Was ist mit meiner Forelle???

Platte1106

Well-Known Member
So erlebt:
Ich bin mit dem Boot mit zwei örtlichen Mitanglern in der Bretagne auf dem Atlantik unterwegs.
Am Ende des Angeltages nehmen wir die Fische noch auf dem Boot aus,die während der aktiven Angelzeit im Seewasserbassin des Bootes gehältert wurden.
Durch eine Wasserpumpe steht ständig fließendes Seewasser zur Säuberung von Blut usw. zur Verfügung.
Die Fische,darunter auch Makrelen,werden ausgenommen+Kiemen raus in eine Kühlbox gelegt und darin ohne Kühlung bis zum nächsten Tag gelagert.
Danach zubereitet und verzehrt oder eingefroren.
Skeptisch war ich bis dahin besonders wegen der Lagerung der Fische über Nacht in der Kühlbox ohne zusätzliche Kühlung.

Lt.Aussage der Locals ist das der dort übliche Verfahrensweg und es gibt keine Probleme- auch wir haben die Fische dann zubereitet oder eingefroren. Mitgemacht hatte ich das nur unter Schmerzen,weil es wegen gemeinsamer Übernachtung nach dem Angeln auf einer der Inseln nicht anders ging und außer mir keiner Bedenken hatte.

Es gab nichts zu beanstanden an der Qualitätab51
Könnte an der durchgehenden Kühlung gelegen haben ;) die verlangsamt das erheblich und nachts ist es auch nicht so heiß wie tagsüber. In Mexiko liegt auch Fleisch den ganzen Tag auf dem Markt in der Sonne, inklusive Fliegen usw. das ist für einheimische kein Problem, ich empfehle aber das nicht zu essen! Das führt garantiert dazu, dass der Aufenthalt in Mexiko ein unvergessliches Erlebnis auf dem Porzellan Gott wird...
 

Hecht100+

Heavy Heiner
Teammitglied
Könnte an der durchgehenden Kühlung gelegen haben ;) die verlangsamt das erheblich und nachts ist es auch nicht so heiß wie tagsüber. In Mexiko liegt auch Fleisch den ganzen Tag auf dem Markt in der Sonne, inklusive Fliegen usw. das ist für einheimische kein Problem, ich empfehle aber das nicht zu essen! Das führt garantiert dazu, dass der Aufenthalt in Mexiko ein unvergessliches Erlebnis auf dem Porzellan Gott wird...
Und wenn es nicht anders geht das Stück mit den meisten Fliegen nehmen, das ist dann meistens das frischeste Stück. Alte Afrikafahrerweisheit.
 

Lajos1

Well-Known Member
Könnte an der durchgehenden Kühlung gelegen haben ;) die verlangsamt das erheblich und nachts ist es auch nicht so heiß wie tagsüber. In Mexiko liegt auch Fleisch den ganzen Tag auf dem Markt in der Sonne, inklusive Fliegen usw. das ist für einheimische kein Problem, ich empfehle aber das nicht zu essen! Das führt garantiert dazu, dass der Aufenthalt in Mexiko ein unvergessliches Erlebnis auf dem Porzellan Gott wird...
Hallo,

auch "Montezumas Rache" genannt :laugh2.

Gruß

Lajos
 

Platte1106

Well-Known Member
Ist wirklich nicht zu empfehlen, habe mal gemeint, dass ich da was probieren müsste... Ich habe in meinem Leben noch nie so einen heftigen Durchfall gehabt. Aber ich wollte ja nicht auf meine Tante hören, die es als einheimische ja eigentlich wissen sollte... Jugendlicher Leichtsinn damals, hat mich 4 Tage vom Urlaub gekostet.
 

LekkerVis

Well-Known Member
Ich habe es so aus einem Vortrag eines Lebensmittel Hygieniker, der ganz klar sagte, dass man schon mit der Eröffnung der Leibeshöhle die Darmbakterien verteilt.
Mit dem Auswaschen im Uferwasser bringt man dann noch welche aus dem Gewässer dazu, alles dann noch im feucht warmen Klima einer Plastiktüte, gibt dem Fisch dann den Rest.
Ich habe es wie beschrieben schon mehrmals gemacht, auch an Tagen mit 30 Grad.
Zumeist waren es dann Hechte, aber auch Barsche.
Und genau wie geschrieben müffelt es dann etwas, wenn die Fische Abends zu Hause ausgenommen werden, dies ändert dann aber nichts am Geschmack und der Fleischqualität.
Das alles ist aber dennoch eher eine Notlösung, besser ist es in jedem Fall sich eine Kühlmöglichkeit zu verschaffen.

Jürgen

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Besonders der Teil, den geöffneten Fisch NICHT mit Uferwasser auszuwaschen.


Also dieser Vortrag war ziemlicher, Käse wenn das so vermittelt wurde. Denn nur vom öffnen der Bauchhöhle kommen garantiert keine Darmbakterien ans Fleisch außer, du verletzt den Darm dabei. Auswaschen mit Uferwasser ist tatsächlich keine Empfehlung, aber eine Flasche frisches Mineralwasser dabei zu haben, wäre schon hilfreich, um ausspülen zu können. Der Fisch vom TS ist nach so vielen Stunden in den Därmen bei diesem Wetter nur noch zur Madenzucht geeignet. Die Darmbarriere bricht nach etwa einer Stunde, nach dem Tod des Lebewesens, danach dringen die Keime langsam aber sicher ins Fleisch ein. Ausnahmen so schnell wie möglich ist die Devise und wenn das nicht gehen sollte, wenigstens kühlen und nicht so lange warten bis zur heimfahrt. Kühlen am Wasser geht notfalls auch in einem feuchten Tuch, auch das ist wichtig, wenn man nicht auf eine Lebensmittelvergiftung steht! Lebensmittelhygiene kommt bei der Vorbereitung auf die Fischerprüfung leider viel zu kurz.
Und hier ist gefühlt alles auf Halbwissen basiert. Die Darmwand bricht nicht nach einer Stunde. Schaut mal bei eurem Fischer des Vertrauens über die Ladentheke. Da liegen unausgenommene Makrelen und andere Fische auf dem Tresen, da sind keine Darmbarrieren gebrochen. Und eine Lebensmittelvergiftung bekommt ihr auch nicht, wenn euer Fisch 10 Stunden ungekühlt in einem feuchten Leinentuch lag. Eine VERGIFTUNG erfolgt durch die Aufnahme von bakteriellen Toxinen. Die müssen im Fisch erst mal vorkommen. Eine INFEKTION bekommt man durch falsch gelagerten Fisch, ja, aber auch das geschieht nicht nach ein paar Stunden.
 

Platte1106

Well-Known Member
Der war Gut und von Darmwand habe ich nichts geschrieben. Und der Fischer, der mir unausgenommenen Fisch mit Ausnahme von Sprotten oder frisch, während meiner Anwesenheit im Laden, getöteten Fischen im Laden verkaufen will, den habe ich zum letzten Mal besucht. Aber gut, ich habe nach 20 Jahren Schlachterei inklusive Fischtheke, nur einen Hauch vom Dunst einer Ahnung, wie Lebensmittelhygiene funktioniert und auf den Fortbildungen nur an den Eiern gespielt...

Hier kannst du das mit der Darmbarriere nochmal nachlesen:
 

Taxidermist

Well-Known Member
Hier kannst du das mit der Darmbarriere nochmal nachlesen:
Ohne überhaupt den Link geöffnet zu haben, sage ich dir den Vergleich zwischen einem warmblütigen Säugetier und einem kaltblütigen Fisch kannst du ja mal vergessen!
Ich bin Übrigens Präparator und habe während meines gesamten Berufsleben gegen die Vergänglichkeit angekämpft.
Und was ich hier geschrieben habe ist praktisch erprobt und nicht irgend etwas was ich mir in theoretischen Kursen angeeignet habe.
Aber dennoch habe ich auch geschrieben, dass diese Vorgehensweise nicht optimal ist, dies wäre es sich um eine Kühlmöglichkeit zu kümmern.

Jürgen
 

Platte1106

Well-Known Member
Du warst übrigens überhaupt nicht angesprochen... Und leg mal Fisch, wie der TS unausgenommenen und ungekühlt für Stunden in die Sonne... aber klar, die ganzen Vorgaben der Lebensmittelhygieneverordnung und der internen Qualitätssicherung, sind nur dafür da, damit mir auf der Arbeit nicht langweilig wird und die Lebensmittelüberwachung zieht auch nur aus lauter Langeweile Keimproben von Arbeitsflächen und zusätzlich noch Lebensmittelproben... und wofür habe ich eigentlich Kühlungen, wenn man den Fisch auch einfach draußen in einem Tuch lassen kann. Auch die ganzen Dokumentationen, die ich täglich führe, mache ich nur, weil mir auf der Arbeit nichts besseres einfällt... würde man bei einem Fisch, wie der hier in #1 um den es hier geht. Übrigens ist Fisch erheblich empfindlicher als Fleisch von Warmblütern. Und Konservierung kann ich auch, Schweinefleisch kann man auch über 24 Monate haltbar machen... und das Präparate herstellen mit Lebensmittelproduktion nichts zu tun hat, erwähne ich nur am Rande. Es hat schon Gründe, warum Angler ihren Fang nicht verkaufen dürfen und wenn ich manches hier lese, weiß ich auch, warum das so ist.
 

Hecht100+

Heavy Heiner
Teammitglied
Soviel zum locker bleiben.
Vielleicht würde es etwas Druck aus dem Thread nehmen, wenn der Threadopener Simsala89 (bzw. seine Hinterbliebenen) kurz schreiben könnte, ob er die Forelle gegessen hat, wie sie schmeckte und ob sie bekömmlich war, bzw. wann er wieder entlassen wird? :hay
Hat er doch.
Recht hast du ja, was man erlegt muss mann auch verwerten! Ich hab ihn mir schmecken lassen!

Danke für die zahlreichen und wertvollen Antworten, demnächst mach ich es aufjedenfall besser!

Danke
 

Minimax

Machine-Gun-Mini
Oha, das hatte ich übersehen. thumbsup

Vielleicht ist es hilfreich, die ganzen Kühltips in zwei grosse, sehr unterschiedliche Zweige zu unterscheiden:

-Einmal wenn man ne echte Runter-Kühlung durch Eis/Aggregate zur Verfügung hat, und

-Einmal wenn man Mit Kondensation/Wind Trocknung agiert.

Ich glaube, das diese Frage erst beantwortet sein sollte- und dann schließen sich für jeden "Technologiebaum" viele hilfreiche Strategien an, die aber jeweils nur für eine der beiden Grundmöglichkeiten gelten.

Ein kurzes Beispiel, nehmen wir eine Forelle, früh gefangen an einem langen heissen Frühsommertag:

Ein stationärer Angler A mit allem Pipapo, mit aktiver Kühlung schlägt sie ab Herzstich, verfrachtet sie in die Kühlbox und kann sie daheim Saubermachen, er muss sich garkeine Sorgen über Kiemen oder die Bauchhöhle machen. Er wäre ein Narr den Fisch unter Feldbedingungen sauberzumachen.

Ein wandernder Angler B mit leichtem Gepäck, Fly- oder Spinboy, weit in den Wilden Wiesen: Er schlägt die Forelle ab, Herzstich, und nun nutzt er Jutetasche, nasses Handtuch oder im Baum aufhängen. Er wäre ein Narr den Fisch nicht auf der Stelle auszunehmen und die Kieme zu entfernen. Ein unversorgter Fisch im Packerl nach 6 Stunden Frühsommersonne ist nixht sehr appetitlich.
 
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