Viele tote Karpfen - sind das "Winterschäden"??

Heilbutt

Endlich : Die Ehe für Aale
Hallo,
wir haben hier bei uns am Ortsrand einen ca. 4 ha großen
Waldweiher mit gutem Karpfenbestand.
Dort scheinen im Moment viele tote Karpfen in allen
Größen tot an der Oberfläche zu treiben. So ist´s mir
jedenfalls von gleich zwei Nachbarn berichtet worden.
Natürlich gleich mit der Frage woran die wohl gestorben
seien....

Leider hatte ich bisher keine Gelegenheit mir selbst
ein Bild zu machen.

Kann es sein, daß dies noch "Winterschäden" sind, die
jetzt erst an die Oberfläche auftreiben??
Wir hatten nämlich diesen Winter seit langem wieder
mal eine dicke Eisschicht drauf, wodurch der Weiher
ca. vier Wochen durch Eissportler aller Colleur stark
frequentiert war!?!
Der Weiher ist relativ schlammig und in der Mitte
ca. max. 1,2 m tief.

Wer kann dazu was sagen?

Gruß

Holger
 

Fischpaule

Karpfendompteur
AW: Viele tote Karpfen - sind das "Winterschäden"??

Moin
Das könnte durchaus sein, das dies die Folgen des Winters sind. Die Früjahrsverluste treten immer in der ersten wärmeren Zeit des Jahres auf. Auch können die Verluste durchaus auf die Schwächung der Fische durch die Schlittschuhläufer zurückzuführen sein.
Um ganz sicher zu gehen, das es "nur" wintergeschwächte Fische sind, solltet ihr euch die Sache aber nochmal genau anschauen...

#h
 

Carp-pike

Member
AW: Viele tote Karpfen - sind das "Winterschäden"??

wir haben das selbe problem..
mehrere tote karpfen und karauschen mindestens schon 5 von beiden gesichtet
 

aqauwatch

Member
AW: Viele tote Karpfen - sind das "Winterschäden"??

wie können denn die fische durch die schlittschuhläufer geschwächt wurden sein??

würde dann eher den winter dafür verantwortlich machen
 

Blauzahn

Muldenfischer
AW: Viele tote Karpfen - sind das "Winterschäden"??

Hallo,
also an eine mehrwöchige Vereisung glaube ich nicht, da dieser Winter auch bei Euch im Fränkischen Raum ein sehr Milder Winter war. Wenn, dann dürfte es maximal über eine Woche eine tragfähige Eisdecke gegeben haben, der Winter 05/06 war dahingehend bedeutend strenger und hätte somit eher zu Winterschäden führen sollen (soviel zur Anmerkung "seit langem")
Was viel mehr der Grund für das Karpfensterben sein wird, ist ein kruzzeitiges "Umkippen" des Gewässers. Wir beobachten das hier an einem 12 ha großen Gewässer auch regelmäßig, sind aber nocht nicht hinter die Zusammenhänge mit der Witterung gekommen.
Winterschäden schließe ich definitiv aus.

Edit:
Zur Untermauerung meiner Behauptung habe ich eine kleine Grafik der Kältesummen parat, welche eine Aussage über das Gefrierverhalten von stehenden Gewässern gibt.
Nürnberg und Zwickau liegen nun auch nicht soo weit auseinander...
Kaeltesumme.gif


Grüße
 
Zuletzt bearbeitet:

Fischpaule

Karpfendompteur
AW: Viele tote Karpfen - sind das "Winterschäden"??

Winterschäden schließe ich definitiv aus.

Oh oh, so einfach lässt sich das mit den Winterschäden nicht ausschließen, sicher könnte man den Einfluß der Schlittschuhläufer bei einer sehr kurzen Eisbedeckungszeit u.U. als gering einschätzen - aber bei vier Wochen (wie von Heilbutt geschrieben) extremen Stress für die Fische, ist garantiert eine geringere Kondition der Fische zu erwarten, zumal das Gewässer auch noch so flach ist.
Aber auch in wärmeren Wintern ohne Eisbedeckung kann es enorme Nachteile für die Fische geben.

#h
 

rutic

Member
AW: Viele tote Karpfen - sind das "Winterschäden"??

Hallo,
wir haben hier bei uns am Ortsrand einen ca. 4 ha großen
Waldweiher mit gutem Karpfenbestand.
Dort scheinen im Moment viele tote Karpfen in allen
Größen tot an der Oberfläche zu treiben. So ist´s mir
jedenfalls von gleich zwei Nachbarn berichtet worden.
Natürlich gleich mit der Frage woran die wohl gestorben
seien....

Leider hatte ich bisher keine Gelegenheit mir selbst
ein Bild zu machen.

Kann es sein, daß dies noch "Winterschäden" sind, die
jetzt erst an die Oberfläche auftreiben??
Wir hatten nämlich diesen Winter seit langem wieder
mal eine dicke Eisschicht drauf, wodurch der Weiher
ca. vier Wochen durch Eissportler aller Colleur stark
frequentiert war!?!
Der Weiher ist relativ schlammig und in der Mitte
ca. max. 1,2 m tief.

Wer kann dazu was sagen?

Gruß

Holger




Gerade in einem 1,50m tiefem Wasser können sehr wohl Schlittschuhläufer der Grund für ein Fischsterben sein.
Die fische befinden sich bei Kälte und sauerstoffmangel
in einer sogenannten Ruhefase, bei der das Herz nur 2-5mal
in der Minute schlägt. wird der Fisch in dieser Fase auf geschreckt gerät er in Panik ,und der Pulsschlag explodiert förmlich . Ein Kollabieren ist somit fast vorprogamiert.
 

Heilbutt

Endlich : Die Ehe für Aale
AW: Viele tote Karpfen - sind das "Winterschäden"??

Hallo,
also an eine mehrwöchige Vereisung glaube ich nicht, da dieser Winter auch bei Euch im Fränkischen Raum ein sehr Milder Winter war. Wenn, dann dürfte es maximal über eine Woche eine tragfähige Eisdecke gegeben haben, der Winter 05/06 war dahingehend bedeutend strenger und hätte somit eher zu Winterschäden führen sollen (soviel zur Anmerkung "seit langem")
Was viel mehr der Grund für das Karpfensterben sein wird, ist ein kruzzeitiges "Umkippen" des Gewässers. Wir beobachten das hier an einem 12 ha großen Gewässer auch regelmäßig, sind aber nocht nicht hinter die Zusammenhänge mit der Witterung gekommen.
Winterschäden schließe ich definitiv aus.

Grüße


#h
Die Vereisung selbst war sogar noch länger!! Gut - lass
die tragfähige Eisfläche von mir aus nur drei Wochen
gewesen sein - das war sie aber auf alle Fälle, denn ich
war oft genug selbst drauf. (ich hatte mir sogar extra
noch neue Schlittschuhe gekauft...)
Und der strenge Winter den du meinst - war der nicht noch
ein Jahr vorher? Naja egal, jedenfalls gab´s da auch
anschliessend größere Winterschäden....

Das mit der erhöhten Anzahl toter Fische in flachen
"Wintersportgewässern" dachte ich sei nichts neues!?!
So erklärten das unsere Gewässerwarte sinngemäß so:

Karpfen = wechselwarm, d. h. wenn Wasser sehr
kalt = Fisch sehr kalt = Kreislauf gaaanz unten =
Herzschlag gaaanz wenig, Winterruhe eben...
Wenn aber nen halben Meter über dem kalten
Fisch ne Horde halbstarker die Hockeyschläger auf´s
Eis knallt = nix mit Ruhe = Fisch flüchtet ständig,
trotz gaaanz wenig Kreislauf = Fisch hat Stress =
Fisch geht kaputt, sinkt zu Boden, und wenn die
Wassertemperaturen steigen, steigen auch die
toten Fische an die Oberfläche und werden von
meinen Nachbarn entdeckt....|rolleyes


...nur weiss ich eben nicht ob dies nicht schon lange
hätte passieren müssen?!?
Durch was könnte der Weiher "kurzfristig umkippen"??
Doch um diese Jahreszeit nur wenn was eingeleitet
wird, was da nicht reingehört?!?

Gruß

Holger
 

Fischpaule

Karpfendompteur
AW: Viele tote Karpfen - sind das "Winterschäden"??

...trotz gaaanz wenig Kreislauf = Fisch hat Stress =
Fisch geht kaputt, sinkt zu Boden, und wenn die
Wassertemperaturen steigen, steigen auch die
toten Fische an die Oberfläche und werden von
meinen Nachbarn entdeckt....|rolleyes

...nur weiss ich eben nicht ob dies nicht schon lange
hätte passieren müssen?!?

Das Fische direkt unter der Eisdecke sterben, hat weniger mit dem Stress zu tun, sondern eher mit Sauerstoffmangel (der natürlich auch zum Stress führt ;)) - die Fische, die unter der Eisdecke gestorben sind, sind normalerweise schon völlig verwest.
- also musste es eher heißen: Fisch steigert durch Stress Kreislauf = Fisch verbraucht überdurchschnittlich viel Energie = Fisch ist im zeitigen Frühjahr stark geschwächt = Fisch stirbt durch Einfluß von Krankheitserregern, da er kaum Abwehrkräfte hat = Fisch schwimmt kieloben und wird von den Nachbarn gesehen ;)
Hierbei sind Wassertemperatur von 8-12°C am gefährlichsten, da sich die Bakterien explosionsartig vermehren, die Fische aber eben noch stark vom Winter geschwächt sind bzw. noch nicht genug Nahrung aufnehmen, um ausreichend Abwehrstoffe zu bilden.

#h
 

Blauzahn

Muldenfischer
AW: Viele tote Karpfen - sind das "Winterschäden"??

Also wenn ihr meine gepostete Grafik genauer betrachtet (das sind übrigens keine aus der Luft gegriffenen Werte, sondern Meßwerte einer (meiner) Wetterstation) dann ist zu erkennen, das der zurückliegende Winter vornehmlich im Dezember zu Vereisung von stehenden Gewässern führen konnte, Januar und Februar waren dazu vom Temperaturniveau zu warm.
Die Frage bzw. Zweifel nach dem Sterben zum jetzigen Zeitpunkt, in Verbindung mit der Vereisung ist daher mehr als berechtigt.
 

Heilbutt

Endlich : Die Ehe für Aale
AW: Viele tote Karpfen - sind das "Winterschäden"??

@Fischpaule : #6#6#6
Das finde ich eine sehr plausible Erklärung!!!

...ich werd gleich morgen meine Nachbarn belehren
...und natürlich so tun als sei das alles auf meinem
Mist gewachsen...;)


@Blauzahn : Okay, deine Grafik zeigt was anderes als
das was ich dachte:m ...Aber was ist eigentlich diese
Kältesumme "K" für ne Einheit???|kopfkrat


Gruß

Holger
 

Fischpaule

Karpfendompteur
AW: Viele tote Karpfen - sind das "Winterschäden"??

Die Frage bzw. Zweifel nach dem Sterben zum jetzigen Zeitpunkt, in Verbindung mit der Vereisung ist daher mehr als berechtigt.

Die Eisdecke selbst hat keine negativen Einflüsse auf die Kondition, sie ist sogar u.U. förderlich (dadurch haben die Fische weniger Störungen - wenn keine z.B. Schlittschuhläufer drauf sind), so lange unter ihr genug Sauerstoff ist (was natürlich bei starker Schneedecke oder hoher organischer Belastung anders aussehen kann)


Der entscheidene Faktor ist dieser :
Hierbei sind Wassertemperatur von 8-12°C am gefährlichsten, da sich die Bakterien explosionsartig vermehren, die Fische aber eben noch stark vom Winter geschwächt sind bzw. noch nicht genug Nahrung aufnehmen, um ausreichend Abwehrstoffe zu bilden.

...und dabei ist es egal, ob die Fische schon geschwächt in den Winter gegangen sind oder ob sie im Früh- oder Spätwinter überdurchschnittlich viel Energie verloren haben.

#h
 

Heilbutt

Endlich : Die Ehe für Aale
AW: Viele tote Karpfen - sind das "Winterschäden"??

:q:q, in Fachkreisen;) nennt man sie Kelvin:m

|wavey:

Ne Ne - Kelvin sind mir durchaus geläufig!!

Ich hab aber in Zwischenzeit wikipediert:

Die Kältesumme ist der Betrag aller negativen
Tagesmitteltemperaturen (also unter 0°C) über den
Erfassungszeitraum...hiermit wird u. a., wie Blauzahn schreibt, das Gefrierverhalten von Seen ermittelt.

...und wieder was gelernt#6

Gruß

Holger
 

Fischpaule

Karpfendompteur
AW: Viele tote Karpfen - sind das "Winterschäden"??

Ne Ne - Kelvin sind mir durchaus geläufig!!

Ich hab aber in Zwischenzeit wikipediert:

Die Kältesumme ist der Betrag aller negativen
Tagesmitteltemperaturen (also unter 0°C) über den
Erfassungszeitraum...hiermit wird u. a., wie Blauzahn schreibt, das Gefrierverhalten von Seen ermittelt.

...und wieder was gelernt#6

Gruß

Holger

So weit wie ich das überblicke, die addierten Temperaturen unter O°C, halt nur in Kelvin angegeben:m

|wavey:
 
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