Überlegungen zur Farbauswahl

Buds Ben Cêre

ehemals Singvogel
Hallo Leute,

mich interessiert da mal, wie ihr folgende Theorie von mir seht. Auf den Gedanken bin ich heute gekommen, als ich planlos vor einem fertigen Wobblerrohling saß (Tieftaucher ca. 15 cm) und überlegte, wie ich den farblich gestalten will.

Wenn ich so nachdenke, bei welchen Wasserverhältnissen ich meine Hechte meistens gefangen habe, dann waren es eindeutig mehr bei leicht angetrübten als bei glasklarem Wasser. Zudem habe ich in den letzten Jahren auch immer mehr Hechte mitten in der Nacht gefangen.
Diese Umstände brachten mich zu der folgenden Überlegung: Kann es sein, dass der Hecht besser und entschiedener beißt, wenn er eben nicht so genau sieht, was sich da so durchs Wasser bewegt? Wenn doch die Bewegung und Druckwelle des Köders entscheidender sein sollte als die Farbe? Es ist schon erstaunlich, dass die Hechte, die ich nachts auf Kunstköder so fing, im Schnitt deutlich größer waren als die am Tag gefangenen. Kann es also sein, dass der Hecht einen Teil seiner Scheu verliert, wenn er den vermeintlichen Beutefisch nur schemenhaft wahrnimmt und sich ansonsten hauptsächlich auf seine Seitenlinie verlassen muss?

In den meisten "Fachartikeln" ist immer die Rede davon, was man tun sollte, damit der Fisch den Kunstköder am besten sieht. Was aber, wenn das Geheimnis darin liegt, dass der Köder gerade noch gesehen werden kann?
Wie gesagt, ist nur so eine Überlegung. Würde mich interessieren, wie ihr das so seht.
 

angler1996

36Z Löffelschnitzer
AW: Überlegungen zur Farbauswahl

sorry, eigentlich hast Du Dir doch die Frage zumindest auf dieses Gewässer bezogen selbst beantwortet#h. Allerdings wäre zu klären, ob die bisher verwendeten Köder alle in etwa die gleiche Farbgebung aufweisen (oder lediglich ein Köder hauptsächlich gefangen hat) oder unterschiedlich gefärbt waren und in welchen Tiefen welche Farben gefangen haben. Dass da bezüglich der Farbe konkrete Angaben von anderen Gewässern 1-1 übertragbar sind, glaube ich nicht. Dazu sind die Lichtverhältnisse zu unterschiedlich.
Jedenfalls hast Du fängige Köder gebaut, Glückwunsch.
Gruß A.

Ergänzung: die Zunahme der Fischgröße ist vielleicht auf ein in die Dunkelheit verlagertes Jagdverhalten zurück zu führen, um dem Angeldruck am Tage zu entgehen. K.A. wieviel Angler bei Dir so am Gewässer unterwegs sind. Die Beobachtung triftt hier an einigen gewässern zumindest zu ( nicht nur auf die Größe bezogen, sondern zunächst mal, ob überhaupt)
 
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Case

Mitglied
AW: Überlegungen zur Farbauswahl

Diese Umstände brachten mich zu der folgenden Überlegung: Kann es sein, dass der Hecht besser und entschiedener beißt, wenn er eben nicht so genau sieht, was sich da so durchs Wasser bewegt?

Das kann sein.

Ich habe meine meißten größeren Hechte im trüberen Wasser gefangen. Jedenfalls in den Flüssen die ich beangle.

Case
 

h3nn3

Gummifischfetischist
AW: Überlegungen zur Farbauswahl

Ein sehr spannender Gedanke. Und garnicht mal so abwegig, denke ich. Für mich macht es sogar Sinn, wenn es denn so wäre.
Ich könnte mir vorstellen, dass es ähnlich ist wie beim Beißverhalten von Zandern im Strom. Diese beißen in der Regel deutlich aggressiver, als Zander in stehenden Gewässern. Das liegt daran, dass der Räuber einfach nicht soviel Zeit hat, sich zu überlegen, ob er den Köder jetzt nehmen soll oder nicht. Es wird ihm also die Zeit genommen misstrauisch zu werden.
Vielleicht ist das mit deiner Theorie das Selbe. Der Hecht hat einfach keine Zeit, zu überlegen ob das ein echter Fisch ist. Er sieht den Köder nur sehr kurz und nicht sehr deutlich und packt deshalb direkt (und aggressiv) zu.
Meiner Meinung nach also eine sehr nachvollziehbare Theorie.
lg, h3nn3
 

jkc

Well-Known Member
AW: Überlegungen zur Farbauswahl

Hi, klaro reagiert ein Hecht besser auf einen Kunstköder, wenn er diesen nicht als solchen erkennt?!
Eingeschränkte Sichtverhältnisse können da (sehr) günstig wirken.
Und ehm, dass der Lauf eines Köders wichtiger oder anders, die Farbnuancen unwichtiger sind, ist doch jetzt nicht wirklich neu?!



Grüße JK
 

Nordlichtangler

Well-Known Member
AW: Überlegungen zur Farbauswahl

Wie gesagt, ist nur so eine Überlegung. Würde mich interessieren, wie ihr das so seht.
Hast Doch schon gut kombiniert, Sherlock! #6
Das ist eigentlich eher ein Thema für die IG ...

Ich will mal so sagen: Ich wundere mich seit einigen Vorkommnissen mit vorsichtig testbeißenden Hechten eigentlich immer mehr, dass überhaupt noch Hechte auf Kunstköder gefangen werden. (an stark beangelten Gewässern)
Aber wie überall gibt es schlaue und doofe Exemplare; auch bei den Hechten ist keiner gleich. Und hin und wieder werden nachweislich welche rausgezogen.

Ich bin jedenfalls noch am grübeln, ob es schätzungsweise etwa 1:100 oder 1:1000 Hechte sind, die überhaupt es mal als Wert empfinden, so ein Dingsbums im Wasser zu inspizieren.
Für andere Räuber genauso.

Eins ist unabweisbar klar: Wenn Dein Wobbler wie ein "typischer Kunstköder" aussieht, dann fällt es den Hechten besonders leicht, den jederzeit gut zu erkennen und zu meiden.
 
Zuletzt bearbeitet:

Buds Ben Cêre

ehemals Singvogel
AW: Überlegungen zur Farbauswahl

Und ehm, dass der Lauf eines Köders wichtiger oder anders, die Farbnuancen unwichtiger sind, ist doch jetzt nicht wirklich neu?

Das nicht, aber ich bin der Überzeugung, dass die Farbe, wenn schon nicht zum Biss verleiten, den Fisch aber verscheuchen kann.
 

jkc

Well-Known Member
AW: Überlegungen zur Farbauswahl

Das nicht, aber ich bin der Überzeugung, dass die Farbe, wenn schon nicht zum Biss verleiten, den Fisch aber verscheuchen kann.

Jupp, sehe ich auch so, deswegen findest Du in meinen Kisten auch überwiegend natürlich gefärbte Kukös...:m
 

angler1996

36Z Löffelschnitzer
AW: Überlegungen zur Farbauswahl

das Problem an den Farben ist nur die Beweisführung.
Bestes Beispiel ist da der Wechsel auf irgendeine Shockfarbe und der Hecht beißt nach dem ersten Wurf.
Nur, hat der jetzt wegen der Farbe gebissen oder weil er den Schnabel voll hatte oder war einfach vorher keiner da?
Wie will man das interpretieren ?
In richtig überfischten Gewässern bin ich eigentlich überzeugt, dass Hechte nur noch aus Frustverhalten reinbeißen, egal wann. Die Chance kann nur in der Dunkelheit größer werden, falls die vom Kukö verursachten Wellen einem Fisch besonders nahe kommen, da hat der Hecht keine Chance den Bluff zu erkennen.
Gruß A.
 
AW: Überlegungen zur Farbauswahl

Hey

Das mit der Beweisführung ist in der Tat das große Problem - wir können den Fisch nicht fragen.

Selbst wenn wir einen Tag immer wieder Köder wechseln und 10 Hechte auf Schock- und 2 auf Naturfarben fangen würden - niemand garantiert, dass genau die 10 Hechte nicht auch auf einen Naturdekor gebissen hätten.

Am Ende liegt es alles am Angler und seinem Vertrauen in den Köder und auch an seinem Glauben - so wird aus Angeln eine Religion :D

Grüße
Holger
 

Zoddl

Member
AW: Überlegungen zur Farbauswahl

Das kann sein.

Ich habe meine meißten größeren Hechte im trüberen Wasser gefangen. Jedenfalls in den Flüssen die ich beangle.

Case
Kann ich so nur voll unterstreichen! An einer bestimmten Angelstelle (Schleuse einer Talsperre... also gross) mit reichlich Hecht, konnte man gefahrlos bei klarem Wasser mit grösserem KuKö ohne Stahl fischen fischen. Sobald das Wasser aber von klar auf eine bestimmte Trübe gewechselt hat, war Stahlpflicht angesagt! Dann haben die Hecht selbst auf kleinste Twister gebissen, Barsche aber plötzlich Fehlanzeige! War aber auch nen Ausnahmefall... kannte aber jeder, der dort regelmässig geangelt hat.

Bei der Farbe würde ich aber widersprechen. Zum einen gibts ja mit Hechtdekor die "Revierbisse" bei mittleren Hechten (70+ hat ich da noch nicht drauf) und gewässerspezifische "Köstlichkeiten". In flachen Seen fange ich mit Maus- oder Froschimitaten sehr gut, wenn diese sich dort ab Herbst langsam rar machen. Sind allerdings keine Wobbler. An anderen fangen GuFis oder Wobbler direkt unter der Oberfläche im Bachforellendesign um Längen besser, wenn diese dort ungefähr in der Größe vorkommen. Die legendären Schlüsselreize also...

Für mich wäre beim Hecht- und BaFo-Dekor die Farbe damit schon wichtig dass der Hecht die Farbe erkennt, bei Maus und Frosch ist es die Form. In letzter Zeit gehen bei mir dicke weisse Wobbler sehr gut, die vor zwei Jahren noch gar nichts fingen. Und weiss ist selbst im angetrübten Wasser extrem auffälig!
 
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