Rätselhaftes Bachforellensterben endlich gelöst...

Dieses Thema im Forum "Gewässergütebestimmung und Bewirtschaftung" wurde erstellt von Laichzeit, 28. November 2018.

By Laichzeit on 28. November 2018 um 15:10 Uhr
  1. Laichzeit

    Laichzeit Well-Known Member

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    ... es ist doch ein Virus, was die Bachforellen in Süddeutschland und den Alpen dahinrafft. Nach langer Spurensuche und vielen anderen Theorien, wie Schadstoffen im Abwasser oder Temperaturstress wurde nun ein Virus gefunden, der für die "schwarzen Bachforellen" und hohe Verluste verantwortlich ist.
    Hier die offizielle Pressemitteilung dazu:
    https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/article/35106/

    bafo.JPG
    [Edit Mod: Bild eingefügt für den Startseitenbericht]
     
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Kommentare

Dieses Thema im Forum "Gewässergütebestimmung und Bewirtschaftung" wurde erstellt von Laichzeit, 28. November 2018.

    1. Nordlichtangler
    2. Nordlichtangler
      Nordlichtangler
      Theoretische Schadstoffsuche ist halt nicht zielführend, sollte mindestens auch praktisch erfolgen. ;)

      Eine chemische Analytik muss allerdings spezifisch erfolgen und ist teuer. Damit ist die ganz breite Suche (gerade nach vormals seltenen Stoffen) ziemlich sicher gar nicht erfolgt.

      Sicher ist aber nach den kolportierten Berichtsständen, dass die Forellen geschwächt werden und eine solche Vireninfektion stattfinden kann.
    3. Hanjupp-0815
      Hanjupp-0815
      Sorry Laichzeit, aber ich denke da liegst du falsch.
      Was bei der Erzeugung widerstandsfähiger Äschenbrut mittlerweile anerkannt ist und auch entsprechend gefördert wird, trifft mMn in gewissem Maß auch auf Bachforellen zu.
      Es geht um die Anpassungsfähigkeit an regionale Gegebenheiten. Das haben auch einige Bachforellenzüchter längst erkannt. Die verwenden für die Produktion ausschliesslich Elterntiere aus ein und demselben Gewässersystem.
      Ballungsräume kann und will man auf diese Art natürlich nicht mit Brut versorgen.
    4. Laichzeit
      Laichzeit
      Klar, den Trend gibt es, aber das greift an den betroffenen, meist doch recht großen Flüssen nicht, da dort mehrere Bewirtschafter unabhängig besetzen und ein guter Teil der Leute noch keine regionale Brut bezieht. Wenn sich das Bachforellensterben, das immerhin schon seit Jahrzehnten vorkommt, durch Besatzforellen verbreiten ließe, dann wären alle Gewässer betroffen, da vor nicht allzu langer Zeit fast ausschließlich kreuz und quer besetzt wurde. Selbst wenn sich das Virus leicht durch wandernde Fische verbreiten ließe, hätten wir ein anderes Bild als jetzt, wo die Krankheit nur abschnittsweise vorkommt und durchgängige Nebengewässer verschont.
      Für mich klingt das Virus als Ursache für die Krankheit durchaus schlüssig, aber ein paar Dinge sind dabei nicht so einfach zu erklären, vor Allem die regionale Verbreitung.
      Entweder sind die Fischzuchten heutzutage alle sauber, oder die Fischzuchten sind nicht sauber, aber die Krankheit bricht nur in Verbindung mit örtlichen Einflüssen aus. Oder die Bachforelle ist nicht das Reservoir des Virus, sondern wird von anderen Arten angesteckt.
    5. Seele
      Seele
      Ein Viertel Jahr ist nun vergangen, hat jemand frische Infos? Hat sich auf dem Sektor noch was ergeben?
    6. Laichzeit
      Laichzeit
      Ja, die Ergebnisse werden schon wieder angezweifelt. In älteren Proben von betroffenen Bachforellen wurde das Virus nicht gefunden.
      Da war ich wohl zu optimistisch. Es ist aber immer noch sehr wahrscheinlich, dass ein anderes Virus für das Bachforellensterben verantwortlich ist.
      https://www.mdpi.com/1999-4915/11/2/112
    7. Seele
      Seele
      Ok, danke für die Kurzfassung, dann spare ich mir die 10 Seiten Bio-Englisch :)

      Ob das so besonders positiv ist, ist die andere Frage.
    8. Seele
      Seele
      Und weils wieder akutell ist, ich hab am WE wieder die erste richtig schöne Schwarze entdeckt. Hat jemand Infos?
    9. Testudo
      Testudo
      Wenn eine Viruserkrankung bevorzugt im Sommer auftritt, wäre es interessant mal zu schauen welche Stressfaktoren zu einer Schwächung der Abwehrkräfte beitragen. Wurden auch mal die chemischen und physikalischen Wasserwerte mitgekoppelt und in Korrelation gestellt?
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    10. Seele
      Seele
      Glaube nicht, dass das einen Einfluss hat. Das ist so ein großes Einzugsgebiet bei dem das statt findet und das wirklich jährlich.
    11. Testudo
      Testudo
      Ich will ja nicht darauf rumreiten, aber wenn durch eine Erwärmung des Wassers die Fische mehr Stress erleiden......

      Wenn diese Erwärmung sich nun in den zurückliegenden Jahrzehnten.......
      Tobias85 gefällt das.
    12. dreampike
      dreampike
      Hallo Testudo,
      das Phänomen ist seit vielen Jahren bekannt und in dieser Zeit wurden viele wissenschaftliche Untersuchungen zur Ursache durchgeführt. Wenn es mit der Erwärmung oder physikalischen/ chemischen Einflüssen zu tun hätte, dann wäre das schon längst festgestellt worden. Klar ist, dass es sich um ein Virus handelt und dass nur und ausschließlich Bachforellen betroffen sind. Einen interessanten Artikel zu diesem Thema findest Du hier: https://www.lfu.bayern.de/analytik_stoffe/bachforellensterben/projektbeschreibung/index.htm
      Bei den von mir befischten bzw. begangenen Bächen/ Flüssen habe ich dieses Jahr außer einer sichtlich abgemagerten und geschwächten Bachforelle heute noch keine einschlägigen Beobachtungen gemacht.
      Wolfgang aus Ismaning
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    13. Tobias85
      Tobias85
      Ja, es handelt sich um eine Viruskrankheit. Und je schlechter die Umweltbedingungen für die Fische sind, desto anfälliger sind sie dann für Krankheiten. Daher wäre es schon interessant zu wissen, ob irgendwelche Umweltparameter wie z.B. die Temperatur auf diese Weise indirekt einen Einfluss auf die Erkrankungsraten hat. Die Frage, ob sowas mal mit in den Untersuchungen berücksichtigt bzw. mit untersucht wurde, ist also durchaus gerechtfertigt.
      Testudo gefällt das.
    14. dreampike
      dreampike
      Die Fragen sind berechtigt. Ich wollte nur dezent darauf hinweisen, dass seit über 20 Jahren Heerscharen von Wissenschaftlern nach der Ursache des Bachforellensterbens forschen und genau diese Fragen schon längst gestellt und geklärt haben.
      Wolfgang aus Isaning
    15. Allround-Angler
      Allround-Angler
      Ganz unwissenschaftlich: Der Koi-Heroes-Virus schlägt auch bei warmem Wasser zu. Höherer Stoffwechsel höhere Virusvermehrungsrate?
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    16. Testudo
      Testudo
      Ein wärmeres Gewässer hat unweigerlich schlechtere Sauerstoffwerte, schlechtere Sauerstoffwerte können aus meiner Sicht Stress erZeugen und Stress machen empfänglich für Erkrankungen. Das würde ich auch bei Fischen nicht so mit einem Handstreich abweisen.

      Und wie weit Einwirkungen des Temperaturfaktors auf den Ausbruch der Viruserkrankung bei den Untersuchungen eine Rolle gespielt haben, ist mir nicht bekannt, aber bis zum Beweis des Gegenteils würde ich eine Begünstigung dadurch nicht ausschließen.

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