Straßenschild: "Anlieger frei"

Hallo liebe Angler-Gemeinde,

da ich im Moment meine freien Tage damit verbringe lukrative neue Gewässer für mich zu entdecken, stieß ich in den letzten Tagen nicht selten auf das Verkehrsschild "Anlieger frei".

Gestern z.B. habe ich aufgrund einer Gewässerkarte eines Vereines eine Rundtour gestartet um mir einige schöne Plätze an der Weser zu suchen.
Und gerade an der Weser stolperte ich bei einigen Stich- und Feldwegen über das Schild "landwirtschaftlicher Verkehr und Anlieger frei".
Klar, ich bin dem Verein noch nicht beigetreten und habe keine gültigen Fischereipapiere für das Gewässer, was mich als Anlieger ausweist.
Aber die Frage ist, bin ich es mit gültigen Fischereipapieren? Ich meine, darf ich dann in solche Wege reinfahren ?

Hab nämlich um ehrlich zu sein keine Lust nach 30 Minütiger Fahrt zur Weser nocheinmal 30 Minuten damit zu verbringen, meine Sachen mit nem Trolley (den ich auch erst kaufen müsste) an das Wasser zu bekommen.

Wäre für Antworten dankbar.

Gruß
Christoph
 
Zuletzt bearbeitet:

Ralle 24

User
AW: Straßenschild: "Anlieger frei"

Da würde ich ( mit gültigem Fishcereischein ) bedenkenlos reinfahren. Als Angler hat man ein Uferbetretungsrecht und das weist einen m.M. nach klar als Anlieger aus. Das hat nix mit dort wohnen zu tun.
Meine Meinung, keine rechtsverbindliche Auskunft.

Im Gegensatz dazu, wenn nur landwirtschaftlicher Verkehr zugelassen ist. Dann darf man als Angler leider nicht.
 
AW: Straßenschild: "Anlieger frei"

Hallo,

selbstverständlich sind Angler Anlieger, wenn sie fischereiberechtigt im betreffenden Gewässer sind. Hatte selbst schon mal ein Knöllchen am Auto. Daraufhin eine Kopie des Fischereierlaubnisscheins an den zuständigen Beamten, mit Verweis auf die aktuelle Rechtssprechung, geschickt und die Sache war erledigt.
An meinem Hausgewässer bittet die Polizei sogar die Angler ihre Scheine hinter die Windschutzscheibe zu legen, damit sie nicht versehentlich einem Angler ein Knöllchen ausstellen. Badegäste dagegen müssen auf den städtischen Parkplatz ausweichen (1,80€ pro Tag)

Gruß
 
AW: Straßenschild: "Anlieger frei"

Definiere ich das so richtig (vorrausgesetzt gültiger Fischereischein liegt vor):

Anlieger frei: ich darf bedenkenlos reinfahren

Landwirtschaft/Forstwirtschaft frei: ich darf nicht reinfahren sofern ich nicht zum Vorstand gehöre, Pächter bin und keine Hegemaßnahme bzw. Entnahmemaßnahme nachweisen kann?

Ok, damit kann ich leben.
Allerdings stört mich da ein Szenario:
ich bin gestern zu Fuß eien ca. 1 Kilometer langen weg zur Weser gewandert, gut gepflastert, mit dem Schild "Landwirtschaftlicher Verkehr und Anlieger frei " gekennzeichnet.
Am Ende diesen Weges lag die Weser, der Weg wiederum verlief in einem T, sprich nur noch rechts und links entlang.
Es gab kein verkehrsschild was ein Durchfahrts- bzw. Befahrungsverbot regelte.
Trotzdem ließ mich das Gefühl nicht los, dass ich auf einem Radweg stehe.

Wie regelt ihr das bei großen oder kleinen Flüssen? Da gibts ja zumeist keinen Parkplatz, oder nen Weg direkt ans Wasser.
Schleppt ihr alle eure Klotten dahin ?

Gruß
Christoph
 

Fischpaule

Karpfendompteur
AW: Straßenschild: "Anlieger frei"

Moin
Hierbei muss man stark trennen zwischen Land-und Forstwirtschaftlichen Verkehr und Anlieger

Ein Anlieger bist du sofort, wenn du ein Anliegen hast - du darfst also dort auf jeden Fall reinfahren, auch wenn du nur schauen willst, ob der Weg überhaupt zum Gewässer führt - auch wenn du da parken möchtest, hast du ein Anliegen - eine pure beabsichtigte Durchfahrt, ist allerdings nicht gestattet - wenn du aber während der Durchfahrt schaust, ob dort vielleicht ein Gullideckel rot angemalt ist |rolleyes, hast du schon wieder ein Anliegen....

Bei Land- und Forstwirtschaflichen Wegen, bist du nur berechtigt, wenn du auch ein Erlaubnisschein für dieses Gewässer hast - die Forst- oder Naturschutzbehörde kann aber auch dieses einschränken - ein Befahrungsrecht für die Wege gibt es also nicht - es ist allerdings gestattet so lange es nicht explizit aufgefürt ist - z.B. bei hohen Waldbrandwarnstufen...

Wenn das Schild für Einwohner steht, dürfen nur Einwohner und deren Gäste dort rein - also immer schön einen Namen von irgend einem Anwohner merken, der da wohnt ;), du darfst selbstverständlich dort mit deinem Auto nach einem Anwohner suchen|supergri

#h
 

hecq

Active Member
AW: Straßenschild: "Anlieger frei"

Moin
Hierbei muss man stark trennen zwischen Land-und Forstwirtschaftlichen Verkehr und Anlieger

Ein Anlieger bist du sofort, wenn du ein Anliegen hast - du darfst also dort auf jeden Fall reinfahren, auch wenn du nur schauen willst, ob der Weg überhaupt zum Gewässer führt - auch wenn du da parken möchtest, hast du ein Anliegen - eine pure beabsichtigte Durchfahrt, ist allerdings nicht gestattet - wenn du aber während der Durchfahrt schaust, ob dort vielleicht ein Gullideckel rot angemalt ist |rolleyes, hast du schon wieder ein Anliegen....

Bei Land- und Forstwirtschaflichen Wegen, bist du nur berechtigt, wenn du auch ein Erlaubnisschein für dieses Gewässer hast - die Forst- oder Naturschutzbehörde kann aber auch dieses einschränken - ein Befahrungsrecht für die Wege gibt es also nicht - es ist allerdings gestattet so lange es nicht explizit aufgefürt ist - z.B. bei hohen Waldbrandwarnstufen...

Wenn das Schild für Einwohner steht, dürfen nur Einwohner und deren Gäste dort rein - also immer schön einen Namen von irgend einem Anwohner merken, der da wohnt ;), du darfst selbstverständlich dort mit deinem Auto nach einem Anwohner suchen|supergri

#h

Falsch. Es hat nichts mit einem Anliegen zu tun. Mit Anlieger frei sind z.B Grundstücke, Häuser usw gemeint.
 

Case

Mitglied
AW: Straßenschild: "Anlieger frei"

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Im Gegensatz dazu, wenn nur landwirtschaftlicher Verkehr zugelassen ist. Dann darf man als Angler leider nicht.

Doch, da darf man rein.:)

Zwar offiziell nicht zum angeln, aber wenn am Gewässer igendwelche Arbeiten zu verrichten sind. Zum Beispiel Müll wegräumen, Gewässerkontrolle auf evtl. Fischsteben, Angelstellen ausasten....

Wir hatten das Problem recht massiv im Verein. Wenn ich blos 'ne alte Maisdose in mein gelben Sack pack, kann man mir gar nix.


Case
 
AW: Straßenschild: "Anlieger frei"

Doch, da darf man rein.:)

Zwar offiziell nicht zum angeln, aber wenn am Gewässer igendwelche Arbeiten zu verrichten sind. Zum Beispiel Müll wegräumen, Gewässerkontrolle auf evtl. Fischsteben, Angelstellen ausasten....

Wir hatten das Problem recht massiv im Verein. Wenn ich blos 'ne alte Maisdose in mein gelben Sack pack, kann man mir gar nix.


Case

Hallo Case,

auch wenn sich unsere Aufsichtsorgane jenseits der Fischerei manchmal ein bisschen blöde anstellen:
wenn ich drei Ruten im Wasser habe, oder zwei je nach dem, und halte einem "Grünen" nen gelben Sack mit ner leeren Schachtel Zigaretten unter die Nase und sage ihm, dass ich gerade ganz ohne Vereinsmitglieder eine Reinigunsaktion durchführe, dan hält der mich doch für bescheuert und liefert mich ein.....nein, so leicht kann doch unsere Gesetzgebung nicht zu umgehen sein.
 

Fischpaule

Karpfendompteur

Jose

Active Member
AW: Straßenschild: "Anlieger frei"

An meinem Hausgewässer bittet die Polizei sogar die Angler ihre Scheine hinter die Windschutzscheibe zu legen, damit sie nicht versehentlich einem Angler ein Knöllchen ausstellen.

Was machst du, wenn du am wasser kontrolliert wirst (" beim fischfang sind mitzuführen...")?

obwohl wir ja alle mit dem angeln ein anliegen haben denk ich doch, dass wir nicht als anlieger anerkannt werden.

ich halt mich da bedeckt, kenn ich doch: im zweifel fast immer gegen den "angeklagten".
 

Reiner A.

Well-Known Member
AW: Straßenschild: "Anlieger frei"

Also das mit dem "Anliegen" sollte doch mal näher begründet werden. Ich hab ja schon subjektiv ein begründetes Anliegen, wenn ich den Heimweg abkürzen will, um eine Anwohner-Frei Zone zu durchfahren:)
 

Case

Mitglied
AW: Straßenschild: "Anlieger frei"

Hallo Case,

auch wenn sich unsere Aufsichtsorgane jenseits der Fischerei manchmal ein bisschen blöde anstellen:
wenn ich drei Ruten im Wasser habe, oder zwei je nach dem, und halte einem "Grünen" nen gelben Sack mit ner leeren Schachtel Zigaretten unter die Nase und sage ihm, dass ich gerade ganz ohne Vereinsmitglieder eine Reinigunsaktion durchführe, dan hält der mich doch für bescheuert und liefert mich ein.....nein, so leicht kann doch unsere Gesetzgebung nicht zu umgehen sein.

@ CarpFreak,

wir hatten genau dieses Problem. Schild mit "landwirtschaftlicher Verkehr frei", so ca. einen Kilometer von unserem Vereinsgewässer entfernt. Wir haben da sogar einen " Parkplatz" gepachtet. Das Vereinsgewässer ist Eigentum des Vereins.
Irgend ein Landwirt hat dann mit Theater angefangen. Die Durchfahrt sei für Angler nicht erlaubt.
Nun, wir haben auch Anwälte als Vereinsmitglieder, und die haben das geprüft und eben diese Gesetzeslücke gefunden. das wurde uns auch auf der Jahreshauptversammlung mitgeteilt. Leider habe ich da nichts Schriftliches.

Ein eigenes Erlebnis:
Ich bin genau in diesen Weg reingefahren und der Jagdpächter wollte mich rausjagen. Hab ich nicht gemacht, und er ist zur Polizei gegangen. Nach einer guten Zeit ist er dann sehr schlecht gelaunt zurückgekommen. Also, die Polizei hat das auch nicht interessiert.

Case
 

Schuschek

Active Member
AW: Straßenschild: "Anlieger frei"

Unsere Vereine sind doch Pächter der von uns beangelten Gewässer. Wir sind Mitglieder des Vereins, also ein Teil des Vereins. Deshalb haben wir dieses Gewässer gepachtet, und sind deshalb doch Anlieger. Wenn "Anlieger frei" steht gilt es meines Erachtens auch für mich
 

honeybee

No Road? No Problem!
AW: Straßenschild: "Anlieger frei"

Ich hatte ein ähnliches Erlebnis....

Auf dem Weg ans Wasser befuhr ich eine Straße die wie unten gekennzeichnet war und erhielt darauf hin 3 Wochen später einen Bescheid über 15 Euro.

Die Straße war mit einem Durchfahrtsverbotschild gekennzeichnet mit Zusatz "Anlieger frei".

Ich habe Widerspruch gegen diesen Bescheid eingelegt und sammelte dazu einige Infos aus dem www und legte diese dem Widerspruch bei. Und Bingo.......die Sache hatte sich erledigt

a) Zusatzschild Nr. 1020-30 "Anlieger frei"
In seinem Urteil vom 12.11.1962 - 2 Ss 416/62 hatte das OLG Celle (vgl. VRS 25, 364) entschieden: Die Befugnis zur Ausübung der Fischerei an einem Gewässer verleiht dem Inhaber der Befugnis nicht die Eigenschaft eines Anliegers hinsichtlich eines in Richtung auf das Gewässer führenden, für Kraftfahrzeuge mit Ausnahme des Anliegerverkehrs gesperrten Weges. Zur Begründung war ausgeführt worden, die Anliegereigenschaft setze ein Besitzrecht am Grundstück voraus, während dem Angler nur ein insoweit nicht ausreichendes Aneignungsrecht betreffend gefangene Fische zustehe.


Demgegenüber hat das OLG Köln in seinem Urteil vom 9.4.1963 - Ss 6/63 - (vgl. VRS 25,367) ausgeführt: Anlieger ist auch der zum Betreten eines Grundstückes berechtigte Aneignungsberechtigte (Fischereiberechtigte), soweit dessen Aneignungsrecht und Recht zum Betreten des Grundstückes nicht lediglich auf Gewohnheitsrecht oder Gemeingebrauch beruht. Für die Frage der Anliegereigenschaft komme es nicht entscheidend auf ein Besitzrecht des Betroffenen an. Ein Aneignungsrecht genüge, weil dies der Verkehrsanschauung zum Begriff des Anliegers entspreche. Dabei spiele es keine Rolle, daß durch diese Auslegung des Begriffeses evtl. ein großer Personenkreis (Mitglieder eines Angiervereins) den grundsätzlich gesperrten Weg benutzen könne. Falls die Verwaltungsbehörde dies verhindern wolle, müsse sie das Verbotsschild ohne Zusatz anbringen.


Die streitige Frage ist schließlich durch den grundlegenden Beschluß des BGH vom 9.7.1965 - 4 StR 191/65 (vgl. BGHSt 20, 242) im Sinne der Entscheidung des OLG Köln geklärt worden. Der BGH hat ausgeführt: Die Anliegereigenschaft wird durch rechtliche Beziehung zu dem an die gesperrte Straße anliegenden bebauten oder unbebauten Grundstück bestimmt. Diese können dinglicher Art (Eigentümer) oder schuldrechtlicher Natur sein (Mieter, Pächter u.ä.). Nur dann könne z.B., was ein dringendes Bedürfnis erfordere, die Freistellung vom Verbot auch auf die nach der Verkehrsanschauung den unmittelbar Grundstücksberechtigten gleichstehenden Nutzungs- und Aneignungsberechtigten (Jagdpächter, Fischereiberechtigter u. dgl.) bezogen werden, die anderenfalls ihr Recht möglicherweise nicht ausüben können.


Mit seinem Urteil vom 4.10.1977 - Ss 35/77 - (vgl. VRS 54, 311) hat das OLG Zweibrücken diese Rechtsprechung fortgeführt und für den Fall eines Jagdberechtigten entschieden, daß dieser als Anlieger gilt, wenn sein Jagdbezirk über die mit den in Rede stehenden Schildern gekennzeichnete Straße erreichbar ist.


Nach der somit gefestigten höchstrichterlicnen Rechtsprechung (vgl. auch OLG Hamburg VRS 52, 304 und VM 69, 47) auch der mit einem entsprechenden Fischereierlaubnisschein ausgestattete Angler berechtigt, eine mit dem Verbotsschild Nr. 250 und dem Zusatzschild "Anlieger frei" oder dem gleichbedeutenden Zusatzschild "Anliegerverkehr frei" gesperrte Straße zu benutzen, wenn dies zum Zwecke der Ausübung der Fischerei an einem Gewässer geschieht, das an der betreffenden Straße liegt oder über sie erreichbar ist.
Quelle: http://www.radarfalle.de/recht/sonstiges/anlieger.php

Es empfiehlt sich, diese Seite mal durch zu lesen.;)
 
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