Uferfischen in Norwegen - Anfängerfragen

Jackrabbit

New Member
Hallo liebe Angler,
in kürze werde ich meine Reise nach Norwegen antreten und möchte dort auch Angeln. Da das Angeln jedoch nicht die einzige Urlaubsbeschäftigung sein wird und mir kein Boot zu Verfügung steht, werde ich mich auf das Uferangeln in den Fjorden und im Meer beschränken um mir und meiner Freundin das ein oder andere Abendessen zu fangen und dabei etwas Spaß zu haben.
Vom Equipment her wollte ich mir ein Spinnset zusammenstellen, mit welchem ich maximalen Angelspaß habe, auch evtl den ein oder anderen größeren Fisch an Land ziehen kann (50-70cm o.ä.) und welches auch nach dem 4 wöchigen Urlaub - bei sorgsamer Behandlung - noch intakt ist.
Habe mir folgende Kombi ausgesucht und bitte um Meinungen oder Verbesserungsvorschläge.

Rute: Shimano Vengeance BX 2,70m 20-50g Wg
Rolle: Penn Slammer 360
Schnur: Kingkast 0,18mm 9,1kg Traglast rund, geflochten
Köder: Blinker Abu Garcia TOBY in versch. Größen/Farben
Gummifische Relax Kopyto in versch. Größen/Farben
Twister Relax in versch. Größen/Farben

Konkrete Fragen, die ich bzgl. des Equippments habe, ist v.a. das Wurfgewicht und die Länge der Rute. Im Angelladen wurde mir heute ein leichteres und zugleich längeres Gerät geraten (14-40g o.ä.) um weiter zu werfen. In meiner Internerecherche hingegen bin ich eher auf o.g. Werte gekommen, teilweise wird sogar eher zu 30-60g geraten.
Welche Ködergewichte sind denn fürs Angeln an den Ufern der Fjorde am gängigsten bzw. notwendig?
Und auf welche Köderfarben sollte ich vor allem setzen?

Vielen Dank schon einmal im Voraus

Jackrabbit
 

grubenreiner

Naturköderfreak
AW: Uferfischen in Norwegen - Anfängerfragen

Zu den Kunstködern kann ich dir nichts sagen.
Ich hatte bei meiner Rucksacktour eine 2,7m 30-60gr. Rute dabei und das hat für alles was ich vom Ufer erwischt hab gut gepasst.
Ich hab meist Hechtposen gefischt, vor den Felsen im tiefen Wasser, unten ein Drilling nit ner Garnele (Rekker) gab Pollack, Dorsch und Wittling genug zum Essen und mehr.
 

bobbl

Active Member
AW: Uferfischen in Norwegen - Anfängerfragen

Hallo,
ich habe, so wie du es planst, in Norwegen vom Ufer gefischt. Habe auch erstmal hier nachgefragt und viele hilfreiche Tipps bekommen: http://www.anglerboard.de/board/showthread.php?t=311216

Meine persönlichen Erfahrungen sind folgende.

Zur Rute:
Ich würde kein noch leichteres Modell wählen, sondern eher stärkeres Gerät nehmen. Ich habe die meiste Zeit mit einer 2,7 m langen -90 gr. WG Rute geangelt. Beim Angeln mit Gummifischen braucht man teilweise wirklich Bleiköpfe von 60 Gramm und mehr, um auch in tiefen Bereichen mit Strömung grundnah zu fischen, also z.B. an Sundbrücken.
Mit so einer Rute ist das Makrelenblinkern zwar nicht mehr so aufregend, dafür kommt sie bei größeren Fischen nicht so schnell an die Grenze.


Zur Rolle:
Die Slammer hatte ich dabei. Die Rolle ist toll, jedoch hatte ich trotz schwerer Köder regelmäßig Knoten in der Schnur (19er PowerPro). Das hat auf Dauer genervt. Mit der anderen Rolle (Blue Arc) hatte ich keine Verknotungen.
Wenn du die Slammer nimmst, dann mit einer dickeren und vor allem glatten Schnur. Ich habe z.B. die 18er und 20er Monotec Futura von Hemmingway lange auf der Rolle gehabt und keinen einzigen Windknoten geworfen.

Köder:
Gummifische waren bei mir die besten Köder und zwar in Schockfarben. Auf Naturdekor ging so gut wie nichts. Meine Vermutung: Die Fische beißen auf das, was sie sehen und orange sehen sie besser als ein gedeckte Farben.
Der beste Köder war der Lieblingsköder Möhrchen an Jigköpfen von 40 - 70 Gramm.
Mit Blinkern habe ich vor allem Makrelen fangen können - je heller es blitzt desto besser lief es. Auf Twister ging hingegen gar nichts. Selbst an Stellen wo zuvor und danach Fische auf Gummifisch bissen - keine Ahnung warum.
Ein richtig toller Köder war zudem ein kleiner 50 Gr. schwerer, schwarz-roter Pilker. Die lassen sich ewig weit werfen und fangen super. Ich würde dir jedoch empfehlen auf Drillinge zu verzichten, ansonsten kann es je nach Stelle sein, dass du viele winzige Köhler und Dorsche von außen hakst. Den Drilling des besagten Pilkers habe ich gegen einen großen Einzelhaken ausgetauscht und danach keine kleinen Fische mehr verangelt.




Viel Erfolg bei der weiteren Planung und viel Spaß für den Urlaub!
 
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Sassone

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AW: Uferfischen in Norwegen - Anfängerfragen

Noch ein Tip zur Angel-Platzwahl... gerade im südlicheren Norwegen musste ich die Erfahrung machen, dass in den Fjorden nicht so viel geht, die Fänge werden besser, je weiter man sich dem offenen Wasser nähert...
 

Andal

Teilzeitketzer
AW: Uferfischen in Norwegen - Anfängerfragen

Bei aller Begeisterung fürs Spinnfischen, nimm dir trotzdem ein paar Sachen fürs Naturköderfischen mit! #h
 

zander67

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AW: Uferfischen in Norwegen - Anfängerfragen

Wo soll es in Norwegen eigentlich überhaupt hingehen?

Viele Ufer sind in Norwegen schwer zu befischen.
Je nach Wasserstand, können schon mal ein paar Meter Tang zwischen Dir und dem Fisch liegen oder das Ufer ist zu steil.
Dann wird es gefährlich.
Uferangeln ist in Norwegen nicht so einfach.

Am besten ist, wenn Du die Möglichkeit hast von Molen, Häfen usw. zu angeln.
An der Atlantikstr. gibt es sogar Uferangelplätze, die für Rollstuhlfahrer geeignet sind.
Es gibt auch Brücken von denen die Norweger angeln.
Das Gerät ist dann aber sehr "robust".

Vom Gerät her:
Das was Du ausgewählt hast ist ok.
Meerforellenblinker gehen fast immer, Pollack, Köhler Dorsch alles schon damit gefangen.
Wobbler (schwimmend) sind auch nicht schlecht.
Gummifisch nur flach führen, ansonsten viele Hänger.

Gut funktioniert auch noch eine Laufpose (4-6g reichen) mit Naturköder (kleines Stück Makrele).
Damit kann man auch knapp über Grund angeln.
Wittling, Plattfisch am Bootsanleger lassen sich damit überlisten.
Auf diese Weise sogar schon einen Hummer gefangen.

Mit Grundblei in Norwegen angeln macht nur Sinn, wenn man den Untergrund kennt, ansonsten viele Hänger.
In den Flussmündungen (wo erlaubt weil kein Lachsfluss) kann man oft gute Plattfische fangen, hier hat sich oft ein Schwemmkegel aus Sand gebildet.

Noch ein Tipp.
Schau dir doch auch mal die Forellengewässer in der Nähe an. Bachforellen sind in Norwegen zahlreich vorhanden.
Angelkarten bekommst Du zum Beispiel hier:
https://www.inatur.no/sok#?q=&f=%5B%7B%22felt%22%3A%22type%22%2C%22sokeord%22%3A%22innlandsfisketilbud%22%7D%5D

VG
 

loete1970

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AW: Uferfischen in Norwegen - Anfängerfragen

Bei uns war der Sandeel in Dirty Silver ein Top Köder beim Gummifischen.
 

Franz_16

Mitglied
AW: Uferfischen in Norwegen - Anfängerfragen

Kunstköderangeln in Norwegen vom Ufer:

Es kommt vor allem darauf an, was du fangen möchtest, bzw. mit welchen Tiefen du es zu tun hast.

Ich fische sehr gerne an Fähranlegern auf Dorsche, dort ist es meistens relativ tief, man braucht dann schon Jigköpfe so von 30-40g oder noch schwerer um gut am Grund fischen zu können. Dafür ist dein Ausrüstung keinesfalls zu leicht.

Wenn du in den oberen Wasserschichten, mit leichteren Ködern etwa auf Meerforelle, Makrele oder Pollack angeln möchtest, kann die Ausrüstung natürlich etwas leichter ausfallen - eben weil die Ködergewichte niedriger sind.

Wobei es halt einfach eine Frage der "Leidensfähigkeit" ist. Wenn man nur eine begrenze Anzahl Ruten mit in den Urlaub nehmen kann, dann entscheide ich mich immer für eine 100g Spinnrute - damit kann man in Norwegen vom Ufer aus alles machen! Natürlich wäre es schöner einen 20g Blinker mit einer leichteren Rute zu werfen - aber gestorben bin ich daran bislang auch noch nicht.

Wenn die Dorsche Krebse fressen, ist ein Köder in Orange/Braun manchmal im Vorteil.
Bei den Ködergrößen würde ich eher mit Bedacht vorgehen, 8-15cm lange Gummiköder mag ich persönlich am liebsten.



Viel Spaß in Norwegen!
 

Jackrabbit

New Member
Hallo,

vielen lieben Dank für eure hilfreichen Tipps! Hab mir jetzt gleich mal die Hemingway Futura .18 geholt und hoffe, dass mit der dann alles glattläuft.

Wir haben vor über Kopenhagen, Stockholm und Oslo nach Trondheim zu fahren und dann an der Westküste entlang nach Bergen und Stavanger. Von da gehts aus dann mit der Fähre zurück nach Hirtshals, Dänemark und dann zurück nach Deutschland.
Unser Plan ist, wo immer es auf dem Weg zwischen den Städten nur geht wildzucampen und das nach Möglichkeit in nächster Nähe zu den Fjorden oder dem Meer um uns dann das Essen selber fangen zu können. Zeitlicher Rahmen des ganzen sind in etwa 4-5 Wochen und wir wollen es eher so halten, dass, wenn wir ein schönes Plätzchen finden, auch einfach mal spontan ein zwei Tage länger bleiben. Wir haben also keine in Stein gemeißelten Pläne, eher eine grobe Vorstellung davon, wo wir ungefähr langfahren wollen. Für Geheimtipps (auch gerne nicht aufs Angeln bezogene) habe ich deshalb ein offenes Ohr. :)

Nochmal wegen der Angelrute. Ich liebäugle gerade ein bisschen mit der Daiwa Lexa Spinnning. Gäbs im Angelladen bei uns reduziert auf um die 60€.
Aber auch hier wäre dann die Frage, welches Wurfgewicht nehme ich. Ihr habt mir ja fast schon geschlossen zu schwererem Gerät geraten. zur Auswahl stehen 15-50g und 30-60g. Euren Tipps nach würde ich mich fast schon eher für die schwerere Variante entscheiden. Wären 20g Blinker mit der auch noch einigermaßen gut zu handeln? Da hab ich nämlich schon einige. :)
Und geht mir im Vergleich zur leichteren Variante viel Drillspaß verloren, wenn ich z.B. eine Makrele oder einen kleinen Pollack am Haken habe?

Vielen Danke schonmal

Jackrabbit
 
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loete1970

Active Member
AW: Uferfischen in Norwegen - Anfängerfragen

Spass macht mehr die 15-50 gr. Rute, 20 gr. Blinker passen da gut. Wenn Du allerdings eher mit schwereren Bleiköpfen fischen möchtest, nimm die 30-60 gr. Rute.
 

zander67

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AW: Uferfischen in Norwegen - Anfängerfragen

Erst mal zur Rute:
30-60g ist ok.
Makrelen sind nicht zu unterschätzen, da ist die Rute krumm.

Mit dem Wildcampen ist das so eine Sache.
Bist Du mit Wohnmobil oder Zelt unterwegs?
Gerade an der Westküste ist Norwegen recht dicht besiedelt.
Viele Flächen werden landwirtschaftlich genutzt.
Alles was etwas eben ist, wird eigentlich in irgendeiner Form genutzt.
Ist zwar nicht unmöglich, aber man muss suchen.

Meiner Meinung nach sind Campingplätze besser geeignet.
Hier kann man notfalls auch einfache Hütten mieten.
Es gibt auch Privatpersonen die Übernachtungsmöglichkeiten anbieten,
hier hängt dann ein Schild "Rom" oder "Hytta" ledig (frei).
Bei dem häufigen Regen an der Westküste ein nicht zu unterschätzender Vorteil.
Noch ein Vorteil ist, dass man wenigstens eine Grobe Richtung hat, wo man eventuell übernachten kann.
Wie gesagt, ansonsten ist suchen angesagt.

Bei den Städten entlang der Westküste haben mir Bergen, Alesund und Andalsnes am besten gefallen.
Kristiansund war ich noch nicht, wurde mir aber auch abgeraten.
Ansonsten Atlantikstraße (da kann man auch super vom Ufer angeln), Trollstigen, Romsdalen, Gairangerford, Flam.
Die Gletscher Nigardsbreen und Briksdalsbreen,
absolut sehenswert.

4-5 Wochen hört sich viel an, muss es aber nicht sein.
Vieles in Norwegen hängt vom Wetter ab.
Dauerregen schränkt viele Aktivitäten stark ein.
Nicht von den Bildern mit schönem Wetter im Internet oder in den Prospekten täuschen lassen.

VG
 
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Snake77

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AW: Uferfischen in Norwegen - Anfängerfragen

Die Daiwa Rute kenn ich nicht, fische meine Abu Garcia Salty Stage mit 20-60g. Würde ich mich zwischen den beiden WG 15-50 und 30-60... würde mich dann für WG 30-60 entscheiden. Damit kann man sicherlich 40-50g Blei auf Grund gut werfen... Haken mit Reker oder Makrelenfetzen garniert, bringt auch gut Fisch: Platten, Dorsche und was sonst da unten krabbelt.
 
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