Familienkurzurlaub am Spindfjord

Ossipeter

Active Member
Familienurlaub in Südnorwegen am Spindfjord vom 03.09.-10.09.05
Teil I
Nach der kurzweiligen Anreise über Bochum (Starlightexpress) am 01.09.05 und dem Besuch von Warner-Brothers Freizeitpark in Bottrup am 02.09.2005 sind wir (Ehefrau Ilse und Kinder Theresia, Christoph und Annemarie) um 3 Uhr in der Früh am 03.09. von Köln Richtung Flensburg aufgebrochen. Hier wollten wir um 8.00 Uhr an der Grenze unsere Mitfahrer Peter mit Frau Katharina und Alexander mit Frau Valerie treffen. Diese waren bis auf Peter (1 x Romsdalfjord) das erste mal in Norwegen.
Nach einer problemlosen Anfahrt trafen wir in Hirtshals/Dk. ein und reihten uns zu den wartenden Autos für die Schnellfähre Christian Ana ein. Bei ruhigem Wetter ging es in 2,5 Std. nach Kristiansand und wir fuhren über die E39 Richtung Stavanger. In Lyngdal dann die Überraschung: Alle Wegweiser nach Farsund waren grün abgeklebt. Also weiter Richtung Flekkefjord. Die werden uns doch nicht etwa von hinten über Vanse- Farsund um den ganzen Lyngdalfjord fahren lassen?? Möglich wäre es wegen der Tunnelbauten an der Straße nach Farsund?? Aber nach zwei Kilometer sah ich ein Riesenrad und wusste „Herbstfest“ in Lyngdal. Wahrscheinlich nur örtliche Sperre – und tatsächlich nach einem weiterem Kilometer ein kleines Schild Richtung Farsund war frei! Ich habe die Abzweigung zwar erst mal überfahren, aber meine Beifahrerin hatte aufgepasst. Da sieht man mal wieder zu was Ehefrauen alles gut sind. Dann gings über mehrere Ampeln an den Tunnelbaustellen vorbei Richtung Spind. Die Anfahrt zur Anlegestelle in Ersakker ist jedes Mal ein Abenteuer für sich. Unten angekommen hieß es alles ausladen und dann PKW auf Parkplatz und das zweite Auto runterlotsen zum Entladen. Da ich mit Gunnar unserem Vermieter die Woche vorher telefoniert hatte, wusste ich dass er zwar in Oslo war, aber er dafür Sorge trug, dass wir abgeholt werden sollten. Nachdem um 17.15 Uhr noch niemand da war, schaute ich mir die am Steg vertäuten Boote an und siehe, da lag doch das Crescent 5,50m mit dem 40 PS Außenborder. Das hatte ich doch für meine Hütte geordert!? Darin lag ein Holzbrettchen mit der Aufschrift „Für Peter – Polarhütte“. Der Schlüssel steckte und der Tank war voll -tja, auf Gunnar ist Verlass. Also alles Gepäck von „Fjordhütte“ und die Besitzer dazu in das Boot verladen und die erste Tour rüber geschippert. Am Bootssteg alles ausgeladen und zurück die Familie und unsere Utensilien (Ich begreif immer gar nicht wie soviel Gepäck in ein Auto passt!) eingeladen und bei strahlendem Sonnenschein die Tour noch mal gefahren. Dann erst mal das ganze Gerödel zur Hütte geschleppt. Erste Kommentare nach der Ankunft in den Hütten: Wahnsinn!!! Ist das hier eine schöne Landschaft! So schön habe ich mir das nicht vorgestellt etc... Uff, der erste Teil war geschafft. Jetzt wurde von meiner Familie die Hütte eingeräumt und ich begann, ja was wohl? Angeln auspacken, Rollen auspacken und Combos für Sonntag früh zusammenbauen. Bei Fünf „Anglern“ ist das eine ganz schöne Arbeit. Vor allen Dingen, wusste ich ja noch nicht auf welche Fischart wir erfolgreich sein würden. 3x Ruten mit Makrelenvorfach, 3 x Pilksytem, 2x Naturköder und 3 Spinnruten bestücken führte dazu, dass es mittlerweilen finster wurde. Nach zwei Weizen war ich hundsmüde nach dem langen Tag und wir gingen bald in die Federn.

1. Angeltag Sonntag 04.09.05

Um sechs Uhr wollten wir rausfahren, aber da war es noch zu finster, so dass wir uns (Peter + Peter und Alexander) um sieben Uhr in Richtung Boote begaben. Die Mädels wollten Sonnenbaden und meine Frau wollte mit Christoph erst nachmittags angeln. Vor dem Vergnügen kommt aber die Arbeit:
Echolotswinger am Saugnapf mit Haftcreme am Heck des Crescent-Bootes festgemacht, gesichert und angeschlossen, Ruten, Gaffs, 1. Hilfeausrüstung, Seenotraketen, Kompass, GPS, Karte und Schwimmwesten, Anker und Driftanker verladen, Pilkerkoffer, Fischkiste, Sitzkissen, sowie Reservetank mit Trichter eingeladen und dann konnte es los gehen. Bei der Fahrt Richtung Ausgang Fjord habe ich Peter und Alexander das Echolot erklärt und wir konnten die ersten Herings- und Makrelenschwärme orten.
 

schlot

Active Member
AW: Familienkurzurlaub am Spindfjord

nun mach mal hinne Peter,
sonst verpaßt du noch das Königsfischen morgen früh!
Bei uns ist morgen früh Probeangeln im Weiher angesagt mal schaun was so raus kommt nach zweieinhalb Jahren Besatz und füttern!

Kommt der zweite Teil heute noch?
 

Ossipeter

Active Member
AW: Familienkurzurlaub am Spindfjord

Teil 2:
Wetter war super, wolkenlos und wenig Wind aus Südwest. #6 Nach der Devise: Wenn es schön und sicher ist soll man raus und zuerst die weite Strecke fahren und dann reinwärts angeln. Also Hebel auf den Tisch und mit 40 km/h Richtung Kletten.
Echolotswinger hielt perfekt, auch bei 50 km/h. Draußen die ersten Wegpunkte angefahren und die ersten Driften durchgeführt. Makrele ist da, zwar nicht die „Überschwärme“, aber zum Köderfischangeln reichte es und außerdem waren die ja der Familie vorenthalten. Also Seelachsschwärme gesucht. Leichter gesagt als getan. Dann der erste größere Schwarm, aber leider nur Seelachse bis 40cm. Aber davon soviel, dass der Pilker mit oder ohne Beifängern nicht durch den Schwarm kam. Überbisse gab es keinen und durchsacken half auch nichts. Zwischendurch mal ein etwas „grösserer“ Sei mit 50cm, das war es aber schon. Vereinzelt ein Pollack beim Ablassen oder ein Schellfisch auf Fetzen am Mak. Kein Dorsch, obwohl zwischendurch Echos auf kleine Dorschansammlungen am Grund hinwiesen. Leider war die Strömung ziemlich stark, sodass das Boot trotz wenig Wind zu schnell über diese Stellen hinwegtrieb.
Aber wir hatten trotzdem bis Mittag einige Fische gefangen und machten uns in der Vorfreude auf ein gutes Essen um 11 Uhr auf den Rückweg.
Nachmittags um 14 Uhr ging es dann mit Ilse und Christoph in unserem Boot und Peter und Alexander mit ihrem 15 Ft Askelattenboot mit 15 PS AB wieder Richtung Hochplateau hinter den Kletten. Ilse hatte eine 15 lbs 7Ft Triggerute von Basspro mit Abu 6501 bespult mit 30 lbs Powerpro und als Köder einen Leuchtshrimp und einen grünen Mak Gr.6 über einem 200 gr. Sechskantpilker an selbstgeknüpftem 80 lbs-Vorfach dran. Christoph wollte auf Makrele und fischte eine Daiwa Sealine Interline 10-20 Lbs mit einer Shimano Charterspeciall und ebenfalls 30 lbs. Dyneema, daran ein Paternoster mit 5 Federbeifängern rot-gelb mit Glitter an 0,35er Vorfach mit 150 gr. Kielerblitzpilker. Ich fischte eine Daiwa Sealine Interline 20-50 Lbs mit Penn 113 SH + Powerkurbel, bespult mit 50 lbs PowerPro und ein selbstgeknüpftes 80 lbs. Vorfach (4 m) mit je 2 hellroten 6 er Maks und zwei 8cm Löffel mit Einzelhaken (Gab es fertig zu kaufen, aber der Abstand betrug nur 20 cm zwischen den einzelnen Beifängern und das ist mir zu eng, 60-80cm Abstand sind gut, 1m noch besser!). Als Pilker benutzte ich einen 400 gr. Solvkrokken. Draußen, ca 150 m vor dem angesteuertem Wegpunkt auf demHochplateau, dann die erste Schwarmanzeige. Gas weg, Boot in die Drift gestellt und runterlassen. Peter und Alexander sind 10 m neben uns. Plötzlich schreit Ilse, Rutenspitze im Wasser: “Ich hab einen Hänger!!“ Was??? Jetzt schon?? - Über 68m Wassertiefe?? Im gleichen Augenblick sind Christophs und meine Ruten ebenfalls mit den Spitzen im Wasser, aber nicht wegen einem Hänger! Donnerwetter, da geht ja gleich die Bremse meiner Pennrolle los und ich kann die Rute nur noch auf die Bordkante legen, damit sie mir nicht aus der Hand gerissen wird. Meine Frau jammert, dass sie bald keine Kraft mehr,hat, die Rute noch zu halten. Jetzt wird es langsam eng! Ich kann nicht weg, die Fische und ich ging von mehreren aus, zogen immer noch ins Tiefe. Christoph hatte zwischenzeitlich die Oberhand gewonnen und begann raufzupumpen. „Ich glaub des wird immer leichter“ war sein Kommentar. Dann kam ein Fisch an die Oberfläche. Ein Seelachs mit ca. 10 Pfd. hing am Pilker. Am Paternoster war keine einzige Fliege mehr dran!!!! Alle abgerissen. Fisch ins Boot und dann übernahm er die Rute von Ilse, aber auch er bekam keinen Meter Schnur herein. Zwischenzeitlich waren wir bereits ca. 10 min abgetrieben und Peter und Alexander waren nach wie vor neben uns, hatten aber keinen Biss. Ich spürte, dass ich langsam Schnur auf die Rolle bekam und begann nach oben zu Pumpen. Dies wurde am Anfang immer wieder mit einer Flucht nach unten beantwortet. Aber diese wurden immer schwächer und so begann die Aufzugfahrt nach oben, immer darauf gefaßt, dass zwischendurch noch mal ein Run einsetzen könnte. Christoph konnte jetzt auch wieder Schnur aufspulen. Ein Zeichen dafür, dass er mit seinem Geschirr in Meinem vertüdelt war.
Dann nach ca. 20 Min. tauchen weiß-schwarze Leiber im Wasser auf. Seelachse, 6 Stück an der Zahl und heftig groß. Full Hause bei mir und einer bei Ilse an der Angel. Ich gebe Christoph meine Angel und greife einfach mitten in den Schnursalat, wo keine Haken sind und ziehe 4 Stück auf einmal über die Bordwand. Schnell noch einen mit Links und einen mit Rechts und dann liegen alle 7 Seelachse im Boot. Der schwerste 13 Pfd. und der Rest 12, 11 und 2 x 10 und 2 x 8 Pfd. Wahnsinn!! Ich bin völlig geschafft! Da hatte ich ja so um 50 Pfd. Seelachs auf einmal dran! Sowas hatte ich bisher noch nicht erlebt. Mein Griff zur 80 lbs.-Vorfachschnur hatte sich gelohnt.
Das Abendessen und der Urlaubsfang waren gesichert.
Wir schauten uns an und waren total aus dem Häuschen vor lauter Glück!! Was für ein Drill für jeden von uns!
Jetzt aber sofort wieder zurück zum Schwarm! Anhand des GPS Richtung Wegpunkt gefahren, aber leider fand ich den Schwarm nicht mehr. Nur noch einige dieser Kleinköhlerschwärme.
Nach längerer Suche und einigen kleineren Fischen und etlichen Kilometern entschlossen wir uns, nachdem es schon 18 Uhr geworden war Richtung heimwärts zu fischen.
Das Gebiet da draußen, liegt sehr nahe an der Schiffahrtslinie der großen Frachter etc. Da heißt es aufpassen auf Wellen und Schiffe und nicht nur aufs Fischen konzentrieren!
Bei schlechter werdendem Wetter sollte man das Gebiet räumen!
Um 20.30 kamen wir dann an unserem Steg an, machten ein paar Fotos und steuerten anschließend das Filetierhaus an. Hier hatten sich die Mieter der anderen zwei Häuser zu einem gemeinsamen Abendessen eingefunden und bestaunten unseren Fang. „Habt ihr die in der „Nordsee“ gekauft??“ feixten sie als wir die Fischkiste auf den Pier wuchteten. „Nee, auf dem Fischmarkt in Lyngdal“ gab ich grinsend zur Antwort. Dann filetierte ich die Fische und Ilse und Christoph halfen beim Einpacken.
Der Fang wurde natürlich noch etwas gefeiert.
 

heinerv

Immer noch ohne Bild !!!
AW: Familienkurzurlaub am Spindfjord

Hallo Peter,

so spannend schreiben - und dann solche Pausen zwischen den Beiträgen!!
Das ist ja fast seelische Grausamkeit.

Wird Zeit, daß die restliche Woche ebenfalls für alle zugänglich wird.

Der Superfang von dir ist natürlich noch zu würdigen. Das warst du ja wirklich der Liebling von Petrus. So eine "Seelachs-Kette" würde sich sicher jeder von uns mal wünschen.

Gruß
Heiner
 

Ossipeter

Active Member
AW: Familienkurzurlaub am Spindfjord

Nach Königsfischen durchführen und gleichzeitig Wahlvorstand heute werde ich es diese Woche versuchen weiterzuschreiben. Habt bitte etwas Geduld!
 
G

Gelöschtes Mitglied 828

Guest
AW: Familienkurzurlaub am Spindfjord

Hallo Peter,
Klasse Bericht. #6 Dann hau mal weiter in die Tasten, wir sind alle schon gespannt wie es weiter geht. Hast Du auch ein Paar Fotos?
 

SuperMario

z.Zt. nur selten hier
AW: Familienkurzurlaub am Spindfjord

7 Seis auf einmal... boah .... Da kann man dir ja nur ein dickes Petri nachträglich wünschen #6 #6 #6 .

Das Ganze macht Lust auf mehr. Schreib bitte schnell weiter. Und wenn du noch ein paar Foddos dazu stellst, ist das die Krönung des Ganzen :q .
 

Fischbox

Salzwasserjunkie
AW: Familienkurzurlaub am Spindfjord

Ossipeter schrieb:
Teil 2:

... kamen wir dann an unserem Steg an, machten ein paar Fotos und...

Dann mal rasch her damit... :m

Genialer Berichtund die Sei-Orgie ist ja wohl der helle Wahnsinn. Mach bitte schnell weiter.
 

Ostfriese

Member
AW: Familienkurzurlaub am Spindfjord

Hallo Ossipeter!
Auch wieder zu Hause?
Dann hat dein V Klasse Mercedes ja doch noch gehalten .
Das mit den Seelachsen hört sich ja gut an.
Wir waren vom 3.09.-10.09. bei Farsund und haben von Seelachsschwärmen nicht viel gesehen.
Dafür konnte ich am letzten Urlaubstag 2 Leng über einen Meter und einen Steinbeißer von 1,06m und knapp 10kg schwer überlisten.

Mit freundlichen Grüßen
Bernd V.
 

schlot

Active Member
AW: Familienkurzurlaub am Spindfjord

@ Ostfriese, erwarten natürlich auch von dir einen schönen Reisebericht mit noch schöneren Fotos! :)
 

Ossipeter

Active Member
AW: Familienkurzurlaub am Spindfjord

Hallo BERND,
Glückwunsch zu deinen HIGHLIGHTS, bin gerade dabei Bilder hochzuladen und Teil zwei zu tackern, verzweifel aber langsam an diesen blöden Bildern.
Naja jetzt schreib ich erst mal Bericht Teil 2!
 

Jirko

kveite jeger
AW: Familienkurzurlaub am Spindfjord

hüüülfe notwendig peter?... bereit, wenn sie es sind officer peter :m
 
Oben