Wahlprüfstein zur Landtagswahl: Baden-Württemberg

Thomas9904

Well-Known Member
Wir haben den folgenden 5 Parteien/Fraktionen angelpolitische Fragen geschickt.

CDU
SPD
FDP
Grüne
Die Linke

Sobald Antworten eintreffen, werden wir diese hier veröffentlichen.

Selbstverständlich kann der angelpolitische Aspekt nur ein - aber nicht das alleinige - Entscheidungskriterium bei einer Wahl sein.

Wenn aber jemand noch eine Entscheidungshilfe zur Wahl braucht, kann dies dann durchaus eine Rolle spielen.

Unser Anschreiben/Fragen:
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Zuge der in diesem Jahr anstehenden Landtagswahlen wollen wir Ihnen die Gelegenheit geben, den laut Allensbach ca. fünf Millionen anglerisch interessierten Bürgern ihre Politik rund ums Angeln nahe zu bringen. Als populärstes Medium für Angler mit ca. 1,5 Mio. Besuchern und ca. 15 Mio. Seitenaufrufen monatlich bieten wier Ihnen da die geeignete Plattform zur Darstellung Ihrer angelpolitischen Ansichten.

Zwar ist das Fischereirecht nach der Föderalismusreform Ländersache. Es gibt aber ebenso Bundesgesetze, welche die Angler und das Angeln betreffen, als da wären das Bundesartenschutz-, Bundesnaturschutz- und das Bundestierschutzgesetz.

Wir würden gerne von Ihnen wissen, inwieweit in Ihrer Partei länderübergreifend in den zuständigen Gremien daran gearbeitet wird, diese Bundesgesetze anglerfreundlich und bundesweit möglichst einheitlich durchzusetzen.

Ein Beispiel dazu ist das Töten von Fischen, für das laut Bundestierschutzgesetz ein sinnvoller Grund vorliegen muss. Im Gegensatz dazu gibt es z. B. in Bayern ein Landesfischereigesetz, welches das Töten eines jeden gefangenen Fisches außerhalb von Schonzeit, Schonmaß oder Hegeregelungen vorschreibt, ohne darauf Rücksicht zu nehmen, inwieweit der Angler den gefangenen Fisch auch sinnvoll verwerten kann.

Regelungen dieser Art setzen Angler einer für sie nicht aufhebbaren Rechtsunsicherheit aus und widersprechen auch dem anglerischen Anspruch, verantwortungsvoll und schonend mit Leben umzugehen.

Wir plädieren dafür die verantwortliche Entscheidungsfreiheit beim einzelnen Angler zu belassen und das sinnlose Töten von Fischen nicht als zwingende Vorschrift zu handhaben. Deshalb schlagen wir vor, folgende Formulierung in alle Landesfischereigesetze bzw. die entsprechenden Verordnungen aufzunehmen:
„Ein gefangener Fisch, der aufgrund von Größe oder Art unter Beachtung der Hegeregelung keiner sinnvollen Verwertung zugeführt werden kann, ist unverzüglich und unversehrt zurückzusetzen.“

Ein weiterer grundsätzlicher Punkt, der Angler interessiert, ist die gleichwertige Berücksichtigung ihrer Interessen in Bezug auf die Nutzung der Gewässer. So gibt es in einigen Bundesländern Gesetze und Verordnungen, welche die Angler im Gegensatz zum Rest der Bevölkerung unangemessen einschränken. Als Beispiel sei hier das gesetzliche Nachtangelverbot in Baden-Württemberg genannt.
Sollte ein Gewässer so schutzbedürftig sein, dass man Anglern verbieten muss, dort nachts anwesend zu sein, muss dies natürlich auch für alle anderen Bürger gelten, vom Vogelbeobachter über den Jäger bis hin zum normalen, erholungssuchenden Bürger.

Daher hier unsere Fragen:
1.: Arbeitet Ihre Partei in ihren Gremien länderübergreifend an einer anglerfreundlichen Umsetzung von Bundesgesetzen?

2.: Strebt Ihre Fraktion/Partei an, den folgenden Passus (oder einen sinngegmäß ähnlichen) auch im Landesfischereigesetz/Verordnungen bei Ihnen im Land festzuschreiben:
„Ein gefangener Fisch, der aufgrund von Größe oder Art unter Beachtung der Hegeregelung keiner sinnvollen Verwertung zugeführt werden kann, ist unverzüglich und unversehrt zurückzusetzen.“

3.: Wird sich ihre Fraktion/Partei dafür einsetzen, Angler nicht schlechter als alle anderen Bürger bei der Nutzung der Gewässer und Uferbereiche zu stellen?

Mit freundlichen Grüßen, Thomas Finkbeiner


Die Antworten

Die erste Antwort kam von den Grünen:


Die Grünen schrieb:
1.: Arbeitet Ihre Partei in ihren Gremien länderübergreifend an einer anglerfreundlichen Umsetzung von Bundesgesetzen?
Die Politik von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN orientiert sich nicht pauschal daran, angelfreundlich oder angelfeindlich zu sein.

Selbstverständlich tauschen wir uns bei aktuellen Anlässen mit den GRÜNEN in anderen Bundesländern aus und stimmen uns daher auch länderübergreifend ab – doch gibt es in den Bundesländern teils unterschiedliche Gegebenheiten, die auch länderspezifische Regelungen rechtfertigen. Wenn wir uns in Baden-Württemberg für eine Änderung von Bundesgesetzen einsetzen, erfolgt dies selbstverständlich in Abstimmung mit den GRÜNEN auf Bundesebene.

Zur Frage der „Angelfreundlichkeit“: In einer Zeit, in der insbesondere Jugendliche und auch Kinder zunehmend von der Natur entfremdet sind, begrüßen wir es, wenn sich Menschen in der Natur aufhalten sowie Geduld und Beobachtung in der Natur üben. In zahlreichen Angelvereinen gibt es hierzu vorbildliche und von hohem ehrenamtlichem Engagement getragene Initiativen. Es muss der Ehrlichkeit halber aber auch angemerkt werden, dass es an manchen Gewässerrändern aufgrund von Anglern zu Störungen von Brutvögeln, zur Vermüllung und Verlärmung der Landschaft kommt. Daher wünschen wir uns viele aktive Angler/innen in oder außerhalb von Vereinen, bei denen der Umgang mit Abfall, Lärm und Rücksichtnahme auf Tier- und Pflanzenarten vorbildlich ist und die damit dazu beitragen, dass die Angelfischerei eine wichtige, eben vorbildliche Funktion in unserer Gesellschaft einnimmt.

Angelfischerei ist eine Freizeittätigkeit an, die in einem natur- und tierschutzrechtlich angemessenen Rahmen ausgeübt werden muss. Daher müssen die legitimen Interessen der Angelfischerei bei jeder konkreten Frage mit Naturschutz- und Tierschutzbelangen abgewogen werden. Bei einer fairen Abwägung kommt es in der Regel zu Lösungen, mit denen alle Seiten gut leben können.



2.: Strebt Ihre Fraktion/Partei an, den folgenden Passus (oder einen sinngemäß ähnlichen) auch im Landesfischereigesetz/Verordnungen bei Ihnen im Land festzuschreiben:
„Ein gefangener Fisch, der aufgrund von Größe oder Art unter Beachtung der Hegeregelung keiner sinnvollen Verwertung zugeführt werden kann, ist unverzüglich und unversehrt zurückzusetzen.“

Ja. Dies entspricht den artenschutz- und tierschutzrechtlichen Regelungen.

Doch sind hierzu Ergänzungen sinnvoll:
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN stehen hinter der Vorgabe des Tierschutzgesetzes, dass für das Töten und Aneignen von Fischen ein vernünftiger Grund vorliegen und dies ansonsten unterbleiben muss. Das muss selbstverständlich auch für geangelte Fische gelten. Dem muss das jeweilige Landesfischereigesetz Rechnung tragen.

Eine Landesregelung, welche das Töten eines jeden gefangenen Fisches außerhalb von Schonzeit, Schonmaß oder Hegeregelungen vorschreibt, ohne darauf Rücksicht zu nehmen, inwieweit der Angler den gefangenen Fisch auch sinnvoll verwerten kann, ist dagegen mit dem Tierschutzgesetz unvereinbar.

3.: Wird sich ihre Fraktion/Partei dafür einsetzen, Angler nicht schlechter als alle anderen Bürger bei der Nutzung der Gewässer und Uferbereiche zu stellen?

Im Grundsatz ja. Bei Aktivitäten, die vom Angelschein nicht tangiert sind, müssen die Anglerinnen selbstverständlich dieselben Rechte haben wie alle anderen Bürgerinnen und Bürger auch. Ausnahmen gibt es nur dort, wo bestimmte Bevölkerungsgruppen für ihre Aktivitäten wiederum besondere Rechte erlangt haben, die andere nicht haben (z.B. Jäger durch den Jagdschein). Unabhängig davon erlangen die Anglerinnen und Angler mit dem Angelschein Rechte, die andere Bürgerinnen und Bürger ohne Angelschein nicht haben.

Zum Nachtangelverbot hatten wir Ihnen schon auf Ihre Anfrage vom 15.5.2010 wie folgt geantwortet: „Bei Wegfall des nächtlichen Angelverbots würden insbesondere Störungen der heimischen Tierwelt zunehmen. Im Saarland beispielsweise ist es immer noch gültig und wird seitens des zwischenzeitlich als „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ anerkannten Fischereiverbands Saar in der Genehmigungspraxis nach wie vor restriktiv gehandhabt. Es hat seine Begründung darin, dass andere Tierarten am Gewässer (z.B. Schlaf- und Rastplätze von Vögeln, also ausdrücklich nicht nur zur Brutzeit) nachts nicht auch noch den damit einhergehenden, unvermeidlichen Störungen ausgesetzt sein sollen. Die Aufhebung des Nachtangelverbots lehnen wir daher ab
Interessant die Argumentation zum Nachtangelverbot:
Ein Angler darf zwar nachts nicht angeln, weil er die Tiere stört, aber er darf nachts nicht angelnd ans Wasser, Parties veranstalten, Musik aufdrehen etc..

Da gehts den Grünen also augenscheinlich nicht um den Schutz von Tieren oder Ufern, sondern das ist schlichte und pure Anglerfeindlichkeit.

Egal, dass sie vorher betonten, wie wichtig Angler wären..



FDP schrieb:
1.: Arbeitet Ihre Partei in ihren Gremien länderübergreifend an einer anglerfreundlichen Umsetzung von Bundesgesetzen?

2.: Strebt Ihre Fraktion/Partei an, den folgenden Passus (oder einen sinngegmäß ähnlichen) auch im Landesfischereigesetz/Verordnungen bei Ihnen im Land festzuschreiben:
„Ein gefangener Fisch, der aufgrund von Größe oder Art unter Beachtung der Hegeregelung keiner sinnvollen Verwertung zugeführt werden kann, ist unverzüglich und unversehrt zurückzusetzen.“

3.: Wird sich ihre Fraktion/Partei dafür einsetzen, Angler nicht schlechter als alle anderen Bürger bei der Nutzung der Gewässer und Uferbereiche zu stellen?



Und hier sind die Antworten der FDP Baden-Württemberg:



zu 1: ja
zu 2. Das Fischereirecht in Baden-Württemberg enthält bereits eine vergleichbare Regelung. Der weitergehende Vorschlag des Anglerboards ist zu ungenau für eine gesetzliche Regelung und würde es dem Angler letztlich überlassen, welche Fische er zurücksetzt. Dies wollen wir nicht.
Zu 3: ja


Mit freundlichen Grüßen

Jan Havlik

Jan Havlik
FDP/DVP Landesverband Baden-Württemberg
Und auch die Antwort der FDP ist angekommen, womit klar welche Partei in BW man aus anglerischer Sicht neben den Grünen ebenfalls nicht wählen sollte..

Wobei das gerade Punkt 2 bei der FDP ausmacht, die Angler auch zum Fische abknüppeln zwingen - während das der einzige Punkt ist, den die Grünen begriffen haben ;-))

Hier auch noch die Antwort der Linken:


Die Linke schrieb:
Antworten auf die Wahlprüfsteine
von Anglerboard.de


Frage 1:
Arbeitet Ihre Partei in ihren Gremien länderübergreifend an einer anglerfreundlichen Umsetzung von Bundesgesetzen?

Es ist ein Anliegen der LINKEN, den natürlichen Reichtum und die Vielfalt der Natur unseres Planeten auch für nachfolgende Generationen zu erhalten. Das gilt für die Flora und Fauna über sowie unter der Wasseroberfläche.
Anglerinnen und Angler sowie ihre Zusammenschlüsse spielen eine wichtige Rolle für die Gesellschaft und die Natur:
In ihrer sozialen Funktion, in der Kinder- und Jugendarbeit und vor allem als institutionelle Naturschützer. Diese Arbeit ist wichtig und deshalb setzt sich DIE LINKE natürlich für die Interessen von Anglerinnen und Anglern ein.
Nicht immer ist das grenzenlos möglich. Zum einen gibt es andere Interessen, mit denen diese abgewogen werden müssen. Das andere Problem der verschiedenen Regelungen in den einzelnen Bundesländern haben Sie bereits angedeutet.
Es ist verständlich, dass Sie hier eine Vereinheitlichung anstreben. Es stellt sich dann aber die Frage, auf welchem Standard diese Vereinfachung stattfinden würde.
Im Land Brandenburg, in dem DIE LINKE an der Regierung beteiligt ist, gibt es z.B. bezüglich des Kinder- und Jugendangelns sowie des Zurücksetzens gefangener Fische sehr fortschrittliche Regelungen, auch in der Kormoranverordnung.
Bundesweit geltende Regelungen würden unserer Auffassung nach dieses gute Niveau nicht erreichen, auch wenn ein solches natürlich das Ziel sein muss. Selbiges gilt für den Zugang zum Angelsport, zu dem unsere Bundestagsfraktion in der letzten Legislaturperiode eine Kleine Anfrage gestellt hat (Bundestagsdrucksache 16/10702).

Frage 2:

Strebt Ihre Partei an, den folgenden Passus (oder einen sinngemäß ähnlichen) auch im Landesfischereigesetz/Verordnungen bei Ihnen im Land festzuschreiben: „Ein gefangener Fisch, der aufgrund von Größe oder Art unter Beachtung der Hegeregelung keiner sinnvollen Verwertung zugeführt werden kann, ist unverzüglich und unversehrt zurückzusetzen.“


Ein grundsätzliches Rücksetzverbot ist in der Tat nicht sinnvoll. Insbesondere dann, wenn Fischbestände geschont werden müssen oder Fische zwar noch reproduktionsfähig, aber aufgrund ihres hohen Alters ungenießbar sind, erkennen wir keinen vernünftigen Grund, die Entnahme vorzuschreiben.
Der in Ihrem Vorschlag verwendete Begriff der "sinnvollen Verwertung" ist zwar etwas schwammig und interpretierbar, dennoch unterstützen wir die Zielsetzung sinngemäß.

Frage 3:

Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, Angler nicht schlechter als alle anderen Bürger bei der Nutzung der Gewässer und Uferbereiche zu stellen?

Das Nachtangeln ist ein wesentlicher Teil der Freizeitfischerei. Wir wissen, dass verantwortungsbewusste Anglerinnen und Angler an Gewässern grundsätzlich so angeln, dass die Tier- und Pflanzenwelt nicht mehr als notwendig beeinträchtigt wird.
Fangbeschränkungen, z.B. für den Aal, können auch anders festgelegt werden und sensible Uferbereiche können z.B. über die Ausweisung von Laich- und Fischschonbezirken viel wirksamer geschützt werden.
Viele Anglerverbände übernehmen die Verantwortung für ganze Gewässer, nicht nur für die Fischbestände darin. Damit sind sie gern gesehene und verlässliche Partner für die Politik und den Naturschutz. Es macht aus Sicht der LINKEN daher keinen Sinn, diese Verantwortung einzuschränken und ihnen einen Stundenplan mit erlaubten Angelzeiten mitzugeben.
Unabhängig von der sonstigen Politik muss man der Partei "Die Linke" in Baden-Württemberg eine sehr anglerfreundliche Haltung bescheinigen.
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Wahlprüfstein zur Landtagswahl: Baden-Württemberg

Wir werden eingehende Antworten sowohl hier im Forum veröffentlichen wie auch im Magazin zusammen stellen.
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Wahlprüfstein zur Landtagswahl: Baden-Württemberg

Die erste Antwort kam von den Grünen:


1.: Arbeitet Ihre Partei in ihren Gremien länderübergreifend an einer anglerfreundlichen Umsetzung von Bundesgesetzen?
Die Politik von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN orientiert sich nicht pauschal daran, angelfreundlich oder angelfeindlich zu sein.

Selbstverständlich tauschen wir uns bei aktuellen Anlässen mit den GRÜNEN in anderen Bundesländern aus und stimmen uns daher auch länderübergreifend ab – doch gibt es in den Bundesländern teils unterschiedliche Gegebenheiten, die auch länderspezifische Regelungen rechtfertigen. Wenn wir uns in Baden-Württemberg für eine Änderung von Bundesgesetzen einsetzen, erfolgt dies selbstverständlich in Abstimmung mit den GRÜNEN auf Bundesebene.

Zur Frage der „Angelfreundlichkeit“: In einer Zeit, in der insbesondere Jugendliche und auch Kinder zunehmend von der Natur entfremdet sind, begrüßen wir es, wenn sich Menschen in der Natur aufhalten sowie Geduld und Beobachtung in der Natur üben. In zahlreichen Angelvereinen gibt es hierzu vorbildliche und von hohem ehrenamtlichem Engagement getragene Initiativen. Es muss der Ehrlichkeit halber aber auch angemerkt werden, dass es an manchen Gewässerrändern aufgrund von Anglern zu Störungen von Brutvögeln, zur Vermüllung und Verlärmung der Landschaft kommt. Daher wünschen wir uns viele aktive Angler/innen in oder außerhalb von Vereinen, bei denen der Umgang mit Abfall, Lärm und Rücksichtnahme auf Tier- und Pflanzenarten vorbildlich ist und die damit dazu beitragen, dass die Angelfischerei eine wichtige, eben vorbildliche Funktion in unserer Gesellschaft einnimmt.

Angelfischerei ist eine Freizeittätigkeit an, die in einem natur- und tierschutzrechtlich angemessenen Rahmen ausgeübt werden muss. Daher müssen die legitimen Interessen der Angelfischerei bei jeder konkreten Frage mit Naturschutz- und Tierschutzbelangen abgewogen werden. Bei einer fairen Abwägung kommt es in der Regel zu Lösungen, mit denen alle Seiten gut leben können.



2.: Strebt Ihre Fraktion/Partei an, den folgenden Passus (oder einen sinngemäß ähnlichen) auch im Landesfischereigesetz/Verordnungen bei Ihnen im Land festzuschreiben:
„Ein gefangener Fisch, der aufgrund von Größe oder Art unter Beachtung der Hegeregelung keiner sinnvollen Verwertung zugeführt werden kann, ist unverzüglich und unversehrt zurückzusetzen.“

Ja. Dies entspricht den artenschutz- und tierschutzrechtlichen Regelungen.

Doch sind hierzu Ergänzungen sinnvoll:
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN stehen hinter der Vorgabe des Tierschutzgesetzes, dass für das Töten und Aneignen von Fischen ein vernünftiger Grund vorliegen und dies ansonsten unterbleiben muss. Das muss selbstverständlich auch für geangelte Fische gelten. Dem muss das jeweilige Landesfischereigesetz Rechnung tragen.

Eine Landesregelung, welche das Töten eines jeden gefangenen Fisches außerhalb von Schonzeit, Schonmaß oder Hegeregelungen vorschreibt, ohne darauf Rücksicht zu nehmen, inwieweit der Angler den gefangenen Fisch auch sinnvoll verwerten kann, ist dagegen mit dem Tierschutzgesetz unvereinbar.

3.: Wird sich ihre Fraktion/Partei dafür einsetzen, Angler nicht schlechter als alle anderen Bürger bei der Nutzung der Gewässer und Uferbereiche zu stellen?

Im Grundsatz ja. Bei Aktivitäten, die vom Angelschein nicht tangiert sind, müssen die Anglerinnen selbstverständlich dieselben Rechte haben wie alle anderen Bürgerinnen und Bürger auch. Ausnahmen gibt es nur dort, wo bestimmte Bevölkerungsgruppen für ihre Aktivitäten wiederum besondere Rechte erlangt haben, die andere nicht haben (z.B. Jäger durch den Jagdschein). Unabhängig davon erlangen die Anglerinnen und Angler mit dem Angelschein Rechte, die andere Bürgerinnen und Bürger ohne Angelschein nicht haben.

Zum Nachtangelverbot hatten wir Ihnen schon auf Ihre Anfrage vom 15.5.2010 wie folgt geantwortet: „Bei Wegfall des nächtlichen Angelverbots würden insbesondere Störungen der heimischen Tierwelt zunehmen. Im Saarland beispielsweise ist es immer noch gültig und wird seitens des zwischenzeitlich als „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ anerkannten Fischereiverbands Saar in der Genehmigungspraxis nach wie vor restriktiv gehandhabt. Es hat seine Begründung darin, dass andere Tierarten am Gewässer (z.B. Schlaf- und Rastplätze von Vögeln, also ausdrücklich nicht nur zur Brutzeit) nachts nicht auch noch den damit einhergehenden, unvermeidlichen Störungen ausgesetzt sein sollen. Die Aufhebung des Nachtangelverbots lehnen wir daher ab
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Wahlprüfstein zur Landtagswahl: Baden-Württemberg

Interessant die Argumentation zum Nachtangelverbot:
Ein Angler darf zwar nachts nicht angeln, weil er die Tiere stört, aber er darf nachts nicht angelnd ans Wasser, Parties veranstalten, Musik aufdrehen etc..

Da gehts den Grünen also augenscheinlich nicht um den Schutz von Tieren oder Ufern, sondern das ist schlichte und pure Anglerfeindlichkeit.

Egal, dass sie vorher betonten, wie wichtig Angler wären..
 

micha84

Member
AW: Wahlprüfstein zur Landtagswahl: Baden-Württemberg

Ich finde das Angler auch an den Tierschutz und Naturschutz beteiligen. Wer Pachtet den die Seen und Flüsse und pflegt diese??? Genau die Angelvreine zahlen haufen Geld um den See zu erhalten und schauen das der See nicht verdreckt wird hier spart sich das Landkreis verdammt viel Geld.
Schwarze Schaafe gibt es überall, klar gibt es Angler die hinterlassen viel Dreck und schmeissen Plastik ins Wasser und drehen die Musik bis zum Maximum das ist aber geringe anzahl von Angler. Viel schlimmer finde ich die Spaziergänger wo einfach Müll wegwerfen, der Hund an jeden Baum pinkelt und die Jugendliche die laute Musik an den See mitbringen.
Wie oft durfte ich es beobachten das man auf den See eine Party macht mitte im Naturschutzgebiet hat es jemanden Interessiert??? Oder wie die Naturschützer mitten durch das Naturschutzgebiet durchlatschen alles abtrampeln riesen lärm veranstallten nur um 2 Eier zu markieren.

Wir Angler haben einfach kleinere Lobby und Verständnis für unser Hobby die meisten sehen in uns die Mörder wo den See die Fische klaut und somit ein Leben aus dem See nimmt. Das wir für jeden Tag wo wir an dem See Gebühren bezahlen und somit der Erhalt gesichert ist weiss keiner.
 
AW: Wahlprüfstein zur Landtagswahl: Baden-Württemberg

Sehr sehr gut! Bin wirklich gespannt auf die Antworten
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Wahlprüfstein zur Landtagswahl: Baden-Württemberg

Wir Angler haben einfach kleinere Lobby und Verständnis für unser Hobby die meisten sehen in uns die Mörder wo den See die Fische klaut und somit ein Leben aus dem See nimmt. Das wir für jeden Tag wo wir an dem See Gebühren bezahlen und somit der Erhalt gesichert ist weiss keiner.
Wir arbeiten ja dran- zumindest die SPD hats in B-W schon begriffen...

Der Vorsitzende der SPD hat ja auch klar gestellt, dass entweder bei entsprechendem Schutzbedürfnis eines Gewässers nur ALLE Bürger vom Wasser fernzubleiben haben oder eben im anderen Falle auch Angler nachts angeln dürfen und wegen seiner klaren und anglerfreundlichen Aussagen von uns den Anglerboard-Ehrenpreis bekommen:
http://www.anglerboard.de/board/showthread.php?t=201519

Interessant wird da werden, wer im Falle einer grün-roten Koalition sich da durchsetzen wird.....
;-)))
 
AW: Wahlprüfstein zur Landtagswahl: Baden-Württemberg

Hallo zusammen,
ich habe auf anderer Seite zu der gleichen Anfrage folgende Antwort gefunden und nachdem selbst unsere eigen Behörde dagegen ist denke ich es gibt naheliegend keine Hoffnung, alles andere ist Wahlpropaganda....
Viel Spass beim lesen.....,

Stellungnahme (Anmerkung : Stellungnahme des Ministeriums)
Mit Schreiben vom 28. Oktober 2010 Nr. 26-0141.5 nimmt das Ministerium
für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz zu dem Antrag wie
folgt Stellung:
Zu I. 3.:
Das Angeln ist gemäß § 3 Abs. 1 Satz 5 LFischVO von einer Stunde vor Sonnenaufgang
bis eine Stunde nach Sonnenuntergang zulässig. Damit beträgt
die generell zulässige Angelzeit selbst an den kürzesten Tagen im Jahr mehr
als zehn und im Sommer bis zu 18 Stunden. Für das Angeln auf die nachtaktiven
Arten Aal und Wels besteht eine Sonderregelung, dieses ist je nach Tageslänge
mindestens 17 und bis zu über 20 Stunden erlaubt.
Gegen eine völlige Freigabe des Angelns zur Nachtzeit sprechen zahlreiche
Gründe. Vor allem wird eine Ruhezeit für die Lebewelt an den Gewässern als
erforderlich erachtet, und es ist zu befürchten, dass es bei durchgehendem
nächtlichen Angelbetrieb zu größeren Schädigungen der Lebensstätten und
Lebensgemeinschaften der ökologisch besonders sensiblen Uferzonen käme.
Auch der Landesfischereiverband, der Landesnaturschutzverband sowie der
Landesfischereibeirat und der Landesbeirat für Tierschutz haben sich deshalb
dafür ausgesprochen, die bestehende Regelung beizubehalten. Im Landesfischereibeirat wurde aus dem Kreis der kommunalen Landesverbände zusätzlich darauf hingewiesen, dass es in vielen Fällen auch um die Sicherung der Nachtruhe der Anwohner an Gewässern geht.

Köberle
Minister für Ländlichen Raum,
Ernährung und Verbraucherschutz
 

ivo

Member
AW: Wahlprüfstein zur Landtagswahl: Baden-Württemberg

Irgendwie haben im Ländle alle die gleichen Argumente.#d
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Wahlprüfstein zur Landtagswahl: Baden-Württemberg

1.: Arbeitet Ihre Partei in ihren Gremien länderübergreifend an einer anglerfreundlichen Umsetzung von Bundesgesetzen?

2.: Strebt Ihre Fraktion/Partei an, den folgenden Passus (oder einen sinngegmäß ähnlichen) auch im Landesfischereigesetz/Verordnungen bei Ihnen im Land festzuschreiben:
„Ein gefangener Fisch, der aufgrund von Größe oder Art unter Beachtung der Hegeregelung keiner sinnvollen Verwertung zugeführt werden kann, ist unverzüglich und unversehrt zurückzusetzen.“

3.: Wird sich ihre Fraktion/Partei dafür einsetzen, Angler nicht schlechter als alle anderen Bürger bei der Nutzung der Gewässer und Uferbereiche zu stellen?



Und hier sind die Antworten der FDP Baden-Württemberg:



zu 1: ja
zu 2. Das Fischereirecht in Baden-Württemberg enthält bereits eine vergleichbare Regelung. Der weitergehende Vorschlag des Anglerboards ist zu ungenau für eine gesetzliche Regelung und würde es dem Angler letztlich überlassen, welche Fische er zurücksetzt. Dies wollen wir nicht.
Zu 3: ja


Mit freundlichen Grüßen

Jan Havlik

Jan Havlik
FDP/DVP Landesverband Baden-Württemberg
Und auch die Atwort der FDP ist angekommen, womit klar welche Partei in BW man aus anglerischer Sicht neben den Grünen ebvenfalls nicht wählen sollte..

Wobei das gerade Punkt 2 bei der FDP ausmacht, die Angler auch zum Fische abknüppeln zwingen - während das der einzige Punkt ist, den die Grünen begriffen haben ;-))
 
AW: Wahlprüfstein zur Landtagswahl: Baden-Württemberg

Die FDP schießt ja echt den Vodel ab.... Allein schon die Art der Antworten, fast schon respektlos! Mal schaun ob sie die 5% kacken :q
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Wahlprüfstein zur Landtagswahl: Baden-Württemberg

Ich kenn jedenfalls schon mal 2 Parteien, die ich nicht wählen werde - nicht nur, aber auch wegen ihrer Antworten hier..
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Wahlprüfstein zur Landtagswahl: Baden-Württemberg

Hier auch noch die Antwort der Linken:


Die Linke schrieb:
Antworten auf die Wahlprüfsteine
von Anglerboard.de


Frage 1:
Arbeitet Ihre Partei in ihren Gremien länderübergreifend an einer anglerfreundlichen Umsetzung von Bundesgesetzen?

Es ist ein Anliegen der LINKEN, den natürlichen Reichtum und die Vielfalt der Natur unseres Planeten auch für nachfolgende Generationen zu erhalten. Das gilt für die Flora und Fauna über sowie unter der Wasseroberfläche.
Anglerinnen und Angler sowie ihre Zusammenschlüsse spielen eine wichtige Rolle für die Gesellschaft und die Natur:
In ihrer sozialen Funktion, in der Kinder- und Jugendarbeit und vor allem als institutionelle Naturschützer. Diese Arbeit ist wichtig und deshalb setzt sich DIE LINKE natürlich für die Interessen von Anglerinnen und Anglern ein.
Nicht immer ist das grenzenlos möglich. Zum einen gibt es andere Interessen, mit denen diese abgewogen werden müssen. Das andere Problem der verschiedenen Regelungen in den einzelnen Bundesländern haben Sie bereits angedeutet.
Es ist verständlich, dass Sie hier eine Vereinheitlichung anstreben. Es stellt sich dann aber die Frage, auf welchem Standard diese Vereinfachung stattfinden würde.
Im Land Brandenburg, in dem DIE LINKE an der Regierung beteiligt ist, gibt es z.B. bezüglich des Kinder- und Jugendangelns sowie des Zurücksetzens gefangener Fische sehr fortschrittliche Regelungen, auch in der Kormoranverordnung.
Bundesweit geltende Regelungen würden unserer Auffassung nach dieses gute Niveau nicht erreichen, auch wenn ein solches natürlich das Ziel sein muss. Selbiges gilt für den Zugang zum Angelsport, zu dem unsere Bundestagsfraktion in der letzten Legislaturperiode eine Kleine Anfrage gestellt hat (Bundestagsdrucksache 16/10702).

Frage 2:

Strebt Ihre Partei an, den folgenden Passus (oder einen sinngemäß ähnlichen) auch im Landesfischereigesetz/Verordnungen bei Ihnen im Land festzuschreiben: „Ein gefangener Fisch, der aufgrund von Größe oder Art unter Beachtung der Hegeregelung keiner sinnvollen Verwertung zugeführt werden kann, ist unverzüglich und unversehrt zurückzusetzen.“


Ein grundsätzliches Rücksetzverbot ist in der Tat nicht sinnvoll. Insbesondere dann, wenn Fischbestände geschont werden müssen oder Fische zwar noch reproduktionsfähig, aber aufgrund ihres hohen Alters ungenießbar sind, erkennen wir keinen vernünftigen Grund, die Entnahme vorzuschreiben.
Der in Ihrem Vorschlag verwendete Begriff der "sinnvollen Verwertung" ist zwar etwas schwammig und interpretierbar, dennoch unterstützen wir die Zielsetzung sinngemäß.

Frage 3:

Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, Angler nicht schlechter als alle anderen Bürger bei der Nutzung der Gewässer und Uferbereiche zu stellen?

Das Nachtangeln ist ein wesentlicher Teil der Freizeitfischerei. Wir wissen, dass verantwortungsbewusste Anglerinnen und Angler an Gewässern grundsätzlich so angeln, dass die Tier- und Pflanzenwelt nicht mehr als notwendig beeinträchtigt wird.
Fangbeschränkungen, z.B. für den Aal, können auch anders festgelegt werden und sensible Uferbereiche können z.B. über die Ausweisung von Laich- und Fischschonbezirken viel wirksamer geschützt werden.
Viele Anglerverbände übernehmen die Verantwortung für ganze Gewässer, nicht nur für die Fischbestände darin. Damit sind sie gern gesehene und verlässliche Partner für die Politik und den Naturschutz. Es macht aus Sicht der LINKEN daher keinen Sinn, diese Verantwortung einzuschränken und ihnen einen Stundenplan mit erlaubten Angelzeiten mitzugeben.
Unabhängig von der sonstigen Politik muss man der Partei "Die Linke" in Baden-Württemberg eine sehr anglerfreundliche Haltung bescheinigen.
 

Brillendorsch

Teilzeitangler
AW: Wahlprüfstein zur Landtagswahl: Baden-Württemberg

man beachte den Wortlaut: Stundenplan mit erlaubten Angelzeiten
schmunzel
 

macke

Member
AW: Wahlprüfstein zur Landtagswahl: Baden-Württemberg

Bedeutet das eigentlich, dass von CDU und SPD bisher noch keine Antwort kam?

Danke und Grüße

Fabian
 
AW: Wahlprüfstein zur Landtagswahl: Baden-Württemberg

Was ist eigentlich mit der CDU?

Warten die erst was die anderen schreiben und kopieren es dann? Hoffentlich vergessen sie es dieses mal nicht ihre Fußnoten zu setzten |kopfkrat...
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Wahlprüfstein zur Landtagswahl: Baden-Württemberg

Das war CSU mit den Fußnoten - die übrigens noch nie geantwortet hatte (CSU, nicht CDU!)
 
AW: Wahlprüfstein zur Landtagswahl: Baden-Württemberg

Ob CSU oder CDU ist im Moment doch eigentlich egal. Beide zusammen bilden auf Bundesebene die Union und sind untereinander Schwesterparteien. Da es in diesem Threat aber um eine Landtagswahl in Baden Württemberg geht, muss die CDU stellvertretend für ihren Unionspartner herhalten.

Oder sehe ich das falsch? |kopfkrat
 

wolfgang f.

Active Member
AW: Wahlprüfstein zur Landtagswahl: Baden-Württemberg

Ja, im Prinzip siehst Du das schon falsch- schon deswegen, weil die CSU noch verbruzzelter ist als ihre Schwester CDU und uns in Ba-Wü zum Glück rein garnix zu sagen hat!
Den Rest der Geschwister betreffend hüllt sich der Philosoph in Schweigen...
 
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