Fischkundler rät: Lasst die Elbe in Ruhe!

Newsmeldung

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Angler und Fischer fangen immer weniger Stinte in der Elbe

In der Mediatheke des NDR gibt es einen interessanten Beitrag zum Thema Stint.
Der kleine silberne Fisch soll immer seltener im großen Strom vorkommen. Fischer entlang der Elbe behaupten gar, dass wenn der Stint, die gesamte Fauna des Flusses zugrunde geht. Der Fisch, der im ausgehenden Winter zum Laichen die Elbe hochzieht, dient anderen Raubfischen und Tieren als Nahrungsgrundlage. Vor zehn Jahren haben die Fischer während der Saison an einem Tag noch zirka 500 Kilogramm gefangen, in diesem Jahr sind es weniger als 50 Kilogramm am Tag.

Hier kommt Ihr zum kompletten Beitrag in der NDR Mediatheke

Auch hier im ANGLERBOARD wird darüber diskutiert. Hier kommt Ihr zum entsprechenden Thread:
https://www.anglerboard.de/threads/stinte-2018.336208/

Quelle:

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Nachtrag:

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Stintangler an der Elbe bei Geesthacht. Gehört dieser Anblick der Vergangenheit an?
 

Kommentare

G
Früher wurden 1000 t. Pro Jahr entnommen.

Das ist wie beim Hering sicher nicht zuträglich gewesen, aber so lange das Biotop stimmt, können Massenvermehrer einen große Entnahmen ausgleichen.

Verschlechtert sich das Biotop kippt die Sache.
 
Ich kenn mich zwar mit dem Stint 0,0 aus.
Ich weis nur, das er in der Ostsee lebt, und im Feb / März zum Laichen in die Flüsse hoch steigt.

Schreib doch mal dazu, wo er in der Elbe / Zuflüsse laicht.
Wer seine Fressfeinde sind, und ob die zugenommen haben?
Welches Biotop er braucht und was sich die letzten Jahrzehnte geändert hat?
Was er frisst und ob das in ausreichender Menge vorkommt.

mfg
NM

 
G
Ich kenn mich zwar mit dem Stint 0,0 aus.
Ich weis nur, das er in der Ostsee lebt, und im Feb / März zum Laichen in die Flüsse hoch steigt.

Schreib doch mal dazu, wo er in der Elbe / Zuflüsse laicht.
Wer seine Fressfeinde sind, und ob die zugenommen haben?
Welches Biotop er braucht und was sich die letzten Jahrzehnte geändert hat?
Was er frisst und ob das in ausreichender Menge vorkommt.

mfg
NM
Ich hatte hier mal eine Ausarbeitung dazu verlinkt.

Link

Am Stint hängt ja eine ganze Nahrungskette, die gerade weitgehend ausfällt.

Betroffen sind vor alllem Fische und Vögel.
 
Ich kenn mich zwar mit dem Stint 0,0 aus.
Ich weis nur, das er in der Ostsee lebt, und im Feb / März zum Laichen in die Flüsse hoch steigt.

Schreib doch mal dazu, wo er in der Elbe / Zuflüsse laicht.
Wer seine Fressfeinde sind, und ob die zugenommen haben?
Welches Biotop er braucht und was sich die letzten Jahrzehnte geändert hat?
Was er frisst und ob das in ausreichender Menge vorkommt.

mfg
NM
Viel weiß ich auch nicht, aber er kommt aus der NORDsee die Elbe hoch ab140
 
Ich denke es ist gar nicht so klar, dass das Problem in der Elbe liegt! Den größten Teil des Jahres ist der Stint ja schliesslich im Meer.

Wie wäre es zb damit:
2017 jammerten mal die Krabbenfischer, dass Unmengen von Wittlingen ihnen die Krabben weg fraßen ... Die sind nicht wählerisch und ein Stint passt da perfekt ins Beuteschema !!!
In der Ostsee spielen meiner Meinung nach auch die Wittlinge im Moment eine große Rolle. Ich fange beim Bootsangeln immer mehr von denen, zum Teil richtige Massenfänge und die Heringe werden immer weniger ....

Klar das sind alles nur Vermutungen, aber von den Forschern die es Wissen sollten kommen bisher recht wenig überzeugende Antworten finde ich.
 
Wenn der Mündungstrichter der Elbe nur noch ein "Autobahnzubringer" zum Hamburger Hafen ist, pausenlos gebaggert wird, dann wird die Fauna und Flora sicher keinen Gewinn davon haben. Vom einen leben ein paar Fischer und Angler, vom anderen eine ganze Stadt. Was wird wohl werden?

Und die Mündung der Elbe ist in ganz Europa sicher nicht das einzige Beispiel, wo es langsam der "Goass nochgeht", wo also recht handfeste finanzielle Gründe gegen eine naturnahe Beackerung durch den Menschen sprechen und wo es ein gedeihliches Nebeneinander gibt. Besser wird es erst wieder im Postanthropozän, wenn Homo sapiens ausgestorben ist, oder er den Planeten von sich aus verlassen hat. Ist halt leider mal so!
 
Ich denke es ist gar nicht so klar, dass das Problem in der Elbe liegt! Den größten Teil des Jahres ist der Stint ja schliesslich im Meer.

Wie wäre es zb damit:
2017 jammerten mal die Krabbenfischer, dass Unmengen von Wittlingen ihnen die Krabben weg fraßen ... Die sind nicht wählerisch und ein Stint passt da perfekt ins Beuteschema !!!
In der Ostsee spielen meiner Meinung nach auch die Wittlinge im Moment eine große Rolle. Ich fange beim Bootsangeln immer mehr von denen, zum Teil richtige Massenfänge und die Heringe werden immer weniger ....

Klar das sind alles nur Vermutungen, aber von den Forschern die es Wissen sollten kommen bisher recht wenig überzeugende Antworten finde ich.
Das Problem für die Elbe liegt nicht an den ausgewachsenen Stinten im Meer, sondern an der fehlenden Brut. Man kann sich kaum vorstellen was für Massen Jungstinte den ganzen Sommer und Herbst früher in der Elbe lebten, bevor sie irgendwann in die Nordsee wanderten. Die absolute Nahrungsgrundlage für alle Raubfische. Wegen Sauerstoffmangel im Sommer stirbt die Brut aber schon seit Jahren mehr und mehr weg.
Ich erinnere, wie ich noch in den 90er Jahren die Rapfen "Amok" laufen gesehen habe:laugh2 . Ganze Geschwader in Teamarbeit mit voller Wucht
in die Schwärme geknallt, was für ein Spektakel.
Heut sieht man selten einen Rapfen jagen, und der verfolgt dann meist nur ein einzelnes Rotauge...
 
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G
Ich denke es ist gar nicht so klar, dass das Problem in der Elbe liegt! Den größten Teil des Jahres ist der Stint ja schliesslich im Meer.

Wie wäre es zb damit:
2017 jammerten mal die Krabbenfischer, dass Unmengen von Wittlingen ihnen die Krabben weg fraßen ... Die sind nicht wählerisch und ein Stint passt da perfekt ins Beuteschema !!!
In der Ostsee spielen meiner Meinung nach auch die Wittlinge im Moment eine große Rolle. Ich fange beim Bootsangeln immer mehr von denen, zum Teil richtige Massenfänge und die Heringe werden immer weniger ....

Klar das sind alles nur Vermutungen, aber von den Forschern die es Wissen sollten kommen bisher recht wenig überzeugende Antworten finde ich.
Welche wissenschaftliche Äußerung überzeugt dich nicht? Auf welches Papier beziehst du dich?

Kann es nicht sein, das der Wittling einfachen die freiwerdende Niesche rutscht?
So wie die Sprotte in der Ostsee?
 
Vielleicht kann das mal einer in eine Karte eintragen, von welchen Gebieten man Spricht,
- Wo die Baggeraberiten sind,
- wo die OKWs und das andere ist,
- wo die Wanderrute im Fluss,
- wo die Laichgebiete,
- und wo die heranwachsen, bevor sie ins Meer schwimmen.
Natürlich die Karte einstellen.

Soweit man das weis?
 
Ich habe mal etwas im Netz gesucht und bin auf einige Artikel zum Thema „Rückgang der Stinte“ in der Elbe gestoßen. Schon 2018 berichten regionale Medien wie die shz.de von weniger Fischen und der schwierigen Situation der Elbfischer beispielsweise im Artikel: „Alle Fische sind weg“. Hier noch ein Beitrag vom Sat.1 Regional.

Ein Jahr später greift die Hamburger Morgenpost das Thema auf. Wieder berichtet Elbfischer Wilhelm Grube von leeren Reusen. Als einen Grund führt er etwa die Elbvertiefung an. Eine Folge daraus sind Sauerstofflöcher.
Ein Sauerstoffloch wird ein Gewässerabschnitt genannt, in dem die Konzentration des im Wasser gelösten Sauerstoffs unter 3mg/l fällt. Kurz gesagt: Ein Sauerstoffloch entsteht dann, wenn Bakterien mehr organisches Material abbauen (und dadurch Sauerstoff verbrauchen), als durch Oberflächenbewegungen und Photosynthese durch Pflanzen und Algen ins Wasser eingetragen wird. Weitere Ausführungen hierzu würden meinen Beitrag jedoch sprengen!

Ich habe bei Prof. Dr. Ralf Thiel – Universität Hamburg, Abteilungsleiter, der Abteilung für Ichthyologie (Fischkunde) – einmal nachgefragt und erhoffe mir ein paar Antworten. Schon im NDR-Beitrag ab Minute 02:04 fordert er ein umdenken der Politik. Sobald ich seine Antworten habe, teile ich sie gerne mit Euch!

Hat jemand von Euch schon einmal auf Stint gefischt und die kleinen Fische gefangen?
 
Hallo,
ich hab zur Zeit keine Zeit ganze Studien usw. zu lesen, diese auszuwerten, auch wenn das sehr hilfreich wäre.
Hoffe man verzeiht mir das.
Ich wäre für kurze, sachliche, knackige Infos dankbar. und vor allem unvoreingenommen. Das unterstelle ich mal von vornherein, weil auf einander Schießen den Fisch nichts bringt.
Wie ich das aus euren Posts verstehe, ist es sicher, dass es an der Elbvertiefung liegt. Stimmt das, oder fehlen noch genaue Erkenntnisse?

Solle das mit den Elbvertiefungen stimmen: Dann mal wieder ein lösungsorientierter Gedanke:
Die Schifffahrt, wird man kaum in den Griff bekommen, wenn man Deutschland nicht den Handel abzwacken will. Macht wohl wenig Sinn, wir büßen das alle.
In dem Falle würde der Lösungsansatz ein alten/ neuer Flussarm sein, der weniger tief, mehr Mäander, und somit die Strömung und Sauerstoff besitzt. Parallel zum Schifffartskanal. Das kann man machen in dem man den Baggerberiech abtrennt durch Aufschüttung (Das Ausgebaggerte muss ja auch wo hin) und Befestigung mit Steinen. Somit schlägt man 2 Fliegen mit einer Klappe.
 
Ich habe mal etwas im Netz gesucht und bin auf einige Artikel zum Thema „Rückgang der Stinte“ in der Elbe gestoßen. Schon 2018 berichten regionale Medien wie die shz.de von weniger Fischen und der schwierigen Situation der Elbfischer beispielsweise im Artikel: „Alle Fische sind weg“. Hier noch ein Beitrag vom Sat.1 Regional.

Ein Jahr später greift die Hamburger Morgenpost das Thema auf. Wieder berichtet Elbfischer Wilhelm Grube von leeren Reusen. Als einen Grund führt er etwa die Elbvertiefung an. Eine Folge daraus sind Sauerstofflöcher.
Ein Sauerstoffloch wird ein Gewässerabschnitt genannt, in dem die Konzentration des im Wasser gelösten Sauerstoffs unter 3mg/l fällt. Kurz gesagt: Ein Sauerstoffloch entsteht dann, wenn Bakterien mehr organisches Material abbauen (und dadurch Sauerstoff verbrauchen), als durch Oberflächenbewegungen und Photosynthese durch Pflanzen und Algen ins Wasser eingetragen wird. Weitere Ausführungen hierzu würden meinen Beitrag jedoch sprengen!

Ich habe bei Prof. Dr. Ralf Thiel – Universität Hamburg, Abteilungsleiter, der Abteilung für Ichthyologie (Fischkunde) – einmal nachgefragt und erhoffe mir ein paar Antworten. Schon im NDR-Beitrag ab Minute 02:04 fordert er ein umdenken der Politik. Sobald ich seine Antworten habe, teile ich sie gerne mit Euch!

Hat jemand von Euch schon einmal auf Stint gefischt und die kleinen Fische gefangen?

Wo sind die Lebensbrereich des Stintes in der ELbe, vom Schlupf bis zum Abwachesn?
Was braucht der Fisch, und wie kann man ihm das zur Verfügung stellen.
Die Elbe ist doch so breit, dass man die Elbe in 2 Bereiche aufteilt, einen für den Fisch und einen für die Schiffe.
Also einen Seitenarm anlegen, der nicht so tief, mehr Strömung, und somit mehr Sauerstoff hat mit ruhigen Altwässern. - was immer die brauchen.

Win / Win Situation:
Der Dreck vom Ausbaggern muss ja irgend wo hin. Wieso nicht in eine Abgrenzung, die mit Steinen o.ä. befestigt ist und einen Seitenarm schafft, der für die Fische durchgängig und nützlich ist.


Oder anders Rum, es muss einen Schifffartsarm geben, um den Fluss kaum/ nicht zu beeinflussen.

Geestach ist in meinen Augen auch ein Problem. Wie es scheint, ziehen viele Stinte weiter rauf ziehen zu den Laichplätze - wenn denn möglich ist.
 
Guten Morgen in die Runde!
Herr Prof. Dr. Ralf Thiel von der Universität Hamburg hat mir geantwortet. Wie versprochen kommen folgend seine Antworten.

ANGLERBOARD (AB): Wo liegen die ursprünglichen Laichgebiete des Stintes in der Elbe?

Prof. Dr. Ralf Thiel: Vor der Inbetriebnahme der Staustufe Geesthacht (1960) kamen Stinte während der Laichzeit stromauf bis nach Lauenburg vor.
Anfang der 1990er Jahre umfasste das Laichgebiet des Stintes den Abschnitt der Elbe zwischen 90 und 140 Kilometer stromauf der Elbmündung, also etwa zwischen Insel Neßsand und der Staustufe Geesthacht.


AB: Ist der starke Rückgang der Bestände ausschließlich mit der Elbvertiefung zu erklären oder spielen Überfischung, Klimawandel und/oder ggf. höhere Anzahl von Fressfeinden (Kormoran, Seehund, Zander) eine Rolle?

Prof. Dr. Ralf Thiel: Hierzu besteht insgesamt noch Forschungsbedarf. Potentiell kommen etwa 15 Einzelfaktoren als Ursachen für den Rückgang des Stintbestandes in Betracht. Eine multiple Wirkung mehrerer Faktoren ist wahrscheinlich.
Die Einzelfaktoren lassen sich mehreren Faktorenkomplexen zuordnen, wobei Wirkungen von zwei auf menschliche Aktivitäten zurückgehende Faktorenkomplexe (Strombaumaßnahmen & Unterhaltungsmaßnahmen sowie Klimawandel) aufgrund bisher vorliegender Untersuchungsergebnisse wahrscheinlich sind. Strombaumaßnahmen haben beispielsweise zur Verringerung des Volumens bzw. der Fläche von Flachwassergebieten zwischen Mühlenberger Loch und Lühesander Süderelbe mit beigetragen, die als Aufwuchsgebiet der Stintbrut von herausragender Bedeutung sind. Der Klimawandel ist beispielsweise ursächlich für die geringen Oberwasserabflüsse der letzten Jahre im Spätwinter mit verantwortlich.
Die Stärke der Laichwanderung der Stinte hängt u.a. von der Intensität des Oberwasserabflusses ab.
Wirkungen von Schadstoffen und Änderungen im Nahrungsnetz sind weitere wichtige Faktorenkomplexe, die einen Einfluss auf den Stintbestand haben können und die auch durch den Menschen mit verursacht wurden.

z.B. geht der Rückgang des Copepoden Erytemora affinis, der Vorzugsnahrung der Stintlarven, mit dem Rückgang von als Aufwuchsgebiet wichtigen Flachwassergebieten (z.B. Mühlenberger Loch) einher und auch das Auftreten und die Etablierung von invasiven Fischarten
(z.B. Schwarzmundgrundel), die inzwischen im Nahrungsnetz auch von Bedeutung sind, sind auf die Aktivitäten des Menschen zurückzuführen.
Gerade zu möglichen Wirkungen über das Nahrungsnetz und von Schadstoffen besteht derzeit aber auch noch dringender Forschungsbedarf.


AB: Eine etwas spekulative Frage: Gibt es Maßnahmen die zu einer Erholung der Stintbestände führen würden?

Prof. Dr. Ralf Thiel: Die Elbe endlich mal in Ruhe lassen, d.h. keine Vertiefungen mehr durchführen und den Klimawandel stoppen.

Auch auf diesem Weg möchte ich mich noch einmal bei Herrn Prof. Dr. Thiel für seine Auskunft und die spannenden Infos bedanken.
 
Guten Morgen in die Runde!
Herr Prof. Dr. Ralf Thiel von der Universität Hamburg hat mir geantwortet. Wie versprochen kommen folgend seine Antworten.

ANGLERBOARD (AB): Wo liegen die ursprünglichen Laichgebiete des Stintes in der Elbe?

Prof. Dr. Ralf Thiel: Vor der Inbetriebnahme der Staustufe Geesthacht (1960) kamen Stinte während der Laichzeit stromauf bis nach Lauenburg vor.
Anfang der 1990er Jahre umfasste das Laichgebiet des Stintes den Abschnitt der Elbe zwischen 90 und 140 Kilometer stromauf der Elbmündung, also etwa zwischen Insel Neßsand und der Staustufe Geesthacht.


AB: Ist der starke Rückgang der Bestände ausschließlich mit der Elbvertiefung zu erklären oder spielen Überfischung, Klimawandel und/oder ggf. höhere Anzahl von Fressfeinden (Kormoran, Seehund, Zander) eine Rolle?

Prof. Dr. Ralf Thiel: Hierzu besteht insgesamt noch Forschungsbedarf. Potentiell kommen etwa 15 Einzelfaktoren als Ursachen für den Rückgang des Stintbestandes in Betracht. Eine multiple Wirkung mehrerer Faktoren ist wahrscheinlich.
Die Einzelfaktoren lassen sich mehreren Faktorenkomplexen zuordnen, wobei Wirkungen von zwei auf menschliche Aktivitäten zurückgehende Faktorenkomplexe (Strombaumaßnahmen & Unterhaltungsmaßnahmen sowie Klimawandel) aufgrund bisher vorliegender Untersuchungsergebnisse wahrscheinlich sind. Strombaumaßnahmen haben beispielsweise zur Verringerung des Volumens bzw. der Fläche von Flachwassergebieten zwischen Mühlenberger Loch und Lühesander Süderelbe mit beigetragen, die als Aufwuchsgebiet der Stintbrut von herausragender Bedeutung sind. Der Klimawandel ist beispielsweise ursächlich für die geringen Oberwasserabflüsse der letzten Jahre im Spätwinter mit verantwortlich.
Die Stärke der Laichwanderung der Stinte hängt u.a. von der Intensität des Oberwasserabflusses ab.
Wirkungen von Schadstoffen und Änderungen im Nahrungsnetz sind weitere wichtige Faktorenkomplexe, die einen Einfluss auf den Stintbestand haben können und die auch durch den Menschen mit verursacht wurden.

z.B. geht der Rückgang des Copepoden Erytemora affinis, der Vorzugsnahrung der Stintlarven, mit dem Rückgang von als Aufwuchsgebiet wichtigen Flachwassergebieten (z.B. Mühlenberger Loch) einher und auch das Auftreten und die Etablierung von invasiven Fischarten
(z.B. Schwarzmundgrundel), die inzwischen im Nahrungsnetz auch von Bedeutung sind, sind auf die Aktivitäten des Menschen zurückzuführen.
Gerade zu möglichen Wirkungen über das Nahrungsnetz und von Schadstoffen besteht derzeit aber auch noch dringender Forschungsbedarf.


AB: Eine etwas spekulative Frage: Gibt es Maßnahmen die zu einer Erholung der Stintbestände führen würden?

Prof. Dr. Ralf Thiel: Die Elbe endlich mal in Ruhe lassen, d.h. keine Vertiefungen mehr durchführen und den Klimawandel stoppen.

Auch auf diesem Weg möchte ich mich noch einmal bei Herrn Prof. Dr. Thiel für seine Auskunft und die spannenden Infos bedanken.
Danke für das Einstellen.
 
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