Dorsche Ostsee

eiswerner

Member
Hallo,
bei den Robben ist es wie bei den Wölfen die werden noch mit Schafen gemästet obwohl sie bei uns keiner braucht.
 

climber

Active Member
Dann erst die niedlichen Graureiher…
 

Wollebre

Well-Known Member
Die gab es schon vor den Fischern und waren auch kein Problem.

Da waren die Dorschbestände im besten Zustand. Da konnten die Robben kräftig zulangen und vermehren.
Die Berufs- und Freizeifischer haben ausreichend gefangen und alle Seiten waren zufrieden.

Aber nun hat sich alles gedreht. Die Dorschbestände sind am Ende, aber der Appetit der Robben ist gleich geblieben. Die fragen nicht nach Mindestmaße und kennen kein Bag Limit. Auch nicht in den Monaten der Laichzeit... erst wenn die nicht mehr satt werden und den Jungen keine Milch mehr gegeben werden kann, reduziert sich die Population.

Es sollte auch nur ein Hinweis darauf sein, das neben Umwelt, Überfischung etc. auch die Robbenpopulation ihren Anteil daran hat, und das ist nicht wegzudiskutieren. Ich weiß, ist ein ungeliebtes Thema..... Vielleicht hast mal ausgerechnet um welche Tonnage es sich handelt. Dann googel mal was den Anglern an Jahrestonnage zugeschrieben, um nicht zu sagen angedichtet wird, woraufhin das Bag Limit eingeführt wurde.
 

angler1996

36Z Löffelschnitzer
naja.. aber dann sind wir angler auch mit dran schuld.
denn auch wir entnahmen (vor dem baglimit ) eine nicht unwesentliche fisch, wenn ich deine logik richtig verstehe,
bevor hier die robbe ins spiel gebracht wird.
Hans , das bestreite zumindest ich nicht- nur wenn ich betrachte wie Stand ist und wie es dazu kam , dann bitte mit allen Aspekten- sonst ist das reine Ideologie;-))
 

Silvio.i

Well-Known Member
In meinen Augen haben die subventionierten Schleppnetzkutterflotten dem Dorsch den Todesstoß gegeben. An denen wird doch komplett vorbei reglementiert.
Erinnert euch nur mal an 2017, wo das Angeln im Fehmarnbelt, Kadetrinne ... als Bestandschutzmaße Dorsch verboten wurde, die Schleppnetzkutter aber weiter ihre Kreise ziehen durften, da ja die Ketten, Haken und Gewichte an den Netzen weniger Schaden am Gewässergrund verursachen als Pilker und Gummifisch!

So lange Poliker in der EU was zu sagen haben, deren Gehirn nicht größer ist als das von Dorschen, wird sich rein gar nichts ändern!!!!
 

Wollebre

Well-Known Member
naja.. aber dann sind wir angler auch mit dran schuld.
denn auch wir entnahmen (vor dem baglimit ) eine nicht unwesentliche fisch, wenn ich deine logik richtig verstehe,
bevor hier die robbe ins spiel gebracht wird.

Genau richtig verstanden. Auch die Angler haben ihren Anteil dazu beigetragen. Wenn z.B. auf einem Bauernhof eine Wassertränke steht aus dem Rinder saufen, darf man die vielen Hühner nicht vergessen die sich auch daran bedienen!

Was wir brauchten wäre ein mindestens fünfjähriges komplettes Fischereiverbot. Während des 2. Weltkriegs, fünf Jahre ohne Fischerei, gabe nach dem Krieg in Nord- u. Ostsee Dorsch, Hering usw. in Hülle und Fülle. 1965 bin ich mit der Meeresangelei angefangen. Wir haben oft schon nach 1-2 Stunden aufgehört zu pilken weil sonst mehr gefangen wurde als was man verwerten konnte. Die neu aufgebaute Berufsfischerei hatte die Netze meist bis fast zum zerreißen voll. Heringe wurden per Pumpe aus den Netzen in die Laderäume gepumpt. Die waren so voll das die mit Boardgeschirr nicht mehr an Deck gehievt werden konnten. Dank neuer Echolottechnik und verbesserte Netzkonstruktionen wurde immer mehr und gnadenlos rund um die Uhr gefischt. Nicht nur die deutschen Kutter, sondern auch die der Anrainerstaaten. Das die Ostsee ein fast geschlossenes Ökosystem ist, so weit hat wohl nie einer daran gedacht. Im übertragenen Sinn nichts anderes als ein großes Aquarium.
Zum Pilken wurde meist nur bis zum Ausgang der Kieler Förde gefahren und ausgezeichnet gefangen. Das selbst mitten im Sommer. Nach gut 15 jahren wurden die Fischmengen weniger. Beim Brandungsangeln gab es weniger Fisch und mit den Angelkuttern mußte in entferntere Gebiete gefahren werden. Später bis in die dänischen Gewässer. Brandungsangel wurde von Fehmarn nach Langeland verlegt. Wrackangeln in der Nordsee wurde komplett eingestellt. Wo früher sehr gut gefangen wurde, war kein Fisch mehr. Keine Ahnung mit welchen Tricks die Berufsfischerei die Wracks geleert hat. Die von den Fischmengen verwöhnten Berufsfischer forcierten ihre Aktivitäten. Selbst Laichgebiete wurden leer geräumt.... geräucherter Dorschrogen, scheint auch lecker zu sein, liegt bis heute noch in mancher Fischtheke im Supermarkt. Vom Verein hatten wir einstimmig beschlossen in der Laichzeit keine Ausfahrten auf Dorsch zu machen. Im Nachherein war das noch nicht einmal ein Tropfen auf den berühmten heißen Stein um die Bestände zu schonen. Aber wir fanden das richtig und waren ganz bestimmt nicht grün angemalt. Heute stehen wir vor einen großen Scherbenhaufen.... das traurige Ergebnis wenn Gier Hirn frisst.....
Die weiteren Faktoren wie Klimawandel etc. spielen jetzt auch mit rein. Auch das mangels Stürme zu wenig salziges Nordseewasser in die Ostsee kommt.
Sind ein paar Gedanken aus einem langen Anglerleben. Ist sicherlich nicht vollständig, was auch nicht beabsichtigt ist. Freue mich aber das man die besten Zeiten noch miterleben durfte.
 
Zuletzt bearbeitet:

buttweisser

Active Member
Das die Ostsee ein fast geschlossenes Ökosystem ist, so weit hat wohl nie einer daran gedacht.
Nach dem Weltkrieg hat daran sicher keiner gedacht, da war die Hungersnot auch viel zu groß. Aber jetzt weiß man es und trotzdem zieht die Politik keine Reißleine.

Von den Schleppnetzfischern kann man das nicht erwarten, die leben ja von ihrem Umsatz. Man kann die Fischer aber entschädigen, wenn sie für mehrere Jahre mit ihren Schleppnetzkuttern im Hafen bleiben. Die deutsche und europäische Politik verschleudert unsere Steuergelder sinnlos in Milliardenhöhe in der ganzen Welt, da wird wohl genug Geld da sein, um diese Fischer zu entschädigen. Mehr schreibe ich zum Verschleudern unserer Steuergelder nicht, sonst bekomme ich nur Blutdruck. :laugh2
 

scp

Member
Mooin!
Vor einigen Jahren bin ich hier böse angegriffen worden,genau das ist eingetreten.Der Dorsch ist vermutlich für immer fort aus der westlichen Ostsee.
Warum soll es den Fischen anders gehen,als Insekten,Vögel,Säugetieren?
Das Massensterben und die Veringerung der gesamten Biomasse der Tierwelt geht ungehindert weiter.
Leider habe ich bereits vor einigen Jahren mit den Angeln auf Dorsch nach Jahrzehnten in der Ostsee meine geliebten Pilkruten in den Keller gestellt.
Das befischen auf einer vom Aussterben bedrohten Species macht mir keine Freude.
Selbst wenn alles eingestellt wird,ist es jetzt vermutlich zu spät.
Der Klimawandel lässt sich nicht aufhalten.
Die Genetik des schnell abwachsenden Dorsch ist heute hinderlich,das nennt sich natürliche Auslese.
Achtung der Satz könnte Spuren von Ironie enthalten.
 

Wollebre

Well-Known Member
So ein paar Gedanken wenn der Staat voll eingreift. Müssen nicht richtig sein, wenn dann korrigiert mich gerne.

Wenn der Staat die Berufs- und Freizeitfischerei zum 1.Jan. 2022 verbieten würde. Müßte der Staat (mit unseren Steuern) erhebliche Entschädigungen zahlen. Aber es sind nicht nur die Fischer und Angestellten, sondern die komplette damit zusammhängende Industrie und Handel. Das würde Milliarden kosten.

Wenn der Staat (denke mal ganz häßlich) die Fischer weitermachen lassen würde. Dann würden sich die Berufs- und Freizeitfischer scheibchenweise den Beruf bzw. das Hobby einstellen. Suchen sich einen anderen Job, oder gehen in Rente oder bekommen HARTZ4 aber sonst keine Entschädigungen. In den anhängenden Industrien, incl. Angelgeräte Handel, würde das Personal ebenfalls scheibchenweise abgebaut. Psychologisch würde das in der Allgemeinheit kaum wahrgenommen werden. Der Staat würde jede Menge Steuergelder sparen.

Mal abwarten was auf uns zukommt.....
 

ragbar

disparu en mer....
Aus diesem Artikel:O_o:


Der laxe Umgang mit derart entscheidenden Eingangsdaten lässt Zweifel aufkommen, wie belastbar die Ergebnisse der Modellierung tatsächlich sind und ob man deswegen eine Bewirtschaftung, die die Erholung des Bestandes zum Ziel hat, aufgeben sollte.

Originalstudie: :whistling:speechless


Klingt nach Kapitulation als Problemlösungsstrategie.
 

angler1996

36Z Löffelschnitzer
die lieben Wissenschaftler diskutieren und keiner will der sein, der "gehenk"t wird.
Für mich gehört eine wirtschaftliche Nutzung des Dorschbestandes verboten , bis das Durschnittsmaß wieder irgendwo bei 80 cm liegt ( jedenfall nicht bei 45 cm)
das werde ich nicht merh erleben , aber sei es drum, kann ja dann bald Thunfsch fangen ;-))
 

climber

Active Member
Heute war es wirklich traumhaft auf dem Wasser und die Plattfische waren auch da.
Mal sehen wie lange noch, aber nächste Woche geht es erst mal nach Norge.
 

yukonjack

Well-Known Member
die lieben Wissenschaftler diskutieren und keiner will der sein, der "gehenk"t wird.
Für mich gehört eine wirtschaftliche Nutzung des Dorschbestandes verboten , bis das Durschnittsmaß wieder irgendwo bei 80 cm liegt ( jedenfall nicht bei 45 cm)
das werde ich nicht merh erleben , aber sei es drum, kann ja dann bald Thunfsch fangen ;-))
Wann soll das denn gewesen sein ?
 

climber

Active Member
Ja, am Wochenende in der Kieler Zeitung gelesen und die paar restlichen Dorsche dürfen von den Schleppfischern als Beifang entnommen werden.
 
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