Wo sind die Gründlinge geblieben

renrök

Sternstunden dank SuperPupa
Heute Vormittag war ich mit einem Kumpel an der Ruhr.
Wir hatten mal wieder Lust mit feinem Geschirr (Matchrute, 16er Schnur, 16er Haken mit Made bzw. Mistwürmchen) auf die Fische zu gehen, an denen wir sonst das ganze Jahr vorbei angeln.
Wir waren erst mit leichter Pose und später auf Grund los.
Gab eine bunte Mischung aus Rotaugen, Döbeln, kleinen und großen Barben, Koppen, Elritzen und Äschen.
War sehr kurzweilig und hat Spaß gemacht!
Was wir aber nicht fingen war ein Gründling.
Hat uns sehr gewundert.
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich den letzten Gründling gefangen habe.
Klar ist der Fischbestand nicht mehr so wie vor 20 - 30 Jahren, insbesondere was die Äsche angeht.
Aber wir waren an Stellen, an denen früher Gründlinge auf Ansage zu fangen waren.
Ist das an anderen Gewässern auch so? Oder nur eine regionale Erscheinung?
 

renrök

Sternstunden dank SuperPupa
AW: Wo sind die Gründlinge geblieben

Über die Äschen haben wir uns gefreut.
Waren zwar auch ein- bzw. zweisömmrige dabei, aber das macht Mut für die Zukunft. Äschen waren ne ganze Zeit nahezu verschwunden.
 

thanatos

Well-Known Member
AW: Wo sind die Gründlinge geblieben

der Gründling und der Kaulbarsch - eine Pest in meiner
Jugendzeit - ihr fast gänzliches Verschwinden habe ich auf den übermäßigen Aalbesatz geschoben (War Exportschlager aus dem Osten für den Klassenfeind :q )nun habe ich
hier gelesen das es wohl deutschlandweit zu einem drastischen Rückgang dieser Arten gekommen ist :(
also kann ich mir das nun nicht mehr erklären .
Sicher gibt es noch einige Gewässer in denen sie noch massenhaft vorkommen - aber nun von dort eine Umsiedelung vorzunehmen ist mit 90%iger Sicherheit
ein sinnloses Unterfangen - warum weis ich nicht -
aber es ist so . Eigne Erfahrung #6
 

Jose

Active Member
AW: Wo sind die Gründlinge geblieben

der Gründling und der Kaulbarsch - eine Pest in meiner
Jugendzeit

offensichtlich schwere unbeleckte Jugend.
deine "pest" war/ist/wird sein einer der beliebtesten fische in frankreich, sogar verehrt auf porzellan
u n d frittiert saulecker, besser als lecker frittierte grundel. (oute mich hier als fressfeind :m)




- ihr fast gänzliches Verschwinden habe ich auf den übermäßigen Aalbesatz geschoben (War Exportschlager aus dem Osten für den Klassenfeind :q )



klingt nach tradiertem feindbild, aber ziemlich daneben



also kann ich mir das nun nicht mehr erklären .


wenn du bei dir ein paar kiesrollen hast und deren aussehen mit dem von früher vergleichst - dann nehm ich an, das ehemals hell heute grün ist, veralgt, um unserem thomas mal zu entlasten: nicht alles was grün ist ist spendensammler u.ä.

Sicher gibt es noch einige Gewässer in denen sie noch massenhaft vorkommen - aber nun von dort eine Umsiedelung vorzunehmen ist mit 90%iger Sicherheit
ein sinnloses Unterfangen - warum weis ich nicht -
aber es ist so . Eigne Erfahrung #6


umsiedeln in verkackte zonen bringts echt nicht
 

Sneep

Eine NASE für den Fisch
In stillem Gedenken
AW: Wo sind die Gründlinge geblieben

Hallo,

beim Gründling muss man beachten, dass diese Art sehr großen Bestandsschwankungen unterliegt. Es gibt Jahre, da kann man montieren wie man will, es hängt immer ein Gründling dran. Dann folgen einige Jahre fast ohne Gründlinge.Es ist aber eindeutig so, dass der generelle Trend nach unten geht und zwar sehr schnell. Die Entwicklung setzte vor 5-10 Jahren ein.

Noch schlimmer hat es nur das Rotauge getroffen.
Der Gründling folgt auf Platz 2. Wenn ich alte Protokolle (2005-2015) mit aktuellen Untersuchungen vergleiche, kommt das Rotauge auf ca. 15% des alten Bestandes, beim Gründling sind es 20 %. Als Gründe vermute ich wie beim Rotauge eine Abnahme de Nahrung im Wasser durch bessere Klärung des Wassers.
Auch die Besatzpraxis hat ihren Teil zum Niedergang beigetragen. Es werden nur Fressfeinde oder Nahrungs-Konkurrenten besetzt.
Die derzeitige Abnahme ist nicht mehr durch eine der üblichen Schwankungen zu erklären.
Wer hätte je gedacht, dass Arten wie Karausche Aal Rotauge und Gründling einmal zu Sorgenkindern werden würden.

Diese Feststellungen möchte ich aber auf das westliche NRW und den Südosten der Niederlande begrenzen.

snEEp
 

renrök

Sternstunden dank SuperPupa
AW: Wo sind die Gründlinge geblieben

Scheint demnach nicht nur hier vor Ort so zu sein.
Denke auch, dass vieles mit dem heute viel klareren Wasser zusammenhängt. Dann fehlt bereits der erste Baustein in der Nahrungskette...

Ein anderes Phänomen sind die Elritzen.
Irgendwann im Mai/Juni sind die plötzlich zu tausenden zu beobachten.
Genauso plötzlich sind sie im Herbst wieder verschwunden.
Ist natürlich kein Zielfisch, kann aber gut im Uferbereich beobachtet werden.
 

Franz_16

Mitglied
AW: Wo sind die Gründlinge geblieben

Ich hatte vor kurzem bei mir an der Vils beim Feedern mal wieder Gründling & Kauli dabei.

Das was sneep schreibt, kann ich bestätigen.
Ich befische das Flüsschen vor der Haustüre seit frühester Kindheit und die Bestände der Arten Gründling und Kaulbarsch haben sich in der Zeit mehrfach zwischen fast weg und fast Plage entwickelt.

Aktuell werden es wieder mehr!
 
Zuletzt bearbeitet:

BERND2000

Well-Known Member
In stillem Gedenken
AW: Wo sind die Gründlinge geblieben

Ich hatte vor kurzem bei mir an der Vils beim Feedern mal wieder Gründling & Kauli dabei.

Das was sneep schreibt, kann ich bestätigen.
Ich befische das Flüsschen vor der Haustüre seit frühester Kindheit und die Bestände der Arten Gründling und Kaulbarsch haben sich in der Zeit mehrfach zwischen fast weg und fast Plage entwickelt.

Aktuell werden es wieder mehr!

Instabile Bestände, sind nicht gut.

Immer wenn ich lese, das bei einer Art große Schwankungen normal wären, bekomme Ich Angst das da dann das Interesse schwindet die Hintergründe weiter zu hinterfragen.

Neugier sollte die Menschen weiter antreiben, aber oberflächliches Wissen kann Neugier also Wissenschaft auch behindern.
(Es sind immer die Gelehrten alter Vorstellungen gewesen, die der Wissenschaft im Weg standen.)
 

Mitschman

und im Necker gambet Fisch
AW: Wo sind die Gründlinge geblieben

Noch schlimmer hat es nur das Rotauge getroffen. snEEp
Das finde ich jetzt hochinteressant, was du da schreibst, Sneep.

Ich habe 2015 mit der Angelei begonnen. In dem Jahr fing ich extrem viele Rotaugen. Oft brachte ich von meinen zweistündigen Vorfrühstücksansitzen am Wochenende zwischen sechs und zehn ordentliche Rotaugen mit.

2016 hatte ich bereits deutlich mehr Mühe, welche an den Haken zu bekommen, und im laufenden Jahr waren es vielleicht ein Dutzend Rotaugen (bei vergleichbarer Angelzeit / -methode wie in den Vorjahren), die ich insgesamt fangen konnte.

Ich kann es fast nicht glauben, dass der Rückgang in solcher Geschwindigkeit geschieht.

Grüße
Mitschman
 
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