Gufis: wann welchen???

RaEma

Rheinland-Spinnfischer
Hallo!
Seitdem ich vermehrt mit Gummifischen angel, hab ich die naive Vorstellung, dass das wichtigste an einem guten Shad der Schaufelschwanz ist. Er muss möglichst groß und beweglich sein, damit die Druckwellen schön stark sind und der Fisch durch das starke Wedeln zum Biss animiert wird, so dachte ich zumindest immer.
Seit längerem sieht man aber, dass auch auf Shads mit fast keiner Eigenbewegung gut gefangen wird. Woran liegt das (ich glaub der "fineshad" ist ziemlich bekannt)??
Im neuesten „RAUBFISCH“ ist ein Artikel von Mathias Fuhrmann drin, der von den verschiedensten Gummifischen handelt. Er meint, dass harte Shads wie die Slotiss (hart mit relativ kleiner Schwanzschaufel)
mehr Druckwellen (!) als die weichen machen (z.B.ShadXperts). Wie kann das sein? Ein größer Shadschwanz verdrängt doch mehr Wasser, oder?
Außerdem schreibt er, dass er mit Shads die, einen überdemensionalen Schaufelschwanz haben, im Winter nicht gut fängt. Warum? Er müsste doch eigentlich mehr Aufmerksamkeit als ein Shad mit wenig Eigenbewegung (Slotti) machen, oder net?
Zu letzt die wichtigste Frage:

Womit fischt ihr, bei welchen Bedingungen?

Ich hoffe ihr könnt mir helfen, also schon mal vielen Dank! Gruß,

>>Raphael<<
 

Profi

Member
AW: Gufis: wann welchen???

Warum ein harter Gummi mehr Druckwellen erzeugt als ein weicher ist leicht zu erklären.
Der weiche gibt dem Wasserwiderstand nach, auch wenn er noch so dabei flattert. Der harte kann dem Wasser immer noch Widerstand entgegensetzen und macht dabei sogar noch eine leichte Wobbelbewegung. Diese erzeugt meiner Meinung nach für mehr Reiz als so ein Flattermann je erzeugen kann. Deshalb find ich härtere Gummis wie Attractor und teilweise Slottershads besser.

Mit Finshads uä. hab ich keine großen Erfahrungen. Ich hab mal vertikal mit ihnen gefischt und gute Barsche gefangen, aber noch keine Zander. Bootsfischen ist nicht erlaubt bei uns, und wie man die Dinger von Ufer aus einsetzt weiß ich nicht so recht. wenn man mit ihnen normal twistert, fängt man nicht, hab ich die Erfahrung gemacht.

Wär gut wenn sich mal einer zum Thema meldet. Würd mich auch interessieren.
 

RaEma

Rheinland-Spinnfischer
AW: Gufis: wann welchen???

@ Pofi:
Danke, die Erklärung mit der Wasserverdrängung klingt logisch .. :)
auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen...

und was ist laut "lehrbuch" im Winter fängiger? weniger Druck (wegen evtl. Reizüberflutung im kalten Wasser), oder möglichst viel Druck, um die trägen Fische zum Biss zu reizen???
 

Profi

Member
AW: Gufis: wann welchen???

RaEma schrieb:
@ Pofi:
was ist laut "lehrbuch" im Winter fängiger? weniger Druck (wegen evtl. Reizüberflutung im kalten Wasser), oder möglichst viel Druck, um die trägen Fische zum Biss zu reizen???

Nicht nur ich hab die Erfahrung machen müssen, dass im Winter Twister den Shads überlegen sind. Ich denk im Winter sollte der Köder viel arbeiten, aber langsam gejiggt werden. Ein Gummifisch brach ja schon eine gewisse Geschwindigkeit um zu laufen, der Twister hingegen flattert schon bei leichtestem Zug. Ich benutz meist Turbotails im Winter.
 
W

Wedaufischer

Guest
AW: Gufis: wann welchen???

Im der kalten Jahreszeit halte ich es bei der Führung und Auswahl von Gummiködern eher so, wie es die Natur vorgibt. Neben einer langsamen Führung des Köders setze ich auch immer welche ein, deren Aktion eher als sehr gering zu bezeichnen ist.
 

ArturO

Member
AW: Gufis: wann welchen???

Ich muss Wedaufischer zustimmen.
In kalten Monaten sollte man den Shad rugiger führen, dait auch die trägen Fische anbeißen.
Das lässt sich damit begründen, dass im Winter, der Fisch, bildlich gesprochen "auf Sparflamme läuft".
Kann jemand diese Aussage bestätigen?
Oder fängt man im Winter auch mit schnell geführten Gummis?
 

Franz_16

Mitglied
AW: Gufis: wann welchen???

ArturO schrieb:
Ich muss Wedaufischer zustimmen.
In kalten Monaten sollte man den Shad rugiger führen, dait auch die trägen Fische anbeißen.
Das lässt sich damit begründen, dass im Winter, der Fisch, bildlich gesprochen "auf Sparflamme läuft".
Kann jemand diese Aussage bestätigen?
Oder fängt man im Winter auch mit schnell geführten Gummis?

Im Winter angel ich in Zeitlupe. Dabei nehm ich in den teilweise recht flachen Gewässern bei uns den leichtesten Kopf der geht (muss man ausprobieren, ich achte darauf dass der Gufi nicht kippt)... Kopytos z.B. kann man mit sehr leichten Köpfen fischen ;) und dann wird ganz langsam eingeholt ohne viel Schnickschnack..... ob das nun die Lehrbuchmeinung ist weiß ich nicht, ich persönlich bin mit den Erfolgen die diese Technik gebracht hat sehr zufrieden.
 

RaEma

Rheinland-Spinnfischer
AW: Gufis: wann welchen???

@all:
gut, schon mal danke!
also: am besten köter mit wenig eigenbewegung, bzw. ganz langsam führen...
und ihr lasst die finger von stark vibrierenden gufis, wie zum beispiel slottis?
 

Franz_16

Mitglied
AW: Gufis: wann welchen???

also: am besten köter mit wenig eigenbewegung, bzw. ganz langsam führen...

yepp.. Dackelwelpen eignen sich dazu sehr gut :q

ne aber mal im Ernst, ich finde die slottis auch nicht schlecht.. und hab auch schon damit gefangen... im großen und ganzen füllen aber größtenteils Kopytos meine Gummikiste, weil sie halbwegs günstig, in allen erdenklichen Farben zu bekommen und außerdem fängig sind. (Sowohl in der warmen wie in der kalten Jahreszeit) ;)

Für mich gilt bei dem ganzen Spinnköderkram probieren geht über studieren... kürzlich war ich zusammen mit heinzrch unterwegs.. dicht am Ufer haben wir einen Hecht entdeckt.. aber was wir auch probiert haben der Sauhund hat nicht gebissen... bis dann heinzrch 2 Tauwürmer auf einen Drilling gezogen hat und damit "gepilkt" hat.. dann hat er zugelangt :q
 

vertikal

Active Member
AW: Gufis: wann welchen???

Franz_16 schrieb:
... im großen und ganzen füllen aber größtenteils Kopytos meine Gummikiste, weil sie halbwegs günstig, in allen erdenklichen Farben zu bekommen und außerdem fängig sind. (Sowohl in der warmen wie in der kalten Jahreszeit) ;)

@franz 16

Kann ich voll unterschreiben. Waren gerade zu dritt eine Woche in den Bodden auf Hecht unterwegs und die 15er Kopytos haben wieder ihren Fisch gebracht. Interessant war aber auch, dass der Trickfisch in 68(!) Gramm mindestens genauso fängig war. Man hat manchmal den Eindruck, als wenn es wichtig wäre, dass der Köder ordentlich auf den Grund rumst, um träge Hechte wachzurütteln. Ist eine recht "menschliche" Interpretation, aber anders kann ich es mir im Moment nicht erklären, warum der recht steife Trickfisch oft den weicheren Kollegen deutlich überlegen ist.

Die Tatsache, dass der Kunstköder im kalten Wasser deutlich ruhiger gefischt werden muss, als im warmen ist völlig einleuchtend: Der natürliche (eben wechselwarme) Futter-Fischbestand bewegt sich im kalten Wasser kaum. Hier würde zuviel Bewegung eher unnatürlich wirken und den Räuber abschrecken. Die Steigerung beim Vertikalfischen ist überdeutlich: Wird der Kunstköder im Sommer noch recht heftig gezupft, werden die Sprünge im Herbst schon deutlich kleiner; im Winter friert die Bewegung des Vertikalköders förmlich ein. Es ist immer wieder faszinierend, wenn im Winter auf einen ganz still hingehaltenen Gufi ein heftiger Biß erfolgt. Da geht der Puls von Null auf Hundert!
Auch auf die "ruhende" Rute habe ich schon Zander bis 6 Pfund gefangen.

Bin schon wieder ganz heiss auf die kommende Vertikalsaison!

Meint VERTIKAL
 
Oben