Drill: über Bremse oder offene Rücklaufsperre

pfantomas

Member
Hab seit längerem keinen Abriss mehr in der Hauptschnur gehabt. Dafür ein paar hyperaktive Graser ausgedrillt, die mir etliche Meter Schnur über die Bremse von der Spule gezogen haben. Bei der letzten Session hab ich festgestellt, daß die Schnur total verdrallt ist. So stark, daß wenn man die Spannung aus der Schnur nimmt sich alles wunderbar zusammendreht.
Wie gesagt, drillen tue ich die ganze Zeit über Bremse, welche ich auch für den Schnurdrall verantwortlich mache.
Gegen einen Fullrun während der Tiefschlafphase kann man nichts machen, da gehen halt einge Umdrehungen rum bis man wach ist.

Aber es gibt ja aber noch die Alternative über die offene Rücklaufsperre zu drillen. Somit dürfte kein Drall mehr entstehen.

Lieg ich da richtig oder hat der Schnurdrall eine andere Ursache.|kopfkrat
z.b. sich drehende Montage beim auswerfen oder einholen

Drillt jemand mit offener Rücklaufsperre und hat diesbezüglich Erfahrungen??????????

so long, Gruß Thomas |wavey:
 

Franz_16

Mitglied
AW: Drill: über Bremse oder offene Rücklaufsperre

Drillt jemand mit offener Rücklaufsperre und hat diesbezüglich Erfahrungen??????????
Hab das mal in einem Profiblinkervideo gesehen und auch mal ausprobiert... dabei hab ich festgestellt, dass ich zu blöd dafür bin und drille jetzt wieder ganz normal über die Bremse.

Hatte bislang weder bei Geflochtener noch bei Mono irgendwelche Probleme wenn ich über die Bremse gedrillt habe....
 

pfantomas

Member
AW: Drill: über Bremse oder offene Rücklaufsperre

Genau von den Profiblinkers hab ich die Weisheit, daß der Schnurdrall über die Bremse kommt. Die drillen ja alles, ob Wels, Zander, usw. über die offene Rücklaufsperre.
Hab´s natürlich auch mal beim twistern versucht, bis ein Rapfen mir die Kurbel aus den Fingern gerissen hat. Die hat mir im Rückwärtsgang dermaßen auf die Griffel gehauen, daß der Angeltag auf dem Sofa mit Eisbeutel geendet hat.

Also Franzl, es gibt noch einen Blöden, der sich sogar schon selbst zerstümmelt hat.#q
Blöd genug um es beim Karpfenangeln nochmal zu probieren, falls es was bringt.

so long, Gruß Thomas |wavey:
 

Nebelhorn

Member
AW: Drill: über Bremse oder offene Rücklaufsperre

Ich lasse die Rücklaufsperre immer geschlossen. Alles andere führt nur zu Unfällen.
Drall entsteht meines Erachtens bei Stationärrollen weniger dadurch, daß man über die Bremse drillt, als vielmehr dadurch, daß beim Drill entweder zu viel gekurbelt wird oder beim Einholen der Angel nicht auf eine genügend straffe Schnur geachtet wird.
Seit ich immer genau auf beides achte, habe ich keinerlei Probleme mehr - auch nicht bei Grasern!
 

Debilofant

Porzellanladen-Beauftragter aD
AW: Drill: über Bremse oder offene Rücklaufsperre

Morjen,

drillen geht bei mir nur über die Bremse! Hin und wieder hab ich zwar auch schon gehört, dass einige Sportfreunde lieber per Hand rückwärts kurbeln, jedoch hat das in meinen Augen über die hier schon genannten Mißgeschicke noch weitere Nachteile. Der Fisch schwimmt nicht gegen einen konstanten Zug an, sondern gegen mal deutlich mehr oder weniger Widerstand, je nachdem wann nachgegeben wird, bis hin zu womöglich fast zuglosen Momenten - m.E. erhöht sich so die Gefahr des Ausschlitzens des Fisches um Einiges.

Der Schnurdrall wird bei den Stationärrollen durch das Umlenken der Schnur über das Schnurlaufröllchen produziert. Dieses Umlenken findet auch beim Rückwärtsdrehen statt, allerdings ist das Verdrallen beim Drillen über die Bremse in der Tat höher, wohl wegen des durchgehend höheren Widerstandes beim Umlenken der Schnur, die das dann wohl nachhaltiger "abspeichert". Den meisten Drall produzieren wohl Freilaufrollen, bei denen die Schnur am häufigsten den Umlenkvorgang über das Schnurlaufröllchen mitmachen muss. Je häufiger ein Schnurabschnitt dieses Umlenken mitmacht, desto mehr Drall kommt in die Schnur.

Es hängt aber letztlich auch von den Eigenschaften der verwendeten Schnüre ab, ob viel oder wenig Drall beim Gebrauch stationärer Rollen entsteht. Ganz vermeiden lassen wird er sich aber nicht.

Wenn es wirklich zuviel wird, hilft manchmal etwas manuelles Enttüdeln bei frei liegender Schnur oder ein dosiertes Strecken der Schnur durch Zugbelastung. Da aber auch das nur begrenzt helfen kann, kommt man wohl um einen regelmäßigen Schnurwechsel nicht herum.

Tschau Debilofant #h
 

Pilkman

Active Member
AW: Drill: über Bremse oder offene Rücklaufsperre

Hallo,

eine Schnur verdrallt defintiv mit der Zeit darüber, dass entweder Schnur bei einem Run über den Freilauf bzw. über die Hauptbremse einer Stationärrolle abgezogen wird, Montagen über den Freilauf oder die offene Bremse mit dem Boot rausgeschleppt oder rausgeschwommen werden oder im Drill über die Bremse Schnur abgezogen wird. Richtig toll verstärken kann man das Problem, indem man beim Drillen über eine relativ locker eingestellte Bremse einfach weiter versucht Schnur aufzukurbeln.

Im Grunde genommen ist Drall also nichts anderes als eine interne Verdrehung in Schnurrichtung - die netten Perücken entstehen dann erst aufgrund dessen, wenn die Schnur nicht mehr unter Spannung steht. Wie gesagt, diese Probleme kennen konstruktionsbedingt nur die Stationärrollen, bei Multirollen tritt solch ein Drall nicht auf.

Für mich ist monofile Schnur ein Verschleißartikel, der ein Drillen über die Bremse mitmachen muss. Einige Schnüre sind anfälliger für Drall, andere nicht. Auf die konzentriere ich mich dann auch meist.
Geflochtene Schnur verdreht sich auch, nur neigt die dann lange nicht so stark zu Perücken und anderen negativen Drallerscheinungen. Insofern kann ich die dann trotzdem problemlos und auch länger nutzen.

Fazit:
Ich drille IMMER über die Bremse - das schöne Sirren gehört doch einfach dazu. :m
 

Kochtoppangler

Fliegenschmeißer
AW: Drill: über Bremse oder offene Rücklaufsperre

Besonders beim Spinnfischen drill ich anfangs meist mit offener Rücklaufsperre .
Der grund ist einfach : So kann ich die Bremse erstmal zuknallen und wenn n Fisch beißt kann man den Anschlag vernünftig durchbringen ohne das dabei gleich die Bremse aufkreischt und die halbe kraft des Anschlags verpufft ... Danach steig ich aber meist recht schnell darauf um über bremse zu drillen .

Der zweite Grund für mich über Rücklaufsperre zu drillen ist an einer Hindernisreichen Stelle .So kann man den Fisch wenn er kurz vorm Hindernis ist mit ziehmlicher Gewalt davon abhalten . Über die bremse dagegen kann er manchmal noch ins Hindernis ziehen .
 

Sailfisch

(Little) Big Gamer
AW: Drill: über Bremse oder offene Rücklaufsperre

Pilkman schrieb:
Fazit:
Ich drille IMMER über die Bremse - das schöne Sirren gehört doch einfach dazu. :m
Schließe ich mich an! #6 #6 #6
Im Übrigen bin ich eh zu blöd über den Rücklauf zu drillen. Kann mir auch nicht vorstellen - mit Ausnahme des Drallproblems - wo da der Vorteil liegen soll. Wenn ein Fisch in ein Hindernis ziehen will, dann stoppe ich die Spule mit der Hand. Von GT´s mal abgsehen! :m
 

Tobsn

Member
AW: Drill: über Bremse oder offene Rücklaufsperre

Der Schnurdrall wird bei den Stationärrollen durch das Umlenken der Schnur über das Schnurlaufröllchen produziert. Dieses Umlenken findet auch beim Rückwärtsdrehen statt, allerdings ist das Verdrallen beim Drillen über die Bremse in der Tat höher, wohl wegen des durchgehend höheren Widerstandes beim Umlenken der Schnur, die das dann wohl nachhaltiger "abspeichert". Den meisten Drall produzieren wohl Freilaufrollen, bei denen die Schnur am häufigsten den Umlenkvorgang über das Schnurlaufröllchen mitmachen muss. Je häufiger ein Schnurabschnitt dieses Umlenken mitmacht, desto mehr Drall kommt in die Schnur.
Das der Drall über das Umlenken der Schnur entsteht ist meines Erachtens Unsinn. Bei Schnurabzug über die Bremse dreht sich bei der Schnur nix. Wenn man sich das mal bildlich vortellt, ist der Zug grade und der Ablauf von der Spule nicht anders als bei ner Multi. Der Drall kommt erst duch das Kurbeln auf die Schnur. Der Rotorkopf dreht die Schnur in sich und da sie am anderen Ende starr befestigt ist (ein Wirbel dreht sich ja bei Zug kaum bzw. garnicht) dreht sich die Schnur auf. Wenn man die Schnur nun einkurbelt und der Fisch die Schnur inklusive dem durchs Kurbeln produzierten Drall wieder runterzieht, verstärkt sich der Dralleffekt dur erneutes Einkurbeln. Kurbelt man dagegen rückwärts, ensteht ein entgegengesetzter Drall der den vorhergehenden negiert. Comprende?

T
 

Pilkman

Active Member
AW: Drill: über Bremse oder offene Rücklaufsperre

@ Tobsn

Na dann erklär mir mal bitte, warum man eine komplett verdrallte Schnur erhält, wenn man z.B. seine Montagen ein paar Mal 80-100 Meter weit (aus Faulheit oder weil man allein am Wasser ist) über die offene Bremse oder den Freilauf einer Stationärrolle mit dem Boot rausschleppt. ;)

Und warum da rein gar nichts passiert, wenn man einem Kumpel am Ufer mit der Rute in der Hand und offenem Rollenbügel stehen läßt und die Montage so rausschleppt. ;)

Und warum man im Trockentest eine Schnur verdrallen kann, indem man das Schnurende fixiert, so dass es sich nicht verdrehen kann und dann über die Bremse Schnur abzieht? ;)

So richtig wohl überlegt erscheint mir Deine Theorie daher nicht gerade... ;)
 

Debilofant

Porzellanladen-Beauftragter aD
AW: Drill: über Bremse oder offene Rücklaufsperre

Da war ich wohl angesprochen...,

aber zunächst mal Danke @ Pilkman für den vorstehenden Beitrag, der mir einen guten Teil der fälligen Klarstellungen erspart #6

so nun @ Tobsn:

Dass die Bügeldrehbewegungen ihren gehörigen Anteil am Schnurdrall haben, hab auch ich nicht ignoriert. Nur ist dieser Aspekt schon dadurch benannt, wenn man eben von Stationärrollen spricht, bei denen dieses ja gerade mit zum Funktionsprinzip gehört. Der wirklich üble Schnurdrall resultiert aber aus dem Zusammenspiel mehrerer Aspekte. Und da ja hier das Thema "Drill über Bremsen oder..." der Ausgangspunkt war, hab ich mich schwerpunktmäßig halt zu der trotz Bügelstillstands nach wie vor nicht zu wenig Drall mitproduzierenden Ursache geäußert - Schnurumlenken! Dass dem so ist und dem bei zum Karpfenangeln inzwischen wohl überwiegend eingesetzten Freilaufrollen insbesondere so ist, siehe Beitrag von Pilkman...

Meiner Meinung nach spielt hier auch der Memory-Effekt vieler Monofilschnüre mit herein - diese bringt man nämlich schon dadurch zum Kringeln, wenn man sie nur mal mit Druck in spitzem Winkel kurz über den Daumennagel zieht oder halt über einen Bleistift drüber bzw. besser halbdrum laufen lässt.

Aus gegebenem Anlass auch noch eine Schlussbemerkung:

Tobsn schrieb:
Das der Drall über das Umlenken der Schnur entsteht ist meines Erachtens Unsinn.
Tobsn schrieb:
Abgesehen davon, dass ich solches Vokabular ("Unsinn") auch beim formulieren einer konträren Meinung nicht verwenden würde, lass ich denn mal einfach offen, wer hier was oder wer hier was nicht "verstanden" hat! Es wäre jedenfalls schön, wenn ich so etwas zukünftig nicht mehr lesen muss, sobald jemand mal anderer Meinung ist. Eine solche soll jeder vertreten und hier auch posten können, aber bitte ohne unsachliche Kraftwörter. Danke!

Tschau Debilofant #h
 

AngelAndy20

Active Member
AW: Drill: über Bremse oder offene Rücklaufsperre

Ruhig bleiben...:m

Meine Meinung: Drillen über Rücklauf bringt bei großen Fischen Verluste, besonders bei den ersten Versuchen, da es einem die Kurbel aus der Hand fetzt, entweder tut man sich weh oder man kommt nicht mehr "rein". Wenn der Fisch dann einen Moment steht, dreht die Rolle sich weiter rückwärts - macht das mal ohne Fisch, aber stellt auch schonmal nen Stuhl fürs entheddern parat!:m
Ich finde das is ne todsichere Methode, große Fische zu verlieren...;+

Beim bremsen entsteht Drall? Ich dachte immer nur beim einkurbeln...|kopfkrat Okay!
Aber mein Bruder hat mir desletzt gezeigt, wie man Zitat "mal Richtisch fett Drall macht"! Er hatte nen Hänger und wollte eh die Schnur wechseln, also Bremse was auf und KUUUUUUUUUUUUUURBELN was die Schwinge hält, so wie ich das manchmal auch bei einigen anderen Anglern sehe, ob Hänger oder Drill is egal - das Ergebnis von 5 Sekunden kurbeln bei durchdrehender Bremse war phänomenal...:v
Also, wenn die Bremse schnur gibt (im Drill) hat die Kurbel Pause!:g
 

Tobsn

Member
AW: Drill: über Bremse oder offene Rücklaufsperre

@ Debilofant

Vielleicht war das etwas unglücklich geschrieben, ich wollte Dir nicht ernsthaft auf die Füße treten. Ich hatte nur das Gefühl, dass diese Aussage etwas unüberlegt war. Denn grundsätzlich passiert beim Umlenken über das Schnurlaufröllchen nichts anderes als beim Austritt über den Spitzenring. Im Gegenteil ist hier der Reibungswiederstand (Daumennageleffekt) höher, zumindest wenn die Rolle über ein kugelgelagertes Schnurlaufröllchen verfügt. Die Geschichte mit dem Daumennagel hat meines Erachtens allerdings eine andere Ursache und Effekt als der Drall den der Rotor einer Rolle verursacht. Beim ziehen monofiler Schnur über den Nagel, erhitzt sich selbige durch den Reibungswiederstand, was wiederum die Polymerketten dazu bringt sich einseitig zusammenzuziehen (In etwa wie bei einem Geschenkband oder wie Schnur sich käuselt, wenn man ein Feuerzeug dranhält). Daher kann man dieses Kringeln auch durch strecken wieder negieren. Der Drall der Drehbewegung verdreht ja die Schnur an sich, also in der Längsachse. Es passiert, was auch beim Seilschlagen geschieht, die Schnur verdrallt sich in sich, doppelt sich und erhält eine Schlaufe am Ende. Der Memoryeffekt ensteht ähnlich, nur hier durch die Lagerung auf der Spule.

Groetjes

T
 

Geraetefetischist

Der Pappenheimerkenner
AW: Drill: über Bremse oder offene Rücklaufsperre

Na dann erklär mir mal bitte, warum man eine komplett verdrallte Schnur erhält, wenn man z.B. seine Montagen ein paar Mal 80-100 Meter weit (aus Faulheit oder weil man allein am Wasser ist) über die offene Bremse oder den Freilauf einer Stationärrolle mit dem Boot rausschleppt.

Und warum da rein gar nichts passiert, wenn man einem Kumpel am Ufer mit der Rute in der Hand und offenem Rollenbügel stehen läßt und die Montage so rausschleppt
Weil man die schnur (ohne Drallen) abzieht und mit Drallen wieder aufspult.

Während man beim Schnur abziehen bei offenem Bügel einen Negativdrall erhält, der beim Wiederaufspulen den Positivdrall (in der Praxis nur annähernd, weil die schnur sich im wasser am ende etwas entdrallt) Kompensiert.

Und warum man im Trockentest eine Schnur verdrallen kann, indem man das Schnurende fixiert, so dass es sich nicht verdrehen kann und dann über die Bremse Schnur abzieht?
Weil man dabei (Kurbeln) den Rotor Verdreht. Gegenprobe: Unverdrallte schnur über die Bremse abziehen (ruhig mehrere hundert Meter und ruhig zig mal.), anschliessend mit Reserve-Rollenachse in Bohrmaschine einspannen und so wieder aufspulen. Voila, kein Drall! Umgelenkt oder nicht.

Rein Technisch hat Tobsn 100% recht. (Und die Umlenktheorieen von Debilofant sind unsinn, so gern ich dieses Wort vermeiden würde. Das würde aber nur schönrednerei sein, und an den Tatsachen nichts ändern.)

Das Daumennagelziehen bewirkt eine einseitige Streckung des Molekülverbundes. Das ist wie wenn man einen Draht in eine enge Kurve biegt. Dann wird die Aussenseite natürlich auch weit länger als die innenseite. Und nach ein paar Biegevorgängen sind die Molekülverbünde so zerrüttet, dass der Draht bricht. Während Kunstoffe die Knickform nicht ganz so leicht annehmen und daher statt den Knick zu behalten jetzt Kringeln (Geschenkband) Verdrallt sind sie aber nicht! ebensowenig wie das Geschenkband!

Mit Memoryeffekt hat das auch nichts zu tun, das mach Amnesia ohne Memoryeffekt genauso, weil man halt einfach nit Gewalt die Molekülbindungen Dehnt.
Memoryeffekt ist, wenn die Monatelang Gelagerte schnur Kringelig ist, weil sie die die Spulenform angenommen hat, oder eben noch einigermassen gestreckt von der Spule kommt. Das läuft auch ohne Gewalt, aber mit der Zeit.

Wer eine Kabeltrommel oder schlauchtrommel zuhause hat, kann das auch alles Praktisch überprüfen.

Just Monsters
Holger
 
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Tobsn

Member
AW: Drill: über Bremse oder offene Rücklaufsperre

Rein Technisch hat Tobsn 100% recht. (Und die Umlenktheorieen von Debilofant sind unsinn, so gern ich dieses Wort vermeiden würde. Das würde aber nur schönrednerei sein, und an den Tatsachen nichts ändern.)
Danke, darauf wollte ich hinaus. Und wenn ich schreibe Unsinn, meine ich nicht das hier irgendjemand unbedingt zu doof ist, nur dass diese Theorie unsinnig (sprich ohne Sinn) ist.

Cheers

T
 

Pilkman

Active Member
AW: Drill: über Bremse oder offene Rücklaufsperre

Hmm, und schon wieder hat Pilkman was dazu gelernt... #t
 
AW: Drill: über Bremse oder offene Rücklaufsperre

beim "normalen" süsswasserfischen" (spinnfischen. feedern, matchfischen),nutze ich gerne die möglichkeit über den rücklauf zu drilllen. beim fischen mit extrem feinem gerät arbeiten die rollenbremsen nicht zufriedenstellend. beim spinnfischen fische ich mit hart eingestellter bremse, um den anschlag durchzubringen. sofort nach einem anschlag stelle ich auf rücklauf, um eine plötzlichen flucht parieren zu können. ein rücklauf läßt sich schneller ausschalten, als man eine bremse einstellen kann.
dem drill über den rücklauf sind natürlich grenzen gesetzt. bspw. fast alle meeresfische sind viel zu schnell. beim spinnfischen auf barakuda, thune oder dorados stelle ich die rollenbremse extrem weich ein, da deren antrittsgeschwindigkeit bei zu stark eingestellter bremse selbst eine gute 040er mono sonst nicht gewachsen ist. diese fische haken sich genau durch diesen umstand meist selbst.
im süsswasser sind größere karpfen auf grund ihrer recht schnellen, ausdauernden ersten flucht schlecht per rücklauf drillbar. ein am schwanz gehakter 15pfund zander hat mir auch schon einen blauen daumen beschert.

beim beobachten eines angelanfängers fiel mir auf, daß dieser, obwohl ein großer fisch schnur von der rolle zog , gleichzeitig kurbelte.
dies scheint mir das sicherste zu sein eine schnur "richtig" zu verdrallen. besonders dünne schnüre verdrallen bei verwendung von spinnern oder durch excentrisch montierte köder. bei geflochtenen schnüren bleibt dies durch deren weichheit eher unbemerkt.
 

Debilofant

Porzellanladen-Beauftragter aD
AW: Drill: über Bremse oder offene Rücklaufsperre

Na gut, dann bedarf es vielleicht einer kleinen Hilfestellung, um die Interpretation meiner Postings zu erleichtern:
  • Thema beachten (nie verkehrt): Dies lautete sinngemäß" "Drill über Bremse oder Rückwärtskurbeln (und zwar mit Stationärrolle!) - darauf bezog sich mein 1. Posting. Da zudem zur Diskussion gestellt wurde, ob es dabei auch einen Unterschied bzgl. des Schnurdralls gibt, habe ich halt zudem (nur) zu erläutern versucht, weshalb gerade beim Bremsvorgang mehr Drall zu Buche schlägt. Den mir speziell dafür verantwortlich erscheinenden Aspekt habe ich noch etwas veranschaulichen wollen, indem ich auf den bei Freilaufrollen wohl unbestritten stärksten Drall verwiesen habe. Das Thema lautete jedenfalls nicht, wie der Schnurdrall bei Stationärrollen generell entsteht!!!
  • Beiträge bitte gründlich und im Kontext lesen: Dass das Umlenken die alleinige oder hauptverantwortliche Drallursache ist, habe ich nie gesagt! Ich habe mich themenspezifisch zu dem Anteil geäußert, der beim Bremsen durch das Umlenken (mit)resultiert, und habe keine sog. "Umlenktheorien" entwickelt, die das (zeitversetzte und zur Dralladdition maßgeblich beitragende) Kurbeln und die Bügelrotation, wie mir offensichtlich unterstellt, ausblenden würden...
  • Nochmal zur Begründung des m.E. sehr wohl vorhandenen Umlenkanteils: Der Schnurablauf ist eben nicht wie bei einem Flaschenzug, bei dem Zug- und Abrollrichtung regelmäßig fluchtgleich sind, sondern erfolgt im Winkel (Zug in Rutenrichtung, Abrollen demgegenüber entlang der Spulenoberfläche/Schnurwicklung). Zudem läuft die Schnur nicht zu 100% in derselben Fluchtrichtung über das Röllchen, sondern leicht schräg drüber und "wandert" dabei auch immer wieder mal etwas darauf umher. Wenn die Schnur von der Spule kommt, kommt sie schon allein durch die Spulenform vorgekringelt von der Rolle (Kurbeldrall insoweit hinweggedacht). Das Passieren des Schnurfangbügels über das Röllchen erfolgt im spitzen Winkel über eine Rundung von wesentlich kleinerem Durchmesser.
  • Es gibt m.E. den Zusatzeinfluss "Schnurverformung", von mir als Drallmitverursacher bzw. ebenso als eine spezielle Form des "Schnurdralls" wahrgenommen. Wer "Drall" ausschließlich als "Verdrehen" definiert, verkürzt m.E. die Erklärung der sich unangenehm bemerkbar machenden Schnurprobleme. Jedenfalls war ein "Drall im verkürzten Sinne" nach meinem Verständnis vom Threadersteller nicht gemeint. Womöglich wurde insoweit etwas aneinander vorbeigeredet.
  • Mein Daumennagelbeispiel war natürlich nur ein besonders plastisches Beispiel für mögliche Schnurverformung - "Hitze" in diesem Ausmaß bedarf es für eine (dann weniger prägnante) Schnurverformung nicht, jedoch sollen auch im Drill über die Bremse große Reibungskräfte auftreten...
Mein Fazit: Schnurwiderspenstigkeiten auf der Rolle (= für mich "Schnurdrall") haben mehrere Entstehungsursachen, zu denen ich mich bislang eben nur schwerpunktmäßig im Sinne der Themenstellung geäußert habe. Vielleicht bringt es auch was, wenn man andere Beiträge auch mal wohlwollend liest und nicht vorschnell als "Unsinn" #d (das geht nicht mehr an Tobsn, hab Dein zweites Posting entspannt zur Kenntnis genommen) abtut.

Geraetefetischist schrieb:
Weil man die schnur (ohne Drallen) abzieht und mit Drallen wieder aufspult.

Während man beim Schnur abziehen bei offenem Bügel einen Negativdrall erhält, der beim Wiederaufspulen den Positivdrall (in der Praxis nur annähernd, weil die schnur sich im wasser am ende etwas entdrallt) Kompensiert.
Dass ein Schnurablauf über offenen Bügel einen Negativdrall bewirken soll bzw. dazu ein Unterschied in Form eines Nichtverdrallens bei geschlossenem Bügel bestehen soll, kann ich leider nicht so richtig nachvollziehen #c.

Tschau Debilofant #h
 
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Tobsn

Member
AW: Drill: über Bremse oder offene Rücklaufsperre

Dass ein Schnurablauf über offenen Bügel einen Negativdrall bewirken soll bzw. dazu ein Unterschied in Form eines Nichtverdrallens bei geschlossenem Bügel bestehen soll, kann ich leider nicht so richtig nachvollziehen
Ist aber so. Besonders auffällig ist der Effekt, wenn man eine neuen Fliegenschnur abwickelt, indem man die aufgerollte Schnur auf den Boden legt und dan das Ende abhebt. Man wird schnell feststellen, dass sich die Schnur in sich verdreht. Deshalb (und das musste ich auch erst lernen) lässt man die neue Schnur auf dem Träger und spult sie von dort in Laufrichtung ab. Ist ja eigentlich auch logisch, die Schnur wird abgezogen, ist an der Spitze fixiert, läuft aber in einer Drehbewegung ab. Das produziert natürlich Drall ohne Ende. Da der Drall aber in Umgekehrter Richtung zum einkurbeln auftritt, wird dieser durchs einkurbeln wieder gemindert. Beide Bewegungen gleichen sich sozusagen aus. Sonst könnte man mit ner Stationärrolle ja auch kaum fischen ohne dauernd Perucken zu haben. Bei geschlossenem Bügel läuft die Schnur hingegen ohne Verdrallung von der Spule, praktisch wie bei einer Multi, oder einem Kran oder wasweissich. Ist alles ziemlich komplexer Scheiss....

Groetjes

T
 

Tobsn

Member
AW: Drill: über Bremse oder offene Rücklaufsperre

Nur nochmal so, ohne Dich persönlich anzugreifen.

Der Schnurdrall wird bei den Stationärrollen durch das Umlenken der Schnur über das Schnurlaufröllchen produziert.
Das ist definitiv falsch! Der Drall wird ausschliesslich durch die Rotorbewegung produziert. Beim umlenken passiert nichts anderes als auch bei einer Multi.

Dieses Umlenken findet auch beim Rückwärtsdrehen statt, allerdings ist das Verdrallen beim Drillen über die Bremse in der Tat höher, wohl wegen des durchgehend höheren Widerstandes beim Umlenken der Schnur, die das dann wohl nachhaltiger "abspeichert".
Das verdrallen ist tatsächlich beim drillen über die Bremse höher, aber das nur, weil die Schnur grade von Spule abläuft und mit Drall wieder aufgerollt wird. Bei Drills mit mehreren langen Fluchten, poteziert sich somit der Drall.

Den meisten Drall produzieren wohl Freilaufrollen, bei denen die Schnur am häufigsten den Umlenkvorgang über das Schnurlaufröllchen mitmachen muss. Je häufiger ein Schnurabschnitt dieses Umlenken mitmacht, desto mehr Drall kommt in die Schnur.
Es ist falsch, dasd das Umlenken dafür verantwortlich ist, denn auch hier hat das nichts mit Umlenken zu tun, siehe auch den Absatz vorher. Gleicher Effekt.

Mein Fazit: Schnurwiderspenstigkeiten auf der Rolle (= für mich "Schnurdrall") haben mehrere Entstehungsursachen, zu denen ich mich bislang eben nur schwerpunktmäßig im Sinne der Themenstellung geäußert habe.
Klar haben die mehrere Entstehungsursachen, aber nur eine passt zum Thema nämlich die, die den maßgeblichen Unterschied zwischen dem Drill über Bremse und den über den Rücklauf macht und das ist definitiv nur eine nämlich die Rotorbewegung.

So, nichts für ungut, aber das Thema ist nun für mich abgeschlossen, sonst verkommt das hier alles zu einer Doktorarbeit...

T
 
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