Peter Biedron Wobbler Test

Buster

knight of the trout-circle
Da das Wetter gestern sonnig und warm war und auch sonst nichts im Terminkalender stand, dachte ich mir dass es keine besseren Voraussetzungen geben könnte die
von Quantum und dem Anglerboard zum Test verlosten Wobbler der Marke "Peter Biedron" zu testen.
Deswegen möchte ich zuerst einmal meinen Dank aussprechen für die Möglichkeit diese Kunstköder zu testen.

Als der Umschlag mit der Post ankam war natürlich die Neugier groß und sofort wurden die verschiedenen Modelle in Augenschein genommen.






Zu den einzelnen Modellen :

Der Belly Dancer im Bachforellendesign, einer Länge von 8 cm und einem Gewicht von 12 g.
Verpackt in einer recht hochwertigen und durchsichtigen "Schachtel" auf deren Rückseite die möglichen Lauftiefen grafisch abgedruckt sind.
Einen Aufdruck mit der Information ob das Modell "floating" (schwimmend) oder "sinking" (sinkend) ist, sucht man vergebens.
Der Belly Dancer ist mit 3 Ösen versehen die den Wobbler in den verschiedenen Tiefen laufen lassen.

Der Swanky Jack im Firetiger-Design mit einem grau/blauen Rücken und schwarzen Streifen. Dieser Wobbler ist 9 cm lang und 14 g schwer.
Auch hier wieder die edle Verpackung auf deren Rückseite die Lauftiefen abgedruckt sind.
Eine Angabe der Sinkeigenschaften vermisse ich auch hier. Der Swanky Jack ist mit 2 Ösen versehen.

Das 3. Modell ist auf der Verpackung nicht mit einem Namen versehen, er wird dort nur "Biedron Wobbler" genannt.
Seine Länge ist mit 12 cm angegeben, allerdings fehlt eine Gewichtsangabe. In der Farbgebung erinnert er mich am ehesten an einen streifigen Hecht. Dafür ist dort aber ein "Floating" als Eigenschaft zu finden.
Die Verpackung der Biedron Wobbler ist einfacher gestaltet und besteht aus einem Papprücken und Klarsicht-Kunststoff.
Auch hier ist auf der Rückseite die Lauftiefenangabe zu finden.

Die Haken aller 3 Wobbler würde ich als Standart bezeichnen. Die im Produktvideo von Quantum beworbenen VMC-Drillinge unterscheiden sich schon rein optisch von diesen Modellen. Das Video ist unter folgender Adresse zu finden: http://de.youtube.com/watch?v=1Ewj-ILWINg
Nichts desto trotz sind die Haken annehmbar scharf und machen bei unvorsichtigem Umgang unangenehme Löcher im Finger.
Zu den Haken schreibe ich im Bericht noch etwas und dann ist auch klar warum ich die Haken ersetzen werde.

Nun konnte es ans Wasser gehen um zu sehen wie sich meine neuen "Freunde" im Wasser so schlagen.
Im Test kamen eine Spinnrute der Marke Sänger "Damokles" und eine Rolle der Firma Mitchell mit geflochtener Schnur der Marke "Whiplash Pro" zum Einsatz.
Außerdem wurde von mir ein handelsübliches Stahlvorfach von 15 cm verwendet.
Ich wählte als Testgewässer den Wilkenburger Teich da der an einigen Stellen sehr nah am Ufer schon sehr tief ist. Ich wollte erst einmal nicht die Fängigkeit sondern nur die Laufeigenschaften erkunden.



Zuerst kam der Belly Dancer ans Band und ich kann sagen das er den Namen "Dancer" schon verdient - er ist zwar weniger lebhaft als andere Wobbler aber genau das soll er ja durch das "Slomo Concept" auch sein. Durch die Bauart bedingt benötigt man etwas Fingerspitzengefühl um den Snap in die Öse zu bekommen. Getwitched flankt er zur Seite während er sonst eher ruhig seiner Bahn folgt. Die Lauftiefen passen zu den angegebenen Werten. Wird er in der obersten Öse eingehängt und schnell herangekurbelt neigt er zum durchbrechen der Wasseroberfläche. Also ein echter Oberflächenköder obwohl er nach dem Auswurf zum Gewässergrund sinkt. Lange Pausen nach dem auswerfen über hängerträchtigem Grund sollte man also vermeiden.
Von allen getesteten Modellen neigt er am ehesten zum Überschlag - allerdings halten sich solche Verwicklungen in Grenzen und sind auch sofort an der Rute zu spüren.

Nun der Swanky Jack der sich erst nach entfernen des Klarlacks aus einer Öse einhängen ließ. Für bekennende Grobmotoriker kann das Einhängen schon etwas problematisch sein da durch die fehlende Tauchschaufel der Bereich um die Öse wenig Platz zum einhängen bietet.




Der Swanky Jack an sich schwimmt - wird allerdings schon durch das Gewicht des verwendeten 15 cm Stahlvorfaches und des Snaps zum sinkenden Wobbler.
Wenn man das richtige Tempo für das herankurbeln gefunden hat läuft er sehr natürlich und ahmt ein flüchtendes Fischlein nach. Auch durch leichtes twitchen ist er nicht zu übermäßigem flanken zu überreden. Schlägt man jedoch stärker in die Rute dann bricht er aus, was allerdings nicht sehr natürlich aussieht. Auch dieses Modell hält also was das "Slomo Concept" verspricht.
Nach dem Test, bei dem es keinen Grundkontakt oder Kontakt mit harten Gegenständen gab, konnte ich zu meinem Erstaunen an der Unterseite eine kleine Stelle entdecken an der der Lack abgeplatzt war. Ob es daran liegt das der Wobblerkörper vor dem ersten Lack nicht gründlich entfettet / gereinigt wurde kann ich nur vermuten.



Jetzt wurde der Biedron Wobbler im "Hechtdesign" in den Snap eingehängt, was je nach Modell des Snaps wieder Fingerfertigkeit erfordert.



Auch dieser Wobbler schwimmt - mit Vorfach jedoch wird er zum tauchenden Modell. Und das obwohl auf der Verpackung "Floating" zu lesen ist. Im Video von Quantum wurde ohne Vorfach gefischt was allerdings in Hechtgewässer eher Leichtsinn ist. Da stellt sich mir die Frage ob Quantum davon ausgeht dass nur ohne Vorfach gefischt wird oder ob davon ausgegangen wird dass das "Floating" nur als "bedingt" betrachtet werden kann. Wer also hinter Krautbänken fischen will und vorhat den Wobbler durch Spinnstop auftauchen zu lassen der wird enttäuscht.
Der "Hecht" lässt sich gut werfen und überschlägt sich nicht. Je nach Wahl einer der beiden Ösen läuft er sehr ruhig oder etwas lebendiger in 0m bis 1m oder 1m bis 2m Tiefe.
Erstaunlicher Weise entdeckte ich nach dem Test, bei dem es auch keinen Grundkontakt oder anderweitig harten Kontakt mit Gegenständen gab, wieder eine Stelle an der der Lack abgeplatzt war. Die im Video von Quantum gezeigte Robustheit kann ich also nicht attestieren. Es kann sein dass der Haken beim auftreffen auf der Wasseroberfläche diesen Lackschaden verursacht haben kann - so etwas sollte allerdings meiner Meinung nach nicht passieren.




Zum Schluss habe ich noch den im Produktvideo von Quantum gezeigten "Wassereimer-Test" nachgestellt. Das Video davon ist hier zu finden:
http://de.youtube.com/watch?v=ZFjvntM1K3g
Da im Test von Quantum der 15 cm Wobbler genutzt wurde habe ich bei meinem 12 cm Modell erst einmal mit 7 Litern getestet. Schon dabei bogen sich die Haken auf. Danach habe ich das Gewicht auf 10 Liter erhöht um zu sehen ob das Gelenk des Wobblers der Belastung standhält - die Drillinge waren ja schon unbrauchbar zum fischen und sollten eh ausgetauscht werden.
Das Gelenk hielt uneingeschränkt.



Der Test ist nun vielleicht etwas sehr ausführlich geworden aber wenn ich teste dann tu ich das gründlich.
Bei diesem Test wurde von mir nur die Qualität auf den "Prüfstand" gestellt und sie haben trotz allem für mich gut abgeschnitten. Ich habe schon Wobbler gesehen die einer solchen Belastung bei weitem nicht standgehalten hätten obwohl in der Produktinformation mehr versprochen wurde.
An der Fängigkeit der Peter Biedron Wobbler habe ich keinen Zweifel und ich freue mich darauf den Beweis dazu an fischträchtigeren Wassern anzutreten.
Die festgestellten Mängel schreibe ich einfach mal der "Serienstreuung" zu, vor allem da ja bei anderen Testern diese Schönheitsfehler nicht auftraten.
Meiner Meinung nach sind diese Wobbler durchaus zu empfehlen wenn man mit den zugegebener Maßen kleinen Einschränkungen leben kann.
 

Stachelritter86

gummi durch die luft schmeißer
AW: Peter Biedron Wobbler Test

So stell ich mir einen vernünftigen Materialtest vor. Alles schön formuliert und gut geschrieben!
Wenn jetzt noch ein hoffentlich kapitaler Fangbericht daherkommt, dann hast dir den Testbericht - Oskar wirklich verdient.

beste Grüße

Markus
 

Frerk

Member
AW: Peter Biedron Wobbler Test

Als Hersteller bedanken wir uns für Ihre Mühen beim Test und geloben, die aufgetretenen kleinen Auffälligkeiten genauer zu untersuchen und wenn möglich zukünftig abzustellen.
 

Torsk_SH

Gone Fishing...
AW: Peter Biedron Wobbler Test

Schön gemacht Buster, so stellt man sich einen Test vor!
 

Blink*

eher Sammler als Jäger
AW: Peter Biedron Wobbler Test

Sehr informativer ausführlicher Bericht.
Vielen Dank#6
 
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