Verhaltensunterschiede zwischen Bachforelle und Regenbogenforelle im Fluss

Naturliebhaber

Well-Known Member
Hallo zusammen,

ich durfte vor Kurzem in einem Flüsschen mit besetzten Regenbogenforellen angeln und war einigermaßen erstaunt, wie unterschiedlich sich diese Besatzfische im Vergleich zu besetzten Bachforellen verhalten. Ich habe den Eindruck, dass Regenbogenforellen selbst kurz nach dem Einsetzen erheblich aktiver im Fluss umherziehen als Bachforellen und deshalb schwerer zu fangen sind, weil man sie suchen muss. Deckt sich das mit euren Erfahrungen und welche weiteren Unterschiede im Verhalten sind euch aufgefallen?
 

Thomas9904

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AW: Verhaltensunterschiede zwischen Bachforelle und Regenbogenforelle im Fluss

Ich sehs eher umgekehrt:
Regenbogner sind halt schon genetisch aktivere, "Freiwasser/Wanderfische", aber auch per se "aggressiver".

Bachforellen suchen sich gerne Unterstände/Standplätze/Verstecke und sind insgesamt nicht so aggressiv.

Wenn natürlich in einem Gewässer recht wenige geeignete Unterstände/Standplätze sind, kannste die Bafos auch einfacher finden/fangen.

Im Allgemeinen ist meine Erfahrung aber eher die, dass Regenbogner durchs aktive Ziehen doch leichter zu finden auch zu fangen sind.

Wobei das IMMER auch am einzelnen Gewässer und den Bedingungen liegen kann und nicht am Unterschied der Arten liegen muss..
 

Naturliebhaber

Well-Known Member
AW: Verhaltensunterschiede zwischen Bachforelle und Regenbogenforelle im Fluss

Bei Regenbogenforellen muss man halt Strecke machen. Wenn man die typischen Verstecke der Bachforellen kennt, ist das Fangen mit Ansage.

Ich ziehe mir jedenfalls das Fischen auf die Regenbogner bei Besatzfisch vor. 3km Strecke wurden da mit 300 Fischen besetzt und es hat 3 Stunden gebraucht, bis ich 3 Fische gefangen hatte (allerdings alles Tiere über 40 cm). Der Wasserstand war erhöht und das Gewässer eingetrübt, aber bei Bachforellen hätte ich trotzdem gewettet, dass ich diese Übung nach 30 Minuten abgeschlossen gehabt hätte.

Natürlich war ich nicht der einzige Angler am Wasser. Da haben mal locker 40 Leute versucht, die Forellen zu überlisten.
 

Forelle74

Well-Known Member
AW: Verhaltensunterschiede zwischen Bachforelle und Regenbogenforelle im Fluss

Generell sehe ichs wie Thomas.
Frisch eingesetzte Rebos fängste auf alles, wobei Bachforellen meiner Meinung nach wählerischer sind was das Futter betrifft.
Das kann natürlich auch an den Zuchtumständen liegen.

Allerdings sind Bachforellen Standorttreuer und bleiben erst mal an eingesetzter Stelle und Umgenung.
Sie verteilen sich erst später.

Wenn du natürlich gleich so nen Spot findest kanns schon sein das dir gleich n paar hinrumpeln.

Und meistens werden in Bächen auch mehr Bachforellen eingesetzt wie Regenbogenforellen.
In den meisten Bächen bei uns werden Rebos gar nicht mehr besetzt.

Ich hab schon öfters erlebt das auf ne n bestimmten Köder(zb.gelben Sreamer) gar keine Bachforelle gebissen hat.
Auf ne Nymphe zb. fast nur Bachforellen.
 

Andal

Teilzeitketzer
AW: Verhaltensunterschiede zwischen Bachforelle und Regenbogenforelle im Fluss

Besatz mit fangfähigen Regenbogenforellen. Woher sollen die Fische ein Ahnung haben, was in einem Fließgewässer Sache ist? Die sind erst mal ordentlich vom strömenden Wasser verstört und eher weniger mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt. Zumal es sich ja auch noch um Nahrung handelt, die sie nicht kennen, weil sie ja reine Pellet-Bomber sind. Da sollte ihr Beissverhalten auch nicht wundern.
 

dosenelch

00 Schneider
AW: Verhaltensunterschiede zwischen Bachforelle und Regenbogenforelle im Fluss

Da fällt mir eine ähnliche Frage ein, wenngleich sie auch nicht ganz zum Thema passt. Dafür will ich aber nicht extra einen neuen Thread aufmachen.
Warum sind Goldforellen im Allgemeinen schwerer zu fangen als Regenbogenforellen?
Einerseits mag das sicher am Mengenverhältnis der Fische liegen, denn gewöhnlich werden mehr Regenbogen- als Goldforellen besetzt.
Auffällig aber ist, dass die Goldies irgendwie stoischer reagieren, wenn man ihnen einen Köder präsentiert.
Andererseits sagt man allerdings auch, dass sie gegenüber höheren Wassertemperaturen nicht ganz so empfindlich sind und auch dann noch beißen, wenn die Regenbogner das Fressen längst eingestellt haben.
Hat dafür jemand eine Erklärung?
 

Laichzeit

Well-Known Member
AW: Verhaltensunterschiede zwischen Bachforelle und Regenbogenforelle im Fluss

Maßige Besatzforellen sehe ich oft in strömungsberuhigten Stellen, wo sie im Mittelwasser ihre Bahnen ziehen. Das passt ganz gut zu ihrem gewohnten Verhalten in Rundstrombecken und zu dem, was Andal bereits geschrieben hat.
Bei Bachforellen scheint der Instinkt, sich echte Standplätze zu suchen, doch meist stärker als die Konditionierung auf das Becken zu sein.

Auffällig aber ist, dass die Goldies irgendwie stoischer reagieren, wenn man ihnen einen Köder präsentiert.
Andererseits sagt man allerdings auch, dass sie gegenüber höheren Wassertemperaturen nicht ganz so empfindlich sind und auch dann noch beißen, wenn die Regenbogner das Fressen längst eingestellt haben.
Hat dafür jemand eine Erklärung?
Goldene Regenbogenforellen stammen aus einer amerikanischen Zuchtlinie, die mit den hier eingeführten Stämmen nicht unbedingt näher verwandt sein muss.
Je nach Herkunft sind die Refos an unterschiedliche Gewässerbedingungen angepasst, wie die heimischen Bachforellen auch.
Die goldene Form könnte also von einem Stamm aus wärmeren Gebieten abstammen und deshalb weniger temperaturempfindlich sein.
 

Waller Michel

Well-Known Member
AW: Verhaltensunterschiede zwischen Bachforelle und Regenbogenforelle im Fluss

Man muss hier halt auch wirklich unterscheiden zwischen Zuchtfisch und Wildfisch, das Verhalten eines Zuchtfisches der mit Forelli in einem Teich aufgezogen wurde ist jedenfalls in der ersten Zeit ganz anders als bei einem Fisch der in freier Natur geschlüpft ist . Gerade was das Fressverhalten angeht gibt es doch erhebliche Unterschiede, aber natürlich auch was das Standortverhalten angeht. Speziell bei Bachforellen die keine Besatzfische sind, merkt man an der Spin oder Fliegenrute den Unterschied. Das selbe gilt für Regenbogenforellen in den Regionen wo sie natürlich vorkommen.

LG Michael
 

Waller Michel

Well-Known Member
AW: Verhaltensunterschiede zwischen Bachforelle und Regenbogenforelle im Fluss

Hallo ja das mit der Eifel hab ich auch gelesen, wenn auch noch nicht da auf Regenbogenforelle gefischt, ich hatte aber mehrfach das Vergnügen im Westen Kanadas darauf zu fischen und muss schon sagen, die hatten wirklich Power, im ersten Moment dachte ich, ich würde einen Lachs drillen. Mir ging es auch mehr im Allgemeinen um den Unterschied Wildfisch und Zuchtfisch.

lg Michael
 

Naturliebhaber

Well-Known Member
AW: Verhaltensunterschiede zwischen Bachforelle und Regenbogenforelle im Fluss

Und meistens werden in Bächen auch mehr Bachforellen eingesetzt wie Regenbogenforellen.
In den meisten Bächen bei uns werden Rebos gar nicht mehr besetzt.
In einigen Gegenden gibt es seit Jahren Probleme, genügend Bachforellen-Setzlinge für die Aufzucht zu bekommen. Deshalb weichen einige Vereine dann notgedrungen auf Regenbogner aus.
 
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