Flaggschiff-Tierarten könnten Binnengewässer schützen

Thomas9904

Well-Known Member
PRESSEMITTEILUNG des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) im Forschungsverbund Berlin e.V.

flaggschiff_AB.jpg


Flaggschiff-Tierarten könnten Binnengewässer schützen

Imposante Tiere mit Botschafterpotenzial: Flusspferde, Krokodile, Störe et al.

ForscherInnen vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und der Weltnaturschutzunion (IUCN) untersuchen, welche Tierarten als „imposante“ Flaggschiffe in den Fokus von Schutzmaßnahmen gerückt werden könnten, um den Rückgang vieler Arten und Lebensräume in Binnengewässern aufzuhalten. Wie berechtigt dieser Flaggschiff-Ansatz ist, unterstreicht die aktuelle Studie: 83 Prozent aller gefährdeten Süßwassertierarten der Welt kommen in den gleichen Gebieten vor, wie die untersuchten, „imposanten“ Süßwassertierarten. Allerdings stehen knapp 60 Prozent dieser potenziellen Flaggschiff-Tierarten bereits selbst auf der Roten Liste gefährdeter Arten.

Weltweit ist etwa ein Drittel aller Tierarten gefährdet. Öffentlich als schützenswert wahrgenommen werden jedoch vor allem die imposanten, großen Land- und Meerestiere wie Pandas, Elefanten, Eisbären oder Wale. Dabei schreitet der Rückgang der im Süßwasser lebenden Tiere schneller voran, als der ihrer allseits bekannten Pendants an Land und im Meer.


Kartierung der Flaggschiff-Tierarten
Für ihre Untersuchung wählten IGB-Forscherin Dr. Sonja Jähnig, Co-Autorin der Studie, und ihr Team internationaler WissenschaftlerInnen exemplarisch 132 „imposante“, große Süßwassertierarten aus, die im ausgewachsenen Alter mindestens 30 Kilogramm wiegen. „Flusspferde, Flussdelfine, Krokodile und Süßwasserschildkröten oder große Fischarten wie Störe und Lachse haben das Potenzial, das öffentliche, wissenschaftliche und vor allem politische Bewusstsein für den Artenverlust und die damit einhergehenden Probleme in Binnengewässern zu schärfen“, fasst Sonja Jähnig die Blickrichtung der Studie zusammen.

Die Vorkommen der ausgewählten Tierarten haben die WissenschaftlerInnen kartiert. Die Karten zeigen, dass 83 Prozent aller gefährdeten Süßwassertierarten der Welt in den gleichen Gebieten vorkommen wie die untersuchten großen Süßwassertierarten – allesamt potenzielle Botschafter für ihr Ökosystem. Wenn es also gelingt, effiziente Schutzmaßnahmen für diese Flaggschiff-Tierarten zu identifizieren, können gleichzeitig die Lebensräume für viele andere, kleinere Arten erhalten werden.


Schützlinge ohne Schutzgebiete
Die Ausbeutung durch den Menschen gefährdet die großen Süßwassertierarten stark: 94 Prozent der untersuchten Tierarten leiden unter Übernutzung, werden also beispielsweise durch Jagd und Fischerei schneller dezimiert, als sich die Bestände erholen können. 65 Prozent werden durch Eingriffe in ihre Lebensräume bedroht, meist durch den Bau von Staudämmen, und 54 Prozent leiden unter Verunreinigungen durch landwirtschaftliche, industrielle oder häusliche Abwässer.

Dennoch liegen 84 Prozent der Verbreitungsgebiete der 132 untersuchten Tierarten außerhalb von Schutzgebieten. Dass viele dieser großen Arten in großen Flüssen und Seen leben, erschwert die Schutzbemühungen, erklärt Dr. William Darwall, Leiter der Abteilung Süßwasserbiodiversität bei der IUCN und Teil des Teams: „Süßwasserökosysteme sind stark miteinander vernetzt: ihre Bewohner und deren Bedrohungen können lange Strecken zurücklegen, oft über Schutzgebietsgrenzen hinaus.“ Um diese Tierarten – und mit ihnen ganze Ökosysteme – zu schützen, müssen lokale Schutzzonen, etwa für Laich- und Brutplätze, und großräumige Maßnahmen im gesamten Einzugsgebiet der Flüsse und Seen, die zum Beispiel die Wanderrouten der Tiere berücksichtigen, kombiniert werden. Und vor allem muss die Ausbeutung dieser Tiere und die Übernutzung ihrer Lebensräume eingedämmt werden.



Studie:
Savrina F. Carrizo, Sonja C. Jähnig, Vanessa Bremerich, Jörg Freyhof, Ian Harrison, Fengzhi He, Simone D. Langhans, Klement Tockner, Christiane Zarfl, William Darwall (2017) Freshwater Megafauna: Flagships for Freshwater Biodiversity under Threat. BioScience, Volume 67, Issue 10, 1 October 2017, Pages 919–927

Lesen Sie die Studie Open Access auf BioScience: https://doi.org/10.1093/biosci/bix099

Weiterführende Informationen:
Vorstellung der Studie auf dem Freshwater Blog – der Blog für Süßwasserbiodiversität: https://freshwaterblog.net/2017/10/10/freshwater-megafauna-as-conservation-flagships/

Weiterführende Informationen zum Konzept der Flaggschiff-Tierarten: http://www.igb-berlin.de/news/suesswasser-panda-gesucht

Hintergrundinformationen zur Gefährdung großer Süßwassertierarten: http://www.igb-berlin.de/news/gefae...en-gehoeren-zu-den-weltweit-am-staerksten-vom
 

Ørret

Member
AW: Pressemeldung: Flaggschiff-Tierarten könnten Binnengewässer schützen

Vor Ausbeutung und Übernutzung schützen......riecht irgendwie nach Angelverbot
 

Ørret

Member
AW: Flaggschiff-Tierarten könnten Binnengewässer schützen

Ja genau das meinte ich!

Das ist genauso eine sinnlose Geschichte wie Fisch des Jahres oder Flusslandschaft des Jahres....sie bewirken nichts konkretes!!!!!!

Zumal solche Meldungen eh von niemandem wahrgenommen werden außer von ein paar Anglern vielleicht die sich für etwas mehr als nur Fische fangen interessieren.In den Printmedien taucht sowas doch nicht auf....der Vogel des Jahres oder Stunde der Gartenvögel taucht da auf,weil der NABU sowas eben viel besser kann als alle Angler und Fischereiverbände und Institut e zusammen|bigeyes
 
AW: Flaggschiff-Tierarten könnten Binnengewässer schützen

Das ist genauso eine sinnlose Geschichte wie Fisch des Jahres oder Flusslandschaft des Jahres....sie bewirken nichts konkretes!!!!!!

Es funktioniert doch bereits. Der Lachs ist eine Art Flaggschiffart wenn es um die Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Fließgewässer geht. Vom Interesse am und den Sympathien für den Lachs profitieren letztendlich sehr viele Arten.
 

Ørret

Member
AW: Flaggschiff-Tierarten könnten Binnengewässer schützen

Das stimmt im Kleinen da bringt der Lachs was aber nur dann wenn er nicht wirtschaftlichen Interessen im Wege steht! Wasserkraft wird nach wie vor subventioniert, Pseudofischtreppen gebaut die oft nicht funktionueren. Diese kleinen Renaturierungsmaßnahmen in Deutschland sind mir viel zu wenig. Dänemark ist für mich da das Maß der Dinge. Dort baut man Wasserkraftwerke ab anstatt Fischtreppen zu bauen.In Dänemark ist Angeln/Tourismus ein Wirtschaftsfaktor und deshalb wird da viel mehr für den Lachs getan.
In Deutschland bewegt das Zugpferd Lachs viel zu wenig.
 
Zuletzt bearbeitet:

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Flaggschiff-Tierarten könnten Binnengewässer schützen

So isses, Ørret...

Hier profitiert in meinen Augen nicht das Gewässer, sondern nur die "Wissenschaft" die sich damit beschäftigt.

Es wurde noch kein WKW für Lachse abgeschaltet - Angelverbote gibts aber deswegen..

Dass das in breitem Umfange weitergehen könnte, mit der Befürchtung bist DU nicht alleine (siehe Aalangelverbot in B-W bei gleichzeitiger Förderung von Aalschredder-WKW)...
 

NaabMäx

Well-Known Member
AW: Flaggschiff-Tierarten könnten Binnengewässer schützen

Ja was soll den das.
Natürlich macht es Sinn, Die Großfische für die Leitfische und Indikatoren zu bestimmen.
Grund:
Wird auf diese Großfische eingegangen, profitieren schon mal alle kleinere mit.
- Auf Abstiegshilfen
- Nahrungskette
- Wasserqualität
usw.

Wenn eine Art, nehmen wir als Beispiel den Stör, so mittlerweile vom Aussterben bedroht ist, macht auch ein Angelverbot Sinn.
Dies muss ja nicht das Gewässer generell betreffen, das kann ja auch durch eine Ganzjährige Schonzeit auswirken.

Ist eine Art besonders Bedroht, so ist sie zu schützen und deren Lebensbedingungen zu verbessern.

Das ist doch voll im Sinne der Angler und wird doch durch unsere Schonzeiten und Maße bereits teilweise praktiziert.
Das ist das was wir Angler tuen können.
Für die Lebensbedingungen sind leider oftmals andere zuständigen, da können wir nur laut bellen.
 

Hanjupp-0815

Well-Known Member
AW: Flaggschiff-Tierarten könnten Binnengewässer schützen

In Deutschland bewegt das Zugpferd Lachs viel zu wenig.

Hast ja total Recht #6.
Aber der Lachs ist kein Zugpferd, sondern eher was zum Ablenken.
Die stecken immer mal einige 10.000 Euro in Lachsprojekte, um die Öffentlichkeit von den eigentlichen Problemen (WK z.B.) abzulenken.
 

D3rFabi

Member
AW: Flaggschiff-Tierarten könnten Binnengewässer schützen

Danke Hanjupp-0815, Du hast genau den Punkt getroffen..

Ein bisschen Lachsprojekt, ein bisschen Flaggschiff-Art, damit brav die "Wissenschaft" weiter finanziert wird, der wir dann die näxten Angelverbote verdanken werden..

Warum setzt du denn die Wissenschaft immer in Anführungszeichen? #c
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Flaggschiff-Tierarten könnten Binnengewässer schützen

weil das nach meinen Erfahrungen für Ergebnisse bezahlte und keine freie ist.

So wie Thünen Maulkorb bekommen hat in Bezug auf Angelverbot AWZ, "Riffe" Fehmarnbelt etc., weil die Ergebnisse den Zahlern (Regierung) nicht passen.
 

Ørret

Member
AW: Flaggschiff-Tierarten könnten Binnengewässer schützen

Trotzdem werde ich mich weiterhin bei Wiederansiedlungsprojekten engagieren auch wenn's oft frustierend ist ,weils nicht wirklich vorwärts geht in Deutschland. Es sind eben einfach geile Fische und dafür lohnt sich die Mühe, obwohl ich mir sicher bin, das zukünftig die Anglerschaft immer wieder mit Angelverboten für ihre Mühen in den Arsch getreten werden.Es nervt das Politik, Wissenschaft und vor allem die Duckmäuserverbände den Arsch seid Jahrzehnten nicht hochkriegen und nur rumlabern anstatt einfach zu machen. Wie gesagt Dänemark ist da die Messlatte und ähnlich anglerfreundliche Länder die Naturschutz und Angeln gut miteinander verbinden (Holland, Frankreich etc.).


Oh ich merk grad ich krieg nen dicken Hals, ich hör mal besser auf jetzt.....
 

NaabMäx

Well-Known Member
AW: Flaggschiff-Tierarten könnten Binnengewässer schützen

Wieso ist ein Schutzgebiet schlecht für angler? Im Süßwasser haben wir auch schongebiete -oder. Riffe sind die Lachenplätze und Kinderstuben. Stimmts?
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Flaggschiff-Tierarten könnten Binnengewässer schützen

Hier gehts ja um Süßwasser, was willst Du als damit sagen?

Aktuell:
Nur als Beweis, dass das auch im Süßwasser faktenfreie Verboteritis um sich greift:
Natura 2000 Angler kritisieren Naturschutzpläne als zu vogellastig

Auch da gegen alle Fakten..

Das wiederum hat aber auch nix mit Flaggschiffarten zu tun, mittels derer die Wissenschaft hier nur weitere Kohle sammeln will...
 

NaabMäx

Well-Known Member
AW: Flaggschiff-Tierarten könnten Binnengewässer schützen

Hast du den felmannsbelt eingeworfen oder ich.
Also bleiben wir beim Süsswasser.
Dein links ist o.k. hat aber mit dem Thema zugpferde erstmal auch nichts zu tun. Wenn mal das im zugpferdthema gefordert ist, kann mann auf unsere Schonzeit verweisen.
 

Ørret

Member
AW: Flaggschiff-Tierarten könnten Binnengewässer schützen

Wieso ist ein Schutzgebiet schlecht für angler? Im Süßwasser haben wir auch schongebiete -oder. Riffe sind die Lachenplätze und Kinderstuben. Stimmts?
Gegen Schonzeiten, Mindestmaße und kleine sinnvolle von Anglern selbstbestimmte (denn die haben das Know-how) Laichzonen hat niemand was. Es geht um komplette Angelverbote für ganze Gewässer oder Meeresgebiete wo der Mensch/Angler komplett aus der Natur ausgesperrt werden soll....z.B. weil der NABU irgendeine Teichfledermaus entdeckt hat, die aber da ist obwohl dort geangelt wird.Oder wo ganze Bäche gesperrt werden sollen weil irgendeine seltene Pflanzen da wächst und das obwohl da schon immer geangelt wird. Oder weil da irgendein Vogel oder Bieber sich dort angesiedelt hat obwohl es dort Angler gibt. Um solch Unsinnige kontraproduktive Verbote die von Pseudonaturschützern wie NABU oder von Hendricks kommen um die geht es dabei.
 

Laichzeit

Well-Known Member
AW: Flaggschiff-Tierarten könnten Binnengewässer schützen

Bei den Flaggschiff-Tierarten geht es einerseits um Öffentlichkeitsarbeit und Geld, andererseits sind diese Tierarten auch häufig die Anspruchsvollsten und haben die viele Nutznießer im Schlepptau.
Wenn ein Großgewässer lachstauglich ist, sind die Ansprüche von Maifisch, Nase Barbe, Aal ect. meistens vollkommen erfüllt. Ein Spezialist ebnet den Weg für den Rest.
Angelverbote wegen Wanderfischbesatz sind übrigens sehr selten. Zum Beispiel in der Siegmündung, wo ein paar Idioten gezielt auf Lachs und Meerforelle wilderten und dafür alle büßen mussten.
 
Oben