Nicht nur Düngemittel, sondern auch klimabedingte Veränderungen des Wasserhaushalts treiben die Nitratbelastung an.
Im IGB-Freilandobservatorium Demnitzer Mühlenfließ wird der Wasser- und Nährstoffhaushalt der Landschaft detailliert untersucht. | Foto: David Ausserhofer, IGB
Der Klimawandel verändert den Wasserhaushalt von Landschaften – und damit auch das Risiko einer Nitratbelastung von Böden, Grundwasser und Flüssen. Das zeigt eine Studie des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ), die im Fachmagazin Science veröffentlicht wurde.
Demnach entscheidet nicht nur die Menge des in die Umwelt eingetragenen Stickstoffs über die Nitratbelastung, sondern auch die Dynamik des Wasserkreislaufs. Sowohl starke Niederschläge als auch Dürreperioden können die Auswaschung von Nitrat verstärken. Die Forschenden führen dafür das Konzept der sogenannten „Feuchtigkeitsgrenzen“ ein: Werden diese durch zu nasse oder zu trockene Bedingungen überschritten, steigt das Risiko, dass Nitrat aus Böden in Gewässer oder das Grundwasser gelangt.
Für ihre Untersuchung analysierte das Forschungsteam mithilfe eines neuen Modells Wasser- und Stickstoffflüsse in mehr als 3.800 europäischen Flussgebieten. Die Ergebnisse zeigen, dass moderate Veränderungen des Wasserhaushalts die Nitratbelastung eher verringern, während extreme klimatische Bedingungen sie erhöhen.
Bis zum Jahr 2100 erwarten die Forschenden unterschiedliche Entwicklungen: Unter einem Szenario mit geringen Treibhausgasemissionen dürfte die Nitratauswaschung in mehr als 70 Prozent Europas zurückgehen. Bei hohen Emissionen steigt das Risiko dagegen vor allem in Ost- und Südeuropa deutlich an, da längere Trockenphasen die Stickstoffanreicherung im Boden fördern und Starkregen anschließend große Mengen Nitrat auswaschen kann.
Die Studie empfiehlt, sowohl den Klimawandel zu begrenzen als auch die Stickstoffeinträge durch Maßnahmen wie optimierte Düngung, Fruchtfolgen und eine bessere Abwasserbehandlung zu reduzieren.
Quelle: https://www.igb-berlin.de/news/die-...eeinflusst-die-nitratbelastung-im-klimawandel
Im IGB-Freilandobservatorium Demnitzer Mühlenfließ wird der Wasser- und Nährstoffhaushalt der Landschaft detailliert untersucht. | Foto: David Ausserhofer, IGB
Der Klimawandel verändert den Wasserhaushalt von Landschaften – und damit auch das Risiko einer Nitratbelastung von Böden, Grundwasser und Flüssen. Das zeigt eine Studie des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ), die im Fachmagazin Science veröffentlicht wurde.
Demnach entscheidet nicht nur die Menge des in die Umwelt eingetragenen Stickstoffs über die Nitratbelastung, sondern auch die Dynamik des Wasserkreislaufs. Sowohl starke Niederschläge als auch Dürreperioden können die Auswaschung von Nitrat verstärken. Die Forschenden führen dafür das Konzept der sogenannten „Feuchtigkeitsgrenzen“ ein: Werden diese durch zu nasse oder zu trockene Bedingungen überschritten, steigt das Risiko, dass Nitrat aus Böden in Gewässer oder das Grundwasser gelangt.
Für ihre Untersuchung analysierte das Forschungsteam mithilfe eines neuen Modells Wasser- und Stickstoffflüsse in mehr als 3.800 europäischen Flussgebieten. Die Ergebnisse zeigen, dass moderate Veränderungen des Wasserhaushalts die Nitratbelastung eher verringern, während extreme klimatische Bedingungen sie erhöhen.
Bis zum Jahr 2100 erwarten die Forschenden unterschiedliche Entwicklungen: Unter einem Szenario mit geringen Treibhausgasemissionen dürfte die Nitratauswaschung in mehr als 70 Prozent Europas zurückgehen. Bei hohen Emissionen steigt das Risiko dagegen vor allem in Ost- und Südeuropa deutlich an, da längere Trockenphasen die Stickstoffanreicherung im Boden fördern und Starkregen anschließend große Mengen Nitrat auswaschen kann.
Die Studie empfiehlt, sowohl den Klimawandel zu begrenzen als auch die Stickstoffeinträge durch Maßnahmen wie optimierte Düngung, Fruchtfolgen und eine bessere Abwasserbehandlung zu reduzieren.
Quelle: https://www.igb-berlin.de/news/die-...eeinflusst-die-nitratbelastung-im-klimawandel
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