Köderwechsel beim Spinnfischen: Sinnvoll oder nicht?

Vincent_der_Falke

Well-Known Member
Heute nach der Arbeit geh ich wahrscheinlich nochmal schnell für ne Stunde ans Wasser, dann wirds ja leider schon dunkel. Habe mir jetzt eine bestimmte Strecke im Fluss ausgesucht und will mal was testen.

Wie würdet ihr das machen: Ich will mit Kunstköder ein paar Stellen abfischen. Ich habe Wobbler, Blinker, Spinner und Gummifische (Stint) in jeweils Schockfarben und natürliche Farben. Ich weiß aber absolut nicht, auf welche Köder die Fische an dem Fluss gehen. Mit Köfi konnte ich da schon Hechte fangen. Ich will alle Köder mal testen um vielleicht schlauer zu werden. Nur bin ich nicht sicher wie ich das am besten handhabe.

Entweder an mehreren Tagen immer jeweils auf eine Köderart konzentrieren, sprich heute nur Spinner, morgen nur Wobbler etc. Problem dabei ist leider, dass das Ergebnis verfälscht wird da jeder Tag anders sein kann. Vielleicht wollen sie gerade heute nicht auf Spinner, dafür aber morgen. Ist dann nur doof, wenn ich dann morgen auf Wobbler gehe.

Andere Möglichkeit an jeder Stelle jeden Köder durchleiern, sprich erstmal 2 Spinner in verschiedenen Farben, dann zwei Wobbler in Schock und Natur, dann Blinker in Schock und Natur etc. Ist eigentlich die bessere Variante um herauszufinden, was der Hecht vielleicht möchte. Was mich daran allerdings tierisch nerven wird, ist der dauernde Köderwechsel. Dann bin ich mehr am Köder wechseln als alles andere...

Wie macht ihr sowas wenn ihr das überhaupt macht?
 

hecht99

3x99cm, noch keinen Meter
AW: Live vom Wasser - Statusmeldungen

Wenn du deine 4 Köderarten in 2 Farbmustern bei einem Kurztrip fischen willst bist du nur am Wechseln. Beim Hechtangeln (Kurztrips bis zu 2 Stunden) beangel ich die Stelle 2 mal. Auf dem Hinweg und auf dem Rückweg. Auf dem Rückweg gibt es dann einen Köderwechsel. Am besten benutzt du dabei einmal einen lebhaften Köder und einmal einen mit etwas ruhigeren Lauf. Bsp. Hinweg: Spinner, Rückweg: Wobbler mit geringer Aktion.
Beim Hechtangeln machen die Bewegungsmuster der Köder oft mehr aus als die Farben.
 

Vincent_der_Falke

Well-Known Member
AW: Live vom Wasser - Statusmeldungen

Super Idee! :)
So könnte ich es machen, aber ich glaub selbst dafür wirds in der Woche knapp mit Hin- und Rückweg...Scheiß dunkle Jahreszeit...
 

Snâsh

Well-Known Member
AW: Live vom Wasser - Statusmeldungen

Hi Vincent,

ich würde bei dem Wetter und den Bedingungen einen Köder fischen, den ich unterschiedlich anbieten kann. Ich kenn es aus dem Main und würde zu Gufis tendieren. Teste die einmal natur und einmal in Schockfarben. Du kannst auf Strömung am besten reagieren, du kann ihn schnell/langsam anbeiten. Auf Grund/Mittel/Flachwasser.
Ich bin bei kurztrips nicht wirklich experimentierfreudig.

Beste Grüße #h
 

Vincent_der_Falke

Well-Known Member
AW: Live vom Wasser - Statusmeldungen

Hm ok, macht vielleicht mehr Sinn in nur einer Stunde. Ich habe momentan an GuFis aber leider nur die Stinte von Lieblingsköder, da ich weniger der Gufi Typ bin. Auch in der Führung derer bin ich kein Meister...Allerdings laufen die Stinte sehr gut.

Hechts Vorschlag ist aber auch super, den teste ich dann mal wenn mehr Zeit ist.

Ach ja noch eine (doofe) Frage: Köder mit oder gegen die Strömung führen?
 

Vincent_der_Falke

Well-Known Member
AW: Live vom Wasser - Statusmeldungen

Gehe heute wohl doch nicht...Ist jetzt schon fast dunkel und vor 16:30 schaffe ich es nicht ans Wasser...Schade, hatte echt Bock. Dann muss mein Experiment wohl noch etwas warten...
 

Trollwut

Angeln-mit-Stil
AW: Live vom Wasser - Statusmeldungen

Andere Möglichkeit an jeder Stelle jeden Köder durchleiern, sprich erstmal 2 Spinner in verschiedenen Farben, dann zwei Wobbler in Schock und Natur, dann Blinker in Schock und Natur etc. Ist eigentlich die bessere Variante um herauszufinden, was der Hecht vielleicht möchte. Was mich daran allerdings tierisch nerven wird, ist der dauernde Köderwechsel. Dann bin ich mehr am Köder wechseln als alles andere...

Wie macht ihr sowas wenn ihr das überhaupt macht?

Da merkt man wieder welchen Einfluss die Werbung auf uns nimmt. Hatte das Gespräch auch erst am Wochenende mit nem Kumpel. "Köder XY hat ne Fanggarantie", "Mit Köder YX fängt man immer!" etc.

Wir beide nutzen beim Spinnfischen immer unterschiedliche Köder um eventuell rauszufinden, worauf die Fische grade stehn.
Und das Ergebnis? Nie ein signifikanter Unterschied.
Mal hat er nen Fisch, mal ich, mal gar keiner.

Such dir nen Köder aus der dir gefällt und fisch den ziemlich konsequent durch. Mal fängste, mal fängste nich - aber wird dir bei ständigem Köderwechsel auch nicht anders gehn. Nur dass du immerzu unsicher bist und mehr Zeit mim Wechseln als mim angeln verbringst.
Ich bin mittlerweile so gemütlich, dass ich nach nem Abriss einfach den erstbesten Köder nehm, der mir in die Hand fällt und vom Gewicht her zum wurfgewicht der Rute passt.
 

Vincent_der_Falke

Well-Known Member
AW: Live vom Wasser - Statusmeldungen

Danke für deine Antwort. Bei so begrenzter Zeit macht es vielleicht doch mehr Sinn sich auf einen Köder zu konzentrieren. Aber auch da kann man ja variieren. Einen Tag nur Spinner, einen nur Wobbler etc. Habe ja "fängige Köder", nur irgendwie krieg ich es mit KuKö seit Sommer nicht mehr auf die Kette...Da ging wenigstens immer mal nen Hecht, auch wenns häufig kleine waren. Aber seit geraumer Zeit ist komplett tot...
 

hecht99

3x99cm, noch keinen Meter
AW: Live vom Wasser - Statusmeldungen

Hallo Vincent, da gäbe es noch viele Sachen zu schreiben über dein Thema. Mach doch mal nen Vincent-Raubfisch-Thread auf dann schreiben wir nicht alle off-Topic im Live vom Wasser
 

Vincent_der_Falke

Well-Known Member
AW: Köderwechsel beim Spinnfischen: Sinnvoll oder nicht?

Hä, wie kommt denn der Thread jetzt zustande???
Ich habe den nicht eröffnet...

Ah ok, der Franz. Naja, ob der Thread jetzt unbedingt sein musste. Ich hätte sonst erstmal weiter versucht und selbst geguckt was so läuft.
 

MikeHawk

BigBaitBursche
AW: Köderwechsel beim Spinnfischen: Sinnvoll oder nicht?

Köder gar nicht wechseln.
Köder nehmen dem man vertraut (in Naturfarben) und angeln!

Ich hab viele Kollegen die oft ihre Köder wechseln... in fast 30 Jahren hab ich es vlt. 3-4 mal erlebt das wirklich ein Köder richtig abräumt und auf andere garnix geht.

@OT:
Mal ein genereller Tipp...du scheinst dir sehr viel Gedanken über solche Sachen zu machen, das sieht man ja in mehreren Themen....Nicht so viel Überanalysieren, sondern die Energie einfach mal ins Angeln stecken - und zwar nur ins Angeln und nicht ins ausprobieren.

Das schafft nur Selbstzweifel die dazu führen das die Konzentration nachlässt...eine Negativspirale die dann letztendlich zu schlechten Fängen führt.

Vertrauen ist alles!
 
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Franz_16

Mitglied
AW: Köderwechsel beim Spinnfischen: Sinnvoll oder nicht?

Beim Zanderangeln mit Gummifisch habe ich 3 Ködertypen die funktionieren.
1x Ein kleiner flankender Shad
1x Ein länglicher Shad mit hochfrequenter Aktion
1x Ein Twister mit Schaufelschwanz

Wenn es ausnahmsweise mal gut beißt, wechsel ich nach jedem Fisch den Köder.
Ergebnis: Es beißt dann meistens weiter gut - relativ unabhängig vom Köder oder der Farbe ;)

Ich habe es nur selten erlebt, dass ein Umstieg wirklich den Erfolg brachte.
An einem Morgen war ich mit dem Boot unterwegs und fing 4 Zander auf meinen besten Köder (Lunker City Shaker 3,25" in mahi mahi). Beflügelt von dem Erfolg bin ich gleich am nächsten Morgen wieder mit dem Boot ans Wasser und bekam in 3 Std. keinen einzigen Biss - dann habe ich den Köder gewechselt und habe auf einen schlanken Shad mit hochfrequenter Schwanzaktion umgestellt und noch 3 Zander gefangen.

Der Punkt ist aber ein völlig anderer:
Ein Köderwechsel ist eine mentale Sache. Wenn nix geht, wechselt man und schöpft neue Hoffnung.
4 Stunden ohne Kontakt mit dem gleichen Köder zu werfen - klar das kann man machen braucht aber viel "Willen".

Ist wie beim Roulette, es bringt statistisch gesehen überhaupt nichts von rot auf schwarz zu wechseln, oder von der 18 auf die 22. Trotzdem machen es die Leute ;)
 

bombe20

Thomasianer
AW: Köderwechsel beim Spinnfischen: Sinnvoll oder nicht?

das angeln ist meiner meinung nach ungeeignet, um sich selbst einem großen erfolgsdruck auszusetzen. mit der brechstange lassen sich keine erfahrungen sammeln. es dei denn, man möchte die grenzen der eigenen frustrationstoleranz austesten.

köder wechsel ich in der regel recht sparsam und dann auch nur innerhalb einer art und meist nur zwischen hin- und rückweg.

einzige ausnahme ist das forellenangeln am fluss. da wechsel ich zu beginn die spinnerfarben zwischen gold, kupfer und silber häufiger. manchmal teste ich auch blinker und kleine wobbler aus, wenn auf spinner nichts geht. nach dem ersten anfasser, nachläufer oder fang bleibt der köder meist für den rest des tages an der schnur. diese strategie hat sich für mich am erfolgreichsten erwiesen. machen es geänderte bedingungen erforderlich, wird natürlich auch gewechselt.
 
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Reg A.

Member
AW: Köderwechsel beim Spinnfischen: Sinnvoll oder nicht?

Ist wie beim Roulette, es bringt statistisch gesehen überhaupt nichts von rot auf schwarz zu wechseln, oder von der 18 auf die 22. Trotzdem machen es die Leute ;)

Klingt nett, trifft auf das Angeln aber leider nicht zu. Beim Roulette ist das Ergebnis komplett vom Zufall abhängig, ohne dass man als Spieler Einfluss darauf nehmen kann. Beim Angeln kann ich als "Spieler" sehr wohl Einfluss auf das Ergebnis nehmen (auch wenn der Faktor Zufall eine nicht zu unterschätzende Größe darstellt). Eine mögliche Einflussnahme stellt die Köderwahl dar.
Denn manchmal liegt der Fangerfolg eben doch in einer bestimmten Köderart (nicht einem bestimmten Köder!) und deren Präsentation begründet: groß-klein, hell-dunkel, auffällig-unauffällig, viel Aktion-wenig Aktion, Blech-Gummi-Wobbler etc.

Zu Vincents Situation: würde bei einem so kleinen Zeitfenster (1-1 1/2 Stunden) maximal einen Köderwechsel durchführen, wenn überhaupt. Dann doch lieber an aufeinander folgenden Tagen unterschiedliche Köder ausprobieren.
 

Franz_16

Mitglied
AW: Köderwechsel beim Spinnfischen: Sinnvoll oder nicht?

@RegA
Sorry, da hab ich mich wohl falsch ausgedruckt.
Das mit dem Roulette war lediglich auf den "mentalen Faktor" bezogen. ;)

Natürlich gibt es beim Angeln Unterschiede, hatte ja wenige Zeilen vorher ein persönliches Beispiel dazu geschrieben ;)
 

Kaulbarschspezi

Schläfer
AW: Köderwechsel beim Spinnfischen: Sinnvoll oder nicht?

Ich würde das nicht so sehen. Wenn es nicht beißt, kann das natürlich daran liegen, dass der Zielfisch nicht am Platz ist oder dass der Tag, Wetter, Luftdruck was auch immer ihm das Maul vernagelt. Aber trotzdem sollte man dann aus meiner Sicht seine Taktik ändern bzgl. Köderwahl und / oder Darbietung.

Aussagekräftig fand ich immer, wenn man mit mehreren Leuten unter sonst gleichen Bedingungen angelt und jeder so seine eigene Taktik hat. Nur fünf konkrete Situationen mal rausgegriffen:

- Zander auf'm See: 9 von 10 Zandern gingen auf Gummifische mit Rasseln, alles andere interessierte die nicht
- Barsche auf'm See 1: Nahezu ausschließlich Bisse auf Brutfischgröße, d.h. unter 3 cm, dann aber viele.
- Barsche auf'm See 2: die gingen an dem Tag ausnahmlos auf klassischen Spinner
- Hecht im Strom: die große Mehrheit im Strom auf aggressiv geführten Blinker
- Zander im Strom: klare Bevorzugung von No-Action-Shads, sanft daher gezuppelt.

In allen diesen Fällen entschied mehr oder weniger eine Köderart / eine Führungsart über den Erfolg, obwohl alles mögliche probiert wurde. Jahres- und Tageszeit und Futterfischverhalten sind dabei so Hintergrundvariablen, die man m.E. immer im Hinterkopf behalten sollte.
 
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Kaulbarschspezi

Schläfer
AW: Köderwechsel beim Spinnfischen: Sinnvoll oder nicht?

Stimmt - nur bin ich nich so oft mit mehreren unterwegs...

Einzeln ist es immer schwieriger. Ich habe schon oft den Eindruck gehabt, dass es so Beißfenster gibt, so dass ein möglicher erfolgversprechender Köderwechsel zu spät / zu früh erfolgen könnte. Allein kann man das deutlich schwerer abschätzen, woran es liegt. Aber probieren und beobachten ist sicher nicht verkehrt.
 
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