Ein Wochentrip nach Kalmar-län (oder: Wie man mit einer leichten Spinnrute alles erreichen kann)

TobBok

Well-Known Member
Ich habe die letzten 8 Tage in einem Ferienhaus in Schweden verbracht, an einer Seenkette im tiefsten Westen der Provinz (zu schwedisch: län) Kalmar - also nicht traditonell an der Ostsee gefischt, sondern echte Binnengewässer.
Es war mein erster Trip dort hoch, dementsprechend hatte ich die komplett falsche Ausrüstung im Gepäck.
Ich hatte zwei Teleskopruten dabei, eine feine Forellenrute, die ich als sehr feine Posenrute missbrauche, und eine leichte Spinnrute, mit maximal 14 Gramm Gewicht.j
Bei der Forellenrute hatten sich einige Ringe verkeilt, beim Auseinanderziehen verabschiedete sich die Spitze. Also blieb mir noch genau die leichte Spinnrute mit einer 1000er Rolle ausbalanciert.
Nun war im Ferienhaus-Umfang auch ein Motorboot enthalten & nach einer Einweisung bin ich mit meinem 7-Fuß Spinnrütchen mitten auf den See - mal gucken was so geht.
Ich erwartete aufgrund der Beschreibungen der Seen, die ich online gelesen hatte in etwa 2 Meter Tiefe vielleicht ein paar Barsche, wenn überhaupt - ich war ja absoluter Anfänger des Bootangelns.
Ein Echolot gabs nicht.
Doch weit gefehlt. Nach etwas an die 60 Würfen wollte ich die Rute schon zusammenschieben, rollte den 5-Gramm Jigkopf mit einem barschfarbenden Gummiköder langsam auf und wollte ihn aus dem Wasser heben. Und mit einem riesigen Krawumms kracht mir 20 Zentimeter ein Hecht von einem halben Meter in die Parade. Das war ein Tanz in der Nussschale und mit der kleinen Rute....
Aber tatsächlich. Der Fisch war gelandet. Da er über dem lokalen Mindestmaß war (45+cm notwendig) ging sie (ein Rogner) einige Tage später gebraten durch die Pfanne (Y-Gräten lasse ich im Fisch, mich stören die kaum bei kleinen Hechtchen, vorzügliche Speisefische...). Das war die erste Erfahrung...
Am nächsten Tag gings zu Fuß von dem See an dem das Ferienhaus lag zu einem Nachbarsee. Dort wollte ich in Gummistiefeln mal testen was vom Ufer so geht. (Der Nachbarsee war der kleinste in der 7er Gruppe von Seen, dort bot es sich gradezu an vom Ufer aus zu testen.)
Nach ein paar Würfen schlug es im flachen Wasser ein. Ein 70er Hecht hatte sich auf den gleichen Gummifisch von vor einem Tag verirrt. Irrer Drill. Diese Fische haben soviel Kraft, grade an feinem Gerät.
Dieser Hecht durfte aber schwimmen, schließlich lag schon seine Kollegin auf Eis.
Nun wollte ich aber wissen wo die Barsche steckten. Also ging ich an den namensgebenden See der Seenkette und versuchte mein Glück. Einige Barsche folgten dem Gummifisch, packten aber nicht zu.
Und plötzlich hatte ich ein festes Rucken in der Rute. Setzte den Anschlag. Im Anschluss lies sich die Schnur nur durch Pumpen einholen. Ich fragte mich, was da dran hängt, das so massiv Ballast erzeugt.
Und siehe da: Es war nen halber Tannenbaum an meiner kleinen Spinne...damit war der Tag mental für mich durch. In den Folgetagen fischte ich die Zu- und Abläufe zwischen den Seen und hatte immer wieder einige Barsche zwischen 15 und 30 cm.

Alles in allem kann ich resümieren: Ein gelungener Trip.
Und beim nächsten Mal nehme ich:
a) schwereres Gerät für mehr Wurfweite mit
b) auch eine Grundrute/Feederrute mit - es gab eine Räucherei an einem der Seen und dort schnürte der gute Herr Betreiber einige richtig fette Weißfische, Brassen über 60 cm etc, nebeneinander und schob sie in den Räucherofen.
Und was ich beim nächsten Mal schon dabei habe:
Die Erfahrung von einem spontanen Schwedenausflug mit falscher Ausrüstung.
 

gehawe

Member
Danke für Deinen Bericht.
Ich würde auch eine vernünftige Rute empfehlen. Zum einen, weil ich im Herbst gute Erfahrungen mit Jerks gemacht habe. Zum Anderen zum Schleppen. Ich habe eine CMW-Rute mit 2,70 Länge. Die ist sensibel genug für kleine Gummifische und straff genug für Jerks und schleppen vom Boot. Natürlich würde ich auch die Jerks, Gummifische und Wobbler mitnehmen. Und einen 3er Mepps Aglia Longue in Redbow - der geht immer! smile01 Sowohl gute Barsche, als auch gute Hechte!

Grüße

Gerhard
 

TobBok

Well-Known Member
Danke für Deinen Bericht.
Ich würde auch eine vernünftige Rute empfehlen. Zum einen, weil ich im Herbst gute Erfahrungen mit Jerks gemacht habe. Zum Anderen zum Schleppen. Ich habe eine CMW-Rute mit 2,70 Länge. Die ist sensibel genug für kleine Gummifische und straff genug für Jerks und schleppen vom Boot. Natürlich würde ich auch die Jerks, Gummifische und Wobbler mitnehmen. Und einen 3er Mepps Aglia Longue in Redbow - der geht immer! smile01 Sowohl gute Barsche, als auch gute Hechte!

Grüße

Gerhard
Ja. Wie gesagt: Beim nächsten Mal werde ich definitiv schweres Material dabei haben.
Die Köder waren dabei nicht mal das Problem - die Fische stiegen immer gut auf Spinner und Blinker ein.
Sind mir irgendwie bis heute lieber als Jerks und Wobbler. *schulterzuck*
 
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