Fischereiabgabe NRW

MarkusZ

Well-Known Member
Die Bewirtschafter sind doch im Regelfall die Angelvereine.
Auch in Bayern sind noch größere Fischereirechte in Hand von Berufsfischern. Und kleinere Strecken auch oft in privater Hand.

In Bayern ist die auch Zahl der Angelerlaubnisse pro Gewässserstrecke gedeckelt. Wenn es überhaupt Gastkarten gibt, dann meist nur für bestimmte Strecken und in begrenzter Zahl.

Die Angelvereine bestehen aus Anglern. Und die Angler zahlen doch die Abgabe.
Alle zahlen, aber nur wenige profitieren von konkreten Maßnahmen.

Direkt profitieren die Bewirtschafter, die zwar ne gesetzliche Pflicht zur Hege und Pflege haben, aber dafür eben auch Zuschüsse erhalten.

Ob die Zuschüsse daran gebunden sind, die geförderten Gewässer zu angemessenen Preisen der Allgemeinheit zugänglich zu machen, entzieht sich meiner Kenntnis.
Hab jedenjalls nichts in dieser Richtung gehört.

Aber hier geht es um NRW und SH, könnte aber sein, dass es da ähnliche Probleme mit dem Bergriff "Allgemeinheit" gibt.

Und ene Verwendungs-/Erfolgskontrolle der Maßnahmen scheint es in SH ja gar nicht zu geben.
 

Fischer am Inn

Active Member
Hallo MarkusZ,
Hallo miteinander,

ich rege mich wegen der FA doch nicht auf, weil es evtl. in S-H oder NRW Probleme geben könnte. Was zu befürchten ist, dass bei entsprechendem Urteil eine Kettenreaktion über das ganze Bundesgebiet erfolgt. Und damit zerschießt es mir auch die bayerische Regelung, die ich für ausgesprochen gut empfinde.

Für mich ist der entscheidende Punkt der, dass der LFV Bayern über den FA-Topf Angelpolitik (im weitesten Sinne gesprochen) betreiben kann. Und da kommt es nicht darauf an, dass jeder Euro unmittelbar bei den Anglern ankommt. Vielmehr ist wichtig, dass der LFV Bayern letztlich Kontrolle über die FA hat. Und wenn mal eine andere Organisation eine Zuwendung bekommt, dann ist das auch okay wenn es in die Handlungsstrategie des LFV Bayern passt und so daraus letztlich ein Mehrwert generiert wird. Wichtig ist alleine, dass am Schluss aus dem Gesamtpaket FA ein Mehrwert für die Angler heraus kommt.

Servus
Fischer am Inn
 

Dorschgreifer

Well-Known Member
ich rege mich wegen der FA doch nicht auf, weil es evtl. in S-H oder NRW Probleme geben könnte. Was zu befürchten ist, dass bei entsprechendem Urteil eine Kettenreaktion über das ganze Bundesgebiet erfolgt. Und damit zerschießt es mir auch die bayerische Regelung, die ich für ausgesprochen gut empfinde.

Zumindest in SH gab es nie Probleme, es hat nur eine einzige Person von über 100.000 Anglern ein Problem, weil er für eine aus seiner Sicht wichtigen Studie kein Geld bekommen hat....

Das dieser eine Angler etwas Gutes für die Allgemeinheit der Angler will, glaube ich zumindest nicht, jeder Andere darf aber gerne auf den Zug aufspringen.

Was daraus wird und ob es für Die Allgemeinheit der Angler gut ist (und lediglich der Wegfall von 10,-€ FA ist für mich nichts tolles), wird sich ja irgendwann mal zeigen, wenn das Verfahren beginnt und entschieden wird.

Alles andere ist Glaskugelleserei, ich warte das mal entspannt ab, so lange es keine Entscheidung zu Gunsten der Klage gibt ist für mich alles rechtmäßig.

Sollte der Kläger Recht bekommen, bin ich extrem darauf gespannt, ob die Allgemeinheit der Angler wirklich einen Nutzen daraus erfahren wird, oder ob es ein Papiertiger wird und eventuell sogar Nachteile für die Allgemeinheit hat.

Ich lehne mich da entspannt zurück...
 

MarkusZ

Well-Known Member
Zumindest in SH gab es nie Probleme, es hat nur eine einzige Person von über 100.000 Anglern ein Problem, weil er für eine aus seiner Sicht wichtigen Studie kein Geld bekommen hat....
Kommt halt drauf an, was man als Problem empfindet.

So wurde damals schon bemängelt (Zitat) "Bei der Verwendung der Mittel aus der Fischereiabgabe wurde in erheblichem Maße gegen haushalts- und vergaberechtliche Bestimmungen verstoßen.".
"Eine Erfolgskontrolle fand bei den geförderten Maßnahmen i. d. R. nicht statt."
usw.

Wen das nicht juckt, der hat auch kein Problem damit.
 

fishhawk

Well-Known Member
Hallo,

Für mich ist der entscheidende Punkt der, dass der LFV Bayern über den FA-Topf Angelpolitik (im weitesten Sinne gesprochen) betreiben kann. Und da kommt es nicht darauf an, dass jeder Euro unmittelbar bei den Anglern ankommt. Vielmehr ist wichtig, dass der LFV Bayern letztlich Kontrolle über die FA hat. Und wenn mal eine andere Organisation eine Zuwendung bekommt, dann ist das auch okay wenn es in die Handlungsstrategie des LFV Bayern passt
Wenigstens ne ehrliche Antwort.

Ist wahrscheinlich naiv zu glauben, dass bei der Verwaltung öffentlicher Gelder so antiquierte Grundsätze wie Neutralität und Objektivität ne Rolle spielen sollten.
 

Brandungsbrecher

Well-Known Member
Für mich ist der entscheidende Punkt der, dass der LFV Bayern über den FA-Topf Angelpolitik (im weitesten Sinne gesprochen) betreiben kann. Und da kommt es nicht darauf an, dass jeder Euro unmittelbar bei den Anglern ankommt. Vielmehr ist wichtig, dass der LFV Bayern letztlich Kontrolle über die FA hat. Und wenn mal eine andere Organisation eine Zuwendung bekommt, dann ist das auch okay wenn es in die Handlungsstrategie des LFV Bayern passt und so daraus letztlich ein Mehrwert generiert wird. Wichtig ist alleine, dass am Schluss aus dem Gesamtpaket FA ein Mehrwert für die Angler heraus kommt.

Servus
Fischer am Inn
Was du möchstest, ist aber einer Steuer damit definitiv näher als einer Abgabe.
 

Fischer am Inn

Active Member
Hallo miteinander,

sollen jetzt die Angelverbände Lobbyarbeit betreiben oder nicht? Es kann doch nur eine Antwort geben und die lautet: ja!

Wenn das so ist, dann ist klar, dass in der Feingliederung diese Lobbyarbeit situationsangepasst sein muss.

Auf die FA bezogen: Der Vollzug der Fördervorschriften muss eingehalten werden. Wo sich legale Handlungsspielräume auftun müssen Anglerinteressen zum Tragen kommen. Es ist zu beachten, dass der Staat bewusst den Verbänden über die entsprechenden Fördervorschriften Einflussmöglichkeiten eingeräumt hat, weil er sich dadurch sachgerechtere Entscheidungen verspricht. Alles andere macht keinen Sinn. Denn ansonsten könnte der Staat das ausschließlich selbst abwickeln mit dem vorhersehbaren Ergebnis von weniger Sachnähe.

Servus
Fischer am Inn
 

fishhawk

Well-Known Member
Hallo,

sollen jetzt die Angelverbände Lobbyarbeit betreiben oder nicht?
Aus meiner Sicht ja. Deshalb zahle ich auch Verbandsbeiträge und das sogar mehrfach.

Die Fischereiabgabe ist m.W. aber nicht zur Finanzierung von Lobbyarbeit konzipiert worden.

Wenn nur solche Förderanträge genehmigt werden sollen, die in die Handlungsstrategie des Verbandes passen, klingt das für mich nicht unbedingt objektiv und neutral.
 

Anglerdemo

Well-Known Member
Vielmehr ist wichtig, dass der LFV Bayern letztlich Kontrolle über die FA hat. Und wenn mal eine andere Organisation eine Zuwendung bekommt, dann ist das auch okay wenn es in die Handlungsstrategie des LFV Bayern passt und so daraus letztlich ein Mehrwert generiert wird.
Die beiden Sätze sollte man sich als Zahler der Fischereiabgabe und nichtorganisierter Angler mal in Ruhe durchlesen! Ich denke dann wird deutlich, warum ich u.a. eine Klage eingereicht habe.

Zumindest in SH gab es nie Probleme, es hat nur eine einzige Person von über 100.000 Anglern ein Problem, weil er für eine aus seiner Sicht wichtigen Studie kein Geld bekommen hat....
Falsch, ein Angler hat sich mit diesem Sumpf beschäftigt- und dann eine Klage eingereicht. Ich nenne das bewusst Sumpf, denn ich denke es wird an diesen Sätzen deutlich:

Vielmehr ist wichtig, dass der LFV Bayern letztlich Kontrolle über die FA hat. Und wenn mal eine andere Organisation eine Zuwendung bekommt, dann ist das auch okay wenn es in die Handlungsstrategie des LFV Bayern passt und so daraus letztlich ein Mehrwert generiert wird.
und

weil er für eine aus seiner Sicht wichtigen Studie kein Geld bekommen hat....
Die beiden Zitate im Zusammenhang unterstreichen einfach meine Klage- wenn ein Förderantrag nicht in die Denkweise der Verbände passen und auch noch denen unter Umständen Gelder entziehen, gibt es ein Veto. Also hat ein nichtorganisierter Angler nur eine Möglichkeit Fördergelder zu erhalten, wenn der Verband dem Projekt positiv gegenüber eingestellt ist. Mal ehrlich, das darf doch echt nicht wahr sein, oder? Über 100.000 Angler schreibst Du? Genau, und mit Abzug der Doppelmitgliedschaften sind rund 30.000 Angler im LSFV SH organisiert. Das heißt 70% der FA in SH zahlen nichtorganisierte Angler, erhalten aber nur Geld wenn es denn dem Verband passt. Damit muss schnellstmöglich Schluss sein!

Das dieser eine Angler etwas Gutes für die Allgemeinheit der Angler will, glaube ich zumindest nicht, jeder Andere darf aber gerne auf den Zug aufspringen.

Was daraus wird und ob es für Die Allgemeinheit der Angler gut ist (und lediglich der Wegfall von 10,-€ FA ist für mich nichts tolles), wird sich ja irgendwann mal zeigen, wenn das Verfahren beginnt und entschieden wird.
Es kann für Angler nur besser werden, denn 70% der Angler haben aktuell (fast) nichts von der Fischereiabgabe! Die 10.- Euro sind mir persönlich egal, denn wie bereits jemand angemerkt hat, ist es für mich ein fettes Minusgeschäft. Neben den Gerichtskosten fallen auch noch Kosten für meinen Rechtsanwalt an. Würde es um die 10.- Euro gehen, wäre das wirtschaftlich echt schlecht gerechnet, denn ich denke nicht, dass ich 150 Jahre alt werde.

Der Entfall der 10.-Euro wäre übrigens für einen Großteil der Angeltouristen eine Ersparnis, denn für ein oder zwei Tage Angeln zusätzlich 10.- Euro bezahlen? Finden nicht wirklich viele Angler gut. Aber darum geht es mir nicht, sondern um Fairness und Gerechtigkeit.

Das Beispiel zeigt es deutlich, dass bei dem jetzigen System Fairness und Gerechtigkeit keine Chance hat.


Vielmehr ist wichtig, dass der LFV Bayern letztlich Kontrolle über die FA hat. Und wenn mal eine andere Organisation eine Zuwendung bekommt, dann ist das auch okay wenn es in die Handlungsstrategie des LFV Bayern passt und so daraus letztlich ein Mehrwert generiert wird.
Das trifft es auf den Punkt:
Ist wahrscheinlich naiv zu glauben, dass bei der Verwaltung öffentlicher Gelder so antiquierte Grundsätze wie Neutralität und Objektivität ne Rolle spielen sollten.


Ich lehne mich da entspannt zurück...
Das nehme ich Dir nicht ab- ansonsten hättest Du hier nicht geanwortet! Sind aber wohl einige in SH nicht mehr so entspannt, wie man gerade wieder aktuell in der letzten Woche in Kiel gehört hat...
 

Fischer am Inn

Active Member
Hallo

Hallo,



Aus meiner Sicht ja. Deshalb zahle ich auch Verbandsbeiträge und das sogar mehrfach.

Die Fischereiabgabe ist m.W. aber nicht zur Finanzierung von Lobbyarbeit konzipiert worden.

Wenn nur solche Förderanträge genehmigt werden sollen, die in die Handlungsstrategie des Verbandes passen, klingt das für mich nicht unbedingt objektiv und neutral.
1. Es sind Anglergelder und nicht öffentl. Steuermittel.
2. Warum soll ein Angelverband an so einem Verfahren mitwirken, wenn er nicht spezifische Angleraspekte einbringen kann? Das wäre ein völlig sinnloses Verfahren.

Servus
Fischer am Inn
 

Fischer am Inn

Active Member
Hallo Anglerdemo,

Die beiden Sätze sollte man sich als Zahler der Fischereiabgabe und nichtorganisierter Angler mal in Ruhe durchlesen! Ich denke dann wird deutlich, warum ich u.a. eine Klage eingereicht habe.

Falsch, ein Angler hat sich mit diesem Sumpf beschäftigt- und dann eine Klage eingereicht. Ich nenne das bewusst Sumpf, denn ich denke es wird an diesen Sätzen deutlich:



und



Die beiden Zitate im Zusammenhang unterstreichen einfach meine Klage- wenn ein Förderantrag nicht in die Denkweise der Verbände passen und auch noch denen unter Umständen Gelder entziehen, gibt es ein Veto. Also hat ein nichtorganisierter Angler nur eine Möglichkeit Fördergelder zu erhalten, wenn der Verband dem Projekt positiv gegenüber eingestellt ist. Mal ehrlich, das darf doch echt nicht wahr sein, oder? Über 100.000 Angler schreibst Du? Genau, und mit Abzug der Doppelmitgliedschaften sind rund 30.000 Angler im LSFV SH organisiert. Das heißt 70% der FA in SH zahlen nichtorganisierte Angler, erhalten aber nur Geld wenn es denn dem Verband passt. Damit muss schnellstmöglich Schluss sein!

Es kann für Angler nur besser werden, denn 70% der Angler haben aktuell (fast) nichts von der Fischereiabgabe! Die 10.- Euro sind mir persönlich egal, denn wie bereits jemand angemerkt hat, ist es für mich ein fettes Minusgeschäft. Neben den Gerichtskosten fallen auch noch Kosten für meinen Rechtsanwalt an. Würde es um die 10.- Euro gehen, wäre das wirtschaftlich echt schlecht gerechnet, denn ich denke nicht, dass ich 150 Jahre alt werde.

Der Entfall der 10.-Euro wäre übrigens für einen Großteil der Angeltouristen eine Ersparnis, denn für ein oder zwei Tage Angeln zusätzlich 10.- Euro bezahlen? Finden nicht wirklich viele Angler gut. Aber darum geht es mir nicht, sondern um Fairness und Gerechtigkeit.

Das Beispiel zeigt es deutlich, dass bei dem jetzigen System Fairness und Gerechtigkeit keine Chance hat.




Das trifft es auf den Punkt:




Das nehme ich Dir nicht ab- ansonsten hättest Du hier nicht geanwortet! Sind aber wohl einige in SH nicht mehr so entspannt, wie man gerade wieder aktuell in der letzten Woche in Kiel gehört hat...
Wie ich wiederholt geschrieben habe: Du willst Anglerverbände schwächen. Ich will sie noch stärker sehen. Das ist der Unterschied.

Servus
Fischer am Inn
 

Anglerdemo

Well-Known Member

Fischer am Inn

Active Member
Hallo Anglerdemo,


ich hatte geschrieben:

Auf die FA bezogen: Der Vollzug der Fördervorschriften muss eingehalten werden. Wo sich legale Handlungsspielräume auftun müssen Anglerinteressen zum Tragen kommen. Es ist zu beachten, dass der Staat bewusst den Verbänden über die entsprechenden Fördervorschriften Einflussmöglichkeiten eingeräumt hat, weil er sich dadurch sachgerechtere Entscheidungen verspricht. Alles andere macht keinen Sinn. Denn ansonsten könnte der Staat das ausschließlich selbst abwickeln mit dem vorhersehbaren Ergebnis von weniger Sachnähe.

Servus
Fischer am Inn
Es geht um die Handlungsspielräume, die sich ergeben bei korrekter Rechtsanwendung.

Servus
Fischer am Inn
 
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