Arbeitsaufwand Gewässerwart?

rheinfischer70

Active Member
Hallo zusammen,
hatte zwischenzeitlich überlegt, mich im Verein stärker bezüglich Gewässerwart zu engagieren.
Da ich mich sehr für die gewässerbiologischen Zusammenhänge interessiere, könnte es etwas für mich sein.

Allerdings beobachte ich in der Praxis, dass der Gewässerwart irgendwie der doofe Typ für alles ist. Er nimmt an allen Arbeitseinsätzen teil, die er selber organisieren und vorbereiten muss.
Den Fischbesatz sucht der Gewässerwart aus und weiß sofort, dass es unabhängig von der Wahl immer viele Kritiker und Besserwisser gibt. Auf der Hauptversammlung darf er dann vor allen Mitgliedern alles rechtfertigen. Zum Dank gibt`s dann immer etwas zu meckern.
Zusätzlich darf man sich noch mit Behörden, Verpächtern usw. herumschlagen und sich aufregen. Alles natürlich ehrenamtlich.
Habe ich noch etwas vergessen?

Wie seht ihr das? Lohnt sich der Job? Welcher Zeitaufwand ist dafür nötig, neben Familie, Arbeit und weiteren Hobbys? Geht der Gewässerwart überhaupt noch selber angeln?
 

hanzz

Master of "steht noch nicht fest"
Lohnt sich der Job?
Wie ist die Frage gemeint?
Ich denke, ein Gewässerwart macht den Job hauptsächlich, weil er richtig Bock drauf hat, deswegen lohnt es sich wohl für denjenigen.
Aber das musst du für dich selber entscheiden.

Geht der Gewässerwart überhaupt noch selber angeln?
Unser damaliger Gewässerwart hat mit die dicksten Fische gefangen. Hatte sein Haus aber auch direkt am See.
Glaub @jkc ist auch Gewässerwart und dass Zeit zum fischen ist, beweist er uns ja hier regelmäßig. Zumindest fängt er regelmäßig gute Fische.

Man kann sich da voll reinhängen oder nur das nötigste tun. Das liegt aber wohl an dir selber.
Aber hört sich ja jetzt schon so an, als wenn dir das im Gedanken schon zu viel und zu stressig ist.
 
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Dorschbremse

Urlaub ist grundsätzlich zu kurz
Teammitglied
Lohnt der Job?

Wenn du dir diese Frage stellst, isses wahrscheinlich nicht wirklich etwas für dich...

Ich kenne persönlich zwei davon und beide gehören zu dem Schlag Menschen die das tatsächlich leben und die diese Tätigkeit "erfüllt" - ich weiß es grad nicht besser auszudrücken...

Allerdings muss ich dabei sagen, dass die beiden recht gut in ihren Vereinen eingebettet sind und guten Rückhalt bzw Unterstützung haben - einiges an Arbeiten lässt sich delegieren....

So unterschiedlich wie die Menschen sind, so sind es die Vereine und ihre Strukturen auch- entspricht das von dir geschriebene den Gegebenheiten in deinem Verein?
Dann brauchste vermutlich ein dickes Fell und ein gehöriges Maß an Leidensfähigkeit. ;)
 

Laichzeit

Well-Known Member
Allerdings beobachte ich in der Praxis, dass der Gewässerwart irgendwie der doofe Typ für alles ist. Er nimmt an allen Arbeitseinsätzen teil, die er selber organisieren und
Ich bin Teil einer Pächtergemeinschaft mit mittlerweile acht Leuten und die Gewässerbewirtschaftung läuft bei uns je nach dem zu dritt oder zu viert. Niemand zwingt Vereine dazu, für den Gewässerwart nur einen Posten zu stellen und es würde sich auch für kleine Vereine lohnen, dafür wenigstens zwei Leute einzusetzen. Das würde die Sache für viele deutlich entspannter machen.
 

Pescador

Jimi Hendrix of fishing
"Gewässerwarte" verrichten in vielen Vereinen die Arbeit des Geländewartes, weil man es nicht besser weiß.
Denn leider gibt es in vielen Vereinen gar keine ausgebildeten Gewässerwarte, was aber sehr wichtig wäre. Entweder wird darauf kein Wert gelegt, oder es will oder kann niemand an den Lehrgängen teilnehmen. So kommt es dann dass der "Gewässerwart" mit dem Freischneider rumdüst und plötzlich der Meinung ist, es müssten dieses Jahr einfach mal ganz viele Karpfen, Störe und Forellen in den Vereinssee gesetzt werden... :unsure
Auswertung der Fanglisten und nachhaltige Bewirtschaftung, Gewässerbeprobungen u.s.w. finden nicht statt und es kommt zu Fehlbewirtschaftung.
Wer Interesse an dieser hochinteressanten Materie hat, sollte seinem Verein unbedingt nahelegen in einen qualifizierten Gewässerwart zu investieren ...
 

yukonjack

Well-Known Member
Hallo zusammen,
hatte zwischenzeitlich überlegt, mich im Verein stärker bezüglich Gewässerwart zu engagieren.
Da ich mich sehr für die gewässerbiologischen Zusammenhänge interessiere, könnte es etwas für mich sein.

Allerdings beobachte ich in der Praxis, dass der Gewässerwart irgendwie der doofe Typ für alles ist. Er nimmt an allen Arbeitseinsätzen teil, die er selber organisieren und vorbereiten muss.
Den Fischbesatz sucht der Gewässerwart aus und weiß sofort, dass es unabhängig von der Wahl immer viele Kritiker und Besserwisser gibt. Auf der Hauptversammlung darf er dann vor allen Mitgliedern alles rechtfertigen. Zum Dank gibt`s dann immer etwas zu meckern.
Zusätzlich darf man sich noch mit Behörden, Verpächtern usw. herumschlagen und sich aufregen. Alles natürlich ehrenamtlich.
Habe ich noch etwas vergessen?

Wie seht ihr das? Lohnt sich der Job? Welcher Zeitaufwand ist dafür nötig, neben Familie, Arbeit und weiteren Hobbys? Geht der Gewässerwart überhaupt noch selber angeln?
Wie wär`s denn wenn du mal deinen amtierenden Gewässerwart fragst ?
 

Toni_1962

freidenkend
Hallo zusammen,
hatte zwischenzeitlich überlegt, mich im Verein stärker bezüglich Gewässerwart zu engagieren.
Da ich mich sehr für die gewässerbiologischen Zusammenhänge interessiere, könnte es etwas für mich sein.

Allerdings beobachte ich in der Praxis, dass der Gewässerwart irgendwie der doofe Typ für alles ist. Er nimmt an allen Arbeitseinsätzen teil, die er selber organisieren und vorbereiten muss.
Den Fischbesatz sucht der Gewässerwart aus und weiß sofort, dass es unabhängig von der Wahl immer viele Kritiker und Besserwisser gibt. Auf der Hauptversammlung darf er dann vor allen Mitgliedern alles rechtfertigen. Zum Dank gibt`s dann immer etwas zu meckern.
Zusätzlich darf man sich noch mit Behörden, Verpächtern usw. herumschlagen und sich aufregen. Alles natürlich ehrenamtlich.
Habe ich noch etwas vergessen?

Wie seht ihr das? Lohnt sich der Job? Welcher Zeitaufwand ist dafür nötig, neben Familie, Arbeit und weiteren Hobbys? Geht der Gewässerwart überhaupt noch selber angeln?
Du fragst: "Lohnt sich der Job?"
Lohnt sich? Frage nicht weiter und => lass es sein ...
 

jkc

...und Jessy; nun in "NL" :-(
Hallo zusammen,
hatte zwischenzeitlich überlegt, mich im Verein stärker bezüglich Gewässerwart zu engagieren.
Da ich mich sehr für die gewässerbiologischen Zusammenhänge interessiere, könnte es etwas für mich sein.

Allerdings beobachte ich in der Praxis, dass der Gewässerwart irgendwie der doofe Typ für alles ist. Er nimmt an allen Arbeitseinsätzen teil, die er selber organisieren und vorbereiten muss.
Den Fischbesatz sucht der Gewässerwart aus und weiß sofort, dass es unabhängig von der Wahl immer viele Kritiker und Besserwisser gibt. Auf der Hauptversammlung darf er dann vor allen Mitgliedern alles rechtfertigen. Zum Dank gibt`s dann immer etwas zu meckern.
Zusätzlich darf man sich noch mit Behörden, Verpächtern usw. herumschlagen und sich aufregen. Alles natürlich ehrenamtlich.
Habe ich noch etwas vergessen?

Wie seht ihr das? Lohnt sich der Job? Welcher Zeitaufwand ist dafür nötig, neben Familie, Arbeit und weiteren Hobbys? Geht der Gewässerwart überhaupt noch selber angeln?
Hm, ich erkenne da nicht viel wieder. Arbeitseinsätze organisieren und durchführen, ok, das kommt hin. Besserwisser und viele Kritiker haben wir nicht, wir begegnen uns im Verein auf Augenhöhe, ebenso mit dem Verpächter. Zeitaufwand ist mutmaßlich von Verein zu Verein sehr unterschiedlich, je nach dem was alles zu tun ist, ich komme so etwa auf 10 bis 15 "Pflichttermine" im Jahr (bei nur 2 Arbeitseinsätzen), dazu mache ich die Auswertung der Fanglisten was mich jetzt nach mehreren Jahren so 2 bis 3 Abende kostet; Alles so in Richtung "Aneignung von Fachwissen" geht zeitlich schnell ins unermessliche, ich denke da ist es hilfreich wenn man selbst das nicht als Arbeit sondern als Hobby wahrnimmt. Mehr machen könnte man immer, im Prinzip könnte man für mehrere Personen nen Vollzeitjob draus machen - kann nur niemand bezahlen. Dazu kommen die unzähligen Kleinigkeiten zwischendurch die sich überhaubt nicht erfassen lassen, mal nen Anruf hier, eine Email oder Nachfrage da... Ob sich das ganze lohnt muss Du für Dich selbst beantworten; finanziell ganz sicher nicht. :D
Ich für meinen Teil habe aber in den fast 10 Jahren in denen ich das mache viele Erlebnisse gehabt auf die ich nicht verzichten wollte, ich habe für die kommende Wahlperiode schon zu gesagt mich wieder zur Wahl zu stellen.
Ich hoffe sehr, dass Gewässerwarte noch angeln gehen, denn wer viel Zeit am Wasser verbringt lernt es kennen und weiß was dort abgeht. Ich komme in guten Jahren auf weit über 1000 Angelstunden; von den Erfahrungen die ich in der Zeit mache profitiere ich natürlich auch als Gewässerwart und dadurch der Verein.
Jetzt ist es so, dass ich vielleicht etwas "Glück" mit unserem Gewässer habe. Es ist verhältnismäßig groß und produktiv und die Möglichkeiten unserer Einflussnahme als Angler sind durch andere teils übergeordnete Nutzungen beschränkt. An einem kleinen überfischten, strukturell schwachen und unproduktiven Gewässer wäre es mutmaßlich "schwerer" den Job zu erledigen.

Grüße JK
 
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Waller Michel

Well-Known Member
Ich war in meinem alten Verein ( Umzug ) sehr lange Gewässerwart bzw Obergewässerwart und hab die positiven wie auch die negativen Seiten erfahren können.
Auf der einen Seite ist es eine tolle Sache sich für ein Gewässer Zeit zu nehmen und es zu bewirtschaften. Wasserproben zu ziehen und auszuwerten, Fangbücher auszuwerten, Arbeitsdienste am Wasser zu leisten und zu organisieren .Besatz zu planen, sich mit Biologie und Chemie zu befassen und ganz besonders schön fand ich immer wieder neue Lehrgänge zu besuchen und mir neues Wissen anzueignen und dies auf die eigenen Gewässer umzusetzen .
Gibt aber auch die nicht ganz so schönen Seiten! Wenn die Zander nicht beißen ist natürlich Vorstand und Gewässerwart schuld ,ist der See mal für einen Tag gesperrt ist der Gewässerwart schuld! Muss man bei einer Kontrolle mal ein Mitglied verwarnen oder bei starken Regelverstößen sogar ne Sperre aussprechen, auch der Gewässerwart schuld .
Alles in allem würde ich es aber sofort wieder machen, mir hatte es großen Spaß gemacht und ich habe viel gelernt!

Übrigens finde ich es absolut sinnvoll wenn sich jemand bevor Er ein Amt annimmt damit beschäftigt was auf ihn zukommt.

LG Michael
 
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rheinfischer70

Active Member
Danke für die Antworten,auch wenn's von mir provokativ klingt, nach dem Lohnen zu fragen.

Der beschriebene Zustand trifft leider für den amtierenden Gewässerwart zu, der seinen Rücktritt angekündigt hat. Sein Arbeitseinsatz entspricht dem eines Vollzeitjobs, besonders weil die Umsetzung der WRL seitens der Behörden fehlerhaft erfolgt.
Ich habe höchsten Respekt vor der Arbeit und könnte diese nicht im Ansatz leisten. Besonders hart trifft es ihm, da Mitglieder immer nach Besatz rufen und den Rest nicht sehen.
Besatz im Zeitalter von Kormoranen, Welsen und Grundeln ist alles andere als einfach und ich habe den Eindruck, dass die Standartliteratur inkl
offizieller Empfehlungen dem nicht nachgekommen ist.
 

warrior

Member
Moin,
Wir haben Geländewarte die sich um die Arbeitseinsätze kümmern. Die Gewässerwarte sind rein fürs Wasser zuständig.
Wasserproben nehmen, auswerten ist eine der wichtigsten Aufgabe.
Fischbesatz machen wir immer zusammen mit dem Vorstand, somit gibt es weniger Gemecker.
Vereinsfischen austragen, Plätze abstecken, Preise besogen ist die unangenemste Aufgabe, da kannst du es keinem Recht machen.
 

Waller Michel

Well-Known Member
Die Idee mit dem Geländewart finde ich gut!
Bei uns wars auch so das der Gewässerwart für alles zuständig war .
Das macht wirklich Sinn wenn die Koordination klappt!

LG
 

Lajos1

Well-Known Member
Hallo,

bei uns sind es 5 Gewässerwarte, einer davon ist der Capo. Wir haben 26 Arbeitsdienste im Jahr, dazu kommen noch etwa 10-12 Einsätze wegen Besatz. Ein Gewässerwart ist davon bei etwa der Hälfte dabei, meist Samstags, ganztägig, also so rund knapp 20 Samstage sind schon mal weg. Beim Capo (1. Gewässerwart) dürften es 30 Samstage sein, welche er für den Verein unterwegs ist. Dazu kommt noch Auswertung der Fanglisten und etwas Öffentlichkeitsarbeit. Entlohnung keine, aber den Vereinsbeitrag braucht er nicht zu bezahlen. Das sind 230 Euro Ersparnis für etwa 300 Stunden (beim Capo, bei den anderen knapp 200 Stunden) Arbeit.
Dazu ist viel Idealismus nötig.

Petri Heil

Lajos
 

fishhawk

Well-Known Member
Hallo,

ür etwa 300 Stunden (beim Capo, bei den anderen knapp 200 Stunden) Arbeit.
Ihr habt aber auch 10 verschiedene Gewässer in unterschiedlichen Regierungsbezirken.

Jetzt ist es so, dass ich vielleicht etwas "Glück" mit unserem Gewässer habe. Es ist verhältnismäßig groß und produktiv und die Möglichkeiten unserer Einflussnahme als Angler sind durch andere teils übergeordnete Nutzungen beschränkt.
Bei einem einzigen Gewässer ist der Arbeitsaufwand wahrscheinlich nicht ganz so groß.

Ansonsten hängt das auch von der Mitgliederstruktur ab.

Ich bin in zwei Vereinen In einem wird trotz mehrerer Tonnen P&T Besatz noch gemeckert.

Im anderen wird nur ganz sporadisch und nachhaltig besetzt, aber meckern tut dort keiner. Da hat der Gewässerwart dann weniger Arbeit und auch weniger Frust.
 
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Lajos1

Well-Known Member
Hallo,



Ihr habt aber auch 10 verschiedene Gewässer in unterschiedlichen Regierungsbezirken.
.
Hallo,

Insgesamt sind es 14 Gewässerteile z.B. die Altmühl an drei Strecken und die Wörnitz an zwei und den Alten Kanal auch an zwei Strecken. Ja, ist eine Menge Arbeit, insbesonders auch die zwei Baggerseen, bei welchen uns ja auch die Ufergrundstücke gehören. Der eine hat knapp 2 Hektar mit noch so 2,5 Hektar Grund, der andere 30 Hektar mit entsprechenden Uferflächen, das will alles halbwegs gepflegt sein:rolleyes:.
Alerdings gibt es bei uns erstaunlicherweise wenig Mauler, in dieser Hinsicht wird da selten blöd dahergeredet.

Petri Heil

Lajos
 

yukonjack

Well-Known Member
Moin,
Wir haben Geländewarte die sich um die Arbeitseinsätze kümmern. Die Gewässerwarte sind rein fürs Wasser zuständig.
Wasserproben nehmen, auswerten ist eine der wichtigsten Aufgabe.
Fischbesatz machen wir immer zusammen mit dem Vorstand, somit gibt es weniger Gemecker.
Vereinsfischen austragen, Plätze abstecken, Preise besogen ist die unangenemste Aufgabe, da kannst du es keinem Recht machen.

Das macht bei uns der Sportwart. Auch, bei ca. 15 Veranstaltungen, kein Geschenk. Wer einen Posten im Verein übernimmt muss sich darüber im Klaren sein, da kommt Arbeit auf dich zu. Und recht kannst du es eh nicht allen machen. Aber von solchen Leuten leben nun mal alle Vereine.
 

rheinfischer70

Active Member
Respekt, 200-300 Stunden neben Familie, Vollzeit Haus, Hund und selbst angeln.
Meine Frau wäre nicht einverstanden, wenn ich jeden zweiten Samstag für den Verein unterwegs wäre und der eigene Garten im Chaos versinkt.
Eigentlich müsste die Arbeit viel stärker aufgeteilt werden und es müssten richtige Gruppenarbeiten entstehen. Dazu müsste man aber auch Verantwortung abgeben.
 
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