Sinn, Unsinn, oder unverschämt ?

Ralle 24

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Folgendes Erlebnis möchte ich mal zum Anlass nehmen ein wenig über extreme " Methoden " beim Karpfenangeln zu diskutieren.

Vergangenes Wochenende war ich zum Schleppfischen auf Hecht in Holland. Der See hat neben einem hervorragenden Raubfisch- auch einen guten Karpfenbestand. Er ist sehr groß und es gibt einige kleinere Inseln in der Seemitte.

Bereits bei früheren Ausflügen dorthin kam es ab und an vor, das wir mitten im See mit den Wobblern plötzlich dicke Angelschnüre gehakt hatten. Oft schon alt und vergammelt, manchmal mehr als 50 m lang. Natürlich haben wir die rausgeholt so weit es ging. Immer saßen sie aber mit dem Ende auf dem Grund fest und so haben wir nie Haken oder Montagen bergen können. So richtig erklären konnten wir uns das nicht, denn von Schleppanglern konnten die Schnüre nicht stammen, dafür waren sie viel zu dick. Zum Ufer waren es meist deutlich mehr als 100 Meter, also schieden für uns auch Ufernagler aus. Wir dachten schon, es handle sich um verloren gegangene Legeschnüre oder sowas.
Nun, bis halt letztes Wochenende die Aufklärung kam.

Wir schleppten in einer Entfernung von gut 150 m an einer Insel vorbei. In der Ferne konnten wir sehen, dass dort mehrere Angler ihr Gerät aufgebaut hatten. Wenn wir beim Schleppfischen Uferangler passieren, halten wir immer komfortable 50 m Abstand. Schließlich will man die Kollegen ja nicht stören und auch Tüddeleien mit Grundschnüren vermeiden. Hier waren es wie gesagt sogar gute 150 m, weil genau dort eine tiefe Rinne verläuft, in der gerne Hechte lauern. Plötzlich verbeugt sich eine unserer Ruten. Dem Widerstand nach zu urteilen aber kein Fisch, sondern ein Hänger. Allerdings konnten wir das, was wir gehakt hatten mehr oder weniger mühsam heranziehen. Zum Vorschein kam wieder einmal eine dieser dicken Schnüre. Der Wobbler hatte sich ziemlich mit der dieser Schnur vertüddelt und so dauerte es mit dem herausfriemeln. Nach kurzer Zeit blicke ich zufällig Richtung Ufer und sehe einen Angler mit hocherhobener Rute und Schnureinkurbelnd mit einem kleinen Böötchen in unsere Richtung tuckern. Bald stellte sich heraus, das wir tatsächlich seine Angelschnur gefangen hatten. 150m weit vom Ufer weg !
Nachdem die Schnur von unserem Wobbler befreit war fuhr er noch gut 50m weiter, ließ dort seine Montage ins Wasser und tuckerte mit geöffnetem Schnurfangbügel wieder zurück zur Insel. Wir waren baff, fuhren aber weiter. Nach kurzer Zeit hingen alle vier Schleppruten ! Wir hatten mit unseren vier Wobblern insgesamt 6 ( Sechs ) Schnüre gefangen. Ein Blick zur Insel offenbarte tumultartige Szenen bei den dort ansitzenden Karpfenanglern. Der Ganze Kladderadatsch war so vertüddelt, dass nur noch Abschneiden möglich war.
Wir haben dann die abgeschnittenen Enden über Hand eingeholt, es als großes Knäul zur Insel gebracht und dort mit recht bestimmten Worten übergeben. Die Kollegen blieben friedlich, merkten sie uns doch unsere etwas aufgebrachte Stimmung gut an.

Also, die Burschen fahren ihre Montagen mit einem Motorboot gut und gerne 200m weit raus auf den See und spannen so gut die Hälfte der Seebreite ab. Der Seegrund ist ob des kräftigen Krautbewuchses sehr hängerträchtig, was zum einen die Dicke der Schnüre, zum anderen die früher geborgenen Schnurreste erklärt.
Mal ganz abgesehen, das so ein Verhalten höchst unverschämt gegenüber den Schleppfischern ist, frage ich mich wo da die beim Karpfenangler so hochgepriesene Waidgerechtigkeit ist.
Auf eine solche Entfernung und mit soviel Kraut muß man bei einem gehakten Karpfen unweigerlich mit Abrissen rechnen. Ein kontrollierter Drill ist auf eine solche Entfernung schier unmöglich. Selbst wenn die Schnur bei einem normalen Hänger ohne Fisch reißt, treiben ellenlange Schnurreste im Wasser. Eine oft tödliche Falle für Wasservögel.
Und last not least, selbst wenn der Drill gut geht und der Fisch sicher gelandet werden kann, hat er 200m harten Drill hinter sich und kommt wohl eher tot als lebendig ans Ufer.

Ich finde, hier wurde die Grenze zwischen extrem und Wahnsinn klar überschritten. Was meint Ihr dazu ?
 

Dart

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AW: Unsinn, Wahnsinn, oder einfach nur unverschämt ?

Hi Ralle
Ich wunder mich (ohne das Erlebte bewerten zu wollen) das du da so überascht bist. Es gibt ja Gründe für die Entwicklung von Big Pit Reels und Futterbooten mit eingebautem Echolot und einer Reichweite von mehreren hundert Metern. Wie gesagt ist völlig wertfrei.
Gruss Reiner
P.s. Nicht ohne Grund ist das Rausrudern von Montagen und der Einsatz von Futterbooten an vielen Gewässern verboten....nicht nur in Deutschland
 
Zuletzt bearbeitet:

D.A.M

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AW: Unsinn, Wahnsinn, oder einfach nur unverschämt ?

Da kann mann nur sagen :v
 

j4ni

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AW: Unsinn, Wahnsinn, oder einfach nur unverschämt ?

Moin,
mh schwierig zu bewerten. Mit 200 Metern ist auch noch lange nicht das Ende erreicht, Stefan Seuss (aber auch viele, viele andere ist nur gerade der (meine ich) aktuellste Artikel) beschreibt in seinem Artikel in der aktuellen CarpConnect das Angeln auf große Distancen und spricht hier von Spot die in bis zu 500 Meter entfernt vom Ufer sind! Ähnliches ist wohl auch an den großen französichen Seen an der Tagesordnung, wobei hier bei einigen in der Vergangenheit auch Schnurumlenker zum Einsatz gekommen sind um "im Verborgenem" in Schutzzonen hinein zu angeln, ist aber wohl immer mal wieder aufgeflogen...Stefan schreibt in seinem Artikel, dass man gerade wegen der großen Menge an Schnurr im Wasser auf Wassersportler und Bootsangler Rücksicht nehmen muss und die Schnüre mit Absenkbleien absenken. Aber auch ohne Absenkbleie legt sich die Schnurr (meine Meinung, nicht Seuss) eigentlich auf den Gewässergrund, so die Hindernisse es denn zulassen. Naja dachte ich eigentlich #c
Mit geflochtener Schnur auf Big Pit Rollen sind solche Distancen auch "vom Material her" zu managen. Beim Drillen kommt, meine ich, ein Boot zum Einsatz, so dass der Fisch nicht 200 Meter rangepumpt wird, sondern der Angler kommt vielmehr zum Fisch...meine ich, kein Plan Fische selten weiter als 50 Meter weit draussen, denke die Distance-experten hier werden das noch auflösen.
Da ihr schon öfter Schnüre gefangen habt, gehe ich mal davon aus, dass die Angler den Verlust bewußt hinnehmen und das ist schade (Ohne jetzt weiter auf das Verhalten gegenüber den anderen Anglern und Wassersportlern einzugehen) aber nicht wirklich überraschend, denn mittlerweile ist gerade im Karpfenbereich bei vielen, so habe ich zumindest das Gefühl, der Fisch nicht das wichtigste sonder einzig und allein sein Gewicht. Und dann das Photo. Dann meist das Tackle oder die "Boilie-Marke", ok das aber auch lange nicht sooo oft wie von "Aussenstehenden" angenommen wird ;) . "Fischsicherheit" fängt bei den meisten mit Abhakmatte an und hört mit nem festen Knoten am Sack auf. Die Waidgerechtigkeit findet zumeist nur noch auf dem Papier statt genau wie der Umgang mit Umwelt und Mitanglern meist auch eher...naja lassen wir das...
Ob hier eine Grenze zwischen Wahnsinn und extrem überschritten wurde? Ich denke in einem gewissen Sinne: Nein, da mit 200 Meter noch keine "extreme" Weite erreicht ist (ohne Wertung, nur von der Weite der Weite eben) und das Fischen auf lange Distancen per se kein Wahnsinn ist. So wie es in diesem Fall geschildert wurde, ist es aber, in meinen Augen grob Fahrlässig "Mitseenutzern" und Fischen gegenüber und alles in allem sau dumm! In sofern wurde hier eine Grenze überschritten, die jeder Angler (/ Mensch) in Ehren halten sollte: Der Respekt der Kreatur (/Mitmenschen) gegenüber.

Das ist des Jägers Ehrenschild,
daß er beschützt und hegt sein Wild, waidmännisch jagt, wie sich's gehört, den Schöpfer im Geschöpfe ehrt.
 

Dart

Active Member
AW: Unsinn, Wahnsinn, oder einfach nur unverschämt ?

Very good Posting#6
Es wird innerhalb der Carpszene mächtig an dem Ast gesägt auf dem man gerne sitzt. Leider sind das oft die Recordhunter und deren Umgebung (Werbung bis der Arzt kommt), im Fall von Ralle wohl eher fehlgeleitete Jünger:g
Gruss Reiner
 

maesox

normal ist anders...
AW: Unsinn, Wahnsinn, oder einfach nur unverschämt ?

Jepp,kann dich da gut verstehen! Habe dieses Vorgehen das erste Mal im Mai an nem großen Baggersee beim Schleppen beobachtet.

Dachte,warum wollen manche immer am anderen,gegenüberliegenden Ufer angeln als da wo sie sitzen!!|bigeyes

Man wird da als Schlepper schon eingeschrängt wenn manche meinen sie müssen ihre Schnüre komplett im See umher spannen!!
 

Dart

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AW: Unsinn, Wahnsinn, oder einfach nur unverschämt ?

Kleiner Zusatz
Das Absenken der Schnur mag wohl freundlich für andere (Boots..Angler) sein, aber niemand weiss in welches Hinderniss man womöglich seine Schnur absenkt!
Gruss Reiner
 

carp2000

Member
AW: Unsinn, Wahnsinn, oder einfach nur unverschämt ?

Moin Ralle,

ich habe hier eine etwas indifferente Meinung zu. Einerseits kann ich die Leute verstehen, da ich selbst früher so geangelt habe. Und das Problem mit den 200 m Drill stellt sich nicht in dieser Form, da Du (gerade bei hängerträchtigem Grund) bei einem Biss sofort ins Boot springst und versuchst, so schnell wie möglich über den Fisch zu kommen und so das Verlustrisiko zu minimieren.

Es kann durchaus sein, dass es das Gewässer notwendig macht, seine Montagen auf diese Entfernung hinauszurudern. Ich habe das gerade erst letztens in einem Thread beschrieben. Der Etang de Biscarosse ist extrem groß, aber unglaublich flach. Der Boden dort hatte keine Struktur, außer in einer Entfernung von ich glaube 120 m (hätten auch 200 m sein können, tut nichts zur Sache, auf alle Fälle konnte man nicht mehr hinwerfen). Hier gab es eine minimale Kante von 10 cm. Das reichte, dass alle Fische diese Kante entlang schwammen und sonst nirgens. Ergo: Kein Hinausschleppen, kein Fisch.

Das sind m.M. jedoch Einzelfälle. Hier geht es einfach nicht anders. In vielen Fälle, bei denen sonst das Tackle hinausgerudert wird, wird es sich aber nur um unnötige Auswüchse eines "Modetrends" handeln. Inwieweit das auf das von Dir beschriebene Gewässer zutrifft, vermag ich natürlich nicht zu beantworten.

Ich habe oben geschrieben, dass ich auch so geangelt habe. Mittlerweile bin ich wieder zum Normalangler mutiert. Ich kann Nicht-Karpfenangler gut verstehen, die sich über das Hinausschleppen der Montage aufregen, schließlich werden hierdurch große Bereiche des Gewässers abgesperrt und sind für andere unbrauchbar. Diese Auswüchse haben am Cassien übrigens Ende der 90er Jahre dazu geführt, dass das Hinausschleppen völlig verboten wurde (wie es heute ist, weiß ich leider nicht). Und ich kann die Franzosen auch gut verstehen, die überhaupt keine Lust mehr hatten zuzusehen, wie Karpfenangler aus allen Herren Länder quasi den ganzen See abriegelten und dann noch angepöbelt wurden, wenn beim Schleppangeln Karpfenmontagen aufgesammelt wurden (alles so geschehen!).

Wie bei so Vielem ist es eine Frage der Verhältnismäßigkeit. Bin ich nacts alleine am Wasser, kann ich sicherlich auch mein Zeug hinausrudern. Sind noch andere am Wasser, sollte ich mich auf die Stellen beschränken, die ich anwerfen kann.

Aber eins ist auch sicher: 50 bis 100 m verlorene Schnur im Wasser müssen nicht sein. Das ist Dummheit oder Faulheit.

Gruß

Thomas
 

Pikepauly

Mitglied
AW: Unsinn, Wahnsinn, oder einfach nur unverschämt ?

An meinem Vereinsgewässer (Baggersee 15 Hektar) rudern die Karpfenangler ihre Montagen auch auf ein Plateau in ca. 150 mtr. Entfernung und sperren damit ein Drittel des Sees ab.

Das finde ich unakzeptabel.:)
 

Ralle 24

User
AW: Unsinn, Wahnsinn, oder einfach nur unverschämt ?

Erst mal Danke für die ersten Einschätzungen.

Ergänzend zu meinen Angaben, noch ein wenig zum Gewässer, bzw. Gewässergrund. Den kenne ich recht gut, da ich dort schon länger und stets mit Echolot arbeite. Der See ist an dieser Stelle zwischen 3,50 und 4m tief. Es gibt Erhebungen und Plateaus bis zu 2m unter dem Wasserspiegel, und das schon recht nah am Ufer. Auf die 200m hat man sicher schon drei oder vier Erhebungen überbrückt.
Es gibt aber auch, und grade hinter diesen Erhebungen Rinnen, die bis 5,5 m tief sind. Genau da, bzw an solchen Kanten ist natürlich ein gutes Schlepprevier.
Und hier kommt auch das " nicht zu Ende denken " beim absenken der Schnüre. Wenn man solche Distanzen überbrückt, führt die Schnur über solche Plateaus und die dahinterliegenden Rinnen. Heißt im Extremfall liegt sie in 2m Wassertiefe über einer 5,5 m tiefen Rinne. Eine perfekte Wobblerfalle.
Das hundsgemeine für den Schleppfischer ist dabei, dass er nicht die geringste Chance hat das zu erkennen und ggfs. auszuweichen.

Ich glaube das da jede Menge " Kuhdenken " ansteht.
Die strecken nämlich auch Ihren Hals unter dem Stromdraht durch und riskieren einen Schlag, weil sie denken das das Gras auf der anderen Seite viel besser schmeckt als das, in dem sie bis zum Bauch stehen. |rolleyes
 

Pikepauly

Mitglied
AW: Unsinn, Wahnsinn, oder einfach nur unverschämt ?

@Ralle 24

Was mich sehr wundert, ist das Du als Moderator ein so heisses Eisen anpackst, was hier für viel Stress sorgen kann.
Zudem mit einer so klar definierten Aussage, was Deine eigene Meinung betrifft.:)
 

j4ni

Active Member
AW: Unsinn, Wahnsinn, oder einfach nur unverschämt ?

@Ralle 24

Was mich sehr wundert, ist das Du als Moderator ein so heisses Eisen anpackst, was hier für viel Stress sorgen kann.
Zudem mit einer so klar definierten Aussage, was Deine eigene Meinung betrifft.:)

Welches heiße Eisen noch gerade?
 

marcus7

Well-Known Member
AW: Unsinn, Wahnsinn, oder einfach nur unverschämt ?

Ich finde diese Geschichte mit dem Fischen auf Distanzen außerhalb der Wurfweite und dem daraus resultierenden Streit zwischen Ufer-und Bootsanglern wird viel zu einseitig beleuchtet.

Die meisten Bootsangler regen sich dermaßen über die Uferangler auf, dabei stelle ich mir die Frage: Mit welchem Recht dürfen denn die Bootsangler Fischträchtige spots auf z.B.200m Distanz befischen aber die Uferangler nicht?
Wer legt das denn fest?

Und weshalb sagen Bootsangler "das ist ungerecht, ihr spannt 200qm ab"? Immerhin befischt ein Bootsangler oder Schlepper meinetwegen eine vielfach größere Wasserfläche am tag als besagter Uferangler in der ganzen Woche?

Stellt sich nur die frage wer jetzt "recht" hat??
 

Malte

Lystfiskhustler
AW: Unsinn, Wahnsinn, oder einfach nur unverschämt ?

Irgendwie frage ich mich grade warum man denn nicht gleich vom Boot aus angelt|kopfkrat

|licht Und wenn das Zelt, die Liege und das andere Gerödel nicht ins Boot passt muss halt nen größeres Boot her, ganz einfach.
 

Ralle 24

User
AW: Unsinn, Wahnsinn, oder einfach nur unverschämt ?

@Ralle 24

Was mich sehr wundert, ist das Du als Moderator ein so heisses Eisen anpackst, was hier für viel Stress sorgen kann.
Zudem mit einer so klar definierten Aussage, was Deine eigene Meinung betrifft.:)


Also erst mal bin ich neben meinem Moderatorendasein auch noch Angler und Boardi. :)

Heiße Eisen sind ja nicht unbedingt unerwünscht, genau so wie heiße Diskussionen. Und warum soll man kritische Punkte nicht mal ansprechen. Wichtig ist lediglich, dass die Boardregeln eingehalten werden.
Und was meine Meinung angeht, nun ich lasse mich zwar überzeugen, aber nicht verbiegen.
Außerdem stelle ich in der letzten Zeit im allgemeinen ein viel entspannteres Umgehen mit " heißen Eisen " in unserer Boardigemeinde fest. Man bedenke nur den " Ab welcher Größe kann man Karpfen noch essen ? " Thread. Klar, ein paar Ausrutscher gibt´s immer, aber noch vor nicht allzulanger Zeit hätte das Mord und Totschlag gegeben.

Und ich finde es würde unser Boardleben ungemein aufwerten, wenn wir endlich auch mal kontroverse Themen sachlich und differenziert diskutieren können. Und das traue ich der absoluten Mehrheit der Boardis durchaus zu.
 

Schleie!

Wintersun
AW: Unsinn, Wahnsinn, oder einfach nur unverschämt ?

Ich glaube das hier ist eine endlos-diskussion.

Bei uns ist das fischen vom boot aus auch verboten und man darf allgemein nicht mti dem boot auf den see, also auch nix mit anfüttern und montage rauslegen.
Funkgesteuerte futterboote sind grade noch so zulässig.

jedenfalls letzten sommer waren wir an einem unserer seen, wo ein surferclub auch anrecht drauf hat. wir fuhren unsere montagen auch auf so eine anhöhung in ca 100m entfernung in ca 2m tiefe.

mein kollege stellte seine ruten sehr senkrecht nach oben, och legte meine so tief es ging nah mit der rutenspitze an die wasseroberfläche...

nach kurzer zeit wusste ich, wieso ich dies tat...

in ca 80m entfernung surfte so ein freak vorbei und bei meinem kollegen ging der bissanzeiger los wie noch nie...keine chance, er musste schnell abreisen

Also dieses thema ist einfach zweideutig meiner meinugn nach, ich kann beide seiten verstehen, und bin weder für die eine, noch für die andere.
des einen recht, ist des anderen leid. :(
 

Ralle 24

User
AW: Unsinn, Wahnsinn, oder einfach nur unverschämt ?

Ich finde diese Geschichte mit dem Fischen auf Distanzen außerhalb der Wurfweite und dem daraus resultierenden Streit zwischen Ufer-und Bootsanglern wird viel zu einseitig beleuchtet.

Die meisten Bootsangler regen sich dermaßen über die Uferangler auf, dabei stelle ich mir die Frage: Mit welchem Recht dürfen denn die Bootsangler Fischträchtige spots auf z.B.200m Distanz befischen aber die Uferangler nicht?
Wer legt das denn fest?

Und weshalb sagen Bootsangler "das ist ungerecht, ihr spannt 200qm ab"? Immerhin befischt ein Bootsangler oder Schlepper meinetwegen eine vielfach größere Wasserfläche am tag als besagter Uferangler in der ganzen Woche?

Stellt sich nur die frage wer jetzt "recht" hat??

Ein interessanter Einwand und durchaus diskussionswürdig.

Es gibt durchaus Bootsangler die sich benehmen als wäre das Gewässer ihnen. Die bedenkenlos in 15m Entfernung das Ufer kreuzen und so manchen Ansitzangler zum Wahnsinn treiben.

Ja, wer legt nun fest, was richtig und falsch ist ?

Vielleicht einfach der gesunde Menschenverstand ?

Es ist abgrundtief blödsinnig mit dem Boot nah am Ufer vorbeizufahren, ohne auf Ansitzangler Rücksicht zu nehmen. Man hat natürlich aufzupassen und einen entsprechenden Sicherheitsabstand zu halten.

Auf der anderen Seite haben die Schleppfischer ihre Montagen in der Regel nicht weiter hinter dem Boot als der durchschnittliche Uferangler seine Ruten auswirft. Und selbst wenn der Bootsangler mal einem Ansitzangler zu nahe kommt, ist das Thema nach ein paar Sekunden Vorbeifahrt gegessen.
Hat der Uferangler aber 200m Schnur draußen, ist der Bereich dauerhaft gesperrt. Das schlimmste aber ist, dass der Bootsangler keine Chance hat, die Schnur zu erkennen. Also selbst wenn man will, kann man gar nicht ausweichen.

Abgesehen davon stehen ja auch den Karpfenanglern die Möglichkeiten offen, vom ( evtl. ) verankerten Boot aus zu fischen.

Es ist halt eine Frage der Gegenseitigen Rücksichtnahme.
 

Ralle 24

User
AW: Unsinn, Wahnsinn, oder einfach nur unverschämt ?

Ich glaube das hier ist eine endlos-diskussion.

Bei uns ist das fischen vom boot aus auch verboten und man darf allgemein nicht mti dem boot auf den see, also auch nix mit anfüttern und montage rauslegen.
Funkgesteuerte futterboote sind grade noch so zulässig.

jedenfalls letzten sommer waren wir an einem unserer seen, wo ein surferclub auch anrecht drauf hat. wir fuhren unsere montagen auch auf so eine anhöhung in ca 100m entfernung in ca 2m tiefe.

mein kollege stellte seine ruten sehr senkrecht nach oben, och legte meine so tief es ging nah mit der rutenspitze an die wasseroberfläche...

nach kurzer zeit wusste ich, wieso ich dies tat...

in ca 80m entfernung surfte so ein freak vorbei und bei meinem kollegen ging der bissanzeiger los wie noch nie...keine chance, er musste schnell abreisen

Also dieses thema ist einfach zweideutig meiner meinugn nach, ich kann beide seiten verstehen, und bin weder für die eine, noch für die andere.
des einen recht, ist des anderen leid. :(


Nu, das trifft Bootsangler wie Ansitzangler gleichermaßen. Auch wir mussten schon das Schleppen einstellen, bzw. uns in Seitengewässer verpieseln, weil zu reger Bade und Surfbetrieb herrschte. Wenn die Segler und Surfer keine 10m hinter uns die Schleppschnüre kreuzen, muß man halt aufgeben.
 

HD4ever

baltic trolling crew HH
AW: Unsinn, Wahnsinn, oder einfach nur unverschämt ?

son Erlebnis hatte ich auch vor kurzem als Spinnfischer vom Ufer aus, nachdem sich in einer Bucht mein Hänger bei dem ca 30 m Auswurf als ne ca 120-150m entfernte Karpfenmontage von gegenüber entpuppte |uhoh:
klar hat jeder das recht dort zu fischen wo er möchte, aber im Gegensatz zu den Kollegen vom Ufer die sehen wo das Boot fährt kann das die Bootbesatzung irgendwie kaum da auf die Entfernung sicher nicht festzustellen ist mit welchen Montagen in welcher Entfernung wie gefischt wird ... #c
vielleicht würde ja helfen wenn man ne kleine, auffällige Boje in der Nähe plazieren würde !
dann hätten die Kollegen sicherlich ne Chance dem etwas auszuweichen wenn genug Platz vorhanden ist.
 

meckpomm

Member
AW: Unsinn, Wahnsinn, oder einfach nur unverschämt ?

Moin

Was mich ein wenig iritiert ist, dass sowas im Karpfenbereich diskurtiert wird. Letztendlich ist es doch eher ein Schleppanglerthema. Ich lege z. T. meine Ruten auch auf 300m aus und sehe da eigentlich kein Problem, denn mit gegenseitiger Rücksicht klappt es eigentlich. Was ich jetzt aber nicht verstehe ist, warum man normalerweise mit einem Boot 50m an den Uferangler entlang fahren/schleppen muss? Immerhin wirft man die Entfernung auch noch locker mit einer Rute, selbst mit einer Spinnrute. Was mich darüberhinaus iritiert: Warum setzt man seine Schleppfahrt ungeachtet der gerade eingesammelten Schnur fort und wundert sich dann über eine weitere gefangene Rute? Wäre nicht ein Platzwechsel mit eingeholten Ruten sinnvoller gewesen? Das versteh ich nicht. Gegenseitige Rücksichtnahme setzt auch eine bedachtes eigenes Vorgehen voraus.
Ich selbst bin mir ziemlich sicher, dass ich nicht ruhig geblieben wäre, wenn jemand meint, er müsse meine Angelschnur kappen.

Letztendlich wird das eh eine Endlosdiskussion bei der sich lustigerweise recht viele Schleppangler im Karpfenbereich zu Wort melden. Aber was solls, ich hab mit Schleppanglern kein Problem... Einige Schleppangler aber mit Karpfenanglern.

Man sollte auch nicht von weiter Angelentfernung pauschal auf viele verlorene Schnüre und nicht waidgerechtes Angeln schließen. Da kann ich gern mal das Gegenteil behaupten und mit Praxiserfahrung unterlegen.

Gruß Rene
 
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