Schweizer Studie: Forellenbesatz sinnvoll und richtig für Fischerei

Thomas9904

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Redaktionell

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Schweizer Studie:
Forellenbesatz sinnvoll und richtig für Fischerei
Der Fischbesatz trägt bis zu 32,6 Prozent an die Entwicklung der natürlichen Fortpflanzung bei und ist damit wichtig für die Fischerei in den Bächen

Gewässerbewirtschaftung ist ein weites Feld, vor allem seit "Nachhaltigkeit" der bestimmende Faktor wurde. Überall wird geforscht mit allen möglichen und unmöglichen Szenarien, um herauszufinden, ob Besatz sinnvoll und "nachhaltig" sei, da ja "genetisch fremdes Material" eingebracht wird. Dank Besatzmaßnahmen in der Schweiz mit Forellenbrütlingen aus dem Rhonegebiet wurde da wieder ein sich erfolgreich fortpflanzender Bestand aufgebaut, so eine Studie

Aus der Schweiz kommt eine Studie der Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere (DJFW), die in Zusammenarbeit mit dem Kantonalen Sportfischer-Verband (WKSFV) und einem unabhängigen Fachbüro erstellt wurde.
Bei der die Wirksamkeit der Besatzplanung für dem Einfluss der Wasserkraftnutzung unterliegenden Einzugsgebiete Dranses, Navisence und Vispa erforscht werden sollte.

Dies wäre so in der Schweiz bisher einmalig.

Quelle:
http://www.1815.ch/news/wallis/aktuell/praxis-des-kantons-beim-fischbesatz-von-studie-bestaetigt/


Nach einer eingehenden Analyse lassen sich daraus folgende Schlüsse ziehen: Der Fischbesatz trägt bis zu 32,6 Prozent an die Entwicklung der natürlichen Fortpflanzung bei und ist damit wichtig für die Fischerei in den Bächen.
Die Entwicklungsstadien der für den Besatz verwendeten Brütlinge (Vorsömmerlinge und Sömmerlinge) erweisen sich zudem als richtig und beide Stadien sind in etwa gleich effizient. Die natürliche Fortpflanzung (70 Prozent) kann ausserdem in allen drei Einzugsgebieten als gut bezeichnet werden.

Die Studie bestätigt also, dass die heutige Fischbesatzpraxis mit aus dem Einzugsgebiet der Rhone stammenden Jungforellen wirksam ist, da sie nachweislich zum Gleichgewicht der Fischbestände beitragen.
Ausserdem eröffnet sie Perspektiven für die Anpassung künftiger Besatzplanungen oder für die Durchführung weiterer Studien.


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Das war wohl auch eine ziemlich umfassende Maßnahme, da alleine 900.000 Jungforellen mit einer fluoreszierenden Markierung versehen wurden, bevor man sie gemäss Besatzplan in den Einzugsgebiete frei liess.
1300 Köpfe von in diesen Gewässern gefangenen Fischen wurden teilweise von den Fischern eingesammelt oder von den Berufsfischereiaufsehern beschafft und untersucht.

Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass diese Untersuchung mit diesem Ergebnis durchaus diskutiert wird.

Denn der allgemeine Tenor war da ja immer ein anderer. Dass es nichts bringe, ja sogar schade, wenn man Besatzfische einer sich eigentlich in einem Gewässer selbst vermehrenden Art zusätzlich besetzen würde.

Und es scheint ja durchaus ein gewisser Bestand an Forellen da gewesen zu sein.

Ich will und kann das nicht beurteilen, aber mit fiel dieser Artikel mit dem anderen Tenor, dass gerade Besatz wichtig und richtig für die Fischerei wäre UND zum Gleichgewicht der Fischbestände beitragen würde , eben genau deswegen auf.

Statt also auf natürlich/nachhaltige Vermehrung des vorhandenen Bestandes zu "warten", wird also (auch) im Interesse der Fischerei aktiv besetzt - und es soll auch noch gut sein für das "Gleichgewicht des Bestandes".

Da muss es doch den Nachhaltigkeitsaposteln und "nur entnehmen, was natürlich nachwächst" die Nackenhaare aufstellen.


Da bin ich auf die Meinungen der Gewässerwarte, Teichwirte und Bewirtschafter gespannt.

Thomas Finkbeiner
 

Laichzeit

Well-Known Member
AW: Schweizer Studie: Forellenbesatz sinnvoll und richtig für Fischerei

Besatz mit kleinen Fischen aus dem selben Gewässersystem empfinde ich als nachhaltig.
Ohne die Studie gelesen zu haben, stellt sich aber immer die Frage, ob sie eine Negativkontrolle für den Besatzerfolg haben, also ein Gewässer mit gleicher natürlicher Fortpflanzung, aber ohne Besatz.
Der Wiederfang von Besatzfischen allein ist nämlich kein Beweis für einen Besatzerfolg, da diese auch durch Verdrängung der Brütlinge aus Naturverlaichung zu ihrem Anteil von 30% am Gesamtbestand kommen können.
Wie wenn man Wasser in ein volles Glas Wein schüttet, man hat jetzt ein Schorle, aber das Glas ist gleich voll.
 

Naturliebhaber

Well-Known Member
AW: Schweizer Studie: Forellenbesatz sinnvoll und richtig für Fischerei

Mein Verein besetzt Bachforellen in fangfähiger Größe in einem kleinen Fließgewässer, in dem es vor 20 Jahren keinen natürlichen Forellenbestand gab. Obwohl natürlich viele der Besatzforellen in kurzer Zeit entnommen werden, gibt es "Ausreißer", die sehr vorsichtig werden und sich fortpflanzen. Im Frühjahr sieht man desöfteren Brütlinge im Wasser. Die haben es allerdings aufgrund eines guten Aal- und Zanderbestands schwer, hochzukommen.
 

hecht99

3x99cm, noch keinen Meter
AW: Schweizer Studie: Forellenbesatz sinnvoll und richtig für Fischerei

Ein Gewässer in dem Forellen sich fortpflanzen und Zander gedeihen? Würde ich gern mehr über die Beschaffenheit des Gewässers wissen.

Das mit dem Verdrängen der natürlichen Brut ist mir auch gleich in den Kopf geschossen...

Aber wenigstens klappt der schonende Transport und das Eingewöhnen ins neue Gewässer. Allein diese Tatsache ist schon mal ein Erfolg der Studie
 

Hanjupp-0815

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AW: Schweizer Studie: Forellenbesatz sinnvoll und richtig für Fischerei

Mein Verein besetzt Bachforellen in fangfähiger Größe in einem kleinen Fließgewässer, in dem es vor 20 Jahren keinen natürlichen Forellenbestand gab. Obwohl natürlich viele der Besatzforellen in kurzer Zeit entnommen werden, gibt es "Ausreißer", die sehr vorsichtig werden und sich fortpflanzen. Im Frühjahr sieht man desöfteren Brütlinge im Wasser. Die haben es allerdings aufgrund eines guten Aal- und Zanderbestands schwer, hochzukommen.

woher weisst du, das die Brutfische Bachforellen sind ? Und selbst wenn, können sie nicht zugewandert oder verdriftet worden sein ?
Ein natürliches Vorkommen von Zander und Bachforelle im selben Gewässer klingt sehr unglaubwürdig.

Und diese Schweizer Studie sagt mal gar nichts aus. Setzt man die Besatzfische groß genug ein um nicht sofort aufgefressen zu werden, gibt es selbstverständlich Wiederfänge .
Das ist nicht anders wie bei Hechtbesatz, ab einer gewissen Dichte fressen sie sich gegenseitig. Selbst Friedfische würden das tun, nur können die üblicherweise nichts fressen was halb so groß ist wie sie selber |rolleyes.
 

Ørret

Member
AW: Schweizer Studie: Forellenbesatz sinnvoll und richtig für Fischerei

Ein Gewässer in dem Forellen sich fortpflanzen und Zander gedeihen? Würde ich gern mehr über die Beschaffenheit des Gewässers wissen.
Solche Gewässer findest du in Norddeutschland oft(Wümme,Hamme,Aller,Leine)... schneller fließende Gewässerabschnitte wechseln sich mit ruhigeren Abschnitten ab und schon hast du Forellen(Bach und Meerforellen und deren Mischformen) und Zander im selben Gewässer. Bäche münden im Fluss und die Forellen ziehen zwischen Bach und Fluss hin und her, je nach dem wie wo es grad angenehmer ist.Hatte schon öfters einen Angeltag wo ich nen schönen Zander mit ein oder zwei Forellchen krönen könnte. Fang ich ne Mefo dann beende ich den Angeltag...
 
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Laichzeit

Well-Known Member
AW: Schweizer Studie: Forellenbesatz sinnvoll und richtig für Fischerei

Manchmal reichen schon kleine Flächen von lockerem Kies für eine erhebliche Naturverlaichung aus. Zum Beispiel ein kleiner Bach, der in das größere Gewässer mündet.
 

Thomas9904

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AW: Schweizer Studie: Forellenbesatz sinnvoll und richtig für Fischerei

Das hört man immer wieder, dass es relativ wenige Elterntiere brauchen würde, wenns Laichplätze gibt.

Denen gehts ja aber nicht alleine um Nachhaltig, sondern auch darum, einen fischereilich nutzbaren Bestand zu erhalte.

In einer ähnlichen Diskussion (telefonisch) mit einem Biologen meinte der (hoffe, ich krieg das unfallfrei zusammen), wenn man leichter zu fangende Regenbogner in ein anglerisch genutztes Gewässer setzt als Attraktionsbesatz, die auch freigibt, dafür Bachforelle schont oder begrenzt freigibt, könne sich innerhalb 3 - 4 Jahren ein guter Bachforellenbestand aufbauen, der sowohl viel natürlich ablaicht, dann aber auch mit Stützbesatz (fangfähige zum Direktfang wie kleine zur "Auffrischung") ein fischereilich topp nutzbares Gewässer ergeben könnte..
 

fishhawk

Well-Known Member
AW: Schweizer Studie: Forellenbesatz sinnvoll und richtig für Fischerei

Hallo,

wenn man leichter zu fangende Regenbogner in ein anglerisch genutztes Gewässer setzt als Attraktionsbesatz, die auch freigibt, dafür Bachforelle schont

Von der Theorie her einleuchtend. Wird aber nicht allzuviele Gewässer geben, wo das das gesetzlich erlaubt ist.

Wenn der Bachforellenbesatz wie in der Schweiz markiert ist, könnte man aber nach kanadischem Vorbild dann nur "hatchery trouts" zum Fang freigeben und Wildfische schonen.

Bliebe trotzdem die Gefahr, dass die Satzfische mit Wildfischen konkurrieren oder den Genpool verunreinigen, wenn sie nicht aus dem gleichen Gewäser oder Stamm kommen.

Aber dafür gibt es ja dann Biologen, die das besser beurteilen können als ich.
 

Hanjupp-0815

Well-Known Member
AW: Schweizer Studie: Forellenbesatz sinnvoll und richtig für Fischerei

Das hört man immer wieder, dass es relativ wenige Elterntiere brauchen würde, wenns Laichplätze gibt.

Denen gehts ja aber nicht alleine um Nachhaltig, sondern auch darum, einen fischereilich nutzbaren Bestand zu erhalte.

In einer ähnlichen Diskussion (telefonisch) mit einem Biologen meinte der (hoffe, ich krieg das unfallfrei zusammen), wenn man leichter zu fangende Regenbogner in ein anglerisch genutztes Gewässer setzt als Attraktionsbesatz, die auch freigibt, dafür Bachforelle schont oder begrenzt freigibt, könne sich innerhalb 3 - 4 Jahren ein guter Bachforellenbestand aufbauen, der sowohl viel natürlich ablaicht, dann aber auch mit Stützbesatz (fangfähige zum Direktfang wie kleine zur "Auffrischung") ein fischereilich topp nutzbares Gewässer ergeben könnte..

Wenn das mal so einfach wäre.
Es gibt sicher Fischarten wo es mit dem Ablaichen schon getan ist, Bachforellen gehören da aber nicht zu |rolleyes.
Mehrere Monate niedrige Temperatur, hoher Sauerstoffgehalt, die passende Kiesgröße damit sich die Larven nach dem schlüpfen verstecken können und auch noch die passende Nahrung zum richtigen Zeitpunkt brauchts schon auch noch.

Es hat schon Gründe, das die meisten Gewässer, die vor 50 Jahren noch Bafos produzierten, heute reine Besatzgewässer sind.
 

Laichzeit

Well-Known Member
AW: Schweizer Studie: Forellenbesatz sinnvoll und richtig für Fischerei

Der Stützbesatz mit maßigen Fischen führt oft zu einem erheblichen Fraßdruck auf Klein und Jungfische. Das muss mit sehr viel Vorsicht durchgeführt werden, vor Allem wenn ohnehin wenige Bachforellenbrütlinge von alleine hochkommen. Bach oder Regenbogenforellen schenken sich dabei nicht viel, ich halte Refobesatz dennoch für besser. Regenbogenforellen kreuzen sich nicht mit Bachforellen und pflanzen sich allgemein nur selten erfolgreich fort.
 

Allround-Angler

Active Member
AW: Schweizer Studie: Forellenbesatz sinnvoll und richtig für Fischerei

Das hört man immer wieder, dass es relativ wenige Elterntiere brauchen würde, wenns Laichplätze gibt.

Denen gehts ja aber nicht alleine um Nachhaltig, sondern auch darum, einen fischereilich nutzbaren Bestand zu erhalte.

In einer ähnlichen Diskussion (telefonisch) mit einem Biologen meinte der (hoffe, ich krieg das unfallfrei zusammen), wenn man leichter zu fangende Regenbogner in ein anglerisch genutztes Gewässer setzt als Attraktionsbesatz, die auch freigibt, dafür Bachforelle schont oder begrenzt freigibt, könne sich innerhalb 3 - 4 Jahren ein guter Bachforellenbestand aufbauen, der sowohl viel natürlich ablaicht, dann aber auch mit Stützbesatz (fangfähige zum Direktfang wie kleine zur "Auffrischung") ein fischereilich topp nutzbares Gewässer ergeben könnte..

Das ginge doch auch ohne Refo-Besatz|kopfkrat
Oder würden dann manche "Kollegen", die so scharf auf Forelle sind, die Bafo-Schonung nicht akzeptieren;)?
 
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