Die roten Räuber von Abborrträsk

Ihr wisst ja, ich liebe den Norden von Schweden. Hier gibt es einfach so viele Angelmöglichkeiten. So auch bei Arvidsjaur. Oder genauer gesagt, bei Abborrträsk. Zusammen mit Sonny, einem urigen Einheimischen, startete ich mit Kumpel Thomas aus Hamburg zu einem Trip auf Saiblinge. Es goss an diesem Sommertag wie aus Eimern und da wir keine Wathosen am Start hatten, sondern nur einfache Regensachen, drang irgendwann das Wasser durch alle Ritzen. Doch die Fischerei entschädigte uns für das nasse Gefühl und wir fingen viele der wunderschönen Fische.
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Erst mal am Feuer trocknen und Kuchen essen

Aber von Anfnang an. Wir erreichten nach einer Bootstour am Morgen die Seen von Sonny und wurden von seiner Schwester und ihrem Bruder an einer großen Feuerstelle empfangen. Ein alter Fallschirm diente als Regenschutz und auf dem Feuer blubberte bereits der Cowboy-Kaffee. Dazu gab es selbst gebackenen Kuchen. Nach dem wir uns gestärkten hatten und langsam wieder trockneten, schnappte ich mir meine Fliegenrute #5 und servierte auf der durch Wind leicht gekräuselten Wasseroberfläche meine March Brown. Kaum landete die Trockenfliege, verschwand sie auch schon in einem Strudel! Der erste von vielen weiteren Saiblingen hing am Haken.
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Der erste Saibling war auch gleich ein echter Brummer!

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Eine Wathose wäre im flachen Uferwasser besser gewesen ...

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Hinter der Kante zogen die Fische entlang

Jetzt hielt es Thomas ebenfalls nicht mehr am Feuer und wir wechselten uns mit Drillen ab. Die hübschen Waldseen bieten überall Platz zum Fliegenfischen, aber an einigen Stellen ist man mit der Spinnrute besser beraten. Dann sollte eine 2,70 bis 3 Meter lange Spinnrute mit passender Rolle, 0,06er oder 0,08er Geflochterne und diverse Spinner bis #3, Spoons oder kleine Wobbler am Wasser dabei sein.
Neben klassischen Trockenmustern wie die erwähnte March Brown fingen auch Mückenimitate, Daddy Longlegs oder große Klinkhåmer. Schwarze Wooly Bugger hatten bei den Streamern die Nase vorn und für Oberflächenaction sorgten sogenannten Gurgler. Es war spannend zu sehen, wie die Saiblinge aus der Tiefe nach oben schossen und sich das Muster schnappten! Erst kurze und langsame Züge, dann schnellere. So lockten wir die Jungs aus der Reserve. Wir fischten Schwimmschnüre und neun Fuß lange Fluorocarbonvorfächer mit 22er Spitze und 20er Tippets. Ebenfalls als Fluorovariante.
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Neun-Fuß-Ruten #5 waren optimal für die Fischerei. Ein Blick beim Werfen nach hinten schonte die Auswahl in der Box

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Hier war ein schwarzer Wooly Bugger der Schlüssel zum vollen Kescher

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Die Mäuler der Jungs sind echt beeindruckend, oder?

Da die Fische auch hervorragend schmecken, blieben einige an Land und wurden von Sonny fachhgerecht zerlegt. Anschließend kamen sie auf den Grill und in kleinen Alutaschen garte frisches Gemüse. Gegessen wurde von dünnen Birkenbrettchen, die später verbrannt wurden. War das lecker!
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Frischer geht es nicht. Direkt aus dem Wasser auf den Grill

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Müllreduzierung: Die Birkenholzbrettchen landeten nach dem Essen im Feuer

Im Winter waren Thomas und ich mit unseren Frauen noch mal bei Sonny. Natürlich fischten wir wieder. Diesmal durchs Eis und erneut mit schmackhaftem Erfolg. Kleine Twister und Maden am vorgeschalteten Minivorfach vor einem großen Löffel brachten Fisch. Zum Teil sahen wir die Fische durchs Eisloch. Dafür legten wir uns auf ein Rentierfell und bekamen auch eines über den Kopf. So störte kein einfallendes Licht und der Blick ins klare Wasser war optimal. Zudem wurde es schön warm unter dem Fell. Ihr seht schon, hier ist immer Saison.
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Gemütliches und spannendes Eisfischen

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Mit kurzen Eisangeln machte das Fischen durchs Loch viel Spaß

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Perfekte Outdoorküche - und Kaffee gab es genug ;-)

Es war eine tolle Zeit mit wunderbaren Menschen und ich möchte auf jeden Fall noch mal hoch.

Schöne Grüße, Elmar
 
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