Hebnes 2005

Tomasz

Well-Known Member
Nachdem dem ich lange mit viel zu viel Arbeit und auch mit der Formatierung - sprich dem Einladen der Bilder gebraucht hatte (Danke Jirko), nun endlich mein Reiseberich zu unserem diesjährigen Norwegenangeln im Mai - Juni in Hebnes.

Die Reisegruppe

Die Reisgruppe wurde von mir und meinem alten Schulfreund Thomas angeführt. Mein Kumpel wollte seinem Vater Gerhard das tolle Norwegen zeigen, und so haben wir uns beide also entschlossen, unsere Väter mit auf die Reise in das gelobte Angelparadies zu nehmen. Mein Vater Egon ist mit 74 Jahren der Seniorchef der Reisegruppe gewesen.

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Die Vorbereitungen
Die Vorbereitungen gingen ein halbes Jahr vorher mit der Auswahl des Reiseziels los. Um die Anreise für unsere Väter nicht allzu beschwerlich zu machen, haben wir uns für das südlich gelegene Hebnes am Nedstrandsfjorden in der Nähe von Stavanger entschieden. Die Reiseberichte im Anglerboard zu diesen Revieren versprachen gute Fänge. Dazu kamen viele gute Tipps zum Selbstbauen von Gaffs, Naturködermontagen usw. Soviel Arbeit und die damit verbundene Vorfreude habe ich noch nie in eine Angelreise investiert. Ein GPS wurde geordert. Seekarten laminiert und und und ...

An dieser Stelle möchte ich mich beim Anglerboard und seinen Mitgliedern bedanken, insbesondere bei Tiefsee-Fan, der uns mit seinen Tipps und Fotos zwei Tage vor der Abfahrt noch so richtig das Reisefieber in die Höhe schießen ließ.

Die Anfahrt

Die Anfahrt am 20.05.2005 meisterten wir mit zwei PKWs von Berlin aus über Hirtshals – Kristiansund. Auf der Fähre hatten wir eine komfortable Außenkabine gebucht. Es gibt nichts Schöneres als morgens wach zu werden und der erste Blick fällt auf das tiefblaue Wasser vor Norwegens Küste. Da beginnt der Urlaub egal wie weit es noch bis zur Hütte sein mag

Für die Hinfahrt haben wir uns für die E 6 über das Hochland entschieden. Wilde Bergflüsse und Schneehänge belohnten uns dafür. Einen Umweg von mehreren Kilometern wegen eines gesperrten Bergpasses (meterhoher Schnee) nahmen wir zähneknirschend in Kauf. Auf dem letzten Stück bis zur Hütte zeige sich, dass außer Angeln hier nicht viel möglich war. Selbst Einkaufsgelegenheiten waren meilenweit entfernt. Man gut, dass wir unsere Frauen nicht dabei hatten.

Von Fotos wusste ich, dass unsere Unterkunft aus zwei baugleichen roten Hütten direkt am Fjord besteht. Von Ferne haben wir die auch gleich erkannt und fuhren drauf zu. Alles klar... Genau wie auf dem Foto. Zwei baugleiche Hütten, im Hintergrund das weiße Haus des Vermieters und die grüne Scheune. Wir hatten es geschafft. Der Schreck war groß, als wir näher kamen und feststellen mussten, dass an beiden Hütten die Bauarbeiten noch im vollen Gange waren. Vater, der ein wenig Schwedisch spricht, bekam dann aber raus, dass wir eine Straße zu früh abgebogen waren. Also alles wieder rein in die Autos und wenige Kilometer weiter sind wir endlich am Ziel.

Die Unterkunft und das Boot

Die Unterkunft war klasse. Jeder hatte sein Schlafzimmer, so dass keiner den anderen beim Schnarchen stören konnte. Zwei Bäder ließen uns morgens schnell in die Puschen kommen, und der Geschirrspüler verhinderte Streit, wer wann mit dem Abwasch dran ist. Die Terrasse vor dem Haus endete direkt am Hafen und wäre bei schönem Wetter ideal gewesen für das Abendbrot.

Das Boot sollte für uns vier reichen und auch bei Wind tauglich sein. Also haben wir auf eine 20-Fuß-Dieselschnecke zugegriffen. Platz war für alle. Gerhard und mein Vater saßen sogar wie die Könige auf Plastestühlen. Die Einweisung folgte noch am Ankunftstag. Leider ließ uns das Teil die ersten zwei Tage dann aber prompt beim Starten im Stich. Ich will die Sache jetzt nicht ausdehnen. Am Ende hatten unsere Bootsnachbarn noch viel größere Probleme. Es lag dabei wohl an der mangelnden Wartung der Boote. Die Vermieter waren supernett – keine Frage. Aber eben eine wenig tüdelig.

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Das Wichtigste – das Angeln

Das Wichtigste war natürlich das Angeln. Angespornt durch die zahlreichen Berichte haben wir uns voll auf das Natürköderfischen auf Lumb und Leng konzentrieren wollen. Gefangen hatten wir in den Jahren zuvor schon etliche. Aber die ganz Großen waren nicht dabei. Auch ein Steinbeißer durfte ruhig auf unsere diverse Naturködervarianten reinfallen. Es gab zahlreiche Kanten, Plateaus, Rinne, Löcher. Und auf Wunsch eines einzelnen Herren fuhren wir in diesem Jahr zur Vollmondphase mit dem größten Tiedenhub und den entsprechenden Strömungen nach Norwegen. Was sollte da noch schief gehen. Am ersten Tag sind wir dann auch gleich siegesgewiss auf einem Plateau zwischen 70 m und 110 m getrieben. Gerhard, unser Neuling, bekam auch gleich wie alle andren einen halben Hering dran. Warum kleckern wenn man klotzen kann. Na, er hatte es aber am Anfang noch nicht so richtig raus, was da nun am Ende an der Schnur zog. Waren es die 750 g selbstgegossenes Bleie, die Strömung oder doch ein Fisch. Jedenfalls hat er uns ganz verrückt gemacht. Bei nahezu jedem Stellungswechsel zog er an seiner Angel nämlich einen Fisch hoch. Mal war es ein stattlicher Dornhai von fast einem Meter, mal ein kleiner Leng oder ein Dorsch.

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Wir machten uns schon den Spaß ihn zu bitten, doch einfach mal die Montage einzuholen, um zu sehen ob da nicht schon der Meterleng dranhängt. Bei uns anderen sah es dagegen eher bescheiden aus. Einige kleinere Lengs, ein weiterer Hai, der majestätisch wieder in die Tiefe tauchte durfte und zwei Flügelbutts waren die weitere Ausbeute für den ersten Tag. Na egal, wir hatten für die nächsten Tage noch ein paar Topstellen in unseren Karten eingezeichnet.


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Um die Sache abzukürzen raffe ich die nächsten Tage mal zusammen. Das Wetter war sehr sehr durchwachsen. Es regnete häufig. Der Wind machte manche Ausfahrt erst am Abend möglich, und die legendäre Insel Ombo auf der anderen Fjordseite habe wir daher nur von der Ferne sehen können. So kann Norwegen eben auch sein. Die Fänge waren entsprechend bescheiden. Die ganz großen Fische waren uns nicht vergönnt. Vater hatte mit seinem Pollack von knapp über 80 cm schon den Rekord aufgestellt.

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Der wurde zwar von Haien und Hornhechten getoppt, aber die standen außerhalb der Wertung. Die Lengs kamen nur selten und auch nicht größer als 70 cm nach oben und nur ein Lumb wurde gefangen.

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Die Dorsche waren sehr mager gesät und waren dann so klein dass sie wieder in Wasser zurück durften. Mein größter Dorsch brachte es auf gerade mal ca. 70 cm. Wir haben es trotzdem immer und immer wieder mit Naturköder probiert und alle Tiefen zwischen den empfohlenen 30 m und 120 m abgegrast.
Dank Echolot und GPS und ein wenig Erfahrung und Glück hatten wir es bald raus, wo die Köhlerschwärme standen. Ich weiß, es grenzt bei den Profis unter Euch an Verrat und ähnlich scherzhaft wurde es auch unter uns auf dem Boot diskutiert, aber für eine Stunde am Tag fuhren wir diese Stelle an, um unseren Fisch zu fangen. Und im Gegensatz zu früheren Jahren lag das Durchschnittsgewicht der Köhler bei stolzen 6 bis 7 Pfund. Wenn man 5 davon an der Rute von 100 g Wurfgewicht hat, ist das auch schon ein tolles Erlebnis. Am Abend wurde dann von der Mole oder der Terrasse aus im Hafenbecken geangelt. Die Vielfalt der dort gefangenen Fische war erstaunlich. Hornhechte, die ersten Makrelen im Fjord, Pollacks, Flundern, mein erster Steinbutt überhaupt...

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Jeder von uns konnte hier Fische fangen, die er vorher nur aus der Auslage seines Fischhändlers oder aus der Angelzeitschrift seines Vertrauens kannte. Am Ende haben wir die ominöse 25 kg-Grenze pro Mann nicht erreicht. Mit Seelachsen hätten wir das locker geschafft, aber das war nie unser Ziel gewesen.

Aufregendes

Aufregendes gibt es vieles zu berichten, wenn es auf weite Reise geht. Zwei Sachen will ich davon erzählen.

Wir waren mitten auf dem Fjord in unserem einstündigem Köhlerrausch, als wir ein Donnergrollen und den ersten Blitz bemerkten. Sofort entschied ich, alles einzuholen und an das rettende Ufer zu fahren. Bei 10 PS ist das leider nicht so einfach. Als es dann auch in der gegenüberliegenden Bergkette blitzte, ging uns schon ganz schön die Muffe. Der Geruch des verbrannten Diesels, der in der Luft hing, ließ kein gutes Gefühl in mir aufkommen. Ich war drauf und dran, unsere Kohlefaserruten über Bord zu werfen. Am Ende erreichten wir das rettende Ufer und einen kleinen Steg. Als ich meiner Freundin zu Hause sagte, wir hätten in Norwegen kein Glück gehabt (ich meinte natürlich mit den Fischen), hat sie nur mit dem Kopf geschüttelt und gemeint, dass man in so einer Situation ja wohl mehr Glück gar nicht haben kann. Recht hat sie.

Die zweite aufregende Situation war schon eher lustig. Von der Mole fingen mein Vater und ich mit vereinter Kraft einen kleinen sehr schönen Fisch, der mir aus der Literatur und der Karte in unserer Hütte als Delikatesse in Erinnerung war. Nur leider konnte ich mich nicht mehr erinnern, ob es das giftige Petermännchen oder der Knurrhahn ist, der da vor uns liegt. Also sprangen alle erschrocken zurück, als der stachlige Geselle die Flossen spreizte, und ich wetzte in die Hütte um auf die Karte zu schauen. Es war der Knurrhahn, also gab es Entwarnung.

Die Rückfahrt

Die Rückfahrt war wie die Anreise verregnet. Auf Anraten unserer Vermieter wählten wir die Strecke über Stavanger. Allerdings stimmte die angegebene Fahrzeit nicht, so das wir nur knapp eine halbe Stunde vor Abfahrt an der Fähre in Kristiansand eintrafen. Was ne Aufregung. Auf der Fähre (diesmal mit Innenkabine) wurde kurz geruht. Das Ding schaukelte, als ob es uns aus den Betten werfen wollte. In Berlin angekommen, wurde der Fisch aufgeteilt, die Familien begrüßt und erst mal geschlafen. Na ja, die anderen haben geschlafen. Ich war immer noch viel zu aufgeregt.

Fazit

Trotz des Wetters (bei Sonne sieht eben alles viel schöner aus und die Stimmung ist auch besser) und der ausgebliebenen Meterfische ist Norwegen immer wieder ein tolles und unvergessliches Erlebnis. Ich ziehe meinen Hut vor meinem 74jährigen Vater, wie er die Vorbereitungen, Fahrt, den alltäglichen Männerhaushalt und die Angelei gemeistert hat. Einen Gruß an unseren Norwegenneuling Gerhard, der oft erstaunliche Fänge an den Tag legen konnte. Besten Dank an meinen Kumpel Thomas, der uns eine guter Kapitän und mir ein hervorragender Partner in allen Sachen der Angelei betreffend war. Und vielen Dank an meine Freundin, dass ich wieder mal eine Woche alleine mit den Männern auf Angeltörn gehen durfte.

Für meinen Vater ist es vielleicht die letzte Norwegenreise gewesen. Die lange Anreise, das Fischen und das Verwerten der Fänge machen eben nicht nur Spaß, sondern sind auch mit Anstrengungen verbunden. Ich bin schon oft mit meinem Vater auf solche Touren gegangen. Es war jedes Mal ein besonderes Erlebnis. Vielleicht war ja es wirklich dass letzte Mal. Sein Arzt sagt es spricht nichts dagegen nochmal zu fahren. Wir werden sehen. Es soll ja auch organisierte Touren geben, wo einem vieles an Vorbereitungen, Fahrerei und auch vor Ort abgenommen wird. Ich würde ihm jedenfalls den Meterfisch gönnen. Und jemand, der zwei Kilobarsche auf Teig und einen 12 Pfund-Karpfen mit meiner umgebauten 3 m Stippe fängt, hat auch das Zeug dazu. Wenn nicht - es soll ja in Schweden Meterhechte geben, und da fährt er diese Woche mit seinem Kumpel hin. Viel Erfolg, Vater.

Allen anderen, die ihre Reise nach Norwegen noch vor sich haben, wünsche ich eine gute Fahrt, tolles Wetter und natürlich grandiose Fänge in diesem wunderschönen Land.

Tomasz
 
Zuletzt bearbeitet:

Debilofant

Well-Known Member
AW: Hebnes 2005

Hallo,

danke für den, wenngleich auch nicht mehr taufrischen ;), Reisebericht. Die Häuser in Hebnes sind wirklich schön geräumig und unmittelbar am Wasser gelegen. Ich war zwar nicht im Mai dort, aber ich denke mal, dass sich fast ganzjährig gute Fische dort fangen lassen. Was ich damals nicht ganz so toll fand, war der etwas "urgemütliche" Filetierplatz mit der ziemlich nervenden Wasserbeschaffung per Hand mittels eines prächtig zusammengefalteten Eimers, speziell bei Ebbe. Vielleicht hat sich da aber auch schon was getan, die Vermieter machten mir jedenfalls einen guten und sympathischen Eindruck. Jedenfalls kann man es sich in Hebnes recht entspannt gut gehen lassen, was man auch an Deinem Reisebericht schön erkennen konnte.

Tschau Debilofant #h
 

Torsk_SH

Gone Fishing...
AW: Hebnes 2005

Schöner Bericht! Ja ein paar mehr Bilder wäre fein!

Hut ab vor Deiner Definition des Generationenvertrages! Find ich klasse!
 

Tyron

Meeresfan
AW: Hebnes 2005

Sehr schön zu lesender Bericht, hat richtig Spaß gemacht!
Auch die Bilder sind einwandfrei.

Sach ma, wasn das bitte für ein Hornhecht-Monster aufm letzten pic?
So Einen hab ich dieses Jahr auf Fehmarn nicht mal annähernd gefangen...
 

heinerv

Immer noch ohne Bild !!!
AW: Hebnes 2005

Hallo Tomasz,

du hast zwar dir etwas Zeit gelassen. Der Bericht von dir ist aber vielleicht auch deswegen sehr schön geworden.
Auch wenn die Ausbeute in manchen Arten nicht so ausfiel wie erhofft, war es denke ich doch ein schöner Urlaub. Es ist sicher ein besonderes Erlebnis, wenn man den Vater mit dabei hat. Solche Tage sind doch immer in guter Erinnerung. Insofern seit ihr zu beneiden.

Ich hoffe für euch, daß dich dein Vater auch im nächsten Jahr begleiten kann.

Heinerv
 

Tomasz

Well-Known Member
AW: Hebnes 2005

Hallo Boardis,
vielen Dank für Eure Beiträge. Wenn ich gewußt hätte wie einfach das mit den Bildern ist, wäre der Bericht sicher schon viel früher im Board gewesen.

@Debilofant
neben dem lustig zusammengefalteten Eimer gibt es jetzt auch Wasser aus dem Schlauch, der die Arbeit enorm erleichtert.

@Blenni
ein Foto vom Steinbutt gibt es leider nicht. Der wurde mir vom Küchenchef sofort vom Haken gepflückt.

@Raubfischer_RD
Überhaupt gibt es nicht allzuviele Fotos, was sicher auch am schlechten Wetter lag. Die Kamera war nicht wasserdicht;). Mein Vater nahm mich das erste mal zum Angeln mit da war ich 8 Jahre alt. Jetzt nehme ich ihn halt mit.

@Tyron
Jau... von diesen Monstern war ich auch überrascht. Sie waren Durchschnittsgröße in Hebnes.

@heinerv
Wie es der Zufall will, wird mich unser Urlaub durch Schweden in den nächsten 14 Tagen auch 2 Tage bei meinem Vater aufschlagen lassen. Und da haben dann die Frauen genug Zeit zum shoppen. Und wir werden...:m

Gruß Tomasz
 
AW: Hebnes 2005

Hallo Tomasz !
Wir sind in 3Wochen in den selben Häusern.Was für Probleme hattet ihr mit den Booten?
Mit was habt ihr die Platten gefangen?Konntet ihr nicht an dem Unterwasserberg in 157m
fischen. Ich weiss viele Fragen. Aber wir sind schon ganz heiß aufs Fischen,und dankbar
für jede Info.Gruß Norge-Jenzi
 

Tomasz

Well-Known Member
AW: Hebnes 2005

Hallo Norge-Jenzi,
entschuldige die späte Antwort, aber ich bin erst heute nacht aus dem Urlaub zurückgekommen. Deine Fragen beantworte ich natürlich gerne, dafür gibt es das Board schließlich#6.
Soweit ich es mitbekommen habe gibt es vor Ort zwei Dieselschnecken, wobei wir die kleinere der beiden inkl. Echolot hatten (siehe Foto). Zum sitzen gabs für vier Leute zu wenig Platz, aber da taten ja die Plastestühle gute Dienste. Der Starter funktionierte im Gegensatz zu mir bekannten älteren Modellen schon ohne diese komischen Ziegarettenstummel. Das Problem war wohl, das die Batterie einfach nicht aufgeladen war und dies auch nach den Problemen am ersten Tag nicht wurde. Später erfuhren wir dann, das es für den Notfall auch eine Handkurbel an Bord gibt. Muß man aber erst ein wenig bei den sonst durchaus netten Vermietern drängen und alles hinterfragen dann kriegen die das auch gebacken. Am dritten Tag und mit aufgeladener Batterie hatten wir diese Probleme nicht mehr. Das zweite Boot ist eine Nummer größer und hat somit genug Platz zum sitzen und auch noch Stauraum, aber kein Echolot. Es fährt einen Zahn schneller. Hatte damals aber ein Haufen mehr Probleme. Neben der Batterie war ständig Wasser im Boot und die Pumpe ist ausgefallen. Irgendwas war auch noch mit dem Motor nicht in Ordnung (Vergaser oder so). Na jedenfalls hatte die Nachbartruppe einen Ingenieur aus der Ukraine dabei, der das alles mit einer seelenruhe jeden morgen geflickt hat. Da das aber nun schon einige Wochen her ist denke ich das man die Probleme vor Ort abgestellt haben wird. Also macht euch da man im Vorfeld keine Sorgen. Wenn es doch Probleme geben sollte, wie schon gesagt zum Vermieter gehen, der gleich nebenan wohnt und seine Frau spricht auch gut deutsch.

Die Platten haben wir mit unseren von zu Hause mitgebrachten Heringen gefangen. Dazu haben wir aus den Heringen etwa 5 cm lange und 0,5 bis 1,0 cm breite Fetzen herausgeschnitten.

An den Unterwasserberg (157 m) konnten wir aus zwei Gründen nicht ran. Zum einen hatten wir fast die ganze Zeit starken Westwind#q und haben uns somit in den geschützteren Bereichen rumgetrieben. Zum anderen ist er in seiner Ausdehnung wohl so klein, dass wir bei der Windstärke und den Strömungen in Null Komma Nichts wieder drüber gewesen wären. Die besten Fänge hatten wir auf dem 70 bis 126 m Plateau zwischen Foldoyna und Hebnes sowie an der Kante zwischen Hebnes und Kolhammer. Der Reiphammgrunnen und etwas weniger in der Nähe vom Skinnryggen brachte Köhler satt. Bei der Abfahrt erfuhren wir das die gegenüberliegende Seite vom Sandsfojrden wohl mehr und größere Lengs bringen soll. Keine Ahnung #c. Probier es mal aus. In unserer Hütte hing zudem eine Seekarte vom gesamten Seegebiet des Boknafjords. Die reicht bis weit nach Ombo rüber und bis zum Crossfjord im Norden. Also der Angelei sind bei GPS und Echolot und ein wenig Fahrerei bei gutem Wetter keine Grenzen gesetzt.

Wenn es noch Fragen gibt - ich bin jetzt wieder im Lande und muß es leider auch vorerst bleiben. Beneide alle anderen die ihre Norgetour noch vor sich haben
Gruß Tomasz
 
AW: Hebnes 2005

Hallo Tomasz.
Vielen Dank für die Info.Mit den Booten machst du mir doch ein wenig Angst. Wir haben
nämlich die große Dieselschnecke gemietet.Bin ansonsten schon ganz heiß aufs Fischen
In erster Linie wollen wir Tiefseefischen auf Leng u. Lumb in bis zu 300m.Aber die
Platten sollen auch nicht zu kurz kommen.Morgen früh geht es endlich los.

Gruß Norge-Jenzi
 

Tomasz

Well-Known Member
AW: Hebnes 2005

Hallo Norge-Jenzi,
mach Dir mal wegen des Bootes nicht so viele Gedanken. Wie schon gesagt, war unsere Reise einige Wochen her - die Boote sollten also mittlerweile wieder in Schuß sein - und wenn es doch Probleme gibt, rede mit den netten Vermietern, wenn nötig auch einmal mehr und dann klappt das schon. Der Vermieter bastelt selbst und wenn es nicht weitergeht dann gibt da noch den Bruder und den Nachbarn und...
Wichtig ist nur das auftretende Probleme schnell angesprochen werden, denn die Leute gehen auch noch einem Beruf nach und stehen nicht rund um die Uhr Gewehr bei Fuß. Nicht tut so weh, als wenn ein Angeltag wegen eines defekten Bootes ausfällt.
Die Anglertruppe nach uns fährt seit Jahren immer wieder nach Hebnes, also kann es kein grundlegendes Problem mit den Booten geben.

Ich wünsche Euch gutes Wetter, tolle Fänge und laß mal hinterher hören wie es war.

Tomasz
 

Fischbox

Salzwasserjunkie
AW: Hebnes 2005

Na datt war doch 'nen schönen Bericht mit tollen Fotos. Fischbox sagt DANKE #6
 

Fischer's Frau

New Member
AW: Hebnes 2005

Hallo Tomasz,
das ist ein sehr schöner und persönlicher Bericht!#6 Und auch wenn Du meinst, dass Ihr nicht viel gefangen habt, so hört es sich Eure Reise doch sehr spannend und abwechslungsreich an. Ein bischen Glück gehört eben auch dazu! Ich wünsch Dir Petri Heil für das nächste Jahr in Norwegen - wieder mit dem Papa?

Fischer's Frau
 

Tomasz

Well-Known Member
AW: Hebnes 2005

Ich begrüße Fischer's Frau bei uns im Anglerboard und wünsche viel Spaß beim Lesen und Schreiben#h . Hier gibt es eine Mengen Anregungen und Ideen.
Na und nächstes Jahr geht es sicher wieder nach Norwegen. Von der Natur, der Landschaft und natürlich dem Angeln bin ich gefesselt. Und zwischendurch gibt es ja zum Glück das Anglerboard mit den Berichten und Fotos der anderen Boardis.
 
AW: Hebnes 2005

Hallo Tomasz!|wavey:

Nun sind wir auch schon eine weile zu Hause.
Fischmäßig ist es uns ähnlich gegangen wie euch. An der Stelle gegenüber
der Häuser konnte ich allerdings einen Leng von 19 Pfund fangen.
Vielen Dank für den guten Tipp.#6 Was sonst noch war kannst du aus
dem Reisebericht entnehmen den ich die nächsten Tage ins Board setze.


Gruß Norge-Jenzi
 

Tomasz

Well-Known Member
AW: Hebnes 2005

Hallo Norge-Jenzi,
An der Stelle gegenüber
der Häuser konnte ich allerdings einen Leng von 19 Pfund fangen.
Ein Leng von 19 Pfund. Mein lieber Mann, da gratuliere ich aber|wavey:. Das ist doch ein super Erfolg. Hast Du den auf der gegenüberliegenden Fjordseite gefangen, wo es so steil runtergeht? Und hat auch alles mit den Booten geklappt? Fragen über Fragen. Hau in die Tasten, ich bin schon ganz gespannt auf Deinen Bericht. Und auf die Fotos... wir wollen Fotos sehen. Wenn man jetzt wieder ein Jahr auf die nächste Reise wartet:c, halten einen die Berichte und die Fotos über Wasser.

Bis bald hier im Board
Tomasz
 
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