kippt das Gewässer durch anfüttern um?

Steffen90

vollgas rock`n´ roll
moin
ich habe schon länger die diskussion mit jemandem bezüglich anfüttern in unserem vereinsgewässer.
das ist einmal ein flacher see (max. 2m) mit 2,5ha der sich schnell erwärmt ohne zu und abfluss.
dort waren bisher futtermengen von 2-4kg INSGESAMMT pro tag üblich. eine verschlechterung der wasserqualität war nicht festzustellen. alles im grünen bereich.
ich fisch und fütter ein ca. 10-12ha großes und bis zu 15m tiefes gewässer welches im moment weiter aufgestaut (geflutet) wird. doch jetzt bekomm ich immer wieder ärger das ich zuviel fütter und das gewässer dadurch umkippt, ich die fische satt mach, usw. ich bring dort max. 3kg mais oder 750g boilies am tag ein.
jetzt meine frage: wieviel futter ist in einem solchen gewässer vertretbar? das wasser ist recht klar. sichtweite im moment gut 1,5m. normal kann ich doch garnicht soviel futter einbringen um ein solches gewässer umkippen zu lassen?
 
AW: kippt das Gewässer durch anfüttern um?

rechne mal durch wenn das andere auch machen was da so zusammenkommen kann.
du wirst doch nicht der einzige sein, der dort angelt.
nach dem motto "kleinvieh macht auch mist"
wieviel eintrag ein solches gewässer verträgt wird hier wohl nieman so einfach exakt beantworten können.

antonio
 
AW: kippt das Gewässer durch anfüttern um?

rechne mal durch wenn das andere auch machen was da so zusammenkommen kann.
du wirst doch nicht der einzige sein, der dort angelt.
nach dem motto "kleinvieh macht auch mist"
wieviel eintrag ein solches gewässer verträgt wird hier wohl nieman so einfach exakt beantworten können.
ich bin jeden tag am gewässer. und das ist schon von allen zusammen gerechnet ;) an dem 10ha gewässer gibt es nur 2-3 befischbare stellen. und ich bin der einzige der dort füttert.
 
AW: kippt das Gewässer durch anfüttern um?

Durch dein Füttern wird ein Gewässer dieser größe bestimmt nicht kippen!
Da müstest du das Futter schon Lkw weise einbringen.
 
AW: kippt das Gewässer durch anfüttern um?

Ich finde es schon gut,dass du überhaupt darüber nachdenkst welche Futtermenge noch vertretbar für ein Gewässer ist !
Vor einiger zeit habe ich mal mit jemand aus dem Karpfenforum gestritten,welcher ca. 50 Kg Mais auf Graskarpfen anfüttert und zwar an
drei Tagen hintereinander. Muss man sich mal vorstellen,drei Zentner!
Der Kandidat hielt dies für ganz normal und behauptete zudem noch
sonst nicht zum Fangerfolg zu kommen!
Da es sich um ein klares Gewässer handelt,würde ich einfach schauen,welche Menge Futter definitiv gefressen wird,dieses geht natürlich nur an den flachen Stellen.Dazu kommt es natürlich auf den effektiv vorhandenen Besatz an.Generell halte ich es für problematisch,wenn vorallem in kleinen Gewässeren, Futter liegen bleibt und am
Grund verottet.
Es bilden sich dann Bakterienrasen auf der Futterstelle,
welche nicht nur für schlechte Wasserwerte sorgen können,sondern auch
dafür,dass dein "Futterplatz" von Fischen gemieden wird!

Taxidermist
 
AW: kippt das Gewässer durch anfüttern um?

Also, ohne Gewässerspezie zu sein; rechne mal die Kubikmeter Wasser aus und setzte Deine Anfüttermenge ins Verhältnis. Zumindest so wie und dort wo Du das machst, kann ich mir nicht vorstellen, dass das dem Gewässer was ausmachen sollte.
Gruß A.
 
AW: kippt das Gewässer durch anfüttern um?

gefressen wird immer alles. seh ich ja da ich immer mit wathose ins gewässer geh und vor den füßen fütter ;)
und fisch gibts reichlich.
ich wollte nur wissen was ihr darüber denkt und auch welche mengen ihr für vertretbar haltet da ich mir selber nicht vorstellen konnte das so wenig futter das gewässer in schwierigkeiten bringen könnte. nur die leute sind so sehr überzeugt davon und echt nervig!
 
AW: kippt das Gewässer durch anfüttern um?

Wenn die Fische das fressen kippt das Gewässer auf keinen Fall um. Schon gar nicht bei der Größe und bei der Menge. Sonst würden die ganzen Parktümpel in ner Stadt, wo immerzu Enten gefüttert werden, 100mal im Jahr umkippen!
Zu den 50kg Mais am Tag für die Graser: Sollte man nicht an nem 1Hektar-Loch machen. Aber z.b. in der Elbe wird davon mindestens die Hälfte von Brassen und anderen Fischen, welche man eigentlich nicht gezielt beangeln möchte, gefressen. Und wenn man da noch sich dazu denkt was eine kleine Gruppe Graser am Tag so fressen muss, kommt ordentlich was zusammen! Ich finde das für große Gewässer mit vielen Grasern durchaus vertretbar.
 
AW: kippt das Gewässer durch anfüttern um?

jetzt meine frage: wieviel futter ist in einem solchen gewässer vertretbar? das wasser ist recht klar. sichtweite im moment gut 1,5m. normal kann ich doch garnicht soviel futter einbringen um ein solches gewässer umkippen zu lassen?

Ein Angler kann ein Gewässer dieser Größe nicht "überfüttern". Vorher geht ihm selbst bei billigem Partikelfutter das Geld aus.

3kg Mais und 750g Boilies auf 10 ha? ... das ist überhaupt kein Problem.

Ein "großer" Karpfen von 15 Pfund aufwärts frisst die 750g Boilies an einem guten Tag fast alleine ;)

Ich finds dennoch gut, dass du dir Gedanken darum machst.
Dass Futter am Grund liegend "vergammelt", dadurch Sauerstoff zehrt und somit zum "kippen" eines Gewässers beitragen kann ist theoretisch nämlich durchaus möglich.

Dazu muss man das Futter aber so füttern, dass es nicht gefressen wird.
Also am Gewässergrund große Futterhaufen anlegen. Sprich vom Boot aus mit dem Eimer in flaches Wasser kippen. Das Problem ist dann nämlich, dass nur wenige Fische am Futterplatz fressen können. Wenn man das Futter großflächiger streut, können viele Fische gleichzeitig vom Futter fressen.

Oder aber man füttert dort riesige Mengen, wo die Fische kaum bzw. nicht fressen können z.B. im 10cm tiefen Wasser.
 
AW: kippt das Gewässer durch anfüttern um?

Hallo,

hier liegt bei vielen ein Denkfehler vor.

Wenn ich anfüttere ist es letztlich egal, ob der Karpfen das frisst oder nicht. Es geht nicht um das Futter im See, sondern um die Nährstoffe. Ob das Nitrat in Form von Lockfutter oder in Form von Karpfenkacke im Wasser ist, ist erst mal unerheblich.

Was vergessen wird, es kommen nur Nährstoffe in den See, es gehen aber fast keine heraus. Stehende Gewässer sind wahre Nährstofffallen. Einträge habe ich zum Beispiel durch Fischbesatz, durch den Regen, durch Einschwemmungen aus dem Umland und auch durch Lockfutter.

Was habe ich als Entnahme? Wenn ich einen Fisch entnehme nehme ich Nährstoffe aus dem See.

Es ist wohl für jeden offensichtlich, dass wesentlich mehr Nährstoffe hinein als hinaus gelangen. Das ist das Problem.

Das ist an sich ein natürlicher Prozess bei einem See.
Das Gewässer "altert".

Das kann man schön an einem frischen Baggersee sehen. Die ersten Jahre kristallklar, wird er immer grüner, Pflanzen erscheinen und in ein paar hundert Jahren habe ich dort einen Sumpf.

Das Problem ist, das dieser Vorgang heute immens beschleunigt abläuft.

Das Gewässer kippt dabei nicht gleich um mit allem was dazugehört.

Wenn hier fasst einhellig behauptet wird, die hier genannte Futtermenge sei unbedenklich, macht mich das fassungslos.

Ich persönlich habe mehrere große Baggerseen untersucht. Diese waren 30 Jahre alt und hatten fast durchweg am Grund eine Sauerstofffreie Zone von bis zu einer Höhe von 5 Metern. Teilweise stand sogar Schwefelwasserstoff auf dem Boden.

Diese Nährstoffe sind nicht durch den Regen gekommen.

Nach einer drastischen Einschränkung des Fütterns, erholten sich die Gewässer teilweise und sehr langsam.
Selbst mit einer sehr dünnen Schicht, fällt aber der Boden fast komplett als Stand- und Fressplatz aus.
Was bleibt dann noch von einem Baggersee?

Wer das Beispiel mit den Karpfenteichen anführt, in denen wesentlich mehr gefüttert wird und auch nichts Negatives passiert, der hat nicht verstanden, dass es nicht um den Eintrag geht, sondern um die Menge an Nährstoffen, die im Wasser verbleiben. Wenn ich im Herbst die Karpfen abfische, habe ich meine Nährstoffe wieder aus dem See.

Im Vereinssee übersteigt doch schon alleine der Besatz den Fang.

Jedes Anfüttern ist grundsätzlich schädlich für das Gewässer!

Man muss aber einen Ausgleich zwischen Anglerinteressen und der Erhaltung des Gewässers auf lange Sicht finden.

Das Anfüttern und der damit verbundene Nährstoffeintrag ist ein wirkliches Problem für sehr viele Gewässer und viele Gewässerwarte sehen sich mit den Folgen konfrontiert.

Das Verbot oder die Beschränkung des Anfütterns mag nicht populär sein, aber man muss zumindest die Dinge beim Namen nennen.

SNEEp
 
AW: kippt das Gewässer durch anfüttern um?

hi SNEEp

super erklärt und geniale Darstellung #6 #6 #6.............. und trotzdem schwierig in den Köpfen mancher "Angler" reinzubekommen wie man leider immer wieder feststellen muss :(
 
AW: kippt das Gewässer durch anfüttern um?

Rechnet mal aus wieviele Tonnen Laub pro Jahr in ein Gewässer kommen plus Pollen,Insekten und Vogelkot.
Anfütterverbote kommen oft aus Fangneid heraus, da werden gerne Argumente aus der Angelgegnerecke aufgegriffen und damit weiter verbreitet als sie es wert sind.
 
AW: kippt das Gewässer durch anfüttern um?

@Sneep
Vielen Dank für den wieder einmal sehr informativen Beitrag.
Du hast natürlich Recht, durch Anfüttern wird die Biomasse im Gewässer erhöht und kommt aus dem "geschlossenen System" nicht so schnell wieder raus.

In Klein und Kleinstgewässern mag das relativ schnell zu Auswirkungen führen (sieht man ja auch beim Aquarium, wenn man zuviel füttert).

Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass 3kg Mais und 750g Boilies einen signifikanten Einfluss auf die Eutrophierung eines 12ha großen und 15m tiefen See haben.
 
AW: kippt das Gewässer durch anfüttern um?

Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass 3kg Mais und 750g Boilies einen signifikanten Einfluss auf die Eutrophierung eines 12ha großen und 15m tiefen See haben.
Wenn er gefragt hätte ob er einmal diese Menge anfüttern würde wäre der Einwand okay.
Nur füttert er laut eigener Aussage
ich bring dort max. 3kg mais oder 750g boilies am tag ein.
Wenn man jetzt davon ausgeht, dass noch 19 andere Angler die selben Mengen anfüttern dann sind wir bei gut 27 Tonnen! die das Gewässer jedes Jahr mehr an Ertrag bekommt!
Und bei einem Gewässer dieser Größe können durchaus noch mehr Leute auf die Idee kommen anzufüttern.

@ Gardenfly
Das hat nichts mit Fangneid zu tun, es geht schlicht darum, dass Gewässer unter den übermäßig eingebrachten Nährstoffen leiden.
Und das sollte man einsehen und akzeptieren und seine eigenen kurzfristigen Fanginteressen nicht über das allgemeine und langfristige Gewässerwohl stellen.
 
AW: kippt das Gewässer durch anfüttern um?

Ich finde es schon gut,dass du überhaupt darüber nachdenkst welche Futtermenge noch vertretbar für ein Gewässer ist !
Vor einiger zeit habe ich mal mit jemand aus dem Karpfenforum gestritten,welcher ca. 50 Kg Mais auf Graskarpfen anfüttert und zwar an
drei Tagen hintereinander. Muss man sich mal vorstellen,drei Zentner!
Der Kandidat hielt dies für ganz normal und behauptete zudem noch
sonst nicht zum Fangerfolg zu kommen!
Da es sich um ein klares Gewässer handelt,würde ich einfach schauen,welche Menge Futter definitiv gefressen wird,dieses geht natürlich nur an den flachen Stellen.Dazu kommt es natürlich auf den effektiv vorhandenen Besatz an.Generell halte ich es für problematisch,wenn vorallem in kleinen Gewässeren, Futter liegen bleibt und am
Grund verottet.
Es bilden sich dann Bakterienrasen auf der Futterstelle,
welche nicht nur für schlechte Wasserwerte sorgen können,sondern auch
dafür,dass dein "Futterplatz" von Fischen gemieden wird!

Taxidermist


Also ich will ja jetzt keinen stress anzetteln ... aber ich verfütter auch c.a 35kg Mais an einem We wenn es auf Graser geht.
zwar ist das von Gewässer zu Gewässer verschieden aber man sollte schon bedenken wer da noch alles rumknabbert...weissfisch vor allem Bleie Brassen usw...normale Karpfen nehmen auch ihren Teil und dann alleinig die Tatsache das ein Armur an einem Tag bis zu seinem eigenem Gewicht Futter aufnehmen kann.
Jetzt stelle man sich bitte vor wenn ein Trupp von 3 Fischen a 30pfund am Spot vorbeikommen......könnte ein Maximum von sage und schreibe 45kg Mais bedeuten ;)

Dazu möchte ich aber erwähnen das bei jeder Fütterung überprüft werden sollte ob noch Futter vorhanden ist ....und nur anhand daran eine gewisse Menge nachfüttern.

Lg Johannes
 
AW: kippt das Gewässer durch anfüttern um?

Wenn er gefragt hätte ob er einmal diese Menge anfüttern würde wäre der Einwand okay.
Nur füttert er laut eigener AussageWenn man jetzt davon ausgeht, dass noch 19 andere Angler die selben Mengen anfüttern dann sind wir bei gut 27 Tonnen! die das Gewässer jedes Jahr mehr an Ertrag bekommt!
Und bei einem Gewässer dieser Größe können durchaus noch mehr Leute auf die Idee kommen anzufüttern.

Er sagt aber auch er sei der einzige der dort füttert.
Wie gesagt, mir fehlt die Vorstellung dafür (was nicht heisst, dass ich nicht flasch liegen kann), dass eine solch geringe Menge in einem 12ha See mit 15m Tiefe sich signifikant auswirkt.
 
AW: kippt das Gewässer durch anfüttern um?

Eigentlich einfach, wenn ich das so durchlese und richtig verstanden habe:

Je mehr man füttern will, desto mehr Fische muss man nach dem Fang entnehmen. Um das Nährstoffverhältnis im Gewässer einigermaßen stabil zu halten.
 
AW: kippt das Gewässer durch anfüttern um?

Eigentlich einfach, wenn ich das so durchlese und richtig verstanden habe:

Je mehr man füttern will, desto mehr Fische muss man nach dem Fang entnehmen. Um das Nährstoffverhältnis im Gewässer einigermaßen stabil zu halten.


daran scheitert es meistens . . .:m
 
AW: kippt das Gewässer durch anfüttern um?

Hi,
an unserem Gewässer , allerdings nur 1 ha groß , max. Tiefe knapp 4 Meter sind nur 500 Gramm Trocken oder 800 Gramm Nass Futter pro Tag erlaubt.
Kannst ja mal hochrechnen wie hoch die Futtermenge dann für dein Gewässer sein dürfte.
Gruß Udo
 
AW: kippt das Gewässer durch anfüttern um?

Er sagt aber auch er sei der einzige der dort füttert.
Wie gesagt, mir fehlt die Vorstellung dafür (was nicht heisst, dass ich nicht flasch liegen kann), dass eine solch geringe Menge in einem 12ha See mit 15m Tiefe sich signifikant auswirkt.


Einer kleines Spässle iss erlaubt - oder?:q:q:q

Meinst Du, Du liegst mit Flasche oder liegst falsch?

LG#6
 
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