Rätselhaftes Bachforellensterben endlich gelöst...

... es ist doch ein Virus, was die Bachforellen in Süddeutschland und den Alpen dahinrafft. Nach langer Spurensuche und vielen anderen Theorien, wie Schadstoffen im Abwasser oder Temperaturstress wurde nun ein Virus gefunden, der für die "schwarzen Bachforellen" und hohe Verluste verantwortlich ist.
Hier die offizielle Pressemitteilung dazu:
https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/article/35106/

bafo.JPG
[Edit Mod: Bild eingefügt für den Startseitenbericht]
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Nach langer Spurensuche und vielen anderen Theorien, wie Schadstoffen im Abwasser oder Temperaturstress
Theoretische Schadstoffsuche ist halt nicht zielführend, sollte mindestens auch praktisch erfolgen. ;)

Eine chemische Analytik muss allerdings spezifisch erfolgen und ist teuer. Damit ist die ganz breite Suche (gerade nach vormals seltenen Stoffen) ziemlich sicher gar nicht erfolgt.

Sicher ist aber nach den kolportierten Berichtsständen, dass die Forellen geschwächt werden und eine solche Vireninfektion stattfinden kann.
 
Wenn sich die Krankheit tatsächlich über die Fischzuchten verbreiten würde, dann wären hier bestimmt alle Bachforellen ausgestorben.
Ziemlich viele Fischzüchter haben keine eigenen Elterntierstämme, sondern kaufen von größeren Betreibern ihre Bachforellen ein, das Meiste kommt also aus ziemlich wenigen Töpfen und wird bis über die Landesgrenzen verkauft.
Sorry Laichzeit, aber ich denke da liegst du falsch.
Was bei der Erzeugung widerstandsfähiger Äschenbrut mittlerweile anerkannt ist und auch entsprechend gefördert wird, trifft mMn in gewissem Maß auch auf Bachforellen zu.
Es geht um die Anpassungsfähigkeit an regionale Gegebenheiten. Das haben auch einige Bachforellenzüchter längst erkannt. Die verwenden für die Produktion ausschliesslich Elterntiere aus ein und demselben Gewässersystem.
Ballungsräume kann und will man auf diese Art natürlich nicht mit Brut versorgen.
 
Sorry Laichzeit, aber ich denke da liegst du falsch.
Was bei der Erzeugung widerstandsfähiger Äschenbrut mittlerweile anerkannt ist und auch entsprechend gefördert wird, trifft mMn in gewissem Maß auch auf Bachforellen zu.
Es geht um die Anpassungsfähigkeit an regionale Gegebenheiten. Das haben auch einige Bachforellenzüchter längst erkannt. Die verwenden für die Produktion ausschliesslich Elterntiere aus ein und demselben Gewässersystem.
Ballungsräume kann und will man auf diese Art natürlich nicht mit Brut versorgen.
Klar, den Trend gibt es, aber das greift an den betroffenen, meist doch recht großen Flüssen nicht, da dort mehrere Bewirtschafter unabhängig besetzen und ein guter Teil der Leute noch keine regionale Brut bezieht. Wenn sich das Bachforellensterben, das immerhin schon seit Jahrzehnten vorkommt, durch Besatzforellen verbreiten ließe, dann wären alle Gewässer betroffen, da vor nicht allzu langer Zeit fast ausschließlich kreuz und quer besetzt wurde. Selbst wenn sich das Virus leicht durch wandernde Fische verbreiten ließe, hätten wir ein anderes Bild als jetzt, wo die Krankheit nur abschnittsweise vorkommt und durchgängige Nebengewässer verschont.
Für mich klingt das Virus als Ursache für die Krankheit durchaus schlüssig, aber ein paar Dinge sind dabei nicht so einfach zu erklären, vor Allem die regionale Verbreitung.
Entweder sind die Fischzuchten heutzutage alle sauber, oder die Fischzuchten sind nicht sauber, aber die Krankheit bricht nur in Verbindung mit örtlichen Einflüssen aus. Oder die Bachforelle ist nicht das Reservoir des Virus, sondern wird von anderen Arten angesteckt.
 
Ok, danke für die Kurzfassung, dann spare ich mir die 10 Seiten Bio-Englisch :)

Ob das so besonders positiv ist, ist die andere Frage.
 
Und weils wieder akutell ist, ich hab am WE wieder die erste richtig schöne Schwarze entdeckt. Hat jemand Infos?
 
Wenn eine Viruserkrankung bevorzugt im Sommer auftritt, wäre es interessant mal zu schauen welche Stressfaktoren zu einer Schwächung der Abwehrkräfte beitragen. Wurden auch mal die chemischen und physikalischen Wasserwerte mitgekoppelt und in Korrelation gestellt?
 
Glaube nicht, dass das einen Einfluss hat. Das ist so ein großes Einzugsgebiet bei dem das statt findet und das wirklich jährlich.
 
Ich will ja nicht darauf rumreiten, aber wenn durch eine Erwärmung des Wassers die Fische mehr Stress erleiden......

Wenn diese Erwärmung sich nun in den zurückliegenden Jahrzehnten.......
 
Hallo Testudo,
das Phänomen ist seit vielen Jahren bekannt und in dieser Zeit wurden viele wissenschaftliche Untersuchungen zur Ursache durchgeführt. Wenn es mit der Erwärmung oder physikalischen/ chemischen Einflüssen zu tun hätte, dann wäre das schon längst festgestellt worden. Klar ist, dass es sich um ein Virus handelt und dass nur und ausschließlich Bachforellen betroffen sind. Einen interessanten Artikel zu diesem Thema findest Du hier: https://www.lfu.bayern.de/analytik_stoffe/bachforellensterben/projektbeschreibung/index.htm
Bei den von mir befischten bzw. begangenen Bächen/ Flüssen habe ich dieses Jahr außer einer sichtlich abgemagerten und geschwächten Bachforelle heute noch keine einschlägigen Beobachtungen gemacht.
Wolfgang aus Ismaning
 
Klar ist, dass es sich um ein Virus handelt und dass nur und ausschließlich Bachforellen betroffen sind.
Ja, es handelt sich um eine Viruskrankheit. Und je schlechter die Umweltbedingungen für die Fische sind, desto anfälliger sind sie dann für Krankheiten. Daher wäre es schon interessant zu wissen, ob irgendwelche Umweltparameter wie z.B. die Temperatur auf diese Weise indirekt einen Einfluss auf die Erkrankungsraten hat. Die Frage, ob sowas mal mit in den Untersuchungen berücksichtigt bzw. mit untersucht wurde, ist also durchaus gerechtfertigt.
 
Die Fragen sind berechtigt. Ich wollte nur dezent darauf hinweisen, dass seit über 20 Jahren Heerscharen von Wissenschaftlern nach der Ursache des Bachforellensterbens forschen und genau diese Fragen schon längst gestellt und geklärt haben.
Wolfgang aus Isaning
 
Ganz unwissenschaftlich: Der Koi-Herpes-Virus schlägt auch bei warmem Wasser zu. Höherer Stoffwechsel höhere Virusvermehrungsrate?
 
Zuletzt bearbeitet:
Ein wärmeres Gewässer hat unweigerlich schlechtere Sauerstoffwerte, schlechtere Sauerstoffwerte können aus meiner Sicht Stress erZeugen und Stress machen empfänglich für Erkrankungen. Das würde ich auch bei Fischen nicht so mit einem Handstreich abweisen.

Und wie weit Einwirkungen des Temperaturfaktors auf den Ausbruch der Viruserkrankung bei den Untersuchungen eine Rolle gespielt haben, ist mir nicht bekannt, aber bis zum Beweis des Gegenteils würde ich eine Begünstigung dadurch nicht ausschließen.
 
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