Fischer in Polen verdienen mehr!

Fisch in Deutschland ist zu billig - so die Meinung der polnischen Fischer.

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Dank besserer Preise sieht man sie noch: Fischkutter in Polen (Beispielbild @pixabay)

Hierzulande geben viele Küsten-Fischereibetriebe auf. Wo es für Fischer früher möglich war, mit einer Heringsfangquote von jährlich 30 Tonnen alle Kosten zu decken, müssen sie heute ihre Kutter verkaufen, da die Quote auf 400 Kilo gesunken ist. Das lohne sich nicht mehr. Viele Betriebe haben Gastronomien oder Hofläden eröffnet, um ihre wenigen Fische noch selbst vermarkten zu können, anders gehe es einfach nicht mehr.

Fisch zu billig​

Doch während in Mecklenburg-Vorpommern viele Betriebe verschwinden, läuft ein paar Kilometer weiter der Laden noch. Ein Blick über die Grenze nach Polen zeigt, dass die Fischer dort noch Geld verdienen und sich das Gewerbe noch lohne. Die polnischen Kollegen wundern sich darüber, dass deutsche Händler so wenig für Fisch zahlen. In Polen würden Händler das Doppelte für die begehrte Ware hinlegen, so einige Aussagen. Die polnischer Fischer wundern sich nicht, dass die Betriebe im Nachbarland aufgeben. Zwar kämpfen auch die polnischen Fischer mit den Fangquoten und einige verkaufen bereits Boote, aber so extrem wie in Deutschland sei die Lage nicht.



Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/meck...Fangquoten-und-Klimawandel-,mvimfokus108.html
 
Wo es für Fischer früher möglich war, mit einer Heringsfangquote von jährlich 30 Tonnen alle Kosten zu decken, müssen sie heute ihre Kutter verkaufen, da die Quote auf 400 Kilo gesunken ist.

Wer kann denn da nicht rechnen beim NDR?
Selbst mit dem doppelten Preis kann eine 400kg Quote nicht reichen um die Kosten zu decken bzw. Gewinn zu machen.
Wenn die Fischer dort trotzdem Gewinn machen, halten sie sich entweder nicht an die Quote oder werden subventioniert.
 
Das ist wirklich ein haarsträubender Artikel.

Kilopreis für Hering vom Kutter (mal kurz gegoogelt) liegt bei 4,50 €. Das ist dann bei einer Quote von 400 kg ein "Verdienst" von 1.800 € (brutto!). Selbst beim doppelten Preis wird wohl kaum Fischer noch auf die Idee kommen rauszufahren; da kann er das Geld gleich verbrennen.

Flatfischer
 
Zuletzt bearbeitet:
Wer kann denn da nicht rechnen beim NDR?
Selbst mit dem doppelten Preis kann eine 400kg Quote nicht reichen um die Kosten zu decken bzw. Gewinn zu machen.
Wenn die Fischer dort trotzdem Gewinn machen, halten sie sich entweder nicht an die Quote oder werden subventioniert.
Hallo,

nicht nur beim NDR. Das einfache Rechnen ist irgendwann in den letzten Jahrzehnten auf der Strecke geblieben. Man liest und hört ja allenthalben, dass gerade junge Menschen oft schon hoffnungslos verschuldet sind ab51.
Kann mich noch gut an eine Empfehlung meines Großvaters erinnern: "eins und eins ist zwei, und wenn du zwei hast, kannst du nicht drei ausgeben, wenn du dich daran hältst kommst du auch nie in Geldschwierigkeiten". Recht hatte ersmile01.

Gruß

Lajos
 
nicht nur beim NDR. Das einfache Rechnen ist irgendwann in den letzten Jahrzehnten auf der Strecke geblieben.
so ist eben der Fortschritt - habe ich noch einen Zettel genommen wenn es für´s Kopfrechnen
zuviel war - hat mein Kind schon zum Taschenrechner gegriffen - mein Enkel quakt einfach
in sein Smartphone .Ist nicht nur beim rechnen so - das selbst denken ist auch schon verpönt -
 
in sein Smartphone .Ist nicht nur beim rechnen so - das selbst denken ist auch schon verpönt -
können ältere Menschen genauso gut.

Zum Topic: wunderlich ist schon lange,bei welchen Kosten insbesondere dt.Fischer trotzdem noch rausfahren.
Diesel,Werftkosten, Instandhaltung von Schiff,Immobilie+Grundstück,Auto,Familiengründung+Unterhalt-
alles von den paar Fischen.

Ansonsten sollte fangfrischer Fisch als rare Exklusivität zu elitär abgehobenen Preisen von Fischern im Direktmarketing verkauft werden,um die Wertschätzung des Fanges bei den winzigen ,noch vorhandenen Ressourcen zu steigern.

Angelfischerei ohne kommerzielle Absichten,sollte gleichzeitig unter besonderen Schutz als Kulturgut zum Nahrungserwerb gestellt werden.

Der Trend geht weg vom Massenprodukt,gerade aus schwächelnder örtlicher Ressource,hin zu exklusiven Feinkostprodukten,die sich nicht jeder leisten kann (können soll). Der Rest soll selber angeln.
Die,die das nicht wollen:
Her mit den Konsumenten,die Geld für die letzte noch vorhandene Rarität aufbringen möchten,funzt doch.

Beispiel.
Zwar Ausland,aber die o.g. Marketing-Regeln gelten dort auch.
Gerade hat der letzte große Fischkonserven-Betrieb für,ich sag mal,Alltags-Ware, in Quimper/FR ,aufgegeben,während immer mehr kleine,teils Hausbetriebe,mit ihren erlesenen,handwerklich hergestellten und entsprechend teuren Produkten Erfolg haben.
Große Betriebe können mit ihren Kosten vor Ort der ausgelagerten Konkurrenz in Marrokko oder auch Spanien nicht mehr standhalten.


Dennoch drängen immer mehr neue, handwerkliche,kleine Betriebe trotz oder gerade wegen ihrer heftig hohen Preise in den Verkauf selbst über Supermärkte,weil sich mit der Exklusivität noch immer Geld verdienen läßt.

Dann kostet eine kleine Dose Thunfisch mit schicker Pesto,die Sardinen oder Fischzubereitungen zum Aufstreichen aufs Baguette halt mal 7.90€,nach oben gibts keine Grenzen. Noch bspw.zu nennen die lebende,rote europäische Languste auf dem Markt,die trotz gefährdeter Bestände in 2kg+ Exemplaren für 75€ das Kilo jeden Samstag auf dem Wochenmarkt reißenden Absatz findet.

Oder kurz gesagt,Porsche geht immer,auch wenn der Rest weder Brot noch Kuchen zum essen hat.
War immer so,bleibt so.
Also warum nicht auch dt.Plattfische und Heringe als Exklusivfischart mit entsprechendem Status+Preisen hypen?
 
Zuletzt bearbeitet:
können ältere Menschen genauso gut.
ja selbstverständlich - wenn sie wollen -
Also warum nicht auch dt.Plattfische und Heringe als Exklusivfischart mit entsprechendem Status+Preisen hypen?
warum nicht was knapp ist ist eben teuer - für ein Kg Blei bekomme 0,90 € für 1Kg Aurum ????
ja hast du schön geschrieben !
Schon arme Leute da, an der Küste.
Richtig erst den Hals nicht schnell genug voll kriegen und dann jammern .
Vergleiche es mal mit einem Wald - ist der letzte Baum gefällt - kann das Sägewerk dicht machen .
 
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