AW: Wie fängt man am besten einen großen Zander?
Und obendrein noch mit einer eher mäßig brauchbaren Antwort....
Aber ich will mich mal an dem Thema versuchen:
Gezielt große Zander zu ist meiner Meinung nach nur bedingt möglich.
Behauptungen, man könnte es mit möglichst großen Köder schaffen, sind meiner Meinung nach nur bedingt, richtig. Ja, man wird mit einem sehr großen Kunstköder kaum noch kleine Zander fangen. ABER fängt damit zum einen viel weniger Zander als mit normalen Ködergrößen und vorallem nicht mehr Großzander. Eine Ködergröße um die 10 cm halte ich ganzjährig für ideal. Darauf beißen die 90er genauso wie die 40er.
Ebenso wenig ist die Wahl der Angelstelle zwangsläufig ein Garant für einen Großzander. Oft wird ja behauptet, dass man überfischte Spots oder Stellen, wo viele kleine Zander beißen, meiden sollte. Kann ich so nicht bestätigen. Von 8 Zandern über 90 cm in den letzten Jahren habe ich immerhin 4 an stark bis extrem stark frequentierten Stellen gefangen. Ebenso habe ich an vielen der Großfischfangstellen auch schon untermaßige Zander gefangen, zum Teil sogar am jenen Tagen, als auch die Kapitalen an den Haken gingen.
Wichtiger finde ich den Köder ansich. Der sollte ein solcher sein, der eher selten verwendet wird. Wenn viel mit Kopyto oder Sandra gefischt wird, nehme ich lieber einen Gummi mit dezenter Aktion. Die Farbe muss der Gewässertrübung angepasst sein. Bei trübem Wasser gehen weiß (bei Sonne) und chartreuse (bei bewölkung), bei mäßiger Trübung glittergrün (bei Bewölkung) und perlmutt (bei Sonne) und in klarem wasser braun, sehr gut. In letzterem Fall ist auch das Nachtspinnfischen sehr erfolgreich, wird meiner Meinung nach viel zu wenig betrieben. An vielen Gewässern fange ich in der Dunkelheit deutlich mehr Zander als am Tag. Viele Zander fange ich nachts mit Wobbler, darunter auch immermal ein besserer. Interessanterweise hatte ich die größten Fische aber unabhängig von der Tageszeit nahezu alle auf Gummi.
Wichtig ist meiner Meinung vorallem eines, wenn man Großzander fangen will. - Es muss sie auch geben!!! Flüsse und große (eher trübe) Seen haben nahezu immer Großzanderpotential. Und die Angelstelle sollte Struktur haben. Im See sind das ausgeprägte Kanten oder Einläufe, im Fluss können es Hafenausfahrten (gerade bei Hochwasser), Mündungen von Nebengewässern, auffällige Buhnen, Wehre, aber auch kleine Buchten (gute Nachtstellen) sein.
Letztlich muss man sich durch die kleineren und mittleren Zander durchangeln und vorallem anders angeln als die breite Masse der Angler, das auch zu ungewöhnlichen Uhrzeit und bei "eckligem" Wetter. Wenn es Großzander im Gewässer gibt, wird man dann auch früher oder später einen fangen.