Fischer vom Bodensee mit Rekordtief bei Fangmengen

Die Bodenseefischer haben mit der geringsten Fangmenge seit 1910 zu kämpfen. Im schlechtesten Fangjahr seit den Aufzeichnungen gingen lediglich 208 Tonnen Fisch ins Netz.

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Die Idylle trügt! Die Bodenseefischer fangen kaum noch Fisch! (Beispielbild)

Die Berufsfischer am Bodensee haben 2019 das schlechteste Fangjahr seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1910 erlebt. So seien lediglich 208 Tonnen Fisch im Obersee gefangen worden, teilte ein Sprecher der Internationalen Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF) nach deren Jahrestagung in Langenargen (Bodenseekreis) am Donnerstag mit. 2018 hatten die Fischer noch 263,3 Tonnen Fisch aus dem Bodensee geholt. Bei den Felchen wurden nach Angaben der IBKF mit 54 Tonnen so wenig wie noch nie zuvor gefangen. Damit setzte sich der Trend des Vorjahres fort, als mit damals noch 127,4 Tonnen der bis dahin niedrigste Fang seit Aufzeichnung registriert wurde.

Auch die Zahl der Berufsfischer ist zurückgegangen. Nach 79 beantragten Fischereipatenten 2018, hätten im Vorjahr nur noch 65 Fischer am Obersee ihre Netze ausgeworfen. Um die Wirtschaftlichkeit der Fischerei trotz der zurückgehenden Fangmengen aufrecht zu erhalten, hat die Konferenz mehrere Änderungen beschlossen. So sollen Fischer künftig mehr Netztypen nutzen und diese länger auf dem Seeboden verankern dürfen. Zudem besprachen die Fischer die Zunahme von Kormoranen am See. Diese hätten 2019 demnach mehr als 300 Tonnen Fisch aus dem See entnommen.

Der Obersee ist der größte Teil des Bodensees zwischen Bregenz und Bodman-Ludwigshafen. Die IBKF tagt jährlich im Sommer. In diesem Jahr wurde die Tagung aufgrund der Corona-Pandemie auf Oktober verschoben. Ein Grund für die geringer werdenden Fangerträge ist auch der immer sauber werdendere Bodensee mit nur noch wenigen Nährstoffen. Um die Erträge der Fischer zu steigern, waren zuletzt auch Netzgehege im Gespräch. Die Mehrheit der Fischer ist jedoch gegen diese Idee und protestierte in der vorigen Woche mit Schiffskorsos dagegen.



Quelle: dpa
 
Hatten wir das Thema nicht schon in abgewandelter Version?

Neue Art von Netzen ist gut! Damit bekommen die Fischer sicherlich auch den Restbestand raus ...
andere Möglichkeit ist zu erkennen, dass eben der Bestand nicht mehr ertragreich genug ist und man sich nach Alternativen des Erwerbs umsehen muss. Gab es und gibt es in vielen Branchen.
Und wenn die Nachfrage nach Felchen nicht gedeckt werden kann: Aquakulturen ;) ;) (siehe Parallelthred)

Mich verbindet mit Berufsfischern nichts, außer dass ich in Kindesjahren schon mitbekommen durfte, wie die an der Donau die Angler als Pächter (Einzelpächter wie meinen Vater, Pachtgemeinschaften, spätere Vereine e.V.) verdrängen, verkraulen, nahezu bekämpften ....

Und das kann man nun auch befürchten, dass Angler als Konkurrenten von den Berufsfischern gesehen werden ...
man darf abwarten.
 
208 Tonnen - das muss man sich auch erst mal auf der Zunge zergehen lassen. Das ist keine geringe Menge!

Ob den Herren Berufsfischern auch klar ist, dass Fische in einem Binnensee keine unendliche Quelle ist, die nur für ihr erträgliches Einkommen sprudelt?

Btw... das sind 208.000 kg Fisch, der sich nicht mehr reproduziert, der einfach weg ist!
 
Als ich die Überschrift sah, dachte ich erst es ginge um einen Rekordtiefseesaibling. Das wäre ohne Zweifel sehr interessant gewesen. Aber zumindest sehr gute Nachrichten für unsere profunden Saiblingsfreunde der Tiefe.
 
208 Tonnen - das muss man sich auch erst mal auf der Zunge zergehen lassen. Das ist keine geringe Menge!

Ob den Herren Berufsfischern auch klar ist, dass Fische in einem Binnensee keine unendliche Quelle ist, die nur für ihr erträgliches Einkommen sprudelt?

Btw... das sind 208.000 kg Fisch, der sich nicht mehr reproduziert, der einfach weg ist!

Wenn ich mir vorstelle wie viel von den Minibarschen Eglis das wohl sind, welche man ja sehr gerne fängt, unvorstellbar...
 
Dann trägt der Gewerbeplatz Bodensee eben nicht mehr an die 70 Berufsfischer. Wenn es irgendwo zu viele Schreiner gibt und die ihre Möbel und Fenster nicht mehr losbringen, oder die Aufträge nicht mehr ausreichen, geht die Zahl auch zurück. Hart, aber nun mal die Realität.
 
Das Kernproblem war aber doch, dass der See zu "sauber" geworden ist und die Nährstoffe fehlen, oder?
nicht wirklich !

natürlich könnte man wieder wie früher Fäkalien und Abwasser in den See leiten !
kurzfristig würde man dann aus Scheiße , ... Geld machen .

die eigentliche Ursache ist , das bei stagnierendem Nahrungsangebot für die Fische keine angepassten Fangquoten eingehalten wurden.


weniger Fische - weniger Netze !
 
Wenn der Bodenseepersonenschifffahrt die Fahrgäste ausbleiben, warum auch immer, dann kann man sie vielleicht bitten, doch zu kommen und zu fahren. Aber in letzter Konsequenz wird es halt weniger Dampfer geben. Ganz genau so bei den Fischern.
 
Lass die Fischer doch machen, die oder /und ihre Nachkommen müssen es auch ausbaden.
Hat man Irgendwas von Anglern geschrieben? Also interessiert es auch keinen, dass die nachhaltige Fischwirtschaft wollen, auch wenn es weniger aber dafür gesünder ist.

Wenn der See erst leer ist, dann kann man dort auch Netzkäfige einsetzen, oder wie soll man die Strategie verstehen?

mfg
NM
 
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