Flach stehende Forellen - Angeln mit Glas


2.JPG

Diese Forelle konnte ich mit der Glasmontage überlisten

Der Sommer ist da. Jetzt kommt die Zeit, in der sich das Wasser in den Teichen stark erwärmt und die Forellen flach unter der Oberfläche stehen. Man sieht sie hier und da Teigreste von der Oberfläche schlürfen; ein Teil der Forellen ist aber noch im Jagdfieber und zieht weite Bahnen unter der Oberfläche.
Jetzt muss der Köder sehr flach unter der Oberfläche laufen, damit man nicht an den Fischen vorbeiangelt. Ich habe ich alle wichtigen Infos zu diesem Thema für euch zusammengefasst:

Die Montage

4.jpg

Für die Montage werden nicht viele Dinge benötigt

Um flacher zu fischen reicht es in der Regel aus, unser Blei unter der Pose gegen ein Glasgewicht zu tauschen. Dieses wiegt im Wasser weniger als in der Luft und hat auch ein größeres Volumen, wodurch es generell langsamer absinkt, als ein kompaktes Blei.

Ein weiterer Vorteil: Mit Glas anstelle von Blei lässt sich die gleiche Pose weiter werfen. Wie schon erwähnt, wiegt das Glas in der Luft mehr als unter Wasser, weswegen wir beispielsweise bei einer 2g Pose ein 3,5 bis 4g Glas verwenden können.

6.jpg

Alles was ihr braucht ist auch im Set erhältlich

Rute&Rolle

Als Rute reicht uns eine Rute, die wir auch sonst zum Schleppen verwenden. Ich verwende meine 3,30m lange Tactical Trout Lake mit einem Wurfgewicht von 5 bis 40g. Diese Rute lädt sich auch mit leichten Posen (um die 2g) beim Werfen super auf und bietet ein tolles Drillverhalten, auch mit kleineren Forellen, hat aber auch genug Power für die großen Fische.

Die Rolle ist in meinem Falle eine Troutmaster TT2, mit einer 0,18er monofilen Schnur. Die Rolle bietet mir eine butterweiche Bremse, sodass auch große Fische sicher gedrillt werden können und eine große Spule für weite Würfe.

3.jpg

Hier meine Rute im Drill einer unglaublichen 10-Kilo-Forelle

Tipps&Tricks

Bei der Montage gilt: Je leichter meine Montage ist, desto flacher kann ich fischen. Denn auch wenn wir mit Glas fischen, läuft ein schweres Glas natürlich tiefer als ein leichtes. Der Wirbel wird so leicht wie möglich und so schwer wie nötig gewählt. Zusätzlich sollten wir den Knoten am Wirbel durch einen Gummistopper oder eine Gummiperle vor dem schweren Glas schützen. Ich fische am liebsten einen Wirbel der Größe 12, da dieser genug aushält, um auch große Forellen sicher zu drillen, trotzdem aber auch klein genug ist, damit sein Gewicht an dieser Montage vernachlässigbar ist. Wichtig hierbei ist, dass wir einen Mehrfachwirbel fischen, um den erzeugten Drall des Köders von der Schnur zu nehmen. Das kennt man natürlich auch von der normalen Schleppmontage, sei aber hier noch einmal erwähnt.

7.jpg

So sieht der Wirbel aus.

5.jpg

Achtet beim Glas darauf, dass die Ränder nicht scharfkantig sind


Als Haken wähle ich einen 8er Vorfachhaken aus der Gamakatsu LS Serie, mit einem Vorfach von 120 cm. Diese Haken halten viel aus und sind dazu nadelscharf. Ich kann große Teigpropeller fischen, aber auch Bienenmaden und andere Köder optimal anködern. Ein Bleischrot von 0,2g, ungefähr 40cm über dem Haken sorgt dafür, dass sich das Vorfach beim Abstoppen des Wurfes besser streckt und wir unseren schwimmenden Teig unter die Wasseroberfläche bekommen.

Die Lauftiefe des Köders kann ich variieren, indem ich die Pose flacher oder tiefer einstelle, meine Schleppgeschwindigkeit erhöhe oder verlangsame.

Diese Montage hat mir gerade im Sommer schon viele Fische gebracht, selten macht es jetzt Sinn tiefer zu fischen. Natürlich ist „flach“ auch ein relativer Begriff, aber gerade, wenn man die Fische an der Oberfläche sehen kann, dann stehen sie definitiv flach!

Wenn ihr euch das Ganze mal in Form eines Videos ansehen wollt, schaut mal hier rein:

1.jpg


Euch viel Erfolg am Wasser,

Euer Waldemar Merdian
 
Zuletzt bearbeitet:
Glasgewichte habe ich schon in den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts verwendet. :laugh2
Allerdings nicht auf Forellen.
 
Ganz normal als "Hauptbebleiung" beim Schwimmerfischen.
Das Glasgewicht hat den Schwimmer genau austariert, dass noch ein fetter Tauwurm od. Teigkugel als Köder dienen konnte.
Der Schwimmer ist noch in meinem Besitz, allerdings die passenden Glasgewichte sind verbraucht.
 
Oben