Ein paar allg. Fragen zum Rutenbau

So, jetzt ist es bald soweit.
Ich baue mir die erste Rute. Es soll eine 2,7m Spinrute zum Gufifischen werden, mit Korkgriff.
Es stellen sich mir bloß ein paar Fragen, die Ihr mir sicherlich beantworten könnt.
Also:

- Was für ein Klebeband nehme ich zum unterfüttern des Rollenhalters und des Korkgriffes? (Es soll ja ein Papierklebeband sein ohne die stauchung die ein Kreppband hat..??)

- Was für einen Kleber für den Korkgriff? Für den Rollenhalter nehme ich Uhu Endfest (ist besorgt) aber für den Griff? Habe schon gelesen das er am besten etwas aufschäumend sein sollte?

- Wie oft lackiert ihr die Ringbindungen? ein, zwei, dreimal?

- Lackiere ich die Rute, bzw. den Blank nach dem lackieren der Bindungen nochmal im ganzen? Wenn ja dann auch ein oder zweimal?

- Wird der Windingcheck auch festgeklebt oder einfach nur "festlackiert" ?

- Das Griffunterteil sollte ja der länge des Unterarmes entsprechen, also mit dem Ellenbogen abschließen, aber messe ich, indem ich die Rute am Vorgriff greife oder am Rollenhalter? (Ich fische sonst indem ich die Hand am Vorgriff habe beim Jiggen..)

Ich danke euch für eure Antworten und Tipps!!
Auf das es was wird mit der ersten Rute..
 

hsobolewski

Active Member
AW: Ein paar allg. Fragen zum Rutenbau

1) Jedes Krebband das glatt ist kann man dazu verwenden. Am besten in einem Baumarkt einkaufen.
2) Ich verwende fuer den Rollenhalter wie auch für den Korkgriff eine Epoxi-2K Kleber der normale Fließeigenschaften hat. Denn es gibt auch einen zä#hen Kleber der aber eigendlich fürs Rutenbauen nicht zu gebrauchen ist.
3) Ich würde sie min. dreimal lackieren. Lieber immer ein wenig dünner je Schicht (besseres Durchhärten) anstatt das man es mit gewalt probiert. Efekt wäre eine ungleiche Zähigkeit der Lackierung nach dem Aushärten. Sieht man dann später als Haarrisse.
4) Normalerweise nein. Nur wenn man diesen Efekt wünscht. Ist aber im allgemeinen abzuraten.
5) Ich nehme immer zwei Fingerbreiten mehr (inkl. Endkappe ! ). Und gehalten wird am Rollenhalter.
 
AW: Ein paar allg. Fragen zum Rutenbau

Danke schonmal!
Das nenne ich mal eine klasse Antwort.
Also kann ich zur Unterfütterung ruhig das ganz normale Tesa Malerkreppband nehmen?
Wie hältst du es mit der Unterwicklung, unterwickelst du bei jeder Rute oder nur bei richtig schweren Ruten?
Gruß
 

Geraetefetischist

Der Pappenheimerkenner
AW: Ein paar allg. Fragen zum Rutenbau

Der Windingcheck klebt schon von allein, der aufschäumende Kleber, den ich mir einfach mal gönne, tritt leicht aus, und dann passt das schon. Extra kleber draufschmieren sieht man hinterher vermutlich. Dann lieber nur Festlackieren.

Und zum unterfüttern des Rollenhalters nehm ich gar kein Klebeband mehr, Da setze ich auch Kork drunter. (in Bohrmaschine halbwegs Passend selbstaufgeschliffene Weinkorken) Klebeband zersetzt sich leider mit der Zeit, insbesondere bei Temperaturschwankungen, und Wasserfest ists normal auch nicht.
Ist zwar noch nie was Passiert, aber ist für mich (Perfektionist) einfach eine Horrorvorstellung, wenn unter dem Rollenhalter schimmeliges Ranziges Klebeband gammelt.

Rute Komplettlackieren nur im Notfall. Bringt auch nix.

Und anzahl der Lackschichten je nach Rutentyp. Bei leichten Fliegen und Matchruten versuche ich mit 2x Auszukommen, 30lbs Hochseeruten vertragen auch 6 Lackschichten. Dünn lackiert versteht sich. Nur bei der ersten schicht kann und sollte man etwas mehr Lack nehmen, dass sich die Windungen Vollsaugen können..

Just Monsters
Holger
 

hsobolewski

Active Member
AW: Ein paar allg. Fragen zum Rutenbau

Also ich baue mitlerweile bestimmt schon 25-30 Jahre Angelruten und das mit ein unterfütterter Rollenhalter lose geworden ist gab es noch nieh. Was machtst du blos das du davon ausgehst? Darum nehme ich auch keine aufschäumenden Kleber, weil hierbei immer auch luft eingeschlossen ist. Und was Kork angeht als unterfütterung. Wenn es kein Suprem-Qualitiät ist hält es mit Sicherheit nicht so lange wie ein Kreppband ohne Kleber. Auch Kork schrupft durch Wasser, und es ist einfacah zu viel Bewegung möglich. Vieleicht bei sehr feinen Ruten zu empfehlen, aber sonst generel abzuraten.
Eine Unterwicklung hat den rießen Vorteil das der Ring ein sauberes gerades Bett bekommt. Das resultat ist, das sich dadurch der Ring nicht so leicht drehen kann. Auch bleibt er fester am Blank. Dadurch entstehen noch wesendlich selterner Haarrisse.
Ob man nun Unterwickelt sollte man selber entscheiden. Meine eigenen Ruten unterwickle ich auser es sind sehr feine Ruten. Der Blank brauch fast nieh eine Unterwicklung. Als Beispiel wo man es braucht wäre z.B. die North Western (T 800 )Feeder. Da ist die Wandungsstärke so schwach das man mit geringen Kraftaufwand den Blank schon zusammen drücken kann.
 

Nordlichtangler

Well-Known Member
AW: Ein paar allg. Fragen zum Rutenbau

Also ich kann zum Unterfüttern und Kleben sagen und aus Erfahrung berichten: Das glatte Tesa-Klebeband (von wegen der etwas besser haltbaren Markenchemie) geht ganz gut dafür, wichtig ist das man etwas ZUVIEL überwickelt und stramm wickelt, eine Wickelrichtung einhält und dann Klebeband abpult anstelle nachzuwickeln, geht mit 1-2 Windungen nämlich schlecht und verrutscht. Der Griff oder Rollenhalter wird dann in Wickelrichtung auf- und abgedreht, sitzt dann schon ohne Kleber ziemlich fest. Meine Versuche mit einer einfachen 375ml Pattex-Kleberdose waren erfolgreich, das reicht als Klebekraft bei sauberer Passung und läßt einem etwas Verarbeitungszeit, flutscht gut und ist nicht teuer oder aufwendig zu verarbeiten, geht auch gut im Überlauf wieder zu entfernen.

Wenn man ganz optimale Passungsqualität im Griff haben möchte, läßt man die Teile ohne die endgültige Verklebung eine Zeit ruhen und falls die Tesa-Wicklung sich doch noch verschieben möchte hat sie so Zeit dazu. Wenn man also Zeit hat das z.B. eine Woche liegen zu lassen und dann die Passung nochmal zu prüfen und weiterzuarbeiten ist das sowieso gut.

Rutenblanks sollte man nur vorher lackieren, egal ob Farbe oder Klarlack.

Zu den Wicklungen und Wicklungslack ist ja schon fast alles gesagt. Wenn man zu dick auf der Wicklung lackiert bekommt man ein Drehproblem, wenn's rund und ohne Tropfen bleiben soll. Sehr dünn lackiert kann man das mit wenigen Wendungen echt einfacher haben. :g

"Deinen" Griff mußt Du vorher exemplarisch ausmessen, z.B. an einer Matchrute mit Schieberingen. Bezugspunkt ist der Haltepunkt der Hand, z.B. der Rollenfuß in Relation zum Rutenende inklusive Abschlußknauf. Da muß man dann natürlich auf die verschiedenen Teillängen zurückrechnen (Zeichnung machen), braucht man zum Glück aber nur ein mal pro Angler ermitteln und eventuell nach Praxistest bei der nächsten Rute nochmal anpassen. ;) |kopfkrat :)
 
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fishmike

Member
AW: Ein paar allg. Fragen zum Rutenbau

Also ich verwende zum Unterwickeln auch einfaches billiges Klebeband und hatte bisher noch keine Probleme, wichtig ist nur dass eine Drehrichtung beim aufbringen des Klebebandes eingehalten wird!! Als Kleber verwende ich ausschließlich 2K Kleber.

Ich unterwickle fast alle Rutenringe, außer bei Ruten mit Einstegringen. Es sieht 1. nicht schlecht aus und 2. halten die Ringe besser. Allerdings sollte auch zum Unterwickeln kein Metallic Garn verwendet werden, da habe ich ganz schlechte Erfahrungen damit gemacht. Das nimmt keinen Klebstoff auf und hält dadurch weit nicht so gut wie normales Bindegarn.

Den Rutenblank lackieren?? Da würde ich mich nicht drüber trauen. Es ist schon gar nicht leicht dass man eine ordentliche Luftbläßchen freie und auch staubfreie Lackierung bei den Ringen hinbekommt!

@hsobolewski: Du hast doch die Pacific Bay Blanks oder??

mfg
MICHI
 

Nordlichtangler

Well-Known Member
AW: Ein paar allg. Fragen zum Rutenbau

Zu den Klebebändern kann ich aus langjähriger Beobachtung einen klaren Unterschied erkennen: Die billig-Bänder trocknen aus oder backen an. Die von Tesa-, egal ob Krepp oder Film, haben immer noch erstaunlich lange eine Klebeeigenschaft, was man beim ablösen und wieder andrücken schnell merkt. Ziemlich dämlich fände ich den Fall, daß gerade der Rollenhalter nach etlichen Jahren bei einem kräftigen Ruck (z.B. der Superdrill) sich durch freilaufendes Klebeband drehen läßt. Der Neuaufbau ist dann auch nicht von Pappe. Sowas hatte Geraetefetischist bestimmt auch mit im Kalkül. :m
Ich bin kein Beiersdorf-Aktionär und habe nichts von Tesa-Werbung, aber die 2 EUR Aufpreis für langjährige Kleber-Klebekraft ist mir das schon wert. :g

Wieso nicht Ruten lackieren? wenn einem die Blankfarbe nicht gefällt, ist das doch keine große Tat. Glänzender Kunstharzlack wird selbst mit Pinsel schon ganz schön und wird eine kräftige Schutzschicht, eine Sprühflasche geht ruck-zuck ganz dünn, egal ob matt oder glanz. Da kenn ich nichts, früher wurden alle meine Teleruten neu lackiert (von wegen der Quietsche-Farben). Nur staubfreie Arbeitsumgebung ist wichtig. Sofern ich mich für eine Farbe mal wirklich entschieden habe, kommt das bei den Spinnruten auch noch. :)
Da die meisten Ruten/Blanks in Kohle-grau-klar, oder dunkelgrün oder dunkelblau angeboten werden hatte ich mit den Farben aber eben auch kein großes Problem mehr. Gibt aber sogar Leute, die lieben rote oder gelbe Blanks #d :m
 
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