Der Zusammenbruch der Heringsfischerei im Öresund vor rund 450 Jahren zeigt, wie Überfischung, Klimaveränderungen und wirtschaftlicher Druck gemeinsam eine Fischerei ins Wanken bringen können – und liefert damit Parallelen zur heutigen Ostsee.
Die Geschichte des Herings zeigt eindrücklich, dass Fischbestände besonders gefährdet sind, wenn Überfischung und ungünstige Umweltbedingungen gleichzeitig zuschlagen (Bild @pixabay)
Jahrhundertelang war Hering aus dem Öresund zwischen Dänemark und Schweden eine der wichtigsten Handelswaren Nordeuropas. Doch um 1570 brach die einst ertragreiche Fischerei innerhalb kurzer Zeit zusammen. Eine neue Studie zeigt nun: Nicht ein einzelner Faktor brachte die Fischerei zu Fall, sondern das gefährliche Zusammenspiel von Überfischung, Umweltveränderungen und gesellschaftlichen Problemen.
Quelle: nachrichten.idw-online.de
Die Geschichte des Herings zeigt eindrücklich, dass Fischbestände besonders gefährdet sind, wenn Überfischung und ungünstige Umweltbedingungen gleichzeitig zuschlagen (Bild @pixabay)
Jahrhundertelang war Hering aus dem Öresund zwischen Dänemark und Schweden eine der wichtigsten Handelswaren Nordeuropas. Doch um 1570 brach die einst ertragreiche Fischerei innerhalb kurzer Zeit zusammen. Eine neue Studie zeigt nun: Nicht ein einzelner Faktor brachte die Fischerei zu Fall, sondern das gefährliche Zusammenspiel von Überfischung, Umweltveränderungen und gesellschaftlichen Problemen.
450 Jahre Fischereigeschichte ausgewertet
Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung rekonstruierte dafür eine außergewöhnliche Zeitreihe der Heringsfänge von 1200 bis 1650. Historische Zollbücher, Handelsaufzeichnungen und weitere Archivquellen wurden mit ökologischen, wirtschaftlichen und klimatischen Daten kombiniert. So konnten die Forschenden nachvollziehen, wie sich verschiedene Belastungen gegenseitig verstärkten.Überfischung traf auf Klimawandel
Der Hering war bereits durch Überfischung geschwächt. Gleichzeitig sorgte die Abkühlung während der sogenannten Kleinen Eiszeit für ungünstigere Bedingungen und einen weiteren Rückgang des Bestands. Hinzu kamen wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen: Wanderdünen beschädigten Fangplätze, Arbeitskräfte gingen durch neue Vorgaben verloren und günstiger Hering aus der Nordsee setzte die Ostsee-Fischerei zusätzlich unter Druck. Der Bestand verschwand dabei nicht vollständig. Entscheidend war vielmehr, dass mehrere Probleme gleichzeitig auf die Fischerei einwirkten.Parallelen zur Ostsee von heute
Für die Forschenden ist die Geschichte deshalb mehr als ein Blick in die Vergangenheit. Auch der Hering der westlichen Ostsee befindet sich heute außerhalb sicherer biologischer Grenzen und steht vor erheblichen Problemen. Für ihn gilt bereits eine Null-Fang-Empfehlung. Während damals eine Abkühlungsphase den Hering zusätzlich belastete, ist es heute die Erwärmung der Ostsee durch den Klimawandel. Zusammen mit Überfischung und wirtschaftlichen Zwängen entsteht erneut ein komplexes Problem.Nicht nur auf den Fischbestand schauen
Die Studie spricht sich deshalb für ein ökosystembasiertes Fischereimanagement aus. Bei Entscheidungen sollen neben dem Zustand der Fischbestände auch Umweltbedingungen, wirtschaftliche Faktoren, Infrastruktur und die Situation der Fischereigemeinden berücksichtigt werden. Die Geschichte des Öresunds zeigt damit eindrücklich: Eine Fischerei kann auch dann in eine Krise geraten, wenn nicht ein einziger Faktor, sondern mehrere Belastungen gleichzeitig wirken.Quelle: nachrichten.idw-online.de
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