AW: Pink
Hallo,
also grundsätzlich ist es ja so, dass die Fliege der Forelle gefallen muss.
Fische sehen unter Wasser Farben ganz anders. Teile des Sonnenlichts werden vom Wasser weggefiltert und ab einer gewissen Tiefe ist die Farbenpracht zu Ende.
Nach meiner Erfahrung ist die Farbe einer Fliege eher unwichtig für die Forelle, nur wir nehmen es als Unterschied wahr, weil unsere Welt viel farbiger ist.
Der Fisch erkennt die Fliege häufig an nur wenigen Merkmalen. Vor allem wenn er sich auf eine Insektenart eingestellt hat, die gerade zahlreich schlüpft. Diese Merkmale sind aber nicht immer die, die wir zur Unterscheidung nehmen.
Köcherfliegenpuppen steigen in einer Gasblase an die Oberfläche und dort schlüpft die Fliege. Jetzt ist es möglich, dass sich die Forelle ganz auf dieses Glitzern des Körpers und eine Aufwärtsbewegung einstellt. Dann kann es sein, dass sie Fliegen nimmt, die zwar glitzern und aufsteigen, aber ansonsten in Größe und Farbe ganz anders sind.
Zum Teil reicht es jetzt, wenn sie aufsteigt um den Schnappreflex auszulösen. Egal wie die Fliege aussieht.
Das ist umso ausgeprägter, je mehr sich der Fisch selektiv von einem bestimmten Insekt ernährt.
Das Problem ist, der Angler weiß selten was im Moment der Schlüsselreiz ist, der die Forelle zuschnappen lässt.
Ich hatte auch am Wasser die Situation mit den Köcherfliegen.
Die Fische waren aber so voll gefressen, das sie gar nicht mehr die aufsteigenden Puppen jagten, sondern nur noch solche Puppen, die wehrlos an der Oberfläche hingen und bei denen gerade die Fliege ausschlüpfte.
Mein Gegenmittel: die Sand Sedge Pupa.
Ein Muster welches genau das simuliert.
Meine beste Fliege ever.
Ich war mächtig stolz auf mich, wie sauber ich die Situation analysiert hatte.
Bis zum Winter.
Bei der Winterfischerei auf Äschen war diese Fliege noch besser.
Im Winter gibt es aber gar keine Köcherfliegenpuppen!
sneep