Welche Bekleidung für das Schleppangeln

Moin.
ich möchte im Winter mit meinem Schlauchboot ( Quicksilver 330 AD) auf die Ostsee raus zum Mefo-Schleppen. Ich frage mich nun was man sich anzieht|kopfkrat ? Wenn man bei 2° Wassertemperatur mal bei Keschern über Bord geht, |scardie: kann einen dann irgendetwas schützen?
Surfanzug? Taucheranzug? Überlebensanzug?;+
Welche Bekleidung macht hier Sinn?
Ich bin für jeden Hinweis dankbar!
 
D

Dxlfxn

Guest
AW: Welche Bekleidung für das Schleppangeln

Hallo Frühaufsteher,
wenns denn wirklich sein soll: Der besten Floatation, den du kaufen kannst - also keine Spielsachen für 99 Euro - und ne 275er Rettungsweste obendrauf - und den Notstopp immer wirklich am Mann.
 
U

Ulxxx Hxxst

Guest
AW: Welche Bekleidung für das Schleppangeln

.... und noch `ne dünnen Tampen zwischen Boot und dir.
Du wirst im Falle eines Falles es sonst kaum schaffen,dem Boot hinterher zu schwimmen.
Und dann noch Seenotsignalmittel am Mann tragen .... im Boot helfen die in solchen Fällen nischt.

Gruss

Uli H.
 

EckernTroll

Member
AW: Welche Bekleidung für das Schleppangeln

Moin Frühaufsteher,
natürlich haben Uli und Dolphin Recht, dass hierbei grundsätzlich gilt: Je sicherer, desto besser!!! Leider beherzigen die Wenigsten das. Und Tiefstapeln ist hier nicht angebracht!

Aber:
Vor der Anschaffung eines Floatings oder ähnlichem solltest Du Dich vielleicht fragen, was Du denn eigentlich vor hast, insbesondere wo Du fischen willst und, ob Du alleine fährst. Ich gehe davon aus, dass Du mit Deinem Schlauchboot sicherlich nicht offshore fährst (zumindest sei Dir hiermit davon dringend abgeraten). Falls Du, wie wir es meistens tun, Dich an einer Innenküste befindest (z.B. Flensburger Förde, Eckernförder Bucht...), oder an der Außenküste mehr oder weniger unter Land bleibst, dann reicht vielleicht auch ein günstiger Floating, der nicht gleich mit 300 Euronen ins Kontor knallt (natürlich bei entsprechender Witterung und Seegang!!!). Schwimmweste drüber ist sicherlich sinnvoll, die Wenigsten tun's! das mit der von Uli angesprochenen Leine halte ich persönlich nicht für realiserbar - ich möchte mich an Bord frei bewegen können. Außerdem bezweifel ich, dass Du Dich in Schleppfahrt (ohne Notaus) an einer Leine wieder ins Boot ziehen kannst.

Hauptsache Du sicherst Dich entsprechend Deinem Vorhaben und Deiner finanziellen Möglichkeiten überhaupt ab! Wir sehen immer wieder Leute, die ohne Schwimmweste und sogar mit Wathose (!) in Schlauchbooten bei Ostwind (kein Witz!) auf die Ostsee raus fahren. Wenn man genau hinguckt, sitzt bei denen dann immer der Sensemann auf dem Downrigger.

Und eines ist klar: Lieber einen Floating für 79 Euro (z.B. der von ABU, - inzwischen entsprechend weit verbreitet ) als gar keine Schwimmhilfe oder ne Schwimmweste über einem Parka, was Dir bei 2°C Wassertemperatur gerade hilft noch ******* zu schrein! Übrigens gibt es hier im Board einige Themen, die sich speziell mit Floating-Anzügen befassen - solltest Du über die Suchfunktion finden.

Allzeit trockene Füße!
 

Seeolm

Member
AW: Welche Bekleidung für das Schleppangeln

Mojn Mojn Frühaufsteher,

eine pauschale Antwort auf Deine Frage zu finden, ist sicherlich nicht so einfach.

Eine der größten Gefahren im Winter auf der See, ist sicherlich die Wassertemperatur. 2°C lassen Dich in wenigen Minuten erstarren. Du kannst Dich dann weder zurück an Board ziehen noch kannst Du weit schwimmen. Dazu kommt noch, das diese Anstrengungen zusätzlich die Auskühlung des Körpers unterstützt.

Bitte entschuldige wenn ich hier ein wenig altklug klinge, aber Du solltest bei der Sicherheit gleich mit dem Boot anfangen. Ich finde es etwas absurd, die eine Gefahr (Schlauchboot) in Kauf zu nehmen und sie mit anderen Mitteln versuchen sie zu kompensieren. Dein Wunsch zu fischen in allen Ehren und sicherlich hat man nicht immer grad die Mücken für das passende Boot parat, aber dann lasse ich es lieber oder frage nach Mitfahrgelegenheiten. Im Schlauchboot sitzt man nun mal mit dem Ar.. fiel näher am Wasser als im richtigen Boot.

Aber ich will dir wenigstens auf Deine eigendliche Frage noch eine ordendliche Antwort geben.
Die meiner Meinung nach einzige Lösung für dein Problem ist ein sehr guter Trockenanzug mit zusätzlicher Schwimmweste. HPX Ocean Trockenanzug von Musto ist z.B. ein solcher. Die stellen sicher, das Du nicht so schnell auskühlst ( ca. 2- 3 Stunden bei 5°C kaltem Wasser) und Dich noch bewegen kannst. Signalfarben erleichtern die eventuelle Bergung. Die Kosten für diese Sicherheit c.a.1100€. Eine Automatikweste verhindert dann das Ertrinken und die oben schon genannten Rettungsmittel wie Notstopp und Sicherungsleine verhindern eine Abdrift vom Boot.

Dann hast Du wohl alles getan, um deinen schnellen Tot zu verhindern.

Floating-Anzüge von z.B. ABU sind preiswert und gut aber eben nicht für solche Wassertemperaturen zu gebrauchen.

Ups, jetzt kannst Du mich ja schlagen wenn Dir danach ist.

Thomas
 
U

Ulxxx Hxxst

Guest
AW: Welche Bekleidung für das Schleppangeln

EckernTroll schrieb:
..... das mit der von Uli angesprochenen Leine halte ich persönlich nicht für realiserbar - ich möchte mich an Bord frei bewegen können. Außerdem bezweifel ich, dass Du Dich in Schleppfahrt (ohne Notaus) an einer Leine wieder ins Boot ziehen kannst.....
Ist reine Gewöhnungssache ... als Alleinfahrer habe ich mir die Not-Aus-Leine (Zündunterbrecher) ordentlich am Gürtel befestigt.
Am Anfange habe ich mich zwar mehrmals wie eine Roulade |supergri eingewickelt und durch den Zug den Notstopp ausgelöst,aber nach zwei bis drei Stunden hatte ich mich dran gewöhnt.
Soll heissen,wenn ich mich jetzt im Boot umdrehe, dann einmal links herum und beim nächsten Mal rechts herum .... klingt kompliziert,geht aber schnell ganz automatisch.

Uli
 

clava

Mitglied
AW: Welche Bekleidung für das Schleppangeln

Das mit der Leine kann ich nur unterstützen, gewöhnt man sich dran. Allerdings lege ich die nur an, wenn das Wetter etwas unruhig ist.

Zum Schlauchboot: Ich bin über 10 Jahre mit dem Schlaucboot auf der Ostsee rumgefahren und sehe da kein Problem, wenn man in Küstennähe bleibt und sich mit dem Wetter beschäftigt. Ich habe jedenfalls seit ich mein "richtiges" Boot habe mehr Situationen erlebt, die nicht ganz ungefährlich waren, als auf dem Schlauchboot. Schlauchboote sind in der Regel recht sicher, selbst ein Loch im Rumpf lässt das Teil nicht sinken, da ja meist kein Wasser reinlaufen kann. Ich hab das mal probiert: Ventile aufgemacht und Luft normal entweichen lassen, Ventile wieder zu und siehe da, das Teil schwimmt immer noch unf trägt auch eine Person (bitte nicht nachmachen, war nur mal ein test im Sommer, bei warmem Wasser).

Die Wathosengeschichte ist auch so nicht richtig. Wenn man eine eng anliegende Neoprenwathose und eine Schwimmweste trägt, ist das durchaus eine Alternative. Auch das habe ich probiert: Bin mit der Wathose ins tiefe Wasser gehüpft und siehe da, schwimmt wie Sau und wenn man eine Schwimmweste trägt geht auch der Kopf nicht unter. Eine PVC Wathose ist aber in der Tat sehr gefährlich, weil sie volläuft und man mit einer vollgeleufenen Wathose richtig was zu schleppen hat. Ins Boot kommt man damit jedenfalls nicht.

Also, bei entsprechender Sorgfalt kann man durchaus sehr schön auch auf der Ostsee vom Schlauchboot aus angeln.
 
AW: Welche Bekleidung für das Schleppangeln

Moin Frühaufsteher,

Vor und Nachteile von Wathose & Flotation Overall sind genug genannt worden.

FLOTATION OVERALLS SIND LEDIGLICH SCHWIMMHILFEN; D.H. SIE SIND NICHT OHNMACHTSSICHER! NUR MIT RICHTIGEN RETTUNGSWESTEN WIRD BEI OHNMACHT DER KOPF ÜBER WASSER GEHALTEN UND SCHÜTZT VOR DEM ERTRINKEN!


Ich trage auch einen Flotation Overall Und habe für alle Fälle immer eine Rettungsweste im Boot.
Ein Problem sind auch gern die kalten Füße bei Wassertemperaturen unter 5 Grad Celsius.
Mein Schlauchboot hat ´nen Aluminiumboden und Metall leitet Kälte sehr gut weiter. wenn man längere Zeit keinen Fischkontakt gibt und man sich kaum bewegt, kann es wirklich ungemütlich werden! Richtig dick gefütterte Gummistiefel helfen da echt weiter. Ich ziehe mir zum Reinbringen des Schlauchis meine Wathose an und tausche sie im Boot sofort gegen Gummistiefel. Die am Strand auflaufenden Wellen können manchmal ganz schön nervig sein. Mit Watstiefeln habe ich mir schon einige Male nasse Füsse geholt....

Und noch einmal: Achte ungedingt auf die Wind und Wetterbedingungen. Starte am Besten Deine ersten Versuche bei Ententeichwetter und laß zur Sicherheit zur Liebe lieber eine Rute mehr an Land. Verhedderte Schnure verleiten zu Unaufmerksamkeit auf dem Wasser.

Gruß Steve
 

EckernTroll

Member
AW: Welche Bekleidung für das Schleppangeln

clava schrieb:
Die Wathosengeschichte ist auch so nicht richtig. Wenn man eine eng anliegende Neoprenwathose und eine Schwimmweste trägt, ist das durchaus eine Alternative.
@ Clava
Meine persönliche Meinung dazu: Nein, definitiv nicht! Eine Wathose hat im Boot am Körper nichts zu suchen - auch nicht als Alternative. Ich habe ne gute Dekade Wathose an der Ostsee und in den norwegischen Flüssen hinter mir. Immer eng anliegend (was bei meiner Pocke mittlerweile nicht zu verhindern ist :c) - immer mit Watgürtel. Aber: Wenn's mal reinschwappt dann läufts rein. Gerade im Winter mit dickem Pulli und Jacke. Und wenn du nur noch mit dem Kopf aus dem Wasser glotzt, dann ist die Büx schnell voll. Bei uns sind übrigens vor wenigen Jahren zwei Angler an Land gespült worden, die Wathosen im Boot anhatten (leider kein Witz!!!).
Also: Floatation-Anzug im Winter ist ein muss!!!

@ Uli
Dann habe ich Dich falsch verstanden, so macht der Tampen natürlich Sinn als NOTAUS. Für mich kommt er allerdings deshalb schon nicht in Frage, da ich NIE (!) alleine unterwegs bin. Immer mindestens zu zweit. Wie heißt es so schön in der Werbung: Floatation-Anzug - 999,- Euro - ein "Buddy" im Boot - unbezahlbar!!!
Mein NOTAUS heißt Lars! D.h. ich vertraue in dem Fall dem Mann über Bord Manöver meines Buddys. Denn Du musst auch mit einem High-Tech-Anzug ne Menge Glück haben, dass Dich im Winter jemand aus dem Wasser fischt, wenn der Jemand nicht gerade bei Dir im Boot sitzt.
Die Not-Leine kann zudem bei mehr als einer Person an Bord eher gefährlich werden (Stolperfalle). Aber alleine macht das auf alle Fälle Sinn!

@Seeolm
Natürlich hast Du vollkommen Recht, dass gilt: Je sicherer, desto besser. Aber wie Du ja selbst schon geschrieben hast, kostet das Beste halt 1100 Euro. Und sogar von den Bootsanglern, die ich kenne, und die seit "Jahrzehnten" zum Fischen fahren, haben die Wenigsten diesen Standard (Proklamieren tun sie ihn allerdings alle!). Und wie ich Frühaufsteher verstehe, so kommt das wohl eher nicht in Frage. Denn wenn soviel Geld ausgegeben wird, dann sollte man sich vielleicht fragen, ob man dieses nicht auch in ein sichereres Boot stecken kann.

Ich gehe noch ein Schritt weiter und unterstreiche das, was Seeolm schon schrieb: Vielleicht sollte man Frühaufsteher dazu raten, vielleicht im Winter gar nicht mit dem Schlauchboot auf die Ostsee zu fahren.
Der Schnuppertag bei einigen Veranstaltungen des BAC (http://www.Bootsanglerclub.de), gibt einen guten Überblick darüber, ob einem das Schleppen überhaupt zusagt und ob man dafür seinen Hintern riskieren muss (was man natürlich nicht muss!!!). D.h. auch da muss natürlich ein Floati und ne Schwimmweste her - sonst nimmt einen da auch keiner mit!
 

Dipsdive

Active Member
AW: Welche Bekleidung für das Schleppangeln

EckernTroll schrieb:
@ Clava
Meine persönliche Meinung dazu: Nein, definitiv nicht! Eine Wathose hat im Boot am Körper nichts zu suchen - auch nicht als Alternative. Ich habe ne gute Dekade Wathose an der Ostsee und in den norwegischen Flüssen hinter mir. Immer eng anliegend (was bei meiner Pocke mittlerweile nicht zu verhindern ist :c) - immer mit Watgürtel. Aber: Wenn's mal reinschwappt dann läufts rein. Gerade im Winter mit dickem Pulli und Jacke. Und wenn du nur noch mit dem Kopf aus dem Wasser glotzt, dann ist die Büx schnell voll. Bei uns sind übrigens vor wenigen Jahren zwei Angler an Land gespült worden, die Wathosen im Boot anhatten (leider kein Witz!!!).
Also: Floatation-Anzug im Winter ist ein muss!!!
Hallo EckernTroll,
da du so hartnäckig deinen Standpunkt verteidigst, möchte ich ein paar Anmerkungen zum Thema Wathose und über Bord gehen machen. Deine Meinung ist leider eine weit verbreitete und die Darstellung in der Öffentlichkeit (z.B. hier im Board) halte ich nicht für ganz ungefährlich. Alle, die deine These vertreten, haben eines gemeinsam: „sie sind noch nie selbst mit einer Wathose über Bord gegangen“. Wenn es ihnen passiert wäre, dann würden sie diesem Irrglauben nicht weiter erliegen und ihn fast schlimmer noch, nicht noch weiter kommunizieren!

In der Vergangenheit haben sich viele Fachzeitschriften mit diesem Thema auseinandergesetzt und „mutige“ Mitarbeiter gefunden, die den Sprung ins eiskalte Wasser gewagt haben. Meine Quellen sind Artikel aus Fisch & Fang 9/94, Blinker 12/2002 und Skipper 4/2002 (liegen mir vor).
Den Testern standen Wathosen aus Neopren und aus gummibeschichtetem Gewebe zur Verfügung.
Zwei Behauptungen vor allem sind weit verbreitet. Man würde von der voll laufenden Gummihose unter Wasser gezogen oder man würde mit dem Kopf unter Wasser geraten, weil die Beine in der luftgefüllten Hose hoch zur Oberfläche auftreiben. Vorab, beide Horrorszenarien sind in keinem einzigen Fall aufgetreten.

Die erste Behauptung zu entkräften, gelingt schon mit Hilfe von durchschnittlichen Physikkenntnissen. Wasser wiegt im Wasser nichts, deswegen ist es technisch unmöglich von einer vollen Wathose in die Tiefe gerissen zu werden.
Die zweite Behauptung konnte ebenfalls im Praxistest widerlegt werden. Genau wie von Clava im Selbsttest erlebt, ragen die Beine nicht in den Himmel, sondern bilden eine völlig beherrschbare Auftriebskraft, die sogar das Überleben im eiskalten Wasser entscheidend verlängern kann.
Das Neopren isoliert hervorragend gegen das kalte Wasser und die Luft in der Gummiwathose tut selbiges. Am leichtesten geht das mit rechwinklig abgeknickter Hüfte (Gesäß einfach durchsacken lassen) und angelegter Schwimmweste.

Wenn man sich einmal die Überlebenszeit eines Menschen (männlich, nackt, mittelgroß) in Abhängigkeit zur Wassertemperatur anschaut, dann wird deutlich, wie wichtig es im Wasser wird, sich vor der Kälte zu schützen. In 2,5° kalten Wasser sind es gerade mal 26 Minuten, bis die Kerntemperatur auf 25° absinkt und durch Herzkammerflimmern der sichere Tod eintritt!
Bei 30 ° Kerntemperatur kommt es übrigens zum Bewusstseinsschwund und ohne angelegte Schwimmweste würde man jämmerlich ertrinken. Also kann die Devise nur sein, möglichst viel Tragen was gut isoliert. Und da eignen sich nun mal Wathosen ausgezeichnet!

Als optimale Bekleidung, und da bin ich ganz deiner Meinung, betrachte ich ein Floatationanzug in Verbindung mit einer Automatikschwimmweste mit 275 EN 399.
Aber man sollte auf keinen Fall das Tragen von Wathosen auf Booten verteufeln oder andere Leute durch fragwürdige Argumentationen verunsichern!
Den spätestens in einer Notsituation fällt es den Leuten wieder ein (hab doch mal davon gehört, dass ich jetzt mit Wathose absaufen muss),werden panisch und setzen sich und andere damit einer unnötigen Gefahr aus!

Leider hat das vom BAC angeregte Sicherheitstraining in Großenbrode nicht stattfinden können. Da hätte sich jeder mal (BAC-Mitglieder) einem Selbsttest unterziehen können. Ich hoffe, und werde es im Vorstand noch mal anregen, ob wir nicht in 2006 ein weiteres Sicherheitstraining planen und durchführen können.

Viele Grüße
Dipsdive
 

EckernTroll

Member
AW: Welche Bekleidung für das Schleppangeln

Hallo Dipsdive,
ich gestehe gerne Fehler ein und Deine Argumentationen haben mich weitestgehend überzeugt. Daher tut es mir leid, wenn ich zur Verbreitung dieses Irgglaubens beigetragen haben sollte. Und sollte ich Leute damit (im Falle des Supergaus) in eine potenzielle Panik versetzt haben, so ist das sicherlich nicht zu entschuldigen.

Mit Deiner Aussage, ich sei noch nie mit einer Wathose über Bord gegangen hast Du übrigens recht - allerdings bin ich mit meiner atmungsaktiven Hose mal im Fluss auf Reisen gegangen - und das war ein ätzendes Gefühl (was es freilich auch ohne Wathose gewesen wäre). Aber, dass diese mir Auftrieb verliehen hat, habe ich nicht gerade empfunden (vielleicht ist das bei Atmungsaktiven auch weniger gegeben als bei Neos - keine Ahnung?).

Lass mich trotzdem noch etwas anmerken, und ich hoffe, die folgenden Äußerungen werden nicht als Zurückrudern genüber dem oben Geschriebenen verstanden:

Du hälst meine Äußerungen für "gefährlich" - wenn sie das sind, dann tut es mir wirklich leid. Allerdings ist Deine Argumentation (auch wenn sie auf Tests beruht) m. E. auch nicht ganz unproblematisch. Denn Du suggerierst den Lesern, dass es o.k. ist mit Wathosen ins Boot zu steigen und dass es ausreicht, wenn man damit über Bord gegen sollte. Sicherlich ist eine Wathose besser als nichts, aber ich bin immer noch der Meinung eine Wathose heißt Wathose, da sie zum Waten da ist. Wenn sie fürs Boot gemacht wäre, dann würde sie ja Bootshose heißen. Und diese "Bootshose" ist halt nur im Floatationanzug wirklich gegeben.

Was ich auch problematisch finde ist, dass es leider in der Natur der Sache liegt, dass die von Dir angesprochenen Tests nur wenig der Situation im Ernstfall entsprechen können. Denn die Panik, die Du angesprochen hast und die ich selbst mal beim Tauchen erlebt habe, die lässt sich im Test nicht simulieren. Und auch wenn diese Panik vielleicht z.T. durch die von Dir angesprochenen Irrglauben im Zusammenhang mit Wathosen verstärkt wird, so setzt diese wohl doch eher ein, wenn man auch ohne zusätzliche "Wathosenangst" mit einer Klamotte ins Wasser fällt, die dafür nicht gemacht ist. Allerdings könnte ich mir schon eher vorstellen, mich zu beherrschen, wenn ich im Floati ins Wasser falle, denn der ist genau für diesen Fall hergestellt worden.

D.h.: Ich habe den Eindruck, dass durch Deine Äußerungen Leute, die sich eigentlich einen Floati zulegen würden, vielleicht auf den Gedanken kommen, dass ne Wathose es auch tut (und die hat ja so ziemlich jeder Mefo-Angler im Schrank). Und spätestens dann hast Du der eigentlich guten und richtigen Sache m. E. einen ziemlichen Bärendienst erwiesen. Wir sollten nämlich nicht vergessen, dass der Aufhänger hier die Winterbekleidung war und nicht (wie Clava es auch selbstkritisch beschrieben hat) ein Test mit Wathose im sommerlich warmen Ostseewasser. Denn was hilft Dir dann der Auftrieb der Wathose und der Isoliereffekt am Unterleib, wenn der Oberkörper im Nu ausgekühlt ist?

Sicherlich: Verteufeln sollte man die Watbüxen im Boot wohl nicht - aber ich bleibe bei meiner persönlichen Meinung, dass sie da einfach nicht hin gehören und dass vielleicht eine kurze und kompromisslose Empfehlung eines Floatis, so wie Dolphin es gemacht hat, besser gewesen wäre. Ich finde dieses Thema eignet sich einfach nicht für Altenativvorschläge zum Floati.
 
Zuletzt bearbeitet:
D

Dxlfxn

Guest
AW: Welche Bekleidung für das Schleppangeln

Hallo ihr zwei,
es war doch gut und interessant zu lesen und ihr habt eure Meinungen gut begründet. Letztendlich wird sich jeder seinen Reim daraus machen und ihr habt sicher beide zu einer entsprechenden Meinung beigetragen. Danke dafür!

Letztendlich kommt doch unter dem Strich eines dabei raus: Derzeit versuchen viele mit möglichst geringem finanziellem Aufwand möglichst lange und möglichst weit aufs Wasser hinauszukommen. Bootsangeln mit dem eigenen Boot ist eine Königsdisziplin - was den Spaß und auch die Kosten betrifft. Der Trend, sich mit Kleinstbooten oder irgendwelchen Schwimmhilfen preiswert weit hinauszuwagen, wird langsfristig nur eines bringen: Wasserleichen, trauernde Angehörige und Beileidsbezeugungen hier im Board. Daher sind Eure Statements auch so wichtig gewesen.
Wenn vernünftige Schutzbekleidung und Sicherheitsausrüstung schon den Etat sprengen, dann muß man jedem einfach raten: Geh Brandungsangeln!
 

Tiffy

Bootsangler
AW: Welche Bekleidung für das Schleppangeln

Hat eigentlich schon mal jemand über Notraketen nachgedacht ? ;)

Nö mal im Ernst,

irgendwas was den Körper warmhält. Neopren ist da sehr gut. Mit 'ner Weste die 275N trägt kann man sich da einiges einfallen lassen. Gab es da nicht mal so tolle modische Taucheranzüge für das Wintertauchen in Norwegen? ;)

Naja,

spar jedenfalls nicht an der persönlichen Sicherheit. Am sichersten ist ja bekanntlich das an Bord bleiben. Das fällt immer leichter je mehr man sich darüber im klaren ist für welche Einsatzzwecke das Boot gebaut ist #h
 

Dipsdive

Active Member
AW: Welche Bekleidung für das Schleppangeln

Hallo Hans,
ich denke, dass ein Austausch von Erfahrungen und Argumenten zu diesem Thema ungemein wichtig ist. Ein gesundes technisches Hintergrundwissen kann einem im Notfall vor Panikattacken bewahren helfen.
Um diese Grenzen kennenzulernen, halte ich ein Sicherheitstraining für sehr wertvoll und möchte diese Erfahrungen lieber nicht auf hoher See in einer Gefahrensituation im "Selbsttest" erfahren müssen.
Weshalb ich hier auf die Wathosennummer etwas ausführlicher eingegangen bin, liegt zum einem daran, dass diese Vorurteile gegenüber der Wathose endlich mal aus der Öffentlichkeit verschwinden sollten…….zum anderen daran, dass genau diese Horrorszenarien in einem persönlich erlebten Seenotfall (vor 20 Jahren in Norwegen) in mir selbst wahre Panikattacken ausgelöst haben.

Damals hatte ich noch keinen blassen Schimmer vom Bootsangeln und habe mich da ganz auf einen Freund verlassen. Leider war die Angelleidenschaft wesentlich größer, als die seemännische Vernunft. Wir hatten in einem 4m Kahn und 15 PS Außenborder die geschützten Fjorde verlassen und waren bereits auf der offenen See unterwegs. Die Fische bissen wie verrückt und ich kam in meiner Wathose mächtig ins Schwitzen.
Zu Anfangs merkten wir gar nicht, dass starker ablandiger Wind aufkam, verbunden mit hoher See.
Als dann der Motor plötzlich zu stottern anfing und mein Kumpel meldete: „Oli das Benzin ist alle“, dachte ich noch, na seine lustigen 5 Minuten könnte er sich auch für das Feierabendbierchen aufheben. Spätestens als beide Ruderdollen brachen, wurde aus der vergnüglichen Angelfahrt ein wahres Horrorszenario.
Es war inzwischen schon dunkel geworden und der Wind erreichte Sturmstärke. An ein Ankerlassen war bei einer Wassertiefe von 200 Meter nicht zu denken und so wurden wir zum Spielball der Naturgewalten.

Und genau in diesem Moment, mir war inzwischen kotzübel und ich klammerte mich mit allen Extremitäten an das Ruderboot, kam in mir diese Panik auf: „Jetzt bloß nicht ins Wasser fallen, mit meiner Wathose habe ich Null Überlebenschancen“. Diese Panik wurde so stark, dass ich in dieser Situation versuchte auf dem tanzenden Boot, meine Wathose auszuziehen. Mein Kumpel war völlig entsetzt, denn eigentlich waren wir froh, dass wir uns eben so in dem Kahn halten konnten. Mit dem zusätzlichem Geschaukel wurde die Situation immer bedrohlicher und mein Kumpel konnte mich von meinen wahnwitzigen Vorhaben nur noch mit lautem Schreien zur Aufgabe überreden.
Letztendlich gab ich den Versuch auf und war so fertig, dass mir nur noch Gebete blieben (ich habe diese Panik bis heute nie wieder erleben müssen).


Das Ganze wäre wahrscheinlich schief gegangen, wenn uns nicht ein israelischer Pfarrer (ist kein Witz) entdeckt hätte und damit gerettet hat. Der war auf einem Fischkutter unterwegs und war auf dem Weg in den Fjord, um vor dem Sturm Schutz zu finden.

Vielleicht macht das jetzt deutlich, warum ich mich persönlich für die richtige Argumentation zum Thema Wathose stark mache.

Abschließend möchte ich noch einmal ausdrücklich betonen, dass die optimale Bekleidung für einen Bootsfahrer natürlich in einem geeigneten Floatationsanzug in Verbindung mit einer Schwimmweste (275) besteht. Wenn ich den Eindruck vermittelt habe, dass es eine Wathose wäre, so war das nicht gewollt.
Wenn ich heutzutage einem bootsfahrenden Kollegen in Wathose begegne, beginne ich aber auch nicht gleich mit Rettungsmaßnahmen und würde mir nur wünschen, dass er weis, dass es für ihn kein Grund gäbe, beim Überbordgehen in Panik zu verfallen.

Auf den Bootsanglertreffen findet man heutzutage auch keine Wathosen mehr, da trägt inzwischen jeder wie selbstverständlich einen Floati. Der Trend geht sogar schon zu kleinen Rettungsinseln, die sehr kompakt an Bord angebracht werden können.

Viele Grüße
Oliver
 

EckernTroll

Member
AW: Welche Bekleidung für das Schleppangeln

Hallo Oliver,
puh, da bleibt einem ja nicht viel zu zu sagen. So eine Situation möchte wohl keiner erleben und schön, dass Ihr es noch an Land geschafft habt. Dein Engagement für das Thema ist absolut nachvollziehbar und ja auch richtig.

Wenn die Sache nicht so traurig wäre, wäre es ja schon fast witzig, dass Euch ein israelischer Pfarrer (oder Rabbi - weil davon gibts glaube ich ein paar mehr:q ) gerettet hat.
Aber vielleicht führen auch solche Geschichten dazu, dass die Leute mal nachdenken, dass Fehler auf dem Wasser halt nicht immer gut gehen und dass die Angelleidenschaft nicht dazu verleiten sollte, leichtsinnig z.B. auch bei absolut schlechtem/ungeeigneten Wetter oder bei mangelnden Wetterinformationen (die Sicherheitstechnik hatten wir ja nun schon) aufs Meer zu fahren.

Ich kann leider auch von einer solchen Situation berichten, bei der ich das erste und einzige Mal in meinem Leben Todesangst hatte. Allerdings war das beim Tauchen. Aber auch da war der Auslöser völlige Unterschätzung der Situation und die absolute Geilheit auf den Kick.
Als absolute Rookies - wir hatten gerade unseren Tauchschein gemacht - hielten wir es für eine tolle Idee, bei 5 Bft aus Ost in Strande bei Kiel ins Wasser zu gehen. Als wir dann das Gerödel anhatten und am Wasser ankamen, stellten wir fest, dass wir eine Mords-Brandung hatten, aber nun waren die Sachen ja angelegt und wir wollten unbedingt unter Wasser und nicht unverrichteter Dinge wider nach Hause fahren - wir waren ja schließlich die tollen Taucher (#d ). Da angekommen hatten wir eine Sichtweite von geschätzten 50 cm, und was das unter Wasser bedeutet kann wohl auch ein Nichttaucher sich vorstellen. Das Ende vom traurigen Lied war, dass ich mir einbildete, in 8 m Wassertiefe alleine auftauchen zu können, da wir unter Wasser völlig die Orientierung verloren hatten. An der Oberfläche angekommen erfasste mich ein Wahnsinns-Brecher und schlug mich fast auf die 5 m von mir entfernte Steinmole. Und dann ging es los: Absolute Panikattacke, Herzrasen, Hyperventilieren - das volle Programm. Dann noch das Mundstück verloren und kaum ne Möglichkeit an die Befüllung meiner Weste ran zu kommen. Wie ich es geschafft habe, die 300 m an Land zu schwimmen, kann ich heute wirklich nicht mehr sagen. Da angekommen habe ich auf alle Fälle geheult wie ein Schlosshund und mir geschworen, nie wieder das Medium Wasser zu unterschätzen. Meine Kumpels haben von dem ganzen Mist übrigens nichts mitbekommen und waren nur überrascht, mich an Land sitzen zu sehen.

Auch wenn sich meine Darstellungen vielleicht eher für ein Tauchforum eignen, so zeigen sie vielleicht doch, dass der Mensch bis zum erlebten Supergau einfach ein bißchen träge und vielleicht auch blöde ist (denn Geschichten zu solchen Horrorerlebnissen gibt es ja leider genug).
Also sollte vielleicht ein weiterer Appell an alle sein: wenn das Wetter nicht mitspielt oder Schlechtwetter angesagt ist - bleibt zu Hause und putzt Eure Blinker. Das ist die Sache nicht wert!!!

Zum Sicherheitstraining: Ich würde mich freuen, wenn das Training vom BAC nächstes Jahr stattfinden könnte. Auch ich möchte die unterschiedlichen Szenarien nicht in der Realität testen. Vielleicht bekommst Du es ja im Vorstand durch!?

Kurz noch zu Tiffy: Die Trockenanzüge, die z.B. für das Eistauchen oder für das Fjordtauchen in Norwegen gemacht sind, wären bestimmt ne feine Sache. Da wird im Wasser Luft reingepumpt, die dann isoliert - (könnte man ja erst machen, wenn man reingefallen ist). Aber ich glaube, das Milieu, was sich in dem Anzug während der "Trockenzeit" einstellt, möchte nicht wirklich jemand an seinem Körper haben :q
 
AW: Welche Bekleidung für das Schleppangeln

Moin Moin,
vielen Dank für eure tollen Erfahrungsberichte und Anregungen,
#r #r #r #r #r #r #r
so wie es aussieht muß ich mir wohl einen Flati besorgen.:q
Mein Schlauchboot habe ich zur Zeit ausgerüstet mit einem Anker 3,2 kg mit 25 m Seil, einem Nico-Not-Signalgerät, einem Kompass, einer Seekarte der Westlichen Ostsee, Flickzeug, wasserdichtes Handy mit gespeicherter 124124, mit einer Pinkel-Flasche (damit man beim pinkeln nicht über Bord geht), mit einer Feststoffrettungsweste, und einer Wathose (nur um in das Boot zu kommen). Fehlt noch was ?|kopfkrat
Die Not-Aus-Reißleine des Motors werde ich an mir befestigen, da ich alleine raus fahre. Ich überlege mich noch zusätzlich mit einer Fangleine anzusichern, an der man sich dann im Notfall wieder ins Boot ziehen kann.
Mein Motor hat einen internen Tank (1,5 Liter) denn ich nur als Reserve benutzen werde und einen externen 12 Liter Tank.
Wenn ich mir einen Floati besorgt habe werde ich bei glatter See, küstennah meine ersten Angelversuche #: von meinem Schlauchi aus unternehmen.
Bis dahin wünsche ich euch immer eine handbreit Wasser unterm Kiel.
Gruß Stefan
 

clava

Mitglied
AW: Welche Bekleidung für das Schleppangeln

@ eckerntroll

da ich ja wohl der erste "Verteidiger" der Wathose war:

Ich kann dipsdive nur unterstützen und ich nehme einfach für mich in Anspruch, dass ich einigermassen beurteilen kann, wie das ist im Wasser mit Wathose. Wer mich kennt weiss, dass ich sehr bewusst mit Sicherheitsfragen versuche umzugehen und nicht leichtfertig bin, das kann ich mir als Alleinfahrer und Seekajaker auch wirklich nicht erlauben. Ich habe mir daher zum Prinzip gemacht, so viel wie möglich selbst auszuprobieren und das mit der Wathose habe ich wirklich selbst getestet. Natürlich trage ich heute auch einen Floati aber zum Schlauchbootfahren muss man ja meist richtig ins Wasser, um das Boot zu wässern und um einzusteigen. Daher bleibt den Schlauchbootfahrern nicht viel übrig. Und dann doch lieber eine Neoprenwathose mit Schwimmweste als im Winter nasse Füsse and an Lungenentzündung zugrunde gehen ;)

Die Angler, die mit Wathose ertrunken gefunden wurden, können auch aus ganz anderen Gründen ertrunken sein, das weiss wohl keiner von uns genau. Und daraus grundsätzlich zu schliessen, dass die deswegen verschieden sind, weil sie ne Wathose getragen haben, halte ich für nicht sachgerecht. Solche Dinge muss man doch sehr genau betrachten und individuell beurteilen. Ausserdem sollte jeder sich ein eigenes Bild machen und offen aber kritisch mit jeglicher Art von Beurteilungen und Kommentierungen umgehen (auch mit meiner natürlich).

Bis dann #h
 

Dipsdive

Active Member
AW: Welche Bekleidung für das Schleppangeln

EckernTroll schrieb:
Aber vielleicht führen auch solche Geschichten dazu, dass die Leute mal nachdenken, dass Fehler auf dem Wasser halt nicht immer gut gehen und dass die Angelleidenschaft nicht dazu verleiten sollte, leichtsinnig z.B. auch bei absolut schlechtem/ungeeigneten Wetter oder bei mangelnden Wetterinformationen (die Sicherheitstechnik hatten wir ja nun schon) aufs Meer zu fahren.
....ja ich hoffe selbiges, man muss ja nicht unbedingt nur aus eigenen Erfahrungen lernen. Wir haben beide unsere Erfahrungen gemacht und haben die Lektion mit Sicherheit verstanden.
Aber mal ehrlich, wenn ich so zurückdenke…..ich kann mir diesen jugendlichen Leichtsinn auch überhaupt nicht mehr erklären….was treibt einen nur dazu, sich in jungen Jahren für unverwundbar zu halten?

Aber etwas gutes haben solche persönlichen Grenzerfahrungen ja auch. Man begreift in Schallgeschwindigkeit, dass das Lebenslicht ganz schnell ausgelöscht werden kann …….und mit 20 Jahren Abstand hält man sich mit „schlauen“ Kommentaren zurück, wenn Unglücksfälle bekannt werden.

Find ich immer spannend wie manche Boardis sich an Spekulationen an Seeunfällen mit Kommentaren aus dem Fenster lehnen. Ohne da genau näheres zu wissen, wird fleißig daherargumentiert….immer nach dem Motto: Mir wäre das ja nie passiert….bei so einem Wetter und eigentlich hat er ja sowieso selbst Schuld (die Wathosennummer bringe ich jetzt nicht :)) und natürlich am Ende artig das Beileid an die Angehörigen nicht vergessen.

Des Wegen kann man nur speziell die jüngeren Bootsfahrer immer wieder mit Tipps zur richtigen Kleidung und Umgang mit Wetter und Boot „versorgen“, auch wenn man dann zuweilen als Bedenkenträger oder Schlaumeier gilt.

Grüße #h
Oliver
 

EckernTroll

Member
AW: Welche Bekleidung für das Schleppangeln

clava schrieb:
Die Angler, die mit Wathose ertrunken gefunden wurden, können auch aus ganz anderen Gründen ertrunken sein, das weiss wohl keiner von uns genau. Und daraus grundsätzlich zu schliessen, dass die deswegen verschieden sind, weil sie ne Wathose getragen haben, halte ich für nicht sachgerecht. Solche Dinge muss man doch sehr genau betrachten und individuell beurteilen. Ausserdem sollte jeder sich ein eigenes Bild machen und offen aber kritisch mit jeglicher Art von Beurteilungen und Kommentierungen umgehen (auch mit meiner natürlich)
Hallo Clava,
hast Du vollkommen Recht! Den Zahn der eingangs von mir aufgestellten Behauptung, "Wathosen im Boot seien grundsätzlich schlecht und böse" hat Oliver mir ja schon gezogen - und entschuldigt habe ich mich für die auf Unwissenheit basierende Aussage auch schon! Und, dass Floatis die optimale Lösung sind - da sind wir uns ja nun auch alle einig.
Eine Frage habe ich noch: Du schreibst vom Seekajak-Fahren - und im BAC-Forum auch vom Seekajak-Angeln. Hört sich interessant an - geht das so ohne Weiteres (Sicherheitsaspekte mal ausgeklammert :))?

@ Oliver
Zu den gemachten Erfahrungen fällt mir noch ein:
Nach meinem Supergau beim Tauchen sagte mein Tauchlehrer, ich solle froh sein, dass ich diese Erfahrung gemacht habe, da das zukünftig mein Sicherheitsdenken beim Tauchen positiv beeinflussen würde. Und er sagte noch, dass er sich wünschen würde, dass jeder einmal eine solche Erfahrung macht (natürlich mit positivem Ausgang!). Dann würde die Anzahl derer, die im "jugendlichen Alter" sofort mit dem Höhlentauchen beginnen möchten, vielleicht ein wenig abnehmen (bezeichnender Weise trug derjenige, auf den sich diese Aussage bezog eine Mütze auf der stand: NO FEAR!)

Bis bald mal
 

clava

Mitglied
AW: Welche Bekleidung für das Schleppangeln

EckernTroll schrieb:
Hallo Clava,
Eine Frage habe ich noch: Du schreibst vom Seekajak-Fahren - und im BAC-Forum auch vom Seekajak-Angeln. Hört sich interessant an - geht das so ohne Weiteres (Sicherheitsaspekte mal ausgeklammert :))?

Moin,

das geht super. Ich habe einen Trockenanzug aus Neopren, den Hardcoresegler für Nordatlantik Touren verwenden. Das zur Sicherheit. Auch hier habe ich das "InsWasserFallen" geübt, ist doch was anderes mit dem Kopf unter Wasser, vor allen Dingen bei 4 Grad Wassertemperatur :(. Die Eskimorolle kann ich zwar nicht, aber unter Wasser ausstiegen, Boot umdrehen, leerpumpen und wieder rein geht.

Das Angeln vom Seekajak macht sehr viel Spass. Besonders das Schleppen mit der Fliegenrute finde ich sehr archaisch. Ich verwende eine 8'er Rute mit schnell sinkendem Schusskopf und eine weisse Kaninchenfellfliege Hakengrösse 6 mit Bleiaugen. Der Schusskopf wird dann ein paar Meter hinter das Kajak geworfen, dann schnell lospaddeln und während der Fahrt Schnur rauslassen. Die Fliegenschnur klemme ich dann in die linke Paddelhand oder einen Schnurclip, wie wir ihn vom Trolling für die Sideplanerfischerei kennen, so dass sich die Paddelbewegung auf die Fliege überträgt.

Die Trutten hier sind so verführt worden



Allerdings muss man auch hier Geduld haben. die Fische beissen nicht jeden Tag und die Ausbeute ist auch nicht mit dem Trolling vergleichbar, schliesslich ist nur ein Köder im Wasser...

Das Ganze geht natürlich auch super mit kleinen schwimmenden Wobblern, die man an der leichten Spinnrute mit Baitcasting Multi wie beim Trolling rauslässt und dann gemütlich schleppt.
 
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