Großköder Hecht, überflüssig an Strom?

Johnny1

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Woher kommt eigentlich dieser ganze Großköderwahn, wenn esauf Hecht gehen soll?
Ich denke mir immer, dass das eigentlich nur vom Fischen von Seehechten kommt.
Habe am Rhein bislang die besten Hechte mit 1er/2er mepps gefangen.
In der ganzen letzten Zeit nur einen guten Hecht verloren, sonst will es nicht so recht. #c

Sollte ich auch einmal auf größere Köder umsteigen? Mit welchen Kukögrößen fangt ihr denn am Strom gezielt Hechte?
 

PikeHunter_Fabi

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AW: Großköder Hecht, überflüssig an Strom?

Der Großköderwahn kommt daher, dass die Muttis (100cm+) nicht allzu oft fressen, wieso sollten sie also Kraft aufwenden um ein 15 cm Rotauge zu erwischen? Mit nur ein wenig Aufwand mehr haben sie nen 40 cm Döbel und sind dann erstmal wieder satt ;) Zumindest ist das bei uns hier in den Seen so, habe aber an dem Fluß an dem ich gelegentlich bin keine anderen Erfahrungen machen können.

Gruß Fabi
 

vermesser

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AW: Großköder Hecht, überflüssig an Strom?

Der Großköderwahn kommt daher, daß die Angelgeräteindustrie was verdienen will, behaupte ich mal ganz provokant.

Ich fische beim Angeln auf Hecht maximal Wobbler bis 15 cm und ebenso große Gummifische und Twister, Blinker und Spinner eher kleiner, da sie in solchen Größen kaum noch zu handeln sind. Und ich behaupte, daß man als Uferangler damit auch besser fängt als mit diesen riesigen Dingern.

Ich mache das an mehreren Gründen fest:

1. Der Punkt ist mir persönlich am wichtigsten: Normal große Köder mit guter Gewichtsverteilung wie ein Effzett oder ein 14er Gummi mit schwerem Kopf sind beim Werfen unproblematisch und kommen gut auf Weite. Ein 15er Salmo Perch dagegen fliegt wie ein Eimer, selbst an guten Tagen ohne böigen Wind ist jeder vierte bis fünfte Wurf nutzlos, da sich irgendwas verhängt. Das ist bei nahezu jedem großen Köder allein aufgrund des Luftwiderstands der Fall...ein Wobbler, der dann aber über die Oberfläche schlittert und und und vergrämt mehr Hechte als er aufgrund seiner Größe fängt. Noch größere Wobbler fliegen meist gar nicht mehr, erfordern brachiales Gerät und bringen keinen Mehrwert.

2. Der Hecht frisst, was er erreichen kann. In vielen Gewässern sind das nunmal Plötzen, Rotfedern oder kleinere andere Fische, die den Großteil des Bestandes stellen. Glaubt wirklich jemand, daß ein Hecht eine 15er Plötze vorbei ziehen lässt und auf einen 40er Döbel wartet, der vielleicht nie kommt????

3. Auch große und satte Hecht beißen auf kleinere Köder...hatte vor kurzem erst wieder einen gut 90er Hecht, der sich einen 14er Jerk geschnappt hat, obwohl ihm noch ein maßiger Aal aus dem Schlund geguckt hat.

4. Riesige Köder erfordern schweres Gerät...mit dem kann man aber keine normalen Köder mehr vernünftig werfen und führen. Oder kennt jemand eine Rute, die sowohl einen 22er Effzett als auch einen 30cm Wobbler führen kann?

5. Man fängt mit großen Ködern anteilmäßig natürlich mehr große Hechte. Weil man weniger kleine fängt. Aber in der Summe fängt man weniger. Ich behaupte, wenn einer mit riesigen Ködern 10 große Hechte fängt und einen kleinen, fang ich mindestens 5 kleinere und 8 große...

6. Der Preis ist bei Ködern auch ein Kriterim...ich feuer bestimmt keinen 20 Euro Wobbler auch nur in die Nähe eines Baumes...beim 3 Euro Blinker kratzt mich das eher weniger.

Alle genannten Punkte gelten als Uferangler...einige Kritikpunkte kann man vom Boot besser kompensieren.
 

Deep Down

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AW: Großköder Hecht, überflüssig an Strom?

4. Riesige Köder erfordern schweres Gerät...mit dem kann man aber keine normalen Köder mehr vernünftig werfen und führen. Oder kennt jemand eine Rute, die sowohl einen 22er Effzett als auch einen 30cm Wobbler führen kann?

5. Man fängt mit großen Ködern anteilmäßig natürlich mehr große Hechte. Weil man weniger kleine fängt. Aber in der Summe fängt man weniger. Ich behaupte, wenn einer mit riesigen Ködern 10 große Hechte fängt und einen kleinen, fang ich mindestens 5 kleinere und 8 große...

6. Der Preis ist bei Ködern auch ein Kriterim...ich feuer bestimmt keinen 20 Euro Wobbler auch nur in die Nähe eines Baumes...beim 3 Euro Blinker kratzt mich das eher weniger.
Zu Nr.4
Man sollte immer mit dem passenden Gerät angeln! Die Zeiten der Wollmilchlegendeneiersau sind beim Spinnangeln passè!
Dazu auch noch etwas zu Nr. 1. Wenn Du einen slider mit ner Multi fischt, überschlägt sich da auch nüscht!

Zu Nr. 5
Der Großköderangler will nicht die Masse fangen, sondern den Großfisch! Dafür nimmt man in Kauf, dass man weniger fängt und die kleinen aber auch nicht verangelt. Das Selektieren mit großen Ködern klappt aber nicht immer!

Zu Nr. 6
Schön das Du so denkst! Dann sind Großköder auch zukünftig nicht überangelt!;)
Ich kauf mir einfach einen Neuen, wenn ich ihn weggehängt habe!
 
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vermesser

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AW: Großköder Hecht, überflüssig an Strom?

@ Deep Down: Ich habe durchaus ne Weile mit Großködern geangelt...allerdings waren die Erfolge nicht übermäßig oder besser als mit mäßig großen Ködern. Ich denke in vielen kleineren Gewässern, die wir hier haben, ist ein 90 plus Hecht ein Großfisch...! Und den kriegt man problemlos mit nem 15er Wobbler.

Wie ich sagte- an Großhechtgewässern wie Müritz oder Bodden und dann vom Boot sieht das anders aus. Da kommen viele der Nachteile der Riesenköder weniger zum Tragen.

Was das Gerät betrifft- ich bin gern mobil, flexibel und mit einer Rute, Watstiefel, ner Box Köder und nem Kescher unterwegs. Und ne leichte Jerke mit 65 Gramm oder ne gute Spinnrute mit 70 Gramm in 2,70 deckt sehr viel ab...vom 16er Effzett bis zum 15er Perch...aber dadrüber wirds dünne...und nur mit riesigen Latschen durchs Gebüsch ist nicht meins...was mach ich denn, wenn ein Schwarm Barsche raubt?
 
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volkerm

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AW: Großköder Hecht, überflüssig an Strom?

Der Vermesser hat nicht unrecht.
Ich habe mir auch- modebewusst- Jerkbaits gekauft, unbenutzt von privat.
Nachdem die auf der Briefwaage waren, weiss ich auch warum:
80 gr. das Stück.
Es macht mir schlicht keinen Spass und ermüdet, den ganzen Tag 80gr. oder mehr zu fangen.
Matthias, das wirft sich vom Boot auch nicht wesentlich entspannter.
Dann lieber konzentriert und ermüdungsfrei mit 30,40 Gramm.

Grüße

Volker
 

Deep Down

Well-Known Member
AW: Großköder Hecht, überflüssig an Strom?

@Vermesser
Ich geb Dir dazu durchaus recht, dass Du nen 90er auch mit den kleineren Ködern fängst!

Zum Gerät! Das ist eine Einstellungssache im Geiste.
Klar kann man mit einer Rute nicht das gesamte Spektrum abdecken.

Wenn ich mit der Jerke und den entsprechenden Ködern losziehe, bin ich mir im Klaren, dass dann der Barsch erstmal grundsätzlich ausscheidet!

Wenn ich Barsch will, ziehe ich mit der entsprechend angepassten Kombi los!

In diesen Fällen muss man sich also entscheiden.

Das fällt mir insoweit nicht schwer, da ich zu 90% auf Hecht angel und dann den Barsch eben mal Barsch sein lasse.

Bei Dir ist das anders, da Du Dir auf alle Fische die Option offen lassen willst!

@Volkerma
Das mag anfangs auf Dauer noch "ermüdend" sein, wobei 80gr nun eigentlich kein Problem sind.

@all
Richtig ist aber auch, dass nen dicker Köder wesentlich mehr auffällt und zum Angriff provoziert als ein kleinerer!
 
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Thomas9904

Well-Known Member
AW: Großköder Hecht, überflüssig an Strom?

Richtig ist aber auch, dass nen dicker Köder wesentlich mehr auffällt und zum Angriff provoziert als ein kleinerer!
Oder die Hechte erschreckt....

Ich habe die Erfahrung gemacht (im Fluss, worums hier ja geht), dass da kleinere bis maximal mittlere Köder nicht nur insgesamt mehr Fisch bringen, sondern auch mehr größere.

Habe allerdings dazu keine vernünftige Eklärung, sondern nur verschiedenste Theorien..

Als das so vor 20 - 25 Jahren bei uns anfging mit dem Spinnfischen auf Waller, benutzte man natürlich (vermeintlich) "wallertaugliche" Ködergrößen.

Auf Deutsch:
Je größer desto besser.....

Gufis ab 23, Effzetts doppelt hintereinander mit einem 10/er-Haken, an dem noch ein Twisterschwanz hing - Gesamtlänge auch locker an die 20 cm, und alles andere was Haken hatte und groß genug war.

Wir fingen Waller, und auch mal Hechte oder Barsche als Beifang (beides aber ganz selten).

Heute verwenden wir kaum noch Köder über 10 cm Länge zum gezielten Wallerfischen, fangen mehr und auch vor allem mehr größere...

Das gleiche gilt letztlich für Hecht, Zander, Barsche, Rapfen und auch Döbel:
Mit aufkommen besserer Ruten, geflochtener Schnur etc., womit das angeln mit leichteren Ködern einfacher wurde, setze ich das natürlich auch vermehrt ein.

Erfahrung ist immer die gleiche:
Insgesamt mehr Fisch und am Ende auch mehr Große als mit Größködern.
Auser Waller habe ich bei allen anderen genannten Fischarten meinen jeweils Größten beim leichern Angeln gefangen..

Dass das an großen Seen oder Boddengewässern ganz anders aussehen kann, ist klar. Da die Hechte dort ganz anders leben und rauben und schlicht auch mehr Zeit haben - im Fluss/Strom muss der Hecht zupacken, wenn er nicht verhungern will und macht dies eben nachgewiesen auch gerae bei kleineren Ködern.

Eine meiner Theorien dazu:
Größere Köder laufen einfach in der Strömung nicht so für Fische attraktiv wie kleinere.....

Wie gesagt, nur ne Theorie/Vermutung....
 

vermesser

Well-Known Member
AW: Großköder Hecht, überflüssig an Strom?

Naja, ich denke das kommt halt auf das Ziel an- will ich nur recht große Hechte ohne Option auf was anderes und kalkuliere dabei auch Schneidertage ein und bin bereit, mich mit den Riesenködern rumzuplagen...ok.

Will ich aber flexibel angeln und im Zweifel auch froh sein, einen 50er oder ein paar schöne Barsche zu fangen, fahr ich mit anderen Ködern besser, ohne die Option auf große Hechte zu verlieren.

Wobei es meiner Meinung nach auch aufs Gewässer ankommt...wenn die Dichte an großen Hechten hoch genug ist, warum nicht große Köder probieren. Der Normalfall ist aber an natürlichen Gewässern eher, daß man viele kleine, einige mittlere und ein paar große Hechte über 90 oder so hat.Nicht jeder Waldsee hat Meterhechte.
 

vermesser

Well-Known Member
AW: Großköder Hecht, überflüssig an Strom?

Oder die Hechte erschreckt....
Jupp. Hab ich auch schon mehrfach erlebt...ein 80 plus Hecht folgt einem aggressiv laufenden, großen Jerk ohne zuzuschlagen oder steht neben dem riesigen Köder und verabschiedet sich beim nächsten Ruck des Köders mit einem Riesenschwall...knallt aber nach Köderwechesel wie blöde auf einen 22er Effzett oder einen Savage Gear Soft4Play in 12cm.

Insgesamt halte ich das für einen Trend, der an einigen Gewässern durchaus seine Berechtigung hat. Aber im großen und ganzen bringen an den meisten Gewässern riesige Köder mehr Nach- als Vorteile.

Nicht vernachlässigen sollte man die Strömung. Um einen Großwobbler oder einen schweren Jerk im Strom gegen die Strömung zu führen, brauch man Gerät, an dem ein 80er Hecht keinen Spaß mehr macht.
 

vermesser

Well-Known Member
AW: Großköder Hecht, überflüssig an Strom?

@ Thomas: Wir haben hier wenig Ströme, aber viele Hechte |supergri !

Aber ich geb Dir trotzdem recht... in den meisten Gewässern fangen mittelgroße Köder zwischen 8-15 cm am besten. Egal wo ich bisher angeln war, ob Teich oder mittlerer Fluss...
 

Andal

Teilzeitketzer
AW: Großköder Hecht, überflüssig an Strom?

Genau diese Frage haben wir, ein Kumpel und meine Wenigkeit, in einem zweiwöchigen Irlandurlaub bereits vor Jahren beantwortet. Er, damals besessen vom aufkommenden Jerkfieber, mit echten Stuhlbeinen und ich mit den üblichen Blechen und Wobblern. Der Vergleich ging sonnenklar und eindeutig zu Gunsten der kleineren Formate aus.

Gefischt wurde im Shannon und den anliegenden Stillgewässern.
 

Angler9999

nicht nur Angler
AW: Großköder Hecht, überflüssig an Strom?

Großköder Hecht, überflüssig an Strom?

Als ich den Titel des Threads laß, dachte ich was ist hier gemeint.

Hecht als Großköder???
Überflüssig an Strom???
 
AW: Großköder Hecht, überflüssig an Strom?

also ich bin für große köder

1.man fangt kaum fische unter 70cm und darum
kann man sich auch sicher sein das kein kleiner
hecht sich den so reinzieht das der eine verletzung
in den kiemen bekommt

2.ich finde das das fischen mit großködern richtig spaß
macht und ich möchte eh keine kleinen fangen
wen dan dochmal ein kleiner bei mir rangeht dan
wird der auch so schnell wie möglich im wasser
abgehakt und das ist meistens ganz einfach weil
kleine meist schlecht hängen

3.als ich noch keine großköder gefischt hab war mein
durchschnitt an meterhechten so um die 5 im jahr
seit dem ich großköder fische is der durchschnitt
auf 22 pro jahr hoch und auch fische um 80-100cm
sind viel mehr geworden

4.wen man mit einer multi werfen kann das vertüdeln sich die
köder auch nicht(was auch am 70-100lbs titan liegt) und wen nach 1000 würfen sich der köder doch mal vertüdelt ist das auch nicht schlemm

darum fische ich so gern großköder
aber es gibt auch nachteile der größste wird sein
das man nur großhechte fangen kann wo groß hechte sind
aber an großen flüssen wie rhein oder der peene geht eigentlich immer was auf großköder

für mich ist ein 23 gummi die perfekte lösung noch mit normalen gerät zu fischen und selbst 130 hechte greifen
noch zu

aber für mich ist das noch kein großköder das sind erst köder
ab 30 cm



GRuß Jerk Meister
 

vermesser

Well-Known Member
AW: Großköder Hecht, überflüssig an Strom?

@ Deep Down: Darf ich fragen, was Du als Masse und was Du als Klasse definierst und mit wie vielen Bissen/ Fängen Du normalerweise pro Angeltour rechnest? Wenn ich nach Feierabend drei- vier Stunden losgeh, hab ich häufig meinen Hecht...mal auch keinen, mal auch zwei oder drei.

Auf Großköder lief das eher so, daß einmal die Woche einen schönen Hecht hatte...aber mehr auch nicht.
 

vermesser

Well-Known Member
AW: Großköder Hecht, überflüssig an Strom?

aber es gibt auch nachteile der größste wird sein
das man nur großhechte fangen kann wo groß hechte sind
Ja genau. Und das ist in ausreichender Dichte halt nicht überall der Fall.

Bezüglich 20er bzw. 23er Gummis geb ich Dir allerdings recht...groß und umkompliziert.
 

Deep Down

Well-Known Member
AW: Großköder Hecht, überflüssig an Strom?

Die "Klasse" geht los ab 80cm und die "Masse" bleibt eben darunter! Das kommt natürlich auf die Gewässerverhältnisse an.

Mit Bissen rechne ich immer aber Großköderangeln macht einsam!

Noch was zum Vertreiben/Verschrecken! Wer kennt nicht den Biss sofort nach dem Einklatschen?
Beim Jerken praktiziert man daher durchaus auch Folgendes:
Kurz vor dem Eintauchen des Jerks, stoppt man diesen über die "Daumenbremse" und zieht nochmal die Rute hoch! Dadurch dreht sich der Jerk auf die Seite und klatscht schön mit der Breitseite aufs Wasser!
Versucht es mal!;)

Ansonsten, was Jerk Meister schreibt trifft im Wesentlichen auch aus meiner Sicht zu!
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Großköder Hecht, überflüssig an Strom?

Für mich recht einfach beim Angeln im Fluss/Strom wie hier gefragt, nach meinen persönlichen Erfahrungen:
Mit Großködern schliesst man zwar Bisse kleinerer Hechte nicht aus, reduziert diese aber deutlich.

Mit kleineren/mitteren Ködern fängt man sowohl zahlenmäßig insgesamt mehr (an Arten wie Exemplaren auch), steigert aber gerade im Fluss auch die Zahl an größeren Hechten gegenüber dem reinen Großköderangeln.

Wer also möglichst "nur" Große will, sollte in meinen Augen ruhig Großköder fischen.

Wer aber viele bzw. mehr Große will, und wem "Beifang" nix ausmacht, sollte eher zu kleineren/mittleren Ködern greifen im Fluss/Strom..
 
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