Havøysund: Hier fangt Ihr XXL-Heilbutte

Ein Traum von mir ist schon immer der Fang eines wirklich großen Heilbuttes. Ich war schon in etlichen Revieren und konnte in Norwegen einige tolle Fische fangen. Auch Heilbutte bis über einen Meter Länge gingen mir ans Band. Einmal war ich beim Fang eines über 1,50 Meter langen Butts mit dabei. Seitdem steht fest: So einen Koloss möchte ich auch irgendwann mal fangen. Ein vielversprechendes Revier liegt vor dem beschaulichen Örtchen Havøysund in Nordnorwegen. Soll es dieses Mal mit der „Tischplatte“ klappen? Ich bin sowas von gespannt!

Guiding im Norden
Mitte September 2017 fliege ich zusammen mit einer überschaubaren Gruppe nach Nordnorwegen. Große Hoffnungen setze ich auf dieses Revier. Da von Angelreisen Hamburg eine Guidingtour organisiert wird, bin ich sehr zuversichtlich. Dennoch bin ich realistisch. Ich weiß, wie schnell die Tage ohne Megabutt vergehen können und man schon wieder kurz vor der Abreise steht. Doch dieses Mal kommt es viel schlimmer. Die ersten Tage verhindert Sturm eine Ausfahrt. Alle sind heiß und wollen zum Fisch. Stattdessen überprüfen wir noch mal das Gerät, binden Montagen und sammeln leckere Pilze. Wenigstens können wir im Sund ein wenig auf Klieschen fischen. Aber mal ehrlich: Dafür bin ich nicht in den hohen Norden gereist. Gegen schlechtes Wetter kann man leider nichts machen.

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Die ersten Tage ist es stürmisch. Deshalb geht’s im Sund auf Plattfisch

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Die Hauptbeute beim Plattfischangeln im Sund sind Klieschen

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Auch leckere Pilze gibt es rund um Havøysund

XXL-Heilbutt zum Start
Dann ist es endlich soweit. Nach zwei Tagen legt sich der Sturm und die Boote sind beladen ‒ es geht raus aufs Meer! Wir verlassen das kleine Fischerörtchen Havøysund und erreichen schließlich den ersten Spot. Ich lasse einen ganzen Seelachs am System runter. Wir driften ein Plateau hinab und die Wassertiefe beträgt gerade 55 Meter. Mein fischiger Happen taumelt erst ein paar Minuten über Grund und schon zupft es zaghaft an der Schnur. Plötzlich krümmt sich meine 50-Pfund-Inlinerrute immer mehr. Ich setze einen Anhieb. Hängt! Doch was ist das? Der Fisch steht auf der Stelle und rührt sich kein bisschen. Egal, wie viel Druck ich ausübe, der Meeresräuber kommt nicht hoch. Dann geht es schnell und es fehlen auf einmal 20 Meter Schnur. Und wieder bleibt der Brocken auf einer Tiefe. Gewinne ich mit viel Kraft einen Meter, sausen etliche kurz darauf von meiner Multirolle. Mittlerweile ist schon über eine Stunde vergangen und die Wassertiefe beträgt um die 140 Meter ‒ und genau dort klebt der Riesenfisch am Grund. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich als Sieger des Zweikampfes hervorgehe, bleibe aber noch zuversichtlich. Erik Mikolaschek, der Guide der Anlage, ist zu uns ins Boot gestiegen. Mit ihm und Sven Klöer von Angelreisen Hamburg habe ich zwei erfahrene Nordnorwegen-Angler um mich herum. Allen ist klar, dass ein großer Heilbutt am Band ist. Die Zeit vergeht und langsam kommt die XXL-Platte nach oben. Die Landung gelingt dank der Hilfe problemlos und ich darf meinen bisher größten Heilbutt in den Armen halten: 1,60 Meter lang und etwa 60 Kilo schwer. Der absolute Wahnsinn!

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Die Montage für große Heilbutte: ein ganzer Seelachs am System

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Was für ein Heilbutt: 1,60 Meter ist der Fjordgigant lang, von dem ich lange geträumt habe

Großdorsch und mehr
Manchmal kann es so einfach sein. Mit so einem tollen Traumstart habe ich wirklich nicht gerechnet. An einer anderen Stelle in der Nähe der Insel Ingøya geht es „buttig“ weiter. Auf Gummifisch und Pilker folgen Heilbutte bis gut über einen Meter. Auch große Köhler und Dorsche beißen regelmäßig. Fische bis über 15 Kilo landen an Bord. Besonders gut läuft ein 150 Gramm schwerer Sandaal in pinker Farbe. Guide Erik hat den richtigen Riecher für super Ecken und führt uns zielsicher zum Fisch ‒ einfach nur top! Das Wetter spielt nun mit und wir fahren jeden Morgen mit guter Stimmung hinaus. Im Sund begrüßen uns Rentiere am Ufer. Dann gleitet das 23 Fuß lange Aluboot mit seinen 130 Pferdchen am Heck durch die Wellen. Lange dauert es nicht und wir erreichen die Hotspots. Mal geht es auf Dorsch, dann wieder auf Seelachs oder gezielt auf Heilbutt. Die Durchschnittsgröße der Dorsche ist super. Dabei sind Kapitale mit mehr als 10, 15 oder sogar 20 Kilo möglich. Unterwasserberge in Tiefen von 30 bis 60 Metern und Kanten stellen sich als besonders Erfolg versprechend heraus. Schwere Pilker und Gummifische mit Gewichten von 150 bis 500 Gramm sind eine gute Wahl.

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Sven Klöer mit einem guten Köhler, der auf einen pinken Sandaal biss

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Auch große Dorsche gehen immer wieder ans Band

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Slobodan Filipovic hat mit diesem tollen Dorsch schwer zu heben

Heilbutt für alle
Beim Angeln auf kapitale Heilbutte laufen ganze Köhler am System am besten. So fange ich sogar noch eine zweite „Tischplatte“ mit satten 1,32 Metern. Aber auch andere Gäste überlisten große Heilbutte. Mathias Homuth landet einen 1,35 Meter langen Traumfisch und ist überglücklich. Fast jeder fängt bis zum Ende der Tour seinen Heilbutt. In welchem Revier ist das sonst möglich? Mir fällt da gerade keins ein, obwohl ich schon oft in Norwegen war. Die Topecken liegen zum Beispiel bei der Insel Store Latøya. Dort fangen wir die kampfstarken Plattfische auf einem lang gestreckten Sandplateau in etwa 30 Metern Tiefe. Meine beiden Großheilbutte schnappen sich die angebotenen Köderfische in der Nähe vom Plateau Vestre Geitingsgrunnen zwischen 50 und 60 Metern Tiefe. Rund um Havøysund gibt es viele weitere spannende Heilbuttplätze. Mit einem Guide verschwendet man keine Zeit beim Erkunden und ist sofort hart am Fisch.

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Ein schöner Heilbutt in der perfekten Küchengröße

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Mathias Homuth mit seinem 1,35 Meter langen Heilbutt

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1,32 Meter misst mein zweiter großer Heilbutt, den ich vor Havøysund landete

Polarlichter und Königskrabben
Das in Nordnorwegen gelegene Havøysund befindet sich nur unweit vom Nordkap entfernt. Hier kommen auch die leckeren Königskrabben vor. An einem Abend gönnen wir uns dieses Festmahl und es gibt Monsterkrabben satt. In der letzten Nacht vor der Abreise haben wir sogar noch das Glück, Polarlichter zu sehen. Wir lassen uns vom Lichterspiel am Himmel verzaubern. Ein gelungener Abschluss einer Reise, die sicher kein Teilnehmer so schnell vergessen wird.

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Gemeinsames Festmahl: Königskrabben satt!

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Einfach nur lecker! Königskrabben sind eine wahre Delikatesse

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Polarlichter können einen verzaubern. Bilder geben das Lichterspiel nicht annähernd wieder. Das muss man Live gesehen haben!

Euer
Jesco
 
Tja Jesco - da habt Ihr ja gut zugeschlagen. Es gehört schon etwas Geduld und Glück dazu !
Konnte ich in diesem Jahr am eigenen Leib spüren - das erste mal Nordnorwegen und am 1. Angeltag gleich meinen Traumfisch Heilbutt mit 1.65m und 55kg erwischt. Auf diese Rutenkombo war der nicht eingeplant und so hat sich der Drill schon etwas gezogen. Auch die feisten Dorsche die als Überbeisser einstiegen, waren Hammer!
 
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