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Alt 20.04.2004, 11:29   #1
Jan J.
IchthyoMane
 
Benutzerbild von Jan J.
 
Dabei seit: 01.2004
Ort: Berlin
Alter: 43
Beiträge: 98
Standard Studie zur Bedeutung des Angelns

Hallo,

vor kurzem wurde hier schon mal auf die Studie von Robert Arlinghaus (Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei Berlin) zur sozialen und ökonomischen Dimension des Angelns hingewiesen. Ich habe mir das Teil mal besorgt und die wichtigesten Ergebnisse und Schlußfolgerungen zusammengefaßt. Auch wenn einiges davon für uns Angler selbstverständlich erscheint, finde ich es doch erfreulich, daß nun von wissenschaftlicher Seite aus eine sehr positive Beurteilung des Angelns vorliegt. Ich könnte mir vorstellen, daß diese Studie mittel- und langfristig zur Verbesserung der Angelbedingungen in Deutschland beiträgt, weil sie hoffentlich von Entscheidungsträgern und Multiplikatoren (Wissenschaftlern, Politikern, Journalisten etc.) verstärkt als Datengrundlage herangezogen werden wird.

Bevor’s losgeht, eine Bitte: Ich habe mal riskiert, auch Arlinghaus’ Kommentar zum C&R zu zitieren. Bitte reißt Euch ein bißchen zusammen und laßt den Thread hier nicht in sinnlose Lagerkämpfe zu diesem Einzelpunkt ausarten...

Anzahl der Angler in Deutschland:

„In 2002 angelten etwa 3,3 Millionen Menschen im Alter von 14 oder mehr Jahren mindestens einmal in Deutschland oder im Ausland.“

Fischentnahme durch Angler

„Im Mittel entnahm jeder Angler den Gewässern jährlich etwa 13 kg Fisch oder 75% des Fischfanges. Der angelfischereiliche Gesamtertrag konnte mit rund 45.000 Tonnen pro Jahr geschätzt werden.“

„Wenn bestimmte Interessensvertreter aber diesen Ertrag von geschätzten 45.000 Tonnen in 2002 als aussagekräftigen Beweis für eine Überfischung der Gewässer ansehen, so wäre dieser Schluß grob fahrlässig und wissenschaftlich nicht zu rechtfertigen. Eine solche Analyse biologischer und ökologischer Effekte war nicht Gegenstand der Studie, wobei eine solche Analyse dringend notwendig wäre.“ (Sinngemäß zitiert)

Ökonomische Bedeutung

„Die Angelfischerei ist in Deutschland von größerer Dimension und Bedeutung als die kommerzielle Binnenfischerei in freien Gewässern. Sowohl Umfang als auch ökonomische Auswirkung der Angelfischerei sind denen der Seen- und Flußfischerei weit überlegen.“ (Ökonomischer Gesamtnutzen: 6,4 Milliarden Euro. 52.000 Arbeitsplätze hingen in 2002 direkt oder indirekt von den Ausgaben der Angler ab.)

Gewässerschutz und Jugendarbeit

„Es ist nicht von der Hand zu weisen, daß Angler über Vereine und Verbände im Rahmen der Hege und Pfege von Gewässerökosystemen wichtige gesellschaftliche Aufgaben im Rahmen des Gewässermanagements, als „Wächter“ gegen Umweltverschmutzung und als Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche in Gemeinden übernehmen. Die Tatsache, daß eine soziale Gruppe freiwillig (!) und häufig ehrenamtlich umfangreiche Maßnahmen und Geldmittel für den Schutz und das Management erneuerbarer Naturressourcen einsetzt, muß bei der Angelfischerei als sehr hoch eingeschätzt werden.“

Soziale Bedeutung

„Es ist unbestritten, daß das Angeln für viele Menschen eine fast schon essenzielle Komponente des täglichen Lebens, des persönlichen Lebensstils und der individuellen Lebensführung ist. Das Angeln wird von vielen Menschen mit starker Begeisterung und hohem Engagement betrieben. Angelkritiker sollten die erheblichen soziokulturellen, psychologischen, physiologischen und ökonomischen Nutzen, die das Angeln vielen Menschen und der Gesellschaft stiftet anerkennen.“ (Psychologische und physiologische Entspannung und Erholung / sinnstiftende Naturfreizeitaktivität / Etablierung eines Verständnisses ökologischer Zusammenhänge / Selbstversorgung mit Fischprotein / Gewässerschutz / Arbeitsplätze).

Einstellung der Bevölkerung zum Angeln:

„Die allgemeine Bevölkerung zeigt eine positive Einstellung zum Angeln und nimmt das Hobbyfischen mehrheitlich als sinnvolle Freizeitbeschäftigung wahr.“ (Etwa die Hälfte der Bevölkerung steht dem Angeln positiv gegenüber, je ein Viertel indifferent bzw. negativ.) „Angler sind ferner in jüngster Vergangenheit häufig im Mittelpunkt von Werbemaßnahmen, was das positive Images des Angelns weiter unterstreicht.“

Appell an Entscheidungsträger

„Wissenschaftler, Politiker, Behörden- und Verbandsvertreter sollten sich in verstärktem Maß der Freizeitfischerei zuwenden [...] und ihre Entwicklung diskutieren und stimulieren.“ (Unter anderem: Angler bei der Rehabilitierung von Fischhabitaten und Revitalisierung degradierter Gewässer unterstützen.)

Kommentar zu C & R:

„Eine Tatsache ist aus Sicht des Autors unbestritten: Das Entnehmen jedes gefangenen Fisches kann angesichts eines lokal starken Angeldruckes zur selektiven Überfischung der Fischbestände (insbesondere von größeren Raubfischen), zur Entnahme immer kleinerer Fische, zu einer Reduktion des Eintritts in die Geschlechtsreife, zu geringeren mittleren Eigrößen, durch die positive Selektion besonders langsamwüchsiger Fische zu einer Veränderung des Genpools sowie langfristig zu einem Einbruch der Fischbestände führen. Diese Konsequenzen sind nicht in Übereinstimmung mit der ökologischen Dimension der Nachhaltigkeit und entsprechen auch nicht der „guten fachlichen Praxis“ gemäß Bundesnaturschutzgesetz und der Hege- und Pflegeverpflichtung gemäß Fischereigesetzen. Catch & Release stellt unter den dargestellten Bedingungen (maßvolles Catch & Release, nicht vollständiges oder gar obligates Zurücksetzen aller gefangenen Fische) in der dichtbesiedelten industrialisierten Welt eine Alternative dar, über deren Möglichkeiten ernsthaft nachgedacht und die basierend auf objektivem Sachstand unter Berücksichtigung juristischer, fischereiwissenschaftlicher, ökologischer und soziologischer Erkenntnisse debattiert werden sollte.“

Im Originaltext steht natürlich noch vieles, was ich ausgespart habe, u.a. konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Fischbestände und Angelbedingungen. Ich wollte den Thread aber nicht zu sehr überfrachten. Wer sich das 130 Seiten starke DinA5 Büchlein antun will, kann es hier für 10 Euro bestellen:

Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei
im Forschungsverbund Berlin e.V.
Müggelseedamm 310
12587 Berlin
Telefon: (030) 64 181 5
Fax: (030) 64 181 600
www.igb-berlin.de

Petri @all,
Jan
__________________
C & R - Legalize it!
Jan J. ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 20.04.2004, 12:16   #2
angeltreff
hat keinen Titel
 
Benutzerbild von angeltreff
 
Dabei seit: 03.2002
Ort: Wismar
Alter: 53
Beiträge: 3.182
Standard AW: Studie zur Bedeutung des Angelns

Super Zusammenfassung, Danke.
__________________
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Kutterliste Deutschland, Dänemark und Niederlande unter www.kutterpage.de
Über 280 Kutter - ständige Aktualisierung
.
angeltreff ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.04.2004, 20:33   #3
anglermeister17
Angler par Excellence
 
Benutzerbild von anglermeister17
 
Dabei seit: 01.2004
Ort: Bad Kreuznach u Saarburg
Beiträge: 3.466
Standard AW: Studie zur Bedeutung des Angelns

Tolle Studie, die machen sich wenigstens ernsthafte Gedanken, nicht so wie Leute von der "tollen" Organisation PETA, die von der Peta könnten sich mal ne scheibe davon abschneiden, das ist ein musterbeispiel sachlicher und real bezogener Argumentation! Nur solche studien machen "Stiche", die pETA Leute haben bei ihrer Studie doch einfach ins Blaue hinein argumentiert!!!
( Ich verweise hier auf den Beitrag von GUNNAR N: "Angeln versrärkt die Ignoranz und die Empfindungslosigkeit gegenüber allem Leben!)

Geändert von anglermeister17 (22.04.2004 um 20:39 Uhr)
anglermeister17 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.04.2004, 09:28   #4
Berger
Benutzer
 
Dabei seit: 10.2003
Ort: Apolda
Beiträge: 25
Standard AW: Studie zur Bedeutung des Angelns

Gut, dass sich endlich einer mal Gedanken macht, wei unsere Fischbestände auch in der Zukunft erhalten werden können. Ich habe mir die 170S-Studie als pdf mal reingezogen.

Der Mann sagt eindeutig, dass ohne ein gewisses Maß an C&R unsere Fischbestände in der Zukunft nicht zu erhalten sind. Gut ist auch, dass er mit dem Ammenmärchen aufräumt C&R sei in Deutschland verboten. Das Gegenteil ist nach der Studie der Fall - alle Gesetzte fordern ein "nachhaltiges Management". "Unsere" Verbände schwafeln nur irgendein zusammengereimtes Zeug, dass C&R verboten sei. In den Fischereiverbänden sitzen ja auch die Berufsfischer und Fischzüchter mit in den Gremien - da lässt man die Angler über die Klinge springen.

So, genug ausgekotzt
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There is a fine line beetween fishing and just standing an the shore like an idiot: Steven Wright
Berger ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.08.2012, 20:58   #5
Debilofant
Porzellanladen-Beauftragter aD
 
Benutzerbild von Debilofant
 
Dabei seit: 05.2005
Ort: überall und nirgendwo
Alter: 43
Beiträge: 4.416
Standard AW: Studie zur Bedeutung des Angelns

Ein wenig Leichenfledderei muss auch mal sein , weil zumindest im Ansatz der angelegte Betrachtungswinkel vergleichbar ist, bzw. die Überschriften zumindest ähnlich lauten.

Leider nicht direkt verlinkbarer Videobeitrag aus Ostbrandenburg von der Oder bzw. aus der Oderstadt Frankkfurt (Oder).

http://www.moz.de/galerie/uebersicht/g3/72797/144737

Tschau Debilofant
__________________
Boardferkel 03/06

I need I want I will
( A U F d E R MA U R )
Debilofant ist offline   Mit Zitat antworten
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