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Mission Aal: Aalbesatz zur Rettung einer bedrohten Spezies?

Pressemeldung

Studenten der Uni Kiel haben der AB-Redaktion eine Mail mit der Bitte um Veröffentlichung ihres Projektes "Ocean Sustainability" zukommen lassen. Dafür haben sie einen Youtube-Film gedreht und eine Petition zur Rettung des Aales ins Leben gerufen.

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Im Rahmen des Kurses "Ocean Sustainability" an der Uni Kiel haben Studenten einen Kurzfilm zum Thema Aalbesatz in Schleswig-Holstein gedreht, der letztlich zum Unterzeichnen einer Petition aufruft. Jene Petition hat das Ziel, den Druck auf die Behörden zu erhöhen und die Durchgängigkeit für Wanderfische wie den Aal sofort zu verbessern.

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Das Studententeam des Kurses "Ocean Sustainability"der Uni Kiel

Einen Bericht im Rahmen des Ocean Summit findet Ihr hier:
https://ocean-summit.de/aktuell/mission-aal-petition-und-doku-zur-rettung-der-aale/

Den Film findet Ihr unter folgendem Link:

Die Petition ist hier zu finden:
http://chng.it/WcvkTP9SLf
 
Finde die Petition gut, habe allerdings Zweifel, ob die wirklich etwas bringt. Habe mich aber mal dafür eingetragen.
Bin immer noch erstaunt über unser Land, wo wir noch nichteinmal die Flüsse durchgängig bekommen, wo wir durch die Intensivlandwirtschaft ein gewaltiges Artensterben haben und gleichzeitig auf andere Länder zeigen, die ihre Wälder abholzen.
 
... und dann noch den auf der roten Liste stehenden Aal für den Kochtopf fangen. Ein bisschen wie Pandas um des Filets wegen jagen. :annoyed
Die Aalbestände hier bei uns sind weitgehend bis ausschließlich auf Besatz zurückzuführen. Den Besatz zahlen hier die Fischer, als Rechteinhaber. Die besetzen natürlich zum Eigennutz, aber sie tun es. Besser, als kein Aalfang hier an der Havel, das würde unweigerlich den Abbruch der Besatzmaßnahmen nach sich ziehen.
 
Die Aalbestände hier bei uns sind weitgehend bis ausschließlich auf Besatz zurückzuführen. Den Besatz zahlen hier die Fischer, als Rechteinhaber. Die besetzen natürlich zum Eigennutz, aber sie tun es. Besser, als kein Aalfang hier an der Havel, das würde unweigerlich den Abbruch der Besatzmaßnahmen nach sich ziehen.

Auch mein Verein investiert in Mittelfranken eine stolze Summe in Aalbesatz, den wir natürlich einstellen würden, wenn der Aal nicht mehr entnommen werden darf.

Die Gegenseite argumentiert hier aber in der Richtung, dass die Aale, z.B. aus den Fließgewässern meiner Region (Regnitz, RMD-Kanal, Main etc.) aufgrund der Verbauungen nur geringe Chancen haben, ihre Laichgebiete zu erreichen und der Besatz deshalb nicht mehr erfolgen sollte. Dann würde der Aal in Bayern und anderswo halt aussterben und die Glasaale sich entsprechend auf den auf natürlichem Weg erreichbaren konzentrieren, von wo aus sie auch wieder abwandern könnten. Ist auch eine nachvollziehbare Sicht.
 
Ich weiß es halt nicht. Ich weiß nicht, wo die Glaasaale zum Besatz entnommenen werden. Ich bin mir aber sicher, dass die Verlustquote bei natürlichem Aufstieg deutlich höher als 40 % ist.auch ohne menschliches Zutun.
Es ist aus meiner Sicht sicher richtig und wichtig, die Gewässer für Wanderfische passierbar zu machen. Aber solange das nicht ist, ist der ökonomisch motivierte Aalbesatz wahrscheinlich die einzige Möglichkeit, die Speuies zu erhalten.
 
Hallo,
Ich weiß nicht, wo die Glaasaale zum Besatz entnommenen werden
Glasaale werden m.W. in Spanien, Portugal, Frankreich und UK gefangen.
Dann entweder als Besatz verkauft oder in Farmen zum Satzaal gezogen.
ist der ökonomisch motivierte Aalbesatz wahrscheinlich die einzige Möglichkeit, die Speuies zu erhalten.
Wie man eine bedrohte Art erhalten will, indem man eine immense Anzahl von Tieren vom Reproduktionskreislauf ausschließt, leuchtet mir nicht so ganz ein.

In manchen Bundesländern ist wenigsten Aalbesatz in geschlossenen Gewässern verboten.

Aale in Gewässer zu besetzen, wo sie entweder gar nicht abwandern können oder wo bei der Abwanderung Verlustquote von weit über 90% entstehen, halte ich für die Arterhaltung absolut kontraproduktiv.

Das ist aber meine persönliche Meinung.

Solange es ist verboten ist, kann man es natürlich machen.

Sich dann aber über die Bedrohungslage ausweinen zu wollen halte ich für Krokodilstränen.
 
Dass Aale im Donausystem nicht endemisch sind liegt an der Sauerstoffschichtung im Schwarzen Meer. Die Wanderbewegungen, insbesondere die Laichzüge, finden meines Wissens in Tiefen zwischen 300-500 Metern und tiefer statt, in diesen Tiefen ist das Schwrze Meer anaerob, bzw. hat eine hohe Schwefelwasserstoffkonzentration, da kommt nichts durch. Anscheinend beginnt heutzutage die sauerstofffreie Zone bereits in einer Tiefe von ca. 100 Metern.
 
Hallo,

schwer zu glauben, dass Aale sich nicht an diese Gegebenheiten anpassen und dann auf Wasserschichten ausweichen, wo die Bedingungen eben noch ausreichen. Ob das tatsächlich so ist, dass die auf Teufel komm raus 100m tief wollen, auch wenn ihnen dort der Saft aus geht und sie sterben? Wird wahrscheinlich noch keiner live dabei gewesen sein.

Komplett ausschließen kann man diese Theorie aber natürlich nicht. Dazu ist der Aal m.W. noch zu wenig erforscht.

Die Verbauungen der Donauwasserstraße , (Eisernes Tor etc.) würden wahrscheinlich eh verhindern, dass Donauaale in nennenswerter Zahl das Schwarze Meer erreichen.

Dass Flüsse, die ins Schwarze Meer münden, m.W. keine natürlichen Aalbestände haben, dürfte aber kein Zufall sein.
 
"...However, in the wild, eel do not migrate at the surface but in the deep sea: a migrating eel has been photographed in the Bahamas at a depth of 2000 m (Robins et al., 1979). ..."

"...they all under-took distinct diel vertical migrations (DVMs), pre-dominantly between depths of 200 and 1000 m ..."
 
Hallo,

interessanter Artikel, aber vom Schwarzen Meer und den Suizidaalen, die sich dort ins verseuchte Tiefenwasser stürzen sollen, finde ich da nichts. Deshalb halte ich das nach wie vor für eine Theorie und nicht für einen Beweis. Kann also sein, muss es aber m.W. nicht.

between depths of 200 and 1000 m
Da dürften die Aale z.B. aus den Ostseezuflüssen auch ziemliche Problem bekommen, die nötigen Tiefen für ihre Wanderwege zu finden.

Ändert natürlich nichts an meiner Meinung, dass Aalbesatz in Gewässer, die ins Schwarze Meer entwässern, kontraproduktiv ist.
 
... Besser, als kein Aalfang hier an der Havel, das würde unweigerlich den Abbruch der Besatzmaßnahmen nach sich ziehen.

Und genau das stimmt eben nicht! Wie fishhawk richtigerweise schreibt gibt es bei mündungsfernem Besatz oft > 90% Verlust, hauptsächlich durch Turbinenschlag und Bandwurmbefall. Jeder Glasaal, der dem natürlichen Kreislauf entzogen wird und in ein Habitat gestzt wird, von wo aus eine Reprodutkion unwahrscheinlich ist, bringt den Aal dem Aussterben ein Stück näher. Besatz dient ausschließlich dem Angler, nicht dem Fisch.
 
Hallo,
und in ein Habitat gestzt wird, von wo aus eine Reprodutkion unwahrscheinlich ist, bringt den Aal dem Aussterben ein Stück näher.
Das sehe ich genauso.

Und wenn in einer Pressemeldung über Aalbesatz erwähnt wird, dass das angeblich zum Zwecke der Arterhaltung geschähe, weil die Bestände akut bedroht seien, sich dann aber in der gleichen Meldung bitter beklagt wird, dass keiner der besetzten Aale je die Sargasso See erreichen wird, weil auf dem Weg dorthin über 40 Kraftwerke im Weg stünden, sind das für mich extrem große Krokodilstränen.

Vom Besatz in geschlossenen Gewässern ganz zu schweigen.

Wenn das legal ist, kann man es machen, aber eben aus anderen Gründen als Arterhaltung.
 
Dasselbe gilt für den Aalbesatz der Ruhrstauseen. Diese erfolgen aus fischereilichen Gründen, obwohl kaum ein Aal lebendig das Meer erreichen kann. Ich finde diese Einstellung auch katastrophal.
Auf der anderen Seite heißt es im Umkehrschluss, dass der Bau einer neuen WKA das ganze oberhalb gelegene Gewässersystem als Aallebensraum ausfällt. Damit verschwindet der Aallebensraum rasant, anstelle WKAs aalsicher zu machen.

Ob man mittlerweile WKAs dauerhaft aalsicher machen kann, ist mir noch nicht bekannt. Aalbypässe verstopfen schnell und unbemerkt (wahrscheinlich absichtlich, da die Reinigung teuer ist).
 
Hallo,
Ob man mittlerweile WKAs dauerhaft aalsicher machen kann,
m.W. gibt es keine aalsicheren Kraftwerke. Tierleidfreier Strom aus Wasserkraft existiert wohl nur in der Fantasie einer bekannten Tierrechtsorganisation.

Ich habe zwar von Entwicklungen gelesen, die weniger Schäden verursachen sollen aber das müsste sich wohl erst in Feldversuchen bestätigen.

Deshalb wären m.E. Aalbesatz nur dort nachhaltig, wo ein Abwandern zu den Laichgründen ohne übermäßige Verluste möglich ist.
 
Und genau das stimmt eben nicht! Wie fishhawk richtigerweise schreibt gibt es bei mündungsfernem Besatz oft > 90% Verlust, hauptsächlich durch Turbinenschlag und Bandwurmbefall. Jeder Glasaal, der dem natürlichen Kreislauf entzogen wird und in ein Habitat gestzt wird, von wo aus eine Reprodutkion unwahrscheinlich ist, bringt den Aal dem Aussterben ein Stück näher. Besatz dient ausschließlich dem Angler, nicht dem Fisch.
Ich kann nur für das Gewässer sprechen, das ich ein wenig kenne, und das ist die Havel. Von Branne bis zur Nordsee gibt es m.W. kein KW. Es gibt ein paar Staustufen mit Schleusen, die meisten seit Jahrhunderten. Es gibt das Tidensperrwerk in Geesthacht, aber das ist offensichtlich fischdurchlässig, jedenfalls hat man wohl adulte Lachse in der Sächsischen Schweiz gesichtet, die müssen da ja auch lang.
Wenn also in Branne Aale besetzt werden, haben die gute Chancen zu wandern. Wenn keine besetzt werden, wird kein Aal wandern.
 
Hallo,
Wenn keine besetzt werden, wird kein Aal wandern
Du gehst also davon aus, dass Aale nur in eine Richtung wandern?

Ansonsten hätten wir ja trotzdem Konsens. Wenn die Havelaale gute Chancen haben abzuwandern und ihre Laichgründe zu erreichen, wäre Aalbesatz aus meiner Sicht in Ordnung.

In Bayern sähe das schon wieder anders aus.
 
Zuletzt bearbeitet:
... Es gibt das Tidensperrwerk in Geesthacht, aber das ist offensichtlich fischdurchlässig, jedenfalls hat man wohl adulte Lachse in der Sächsischen Schweiz gesichtet, die müssen da ja auch lang. ...
Das Stauwerk in Geesthacht wird von den Stromerzeugern immer als das leuchtende Beispiel aufgezeigt, dass Wasserkraft und Fischwanderung doch funktioniert. Was aber dabei meist nicht erwähnt wird ist der Umstand, dass die 'Durchlässigkeit' nicht funktional erreicht wird, sondern über Studenten, die einen 'Fischfahrstuhl' betreiben und damit Fische permanent umsetzen. Bin mal gespannt was passiert, wenn man da nicht mehr so genau draufguckt und die Mittel für diese teure Maßnahme wegfallen.

Das letzte Stauwerk am Main in Kostheim sollte alles besser machen. Wer sich das mal anschauen konnte wird feststellen, dass es neben den Rechen ganz intensiv nach toten Fischen riecht. Man sieht die jetzt von öffentlich zugänglichen Stellen nicht mehr, weil der Betreiber mitbekommen hat, dass geschredderte Aals schlechte Publicity erzeugen. Funktionieren tut das Ganze ganz und gar nicht. Nachdem nun festgestellt wurde, dass die Stromgewinnung auch nicht richtig funktioniert, weil die Fallhöhe falsch angenommen wurde, wird die Anlage wohl stillgelegt. Ob das den Aalen hilft darf zumindest teilweise bezweifelt werden. Man darf gespannt sein wer einen eventuellen Rückbau bezahlen darf. Mein Tipp, der Steuerzahler. Prost Mahlzeit!
 
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