die Zimmerreservierung übernahm der Kursleiter, Herr Michael Sanna. Also die Eckdaten standen, es konnte losgehen.
Am Freitag war es dann soweit. nach etwa 4 stündiger Fahrt standen wir im kleinen, verträumten Örtchen Waischenfeld auf der Brücke über die Wisent und bekamen sooooo große Augen, denn so viele wunderschöne Forellen auf einem Haufen hatten wir noch nie gesehen. Schnell zu unserer Pension gefahren und das wirklich schöne, gemütliche Zimmer bezogen.
Kurzer Smaltalk mit unserer Vermieterin, wo man den gut Essen gehen kann, und wir begaben uns wieder zu Fuß an der Wisent entlang Richtung Innenstadt. Wir glaubten unseren Augen nicht zu trauen wieviele Forellen jetzt am steigen waren. Unser Angelfieber wuchs ins Unermessliche. Aber leider mussten wir uns noch 12 Stunden gedulden, 12 laaaaange Stunden. Also im Ort nett zu Abend gegessen und noch ein paar Bier "abgepumpt", mit einem Angler einen netten Plausch gehalten, wobei uns dieser einen seiner Fänge des Abends präsentierte: eine wunderschön gezeichnete Bachforelle von ca. 35 cm. Ein toller Fisch. Und das Angelfieber wurde unerträglich. Noch 10 Stunden...
Am nächsten Morgen gegen 8.00 Uhr begannen wir mit einem wunderbaren Frühstück in unserer Pension, mit frischem Kaffee, frischen Eiern, frischen Brötchen, Wurst, Käse...
Um 9.00 Uhr ging es endlich los. Wir beiden waren die einzigen Kursteilnehmer. Unsere Unterichtsstätte war direkt am Fluß, wo schon eine Kanne mit Kaffee und diverse Kaltgetränke an einer schönen Schattigen Stelle direkt am Flußufer auf uns warteten. Nach einer kurzen Vorstellung ging es los mit unserem Untericht: Theorie. Klingt zwar langweilig, aber wie wir später bemerkten, ist das noch viel wichtiger als das Fliegenwerfen.
Nach ca., einer Stunde Einführung in die Welt des Fliegenfischens ging es ans Eingemachte: Werfen|kopfkrat

Ich glaube wenn Michael nicht so ein netter Kerl währe, hätte er uns einfach ausgelacht. Aber Gut, deswegen waren wir ja hierher gekommen. Also fing er an, uns das Werfen Stück für Stück in einfachen Schritten beizubringen, immer darauf achtend, uns nicht zu überfordern und den Untericht abwechslungsreich zu gestalten. Er stellte uns verschiedene Ruten zur Verfügung, damit wir auch merkten, welche Unterschiede es gibt, und welche Rute jedem einzelnen zusagt.
Zum Mittag fuhr Michael mit uns in den Nachbarort zum Essen. Das Essen wahr schnell bestellt, doch was dann kam war unglaublich: Ich hatte ein paniertes Kotelett bestellt, doch mit sowas hatte ich nicht gerechnet. Auf dem Teller lage ein Riiiiiiiiesen Kotelett, ich schätze so um die 700-800 gramm. Und fantastisch im Geschmack. Nach dem Essen noch jeder ein "Verdauerle" und weiter ging es im Untericht. Bis zum Abend hatten wir noch eine Menge zu lernen. Doch irgendwann hies es: Ruten fertig machen, neue Vorfächer drauf (wie war das mit den ganzen Knoten|kopfkrat ) Fliege dranbinden.

Und jetzt, da die Fische wieder anfingen mit steigen konnten wir zeigen was wir gelernt hatten. Kurz und gut beendeten wir den Abend mit einigen kleinen Bachforellen, die wir schonend wieder in ihr nasses Element zurück setzten.
Nach einer Erfrischenden Dusche und einigen Bier in der örtlichen Wirtschaft schliefen wir wie die toten. Fliegenfischen kann ja soooo anstrengend sein.

Der nächste Tag, leider schon der letzte, begann wieder mit einem supertollem Frühstück. Dannach das "Finanzielle" mit unserer Vermieterin geregelt, Auto gepackt und wieder ab zum Fischwasser. Eigentlich wollten wir mit unserem Trainig weitermachen, aber da uns die Fische direkt aufforderten eine Fliege ans Vorfach zu knüpfen und unserem Werfen einen Sinn zu geben, taten wir das. Schnell eine Maifliege ans Vorfach und eine halbe Stunde geangelt. UND? Nichts. Obwohl die Fische stiegen wie die verrückten, nahmen sie unsere Fliegen nicht. Michael zeigte uns natürlich auch schnell warum. Die Fische nahmen keine Maifliege, obwohl davon genügend im Wasser rumschwammen, sondern eine kleine olvfarbige Fiege. Deswegen weis ich jetzt auch wie wichtig die Theorie und das genause Beobachten ist. Nach einigen kleineren Bachforellen konnten wir noch eine schöne "Große" zum Anbiss verführen. Leider liess meine Unerfahrene Führung im Drill der Forelle eine Chance zuviel.
Nun gut.
Nachdem die Zeit des Steigens vorbei war, widmeten wir unser tun wieder unserem eigntlichem Grund des hierseins, dem lernen. An diesem Sonntag schaffte es Michael uns noch eine Anleitung in diverse "Trickwürfe" zu geben. Nach dem Mittag und einigen Trainingslektionen war es leider schon wieder gegen 18.00 Uhr, und mit einem zünftigen Angeln Verabschiedeten wir unseren Lehrer, der es bestimmt nicht einfach mit uns gehabt hat. Natürlich hat er keine Fliegenfischerprofis aus uns gemacht. Trotzdem hat er es geschafft, das wir die Fliege sicher ins Ziel befördern, ohne das sie sich hinten auf der Wiese oder über uns im Baum verfängt. Und nachdem ich es mehrmals hintereinander geschafft habe, die Fliege auf eine Entfernung von 16 Meter so ca. 5-10cm vor eine Krautbank zu werfen, und dann auch noch so das das Vorfach hinter der Fliege schwamm, merkte ich, was wir an diesem WE gelernt hatten. Eins weis ich: Fliegenfischen an der Wisent mit Michael als Lehrer macht auf alle Fälle schnell süchtig. Und noch auf der Heimfahrt haben wir beschlossen, den Forellen in der Wiesent im Herbst einen Besuch abzustatten, und bei Michael den Fortgeschittenen Lehrgang zu buchen.
 
M

Medo

Guest
AW: Erlebnisbericht Fliegenfischerschule

@Forellenhunter

klasse bericht!!

man könnte denken dabei gewesen zu sein...

...und weiterhin TL !!
 

gofishing

Fliegenwerfer
AW: Erlebnisbericht Fliegenfischerschule

Schöner Bericht.

Jetzt gilt es aber auch dabeizubleiben.

Aber ich glaube wer bereit ist so eine weite Anreise zum Kurs zu machen, der hat jetzt schon die richtige Einstellung.

TL

Ralph
 
Oben