Urlaub in Vancouver Juli/August 2011 (Fraser Valley)

Catcher_Dan

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Hallo zusammen,

anbei ein paar kurze Ausführungen zu unserem gerade beendeten Kanadaurlaub.
Wir, das sind meine Frau Connie, unsere beiden Kinder Linnea (6 J.) und Mauritz (3 J.) sowie meine Wenigkeit, waren vom 22. Juli bis zum 12. August bei Bekannten in Langley, ca. 45 Min. außerhalb von Vancouver.
Das Haus der Bekannten liegt an einen See, in dem ein durchaus respektabler Bestand an vorzeigbaren Regenbogenforellen beheimatet ist. An diesem Bestand labt sich u.a. ein Weißkopfseeadler der allmorgendlich unweit unseres Hauses (ca. 50 Meter entfernt) auf einem Baum Ausschau nach möglicher Beute gehalten hat.



Bild Adler

Allerdings legt derzeit ein Biber einen nach dem anderen dieser Bäume um, so dass der Adler – sollte er (s)einen Ansitzbaum langfristig absichern wollen – sein Beuteschema einmal anpassen müsste. Naja, die Natur wird es wohl richten!
Prio A hatte in unserem Urlaub klar die Familie, allerdings konnte ich vorab mit dem Familienrat den einen oder anderen Angeltag verhandeln. Darum soll es im Folgenden kurz gehen.
Die Angelei hatte 2 Schwerpunkte. Zum einen den bereits angesprochenen See vor der Türe bzw. im Garten sowie die nahegelegenen Lachsflüsse Fraser und Vedder.
Seeangelei:
Der See ist ca. 700 Meter lang und 300 Meter breit und ca. 2 bis 5 Meter tief. Zur Befischung steht ein Tretboot zur Verfügung. Geschleppte Spinner von 4-7 Gramm an einer leichten Spinnrute brachten mit etwas Ausdauer – Fitnessprogramm war also inklusive – den gewünschten Erfolg. Forellen bis und teilweise über 50 cm waren dann der verdiente Lohn.



Bild Forelle



Mauritz mit Forelle

Einige andere Seeanwohner haben es sich etwas einfacher gemacht und kleine Aluboote mit E-Motoren versehen…Unverschämtheit!
Neben den bereits genannten Forellen haben meine Kinder am Ufer sehr zahlreich kleine Welse bis ca. 2-4 cm, welche sie für Kaulquappen hielten, mit dem Netz erbeuten können. Die Angelei auf die sicher vorhandenen Mutter- und Vatertiere werde ich bei unserem nächsten Urlaub dort mal angehen.
Lachsangelei:
In den vergangenen 9 Jahren waren wir etwa alle 3 Jahre bei den Bekannten zu Besuch, so dass neben der leichten Spinnausrüstung zum Befischen der Forellen auch eine Lachsrute (Shimano Covergence) vor Ort zur Verfügung steht. Die Calcutta 251 (werde ich wohl aufrüsten müssen auf eine Calcutta 401) bringe ich entsprechend mit.
Grundsätzlich stehen 3 Arten der Lachsangelei zur Verfügung.
1. Bar-Fishing (wie Karfenangeln, nur anstellen des Boilies ein Spin-O-Glow und Zielfisch ist der Lachs) - eher nicht meine Sache, aber vielen anderen macht es Spaß
2. Bottom-Bouncing (mit runden Bleien zwischen 50 und 100 Gramm wird der Grund nach aufsteigenden Lachsen abgesucht) - entspricht eher einer Art Spinnfischerei und sagt mir (persönlich) daher eher zu
3. Float-Fishing (mit einer Pose und Fliege und/oder Lachseiern auf eben diese…nicht Lachseier, sondern Lachse) - sehr interessant, aber bei schnellem Wasser (zumindest für mich) schwierig

Da ich beruflich vor dem Reisestart recht gut eingebunden gewesen bin, habe ich – abgesehen von einem Angeltag mit einem befreundeten Guide – im Vorfeld wenig bis keine vorbereitenden Maßnahmen ergreifen können. Warum auch? Es kommt eh wie es kommt…und es kam wie es kommen musste. Ich kam an und das Wasser in allen Flüssen war hoch und die Gewässer (mit Ausnahme vom Forellensee) nahezu unbefischbar.
Ein Dank an dieser Stelle an Boardie ‚Jean‘ der mich mit – wenngleich nicht immer erfreulichen – Informationen aus der Region versorgen konnte.
Nuja, der Tag mit dem Guide war für den 25. Juli geplant und so ging es an besagtem Morgen Richtung Chilliwack, um Dale (Name des Guides) dort zu treffen. Seine Ankündigungen waren wenig vielversprechend. Sockeyes waren noch zu (nur catch and release), Springs (Königslachse) wurde nur sehr vereinzelt gefangen und die zig-Millionen Pinks (Buckellachse) kommen erst Mitte-Ende August.
Die sonst um diese Jahreszeit begehbaren Gravel-Bars (Kiesbänke) für die Uferfischerei existieren einfach nicht und so fischten wir den gesamten Tag (8 Stunden) aus dem Boot.
Wir fischten hart (Bottom-Bouncing), aber außer einem gelandeten und einem verloren Sockeye war nix zu wollen. Der Fisch schwimmt natürlich wieder.



Sockeye Salmon I



Sockeye Salmon II

Wir verabredeten uns – sofern der Terminkalender von Dale es zulassen sollte – für eine weitere ½ Tagestour.

Das Warten auf DIE Email von Dale „Ich habe Zeit…“ war hart, so dass ich mich nach Alternativen auf Vancouver Island erkundigte. Allerdings sind dann immer gleich 2 Tage und ne Menge Kohle weg und so wurde daraus nix.

Dank einer kurzfristigen Absage einer größeren Gruppe hatte Dale tatsächlich am 08. August noch einen halben Tag verfügbar.
Der Wasserspiegel war zwar deutlich gesunken aber noch immer waren ohne Boot keine Kiesbänke zugänglich. Wenigstens waren aber die Sockeye (noch immer gesperrt) einigermaßen zahlreich im Fluss vorhanden und auch Springs wurden gelegentlich gehakt und teilweise sogar gelandet, was nicht selbstverständlich ist.
Also gingen wir motiviert an den Start und fuhren eine Kiesbank unweit der Stelle an, an der wir das Boot zu Wasser gelassen hatten. Raus aus dem Boot, Angel raus und los geht das Bottom-Bouncen. 5 Boote lagen an der Kiesbank und gleich neben mir verneigte sich eine Rute und der erste Sockeye des Tages war gelandet und wurde released.
Auch wir konnten schönes Sockeyes bis ca. 11 Pfund fangen. Einer der großen Sockeye wurde im Schwanz gehakt, so dass es in den anderen Booten gleich hieß „Might be a Spring…“! Nix da, aber dennoch ein schöner Drill.
Rute wieder rein und weiter auf den Spring hoffen. Dann wieder Fischkontakt und wieder ein Sockeye. Dale machte eine Pause und nahm das wie er sagt „Frühstück für Champignons“ zu sich…einen Apfel. Als wenig später meine Rute wieder krumm war und ein Fisch einige Meter flussab aus dem Wasser sprang, sah ich nur den Apfel fliegen und hörte Dale rufen „Get in the boat, get in the boat…!“ So richtig wusste ich nicht was geschehen war, aber ich eilte die krumme Rute in Händen zum Boot, Dale wuchtete den Anker ins Boot und nun wusste ich auf warum. Der Fisch nahm Fahrt auf und zischte flussab, so dass ohne Boot nun der Spuk bereits vorbei gewesen wäre.
So aber folgten wir dem Fisch flussab mit dem Boot und drillten ihn in aller Ruhe. Nach ca. 10 Min. kam der Fisch ans Boot oder das Boot zum Fisch und der Landevorgang sollte beginnen. Allerdings war mein Vorfach so lang und mein Wirbel so groß (wollte gerne mit meiner eigenen Ausrüstung fischen) das die letzten Meter der Schnur per Hand eingeholt und der Fisch dann gekeschert werden musste. Das gelangt natürlich nicht vernünftig, so dass der Fisch wieder auf und davon zog, aber noch immer an der Angel war. Gott sei Dank! Der 2. Versuch gelang mit vereinten Kräften und ein super schöner Spring von ca. 18 Pfund lag im Boot. Was für ein Fisch!
Wir fuhren wieder an die alte Stellen auf der Kiesbank , machten Bilder, versorgten den Fang und weiter ging es. Leider wurde in den verbleibenden Stunden bis zum Mittag nichts mehr gefangen, aber das war in Anbetracht des Fangs auch völlig egal.
Ein weiteres Highlight war ein losgerissenes Netz der Natives, welches sich in einem Stück Treibgut verfangen hatte. Wir inspizierten das Netz (4 Sockeye waren offensichtlich schon einige Tage dort drin), lösten es, um weitere Schäden zu verhindern und machten uns auf den Heimweg.
Ein geiler Tag!!!



Spring Salmon I



Spring Salmon II



Spring Salmon III

Übrigens gibt es auf dem Fraser auch die berühmte Angelei auf den weißen Stör. Das haben wir auch während der ersten Tour für 2 Stunden gemacht, um den Handgelenken etwas Erholung vom Bottom-Bouncing zu gönnen, allerdings ohne Fischkontakt.

Das Float-Fischen im Vedder in Chilliwack habe ich auch 3 mal auf eigene Faust probiert, allerdings ebenfalls ohne Fischkontakt.

Hoffe ich habe niemanden zu sehr gelangweilt und ich freue mich schon auf den kommenden Urlaub in ca. 3 Jahren!

Alles Beste,
Daniel
 

Jean

gone fishing...!
AW: Urlaub in Vancouver Juli/August 2011 (Fraser Valley)

Schoener Bericht Daniel und klasse Bilder! Der Spring ist genial, "oceanchrome" und richtig bullig - so muss das sein! Gratulation noch dazu! Hat bestimmt lecker geschmeckt... :) Der Fraser ist etwas runtergekommen und einige Bars befischbar,die Socks sind auch offen. Meine Freunde Colin und Jason waren am Wochende draussen an der Stelle die ich dir genannt habe und hatten auch Erfolg (siehe Photo) Leider bin ich jetzt total "angefixt" aber die paar Wochen bekomm ichs schon noch hin. Im Oktober werd ich dann hoffentlich auch wieder so ein Teil in den Haenden halten... Ach und nichts zu danken, hab ich gern gemacht ;) Petri nochmal #6
 

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