Testbericht Biedron Wobbler „Dirty Harry“ – 1 Teil

Hallo an die Community,

an dieser Stelle möchte ich mich zu erst mal entschuldigen das der Bericht erstens in Teilen kommen wird und zweitens doch recht verspätet kommt. Leider kann ich es wirklich nur so machen da ich bedingt durch den Wechsel des Arbeitgebers erstens 200 km von meinen Gewässern entfernt bin und durch die neue Arbeitsstelle zeitlich sehr eingespannt bin so dass ich nicht wirklich oft zum angeln komme.

Ich habe die Auslosung im Februar gewonnen und habe die folgenden Modelle erhalten:

Dirty Harry
Belly Dancer
Biedron „The Original“ (zumindest denke ich das, steht nicht auf der Verpackung welcher es ist)

Genug der Worte, hier nun der erste Bericht zu dem im Betreff genannten Wobbler:


Hier nun mein Testbericht # 1 für den Dirty Harry:

dirty_harry.jpg


Gewicht 34 g
Ausführung: Floater
Farbe: wie auf dem Bild dargestellt, sieht in Natura wesentlich wertiger aus

Erster Eindruck von der Verpackung:

Sehr aufwendig gehalten, mit allen für den Angler erforderlichen Angaben. Die Farbgebung der Kartonage macht es zwar teilweise etwas schwierig die Schrift zu lesen ist jedoch ohne weiteres möglich, sofern nicht gerade direkt Licht drauf fällt.

Besondere Features (auch wen oft in den anderen Bereichten erwähnt):

- die Zeichnung der einzelnen Lauftiefen und der dazugehörigen Ösen
- der Verweis auf das SloMo Konzept
- die sehr (mM nach) aufwendig gestaltete Kartonage

Der erste „trockene“ Eindruck des eigentlichen Wobblers:

sehr gute Verarbeitung, die Sprengringe und die Haken sehen sehr wertig aus und die Haken sind sehr scharf (getestet am Daumennagel). Die Einhängeösen sind frei von Lackresten und machen ebenfalls einen sehr stabilen Eindruck. Die Lackierung ist Rundrum sehr sauber, ich konnte keine Blasen oder unlackierte Felder erkennen.

Die ersten Praxistests:

Das eingesetzte Gerät:
Rute: Balzer Natural Power Spin IM7; WG 40 g, Länge 2,40 m
Rolle: Balzer Full Metal Jacket SP; Größe 3
Schnur: Ron Thomson Dyna Cable in 0,15
Fluorcarbon: Sänger Iron Claw in 0,35
Stahlvorfach: 1x7 in 15 cm

Die ersten Lauftests vor dem Ufer zeigten ein eher Wobbler untypisches Laufverhalten was auf das SloMo Konzept zurückzuführen ist. Was aber nichts heißt, versetzt man dem Wobbler leichte Schläge mit der Rute bricht dieser sehr schön aus und flankt wie ein Beutefisch auf der Flucht.

Die ersten Würfe zeigten keine Besonderheiten außer das der Köder sich recht schnell überschlägt, dieses kann man umgehen wen man den Wurf vor dem Aufprall des Köders über die Schnur stoppt. Ich gehe davon aus das wen man mit einer Multi angelt dieses Problem nicht gegeben ist da hier ein kontinuierlicher Zug gegeben ist. Die Verhedderungen des Vorfaches im ersten Drilling sind vergleichsweise gering was mir persönlich sehr gefällt da ich nur ungern eine Spinnstange einsetze und eher auf steifere Stahlvorfächer zurückgreife.

Der eigentliche Test:

Erster Testtag fand an einem Rheinhafen statt, gefischt wurde auf Strecke wobei ich eine komplette Runde um den Hafen machte und auch die Hafenausfahrt von beiden Seiten befischte. Trotz der ständigen Hängergefahr hatte ich den Wobbler nicht verloren auch wenn einige nicht unerhebliche Hänger dabei waren. Dazu muss man anmerken das der besagte Hafen ein reines Ködergrab ist, es liegen überall Stahltrossen und diverse Verankerungen rum, das Wasser hat eine Trübung die einem sehr dünnem Kaffen entspricht und man kann die Hindernisse nicht erkennen um hat immer die Gefahr des Köderverlustes. Nach etwa einer Stunde hatte ich einen Hechtbiss den ich auch verwandeln konnte aber scheinbar nicht gut genug den der Hecht stieg kurz vor der Landung aus (ca 2 m, vor dem Ufer), nach dem Eindruck würde ich auf einen ~50 cm tippen. Ich fischte etwa 5 Stunden am Stück und konnte im Verlauf 4 Barsche von 23-26 cm und einen Hecht von 45 cm sicher landen (Fotos wegen defekter Cam nicht möglich gewesen).

Fazit nach dem ersten Testtag: der Wobbler hält was er verspricht und fängt, jedoch der etwas weiche Lack litt unter den Steinene und Hechtzähnen mehr als der von herkömmlichen Wpbblern anderer Hersteller.

Der zweite Testtag fand an einem Baggersee mit etwa 8 ha statt, leider erwies sich der Test an diesem Gewässer als etwas schwieriger den das Kraut stand in voller Höhe sodass ich den Wobbler nur im begrenzten Bereichen testen konnte, daraus resultiert auch die Tatsache das ich an dem Tag Schneider blieb.

Fazit: an sehr krautreichen Gewässern sollte man sich nicht mit Wobblern sehen lassen (aber das wissen wir ja schon)

Weitere Tests an den Vereinsseen habe ich gerade wegen des doch sehr hohen Krautstandes nicht unternommen, da dies aus meiner Sicht der Dinge eigentlich fast reine Zeitverschwendung wäre den jeder Wurf hatte zur Folge das ich etwa 0,5-1 kg Kraut an Köder und Montage an Land zog.

Der Gesamteindruck des Wobblers:

Trotz der recht kurzen Zeit in der ich den Wobbler gefischt hatte bin ich sowohl von der Verarbeitung als auch von dem Konzept des Köders überzeugt. Die sehr verhaltene Eigenaktion lässt sich mit gezielter Köderführung sehr gut variieren und ich glaube das man gerade durch das SloMo Konzept gepaart mit entsprechenden Schlägen und der Variation der Einholgeschwindigkeit einem reellem Beutefisch im Verhalten sehr nahe kommt und dadurch gerade an sehr stark verblinkerten Gewässern eher fängt als andere mit herkömmlichen Wobblern.

Ein kleines Manko hat der Wobbler jedoch: der Lack scheint etwas weicher zu sein als der bei anderen Namhaften EU/USA Herstellern sodass man die Hechtspuren sowie Steinkontakte sehr deutlich erkennen kann.

Ich werde in der sehr knappen Zeit die ich momentan am Wasser verbringen kann weiter testen und berichten. Die Tests der anderen beiden Wobbler folgen.


@Redaktion: geht gleich an Euch per Mail raus.
 
AW: Testbericht Biedron Wobbler „Dirty Harry“ – 1 Teil

Dafür nicht, ich hoffe das der "Bericht" Euren Ansprüchen gerecht werden kann, ist mein erster in der Art den ich einer öffentlichen Community vorstelle.
 
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