Drill und Tragkraft

Habe mal zwei Fragen, die ein wenig miteinander zu tun haben.

Die erste wäre, wie ihr das Drillen handhabt. Stellt ihr die Bremse leicht ein, so dass der Fisch Schnur ziehen kann? Oder sogar ganz zu, so dass er gar keine Schnur nehmen kann? Wie wirds gemacht, was ist besser? Eher pumpen oder einkurbeln? Gibt es da vielleicht sogar von Fisch zu Fisch Unterschiede?

Die zweite Frage bezieht sich auf die Tragkraft der Schnüre. Es wird ja immer angegeben, wie hoch die Tragkraft ist. Als Beispiel sagen wir mal 10kg. Was genau sagt mir diese Bezeichnung aber?
Wenn ich 10kg an die Schnur hänge, dann hält sie das aus. Hänge ich mehr ran, dann reißt sie?
Und wie ist das auf den Fisch übertragbar? Es wird ja nichts mit dem Fischgewicht zu tun haben, oder? Denn der Fisch entwickelt ja Kräfte, etc.
Was genau sagt mir also die Tragkraft in Bezug auf den Fisch?


Ich hoffe, dass besonders die zweite Frage verständlich ist, denn das habe ich mich schon immer gefragt :)

Danke euch.
 
AW: Drill und Tragkraft

hallo
also ich mache das in norwegen immer so das die bremse so eingestellt ist das wenn ein grosser fisch beisst bzw. überbeisst (zb. ein gosser köhler im mittelwassser)
das er schnur ziehen kann an sonsten mußt du damit rechnen das er abreist,und wer will das schon.
den das passiert oft genug.
der nachteil ist das du dann aber auch drall auf die schnur bekommst.
vor allem fische ich mit geflochtener schnur, da ist kreine denung aber mit der bremse kann man da´schon das ausschlitzen verhindern.
bremse zu ist so eine sache bei starker drift einen hänger zu haben macht keinen spass glaube mir.

dann pumpe ich immer auser ich fühle das es mal wieder ein mini lumb ist das kurble ich auch nur.
wie willst du mit nur kurbeln einen fisch von zb.15 kg hoch kriegen?
wenn du am pumpen bist kann man auch immer schön die schlege des fisches abfangen das ist wichtig das die schnur ja auch nicht nach giebt.

10 kg heist das die schur 10 kg zuch last ab können soll aber da lügen die auch oft genug.wenn die schnur neu ist kann sie auch schon mal mehr ab.aber der schwechste punkt ist immer das problem also eine stelle in der schnur oder der knoten oder das vorfach ist immer das was vorher reist.
wann hast du schon mal 10 kg zuch last auf der rute meisstens nur bei hängern oder super fischen.
ein 10 kg fisch wiegt ja auch keine 10kg im wasser nur an der luft sonst würde man fische von 50 kg ja so gut wie nie hoch bekommen.
wie haben das mal aus probiert ein 50 lbs rute 2,1m lang ohne gimpel und harness und am anderen ende eine wage und dann haben wie gepumpt ohne ende und es hat sich heraus gestellt das man kurz zeitig mal 15kg erreicht hat.bei 12 kg haben wir es grade mal 1 min ausgehalten wobei die rute vollkommen einen halbkeis machte.wenn du einen harness und gimpel nimmst wirst du mehr wie 12 kg schaffen auch länger wie 1 min aber lange hälst du das nicht aus,auserdem warum soll ich einen fisch so hard drillen?
mfg
meeres_angler
 
AW: Drill und Tragkraft

Bezüglichd es Drills habe ich gefragt, weil ich in einem Karpfenfilm mit Markus Pelzer gesehen habe, dass er die Karpfen mit geschlossener Bremse an Land zieht. Er pumpt und kurbelt dann beim Senken der Rute die Schnur ein, etc.
Der Drill dauert dementsprechend auch nicht lange.
Persönlich habe ich die Bremse immer ein wenig aufgemacht, eben aus der von dir genannten Gefahr den Fisch zu verlieren. Jedoch hat mich das Video stutzig gemacht und deswegen die Frage.


Die Tragkraft... Du sagst, dass man wohl kaum eine so hohe Last haben wird, wie die Tragkraft hergibt (meistens zumindest). Warum werden denn dann trotzdem so häufig so dicke monofile Schnüre verwendet? Zum Beispiel beim Hechtangeln, da werden ja schon so 0,30mm aufwärts benutzt. Ist das überhaupt notwendig?

Wie stark beeinflussen denn die Knoten die Tragkraft? Ich bin bei Knoten nämlich sehr skeptisch, traue denen eigentlich nie :) (Habe auch irgendwie immer Angst, dass ich sie falsch mache, wobei ich weiß, dass das nicht der Fall ist)
Wenn man das in Prozent ausdrücken könnte, wie stark würde die Tragkraft leiden?

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Dazu gleich noch zwei Fragen, die mir gerade in den Kopf gekommen sind.

Uno: Gibt es Unterschiede bei den Knoten, d.h. reißt Knoten A zB schneller als Knoten B? Ich nutze zB immer diesen Clinchknoten. Ist der ganz in Ordnung oder sind andere Knoten besser?

Zwei: Würde es irgendwie das Angeln beeinflussen, wenn ich die Schnur an Stellen markiere? (zB kurz über dem Knoten, damit ich kontrollieren kann, ob die Schnur tatsächlich am Knoten gerissen ist?)


Danke dir aber für die ausführliche Antwort eben. Hat mir sehr geholfen!
 

Kochtoppangler

Fliegenschmeißer
AW: Drill und Tragkraft

Ich stelle die Bremse eigentlich immer erstmal sehr hart ein (so das die Schnur grade eben nicht reißen kann ) . So kommt der Anhieb auf jeden fall gut durch . Wenn ich dann merke das es ein größerer fisch ist mach ich die Bremse soweit auf wie es das Gewässer erlaubt . In einem sterilen Forellenpuff z.B. kann man die Bremse ganz aufmachen und einfach warten bis der fisch sich müde schwimmt .Wenn dagegen Hindernisse in der nähe sind muss die Bremse dichtbleiben und der fisch von diesen hindernissen abgehalten werden .

Deshalb braucht man auch z.B. zum Hechtfischen eine recht Dicke Schnur (wobei mir persönlich ne 25er ausreicht) denn hechte stehen meist in der nähe von Hindernissen .

Von dem einfach rauspumpen der Fische wie das dieser Karpfenspezi macht halt ich nicht viel denn dabei ist die gefahr das der haken ausschlitzt oder die Schnur reißt recht groß .
 

plattform7

Angler aus Leidenschaft
AW: Drill und Tragkraft

Also beim Drill mache ich das auch so, dass ich größere Exemplare pumpe. Die Fische, von denen ich weiß, dass mein Tackle das ohne Problemme aushält, kurbele ich einfach ein.

Die Bremse ist bei mir auf meinen Zielfisch vor dem Einwurf eingestellt, ich vermeide es, während des Drills an der Bremse zu fuchteln. Verwende bei meiner Matche z. B. ne Rolle mit der Kampfbremse, da kann ich schnell und unkompliziert die Bremswirkung der Drillsituation anpassen.

Nun zu den Knoten:
Natürlich beeinflussen Knoten die Tragkraft, Prozenzahl weiß ich nicht, schätze aber so 70%. Es ist ja auch vom Knoten zum Knoten Unterschied da. Deshalb gibt es ja so viele verschiedene. Manche sind "doppelt", also extra auf maximale Tragkraft ausgelegt, die anderen widerum sind gut für Kunstköder, da sie das Laufverhalten wenig beeinflussen... usw. Also reißt ein Knoten A schneller als Knoten B...

Die Schnur kannste natürlich markieren. Viele verwenden ja schon so Markierungen, z.B. beim Schleppen, damit man weiß, wieviel Schnur bereits im Wasser ist....
 
AW: Drill und Tragkraft

Es gibt ja viele Knoten, die man zB zur Verbindung von Schnur und Wirbel nehmen kann. Oder auch Schnur mit Haken.

Welche Knoten halten denn am meisten? Mir geht es eigentlich nur um die Schnur-Wirbel/Haken-Verbindung. Denn wenn ich spinnfischen gehe, dann verbinde ich die Schnur ja eigentlich immer mit nem Stahlvorfach, was ja wie ein Wirbel fungiert.


Bin gespannt :)
 

Kochtoppangler

Fliegenschmeißer
AW: Drill und Tragkraft

Die Tragkraft der Knoten hängt auch von der Schnur ab .
Für geflochtene brauchst du z.B. andere Knoten wie für Mono .

Übrigens gibts auch sogennante No Knot verbinder bei denen die Schnur (angeblich) fast 100 % Tragkraft behält . Siehe z.B. hier : http://www.anglerboard.de/board/showthread.php?t=44248&highlight=knot

@ Plattform7 Was ist denn der Vorteil einer Kampfbremse/ was isn das überhaupt ?
Ich habe mit ner normalen Heckbremse noch nie Probleme gehabt die bremskraft auf die Situation einzustellen . Wo isn das problem im Drill an der bremse zu drehen ?
 

plattform7

Angler aus Leidenschaft
AW: Drill und Tragkraft

@Kochtoppangler

Ich meine das nicht so, dass es allgemein ein großes Problem darstellt. Hier ist Vertrauen in - und Kenntnis von seinem Gerät wichtig. Ich hatte in meinen Anfängen bissele Problemme mit der justierung während des Drills. Es kommt ja auch noch auf die Rolle an, bei manchen ist ne Viertel drehung schon fast zu, bei Anderen ändert sich dabei nur minimal was. Ich finde es nur richtig, die Bremse VOR dem Rauswurf einigermaßen eingestellt zu haben. WÄhrend des Drills mit einer Frontbremse ist auch die Schnur ständig im Weg und da kann (muss nicht) leichter ein Fehler passieren.

Zu Kampfbremse:
Ich verwende die Shimano Stradic mit der Kampfbremse. Es handelt sich hierbei um eine Funktion, einen Drehschalter, der an der Heckbremse hängt, den man mit dem Finger bewegen kann und die Bremswirkung schnell und sicher (ohne eben von mir beschriebenen zufälligen überdrehen) ändern kann. Bewege ich den Schalter in eine Richtung, mache ich die Bremse mehr zu, um z.B. den Fisch von dem Gebüsch fern zu halten, bewege ich ihn in andere Richtung, ist es fast ein Freilauf. Die Wege sind dabei minimal und es funktioniert gut. Hier auf dem Bild siehste den Schalter an der Bremse:

Ist sicherlich keine Notwendigkeit, ich finde es persönlich praktisch...
 
AW: Drill und Tragkraft

Danke für den Link Kochtoppangler.
Dennoch habe ich ja noch alte Wirbel, und Haken ohne Vorfach, sprich zum selber binden, liegen hier auch noch rum.

Sicherlich werde ich mir diese No-Knot-Wirbel besorgen, aber mich würde trotzdem interessieren, welcher der herkömmlichen Knoten ein recht starker ist. Der Clinch, der Palomar, etc.

Achja, wenn möglich auf beide Schnurarten bezogen, da ich beides besitze, wobei ich für das Vorfach sicher geflochtene nehmen werde. Die monofile spielt nur beim Grundangeln in Bezug auf die Verbidung mit dem Wirbel eine Rolle.

Vielleicht krieg ich ja diesmal ne für mich ausreichende Antwort :):):)
 

spin-paule

kocher-jagst
AW: Drill und Tragkraft

Es wurde schon fast alles gesagt, deshalb kurz und knapp:
Als Spinnfischer stelle ich die Bremse so ein, dass die Schnur kurz vor dem Abriss abziehen kann, also ziemlich hart. Meine Twinpower hat für den Drill noch eine, ich glaube man nennt das "Kampfbremse". Ehrlich gesagt habe ich sie noch nie wirklich gebraucht. Bei geflochtener Schnur stelle ich die Bremse etwas weicher ein, da diese Schnur fast keine Dehnung hat und bei einem knallharten Biss schneller abreisst.

Zu den Knoten:
Ich habe da ein tolles Büchlein geschenkt bekommen. Es nennt sich: "KNOTEN... 83 Knoten - die wichtigsten Verbindungen für den Angler" ein Sonderheft von Rute&Rolle. Besonders gut daran finde ich, dass bei manchen Knoten, bei optimaler Bindung, der Tragkraftverlust in % angegeben wird. Z.B. der Clinch (Klammerknoten) sichert eine durchschnittliche Tragkraft von 85 - 90 % oder der Palomar-Knoten 95-100%.
Klar, die Angaben sind relativ, aber sie sind zumindest ein Richtwert.

Soweit so gut,
Gruß,
Spin-Paule
 
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AW: Drill und Tragkraft

Wunderbar, sowas wollte ich doch hören :)

Selbst, wenn die Prozentangaben nur Richtwerte sind, würden sie einem ja trotzdem sagen, dass der Palomarknoten mehr verträgt als der Klammerknoten. Und darum ging es mir ja.


Den Palomar kann man ja bedenkenlos mit geflochtener UND monofiler Schnur machen, oder gibt es da auch etwas zu beachten?
Denn beim Klammerknoten (Clinch) soll man ja mehr Windungen machen mit geflochtener als mit monofiler.
 

Adrian*

Faulenzer
AW: Drill und Tragkraft

Wenn du eine, sagen wir mal 9kg geflochtene schnur irgendwo fest machst und das andere ende an eine wagen einschlaufst, reisst die schnur bei mir immer bei einer zugkraft von 4 kg...
 

Nordlichtangler

Well-Known Member
AW: Drill und Tragkraft

^ Wobei Du das schönste Beispiel hast, daß eine multifile (~geflochtene) Schnur unter Berücksichtigung des realen Durchmessers und der Knoten eben effektiv NICHT mehr trägt als eine monofile Schnur.
Der Vorteil der multifilen Fasern liegt in der Dehnungsarmut bei längeren Schnurstrecken im Wasser und der teilweise höheren UV-Licht Verträglichkeit. Alle Tragkraftangaben auf den Schnurspulen sind erfahrungsgemäß mit Vorsicht zu geniessen und sollten daher auch kein Auswahlkriterium mehr sein, besonders solange nicht definierte Knotentragkraftangaben dort stehen. (Die DAM Tectan hatte das mal)

Daumenregel zur Tragkraft: a) soviel wie möglich. b) eingeschränkt durch so feine Schnüre wie vertretbar möglich wegen Wurfweite und Unauffälligkeit und Abdrift und Handhabbarkeit.

Beim Drill muß man erstmal zwischen der Notbremse (=auf gerade noch nicht zerreissende Kraft eingestellt) und einer aktiven Drillbremse unterscheiden.

Das hängt vom Fisch und den Gegebenheiten ab, letzlich ist sowohl a) der harte Kampf auf Biegen und Brechen interessant als auch b) das Laufenlassen und Herandrillen. Wurde schon richtig gesagt, daß c) das Gewässer und vor allem die Hindernisse das ganz wesentlich bestimmen - also die Notwendigkeit hart heranzuholen daher kommt, oder d) der Fisch sehr groß für das Gerät ist und man dann nur per b) den Fisch überhaupt ein wenig halten und müdedrillen muß.
Also bei c) -> a) und d) -> b) :g :m
 
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