Zurück von Ytre-Snillfjord Teil 2

Wikinger

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Der nächste Tag, gleiche Stelle und gleiche Zeit, nur die Besatzung hatte sich geändert. Jetzt wollte meine bessere Hälfte es auch mal wissen. Nur so ein wenig Rumgedümple bei Sonnenschein und wenig Drift. Ich hatte vergessen den Sonnenschutz aufzutragen und merkte das am Abend auch. Zum Glück ging es diesmal ohne Fransen an den Ohren ab. Es kommt wie es kommen muss... Meine Tochter drillt einen Dorsch und nach 20 Minuten den Zweiten. Nun beginne ich mich brennend für ihr Paternoster zu interessieren. Altes Norgevorfach (die kräftige Ausführung) mit Fischhaut, roter Bindung und großer Leuchtperle. Dummerweise nur einmal in der Anglerkiste.
In mich gekehrt, wechsle ich den Pilker bei mir (auch auf helle Farbe) und pilke sacht am Grund mit dem Blick aufs Lot. Aha, die kleinen Köhler sind auch wieder da. Na, dann mal in den Schwarm hinein kurbeln und zwar zügig. Vielleicht ist ja der Großvater der Kleinen mit kannibalistischen Gefühlen dabei. Ups, da zeigte die Rute mit vollendeter Verneigung, das er wirklich da war. 20 Sekunden schönster Drill waren mir vergönnt, und dann kam alles Tackle minus einen Beifänger hoch. Wirklich getröstet kann man dann nicht werden.
Frustriert schmiss ich das Gekaufte Dorschpaternoster in den Eimer und montierte 2 Maks und den hellen Pilker dran. Dann kam aber doch, nach erheblichen Selbstzweifeln, das Glück zurück und ich durfte mich nach dem Törn auch über 2 schöne Dorsche freuen.
So verging die erste Woche, mit dann aber nur noch kleineren Fischen.
Da ging es aber schön durch die Artenpalette mit Rotbarsch, Leng, Makrele,
Knurrhahn, Pollack und einem Hering.
Dann näherten wir uns der Springtiede und alles wurde anders. Auf dem Fjord kochte das Wasser vor Makrelen und Möwen. Mit unserem Boot war da aber kein rankommen. Also hatte ich immer eine Spinnrute in Lauerstellung, die auch einige Male erfolgreich war, wenn ein Fischgeysir in der Nähe ausbrach.
Das nächste Highlight rückte heran.
Meine beiden Damen waren an Bord und ich war gerade dabei die Spinnangel fertig zu machen, als ich auf dem Echolot einen großen Kleinfischwarm sah. Merkwürdigerweise sah der aus wie eine Flasche. Ich sagte die Tiefe noch an und griff zu meiner Pilkangel, als Anna beim Hochkurbeln hängen blieb. Die Rute bedenklich krumm und unter Keuchen wurde mir erklärt: "So schwer ging das noch nie"! Der Tanz an der Spitze sagte mir dann aber schnell, hier sind 2 Fische am Werk. Falsch! Es waren drei Köhler a 50 cm. Schöne Fische davon hätte ich gern mehr gehabt. Und wieder diese Angel! Langsam fiel ich vom Glauben ab. Abends wurde dann beschlossen mal früher aufzustehen, um die erste Flut auch noch zu nutzen. Dieser Morgen änderte dann einiges. Der Wind kam unangenehm längs zum Fjord und so wurde es auch hier mit mal wellig. Na, rechts liegt ja noch die bisher verschmähte seichte Bucht, die im Windschatten liegt. Auf dem Weg dorthin orte ich noch einen 20 m Unterwasserberg und merke mir die Position. Dann die Kante angefahren, Wind und Wellen im grünen Bereich, nur das Lot spinnt. 45 m Wasser und ab 20 m bis zum Grund alles schwarz. Wird wohl ein Seitenbandecho von der Felswand sein, sind ja dicht dran. Montagen runter und bei 20 m geht auf einmal das Gezappel los. Mir wird schlagartig klar, das sich gerade eine Riesenmenge Fisch unter uns versammelt hat. Aber was für welche ??? Das schnell hochgekurbelte System meines Vaters brachte Aufklärung. Heringe und was für Große! In mir arbeitete es. Heringe-da war doch was? Dorschbegleitung!!!
Anna drillte in diesem Moment und sorgte sofort für den Beweis meiner Grübelei. Anschließend war mein Vater dran, dann wieder Anna und wiederrum mein Vater. Ich hatte die große Ehre alle Fische zu gaffen. Mein Beitrag an diesem Morgen: 3 Heringe.
Sieben Jahre Norgeerfahrung kann manchmal ziemlich für die Katz sein. Beim Anblick unserer Strecke wurden das Loserteam (meine Mutter und meine Frau) wild. "Heute Abend fährst du aber mit uns dorthin!"
Diesmal waren mein Vater und meine Frau mit dabei. Die Schwärme waren immer wieder am wandern, und mir gelang es einige verfressene Dorsche aus dem Verkehr zu ziehen. So langsam wurde es spät und Ines hatte immer noch nichts an der Angel. Wie soll sie sich denn begeistern, wenn sie nichts fängt?! Ein Jammer, auch für mich und die zukünftige Urlaubsplanung. Die Schwärme blieben aus und ich tuckerte so langsam nach Hause, wählte aber den Kurs über den 20 m Berg. Da war er, der Unterwasserberg und mit doppelter Bodenlinie. Boot gebremst, Montagen ab. Die Rutenspitze -ja es ist wieder die bewußte- durchbrach die Wasseroberfläche und die Bremse sang ihr Lied. Pure Verzweiflung bei meiner Frau:" Ich krieg den nicht nach oben! Der ist viel zu schwer!!!!) Ich saß fassungslos da und sah dem Gezerre auf Biegen und Brechen zu. Ihr Gesicht wurde knallrot und ich linste schon mal über die Bordwand, was da wohl zu gaffen wäre. Dann sah man den weißen Bauch eines ca. 90 cm Dorsches, dann folgte der Zweite und zum guten Schluß der dritte große Dorsch. Alle hingen auf den Beifängern von diesem Paternoster des Grauens.
Ich habe das schon bei vielen Fischarten gesehen, aber diese Nummer mit Dorschen machte mich erst einmal stumm. Damit war die Kingfischerfrage für dieses Jahr entschieden.
 
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AW: Zurück von Ytre-Snillfjord Teil 2

ja,so kann´s gehen wikinger!!!aber dann wollen sie wenigstens wieder mit-nach norge!!!
 

Jirko

kveite jeger
AW: Zurück von Ytre-Snillfjord Teil 2

...da wächst was heran wikinger – sei stolz drauf #6... hab vielen dank für deinen feinen 2teiler... schön mit spaß gewürzt und kurzweilig geschrieben #6... wenn du weiterhin probs hast, die pics unterzubekommen, gib büdde laut... helfe dir gerne #h
 

Wikinger

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AW: Zurück von Ytre-Snillfjord Teil 2

Hallo Jirko !
Ich wollte die Bilder anhängen ,sie werden auch vom Server hochgeladen ,erscheinen aber nicht im Beitrag .Ich würde sie schon ganz gern im letzten Teil anhängen .
Wikinger
 
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