Bisspunkttheorie

Veit

I ♥ Zander
Da mein Hausgewässer zur Zeit sehr trüb ist, beißen die Zander momentan am Tag besser als Nachts.
Als ich heute am späten Nachtmittag/abend unterwegs war hatte ich insgesamt 5 eindeutige Zanderbisse, was für dieses Gewässer schon recht viel ist. Die Bisse hatte ich alle auf Big Hammer-Shads in perlmutt mit rotem Schwanz. Leider konnte ich nur einen Biss verwerten, wobei der Fisch auch nur sehr knapp hing. Bei den anderen war auffällig, dass die Bissspuren immer nur im Bereich des roten Schwanzteils erkennbar waren.
Einem Kumpel, der gerne mit Kopytos in reinweiß mit rotem Schwanz fischt, ging es oft ähnlich. Er hatte viele Bisse auf den Köder, aber fast immer schnappten die Zander nur in das rote Schwanzsstück. Mit einfarbigen Ködern haben wir normalerweise nicht so viele Fehlbisse.

Haltet ihr das für Zufall oder konzentrieren sich die Zander bei ihren Attacken wirklich immer nur auf den roten Punkt???
Wer hat schon ähnliche Erfahrungen gemacht?
 

Stachelgetier

köstlich amüsiert
AW: Bisspunkttheorie

Bei meinen Spinnfischanfangsjahren habe ich nur mit Blinker und Spinner geangelt. Da gab es immer rote Plastikflossen zum einhängen in den Sprengring am Drilling. Und ich bin immer noch davon überzeugt, dass es weniger Fehlbisse gibt als ohne. Man nennt sowas Beißpunkt, soviel ich weiß |kopfkrat

Das war allerdings auf Hecht und Barsch so.

Ob das auch für Zander gilt, kann ich nicht sagen. Denkbar wäre es aber schon.

Ich fische meist mit "neutralen" Schwänzen, aber werde mal darauf achten :m
 

paul188

Dullen
AW: Bisspunkttheorie

Das passiert mir bei Modellen mit Red Tail auch häufiger. Denke das die Fische das rot besser warnehmen, oder sie besonders reizt. Trotzdem fische ich Shads mit Red Tail gerne, da ich denke, ( oder einbilde) damit mehr bisse zu bekommen. Doch noch lieber fische ich Shads mit rotem Bauchansatz, speziell von Big hammer die Typen : Seniorita und Fongfisch, weil dort die Bisse häufig zentraler kommen und mann problemlos einen Zusatzdrilling montieren kann, ohne das Laufverhalten zu beeinträchtigen. Mit Zusatzdrillingen weit hinten am Shad habe ich schlechte Erfahrungen gemacht, da das Laufverhalten nicht mehr optimal war, und bei mir die Bisse häufig weniger wurden , oder gar ganz ausblieben.

Gruß Paul.
 

Pikepauly

Mitglied
AW: Bisspunkttheorie

Moin Veit!

Ich fische mit einigen Attractoren-Typen die rote Schwänze haben und habe das klassische Profi-Blinker Problem der Schwanzabbeißer.

Scheint also zu passen, deine Vermutung.

Gruss

Pauly
 

J-son

Ausnahmevegetarier
AW: Bisspunkttheorie

Bei meinen Fehlbissen beissen die Zander auch immer nur in den Schwanz des Shads - egal welche Farbe.

GRZ:
J@Y
 

Veit

I ♥ Zander
AW: Bisspunkttheorie

Find ich sehr interessant, dass es hier offenbar mehreren erfahrenen Anglern ähnlich geht. Scheint als wenn was dran zu sein an der Bisspunkttheorie. Der Begriff ist übrigens aus der Fisch und Fang oder dem Raubfisch (?), wo das Thema auch mal in einem Artikel behandelt wurde.
Ich find es nur trotzdem krass, dass die Flusszander noch dazu in teils starker Strömung so genau "zielen" können und wirklich oft genau in das kleine rote Teil reinhämmern. Bei anderen Gummifischen sind die Bissspuren nach Fehlbissen auch mal im Kopfbereich oder direkt hinter dem Jighaken, bei den Red Tails aber eben echt immer am roten Punkt.

@ Stachelgetier: Ich hab anfangs auch viel auf Blech gesetzt und gerade beim guten alten FZ ist auch mir damals ebenfalls schon aufgefallen, dass solche, wo die rote Plastikflosse dran war, mehr gefangen haben. Da decken sich die Erfahrungen ebenfalls.
 

Case

Mitglied
AW: Bisspunkttheorie

@ Stachelgetier: Ich hab anfangs auch viel auf Blech gesetzt und gerade beim guten alten FZ ist auch mir damals ebenfalls schon aufgefallen, dass solche, wo die rote Plastikflosse dran war, mehr gefangen haben. Da decken sich die Erfahrungen ebenfalls.

Habe genau die selben Erfahrungen mit dem FZ.
Ebenso mit verschiedenen Spinnern, die rote Fäden am Drilling haben.
Solange die Fäden dran sind beißt mehr als wenn sich die Fäden irgendwann verabschieden.

Der Colonel Z-Spinner hat sehr lange Wollfäden am Drilling, und ich habe unglaublich viele Fehlbisse. Jetzt kommt da ein Zusatzdrilling ganz an's Ende.Mal sehen ob das dann besser wird.

Case
 

Ralle 24

User
AW: Bisspunkttheorie

Eine Erklärung könnte sein, dass es sich nicht um Freßattacken handelt, sondern eher Aggressionsverhalten eine Rolle spielt. Das wiederum könnte mit der " unnatürlichen " Färbung zusammenhängen. Und würde auch erklären, warum in solchen Fällen natürliche Muster weniger oft attackiert werden.

Wenn der Zander zum Fressen angreift, wird er jedenfalls nicht den Schwanzbereich des Gufis anpeilen, sondern den Köder komplett einsaugen.
 

Schleien-Stefan

Active Member
AW: Bisspunkttheorie

Ich fische gerne den Kopyto in Klar-Glitter mit dem roten Kehlfleck oder auch das "Pünktchen", da macht man sich genau das zunutze...


Bei Modellen mit farbigem Schwanz fische ich aus den oben genannten Gründen fast nur noch mit Zusatzdrilling, macht schon einen Unterschied in der Bissausbeute...
 
W

WickedWalleye

Guest
AW: Bisspunkttheorie

Ich denke auch, ein roter Punkt oder farbiger Jigkopf kann dem Fisch als Fixpunkt zum anvisieren der Beute dienen.

Ich nehm sehr gerne gelbe Jigköpfe und Gummifische mit rotem Kehlfleck, bzw. perlmutt- und fluofarbene Sandras mit rotem Kopf.

Der Witz ist ja, daß die gezielt auf den roten Punkt beissen, obwohl man ja gern behauptet, daß rot im Wasser eher eine unauffällige Farbe darstellt.

Das rot könnte einen ähnlichen Effekt erzielen, wie das rote Tuch beim Stierkampf. Vielleicht täuscht es auch eine Verletzung vor (Blut).
 
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Tigersclaw

Well-Known Member
AW: Bisspunkttheorie

huhu
hmm naja ich bin immer skeptisch was die farben beim spinnfischen angeht. unterwasser, verwimmen/verschwinden die farben bei zunehmender tiefe selbst bei klarem wasser... in trüben gewässern is sicher schon bei 2-3 m schluss...

aber der vergleich mit dem stier hat mich auf ne idee gebracht...
beim stierkampf reagiert der stier auf die wilden bewegungen NICHT auf die farbe.. stiere können wie alle kühe kein rot sehen ;)
so wird es auch bei fischen sein .. bei jedem shad is die bewegung des schwanzes am intesivsten.. also hauptangriffsstelle...
im flachen, klaren wasser spielt die farbe sicher ne rolle... und im trüben sind knallfarben sicher "länger" wahrnehmbar...
das shads mit roten schwanz öfters dort attakiert werden kann zufall sein oder subjektive wahrnehmung... weil wir von unserer sichtweise ausgehen...
keine ahnung .. müsste man gezielter beobachten ....wenn die fische einfach ma vorsichtiger beissen,erwischen sie halt meist nur den schwanz

claw

was mir grade einfällt: rot wird zu schwarz... und der rest des fisches is ja meist deutlich heller... also is das n schöner kontrast...also heller gummi zu rot(schwarz inner tiefe).. vielleicht mögen die einfach nur den kontrastunterschied und nehmen deshalb den schwanz als angriffsstelle ;)
 

serge7

Mahi Mahi
AW: Bisspunkttheorie

was mir grade einfällt: rot wird zu schwarz... und der rest des fisches is ja meist deutlich heller... also is das n schöner kontrast...also heller gummi zu rot(schwarz inner tiefe).. vielleicht mögen die einfach nur den kontrastunterschied und nehmen deshalb den schwanz als angriffsstelle ;)

Sehr guter Hinweis. Würde mich hier anschliessen wollen...
 
AW: Bisspunkttheorie

Das mit dem Rot leuchtet irgend wo ein. Ich habe ettliche Male beobachtet das bei eher monotonen GuFi´s also durchgehende Färbung die Bisse in etwa wie folgt verteilt waren:

50% Schwanzgegend
30% Rumpf
20% Kopf

Bei auffälligen Färbungen kamen die Bisse aber meist exakt auf der auffälligsten Fläche. Also nicht speziell rot sondern Kontrast halt bei Klar Schwarz zum Beispiel war die schwarze Fläche der Hauptangriffspunkt.
 

bassking

Member
AW: Bisspunkttheorie

Eine Erklärung könnte sein, dass es sich nicht um Freßattacken handelt, sondern eher Aggressionsverhalten eine Rolle spielt.

Wenn der Zander zum Fressen angreift, wird er jedenfalls nicht den Schwanzbereich des Gufis anpeilen, sondern den Köder komplett einsaugen.


RAAALFFF - und Du willst kein Gummiprofi sein?

Volle Zustimmung !

Zu den Farben: Zander sehen keine Farben- nur hell/dunkel- Kontraste.

Ein Köder erscheint für sie schwarz/weiß- mehr nicht...die unterschiedl. Farben haben auch solche unterschiedl. Kontraste- die Farbe an sich fängt den Angler- nicht den Fisch.

Der Grund, warum der Schwanzteller attakiert wird, ist die Aktion, welche von diesem Teil ausgeht.
Zander "saugen" ein- sie stupsen nicht an bzw. "beißen".

Der Überreiz, der von einem wild schlagenden Schwanzteller ausgeht, kann eine Attacke provozieren, die nicht ausreicht, den Köder voll zu nehmen- also Fehlbiss.

Jagd der Zander richtig, wird der Köder voll inhaliert- idR. hängen dann 9 von 10 Bissen.

Gruß, Bassking. #h

P.S: Nur meine Meinung.|bigeyes
 

Tigersclaw

Well-Known Member
AW: Bisspunkttheorie

also liebe gifihersteller wir wünschen uns einen gufi bei dem der stärkste kontrast im bereich des hakens is :)
hat jemand eigentlich schon erfahrungen mit einem schwarzen Gufi mit weißer flosse?.. müsste ja rein der theorie sehr fängig sein...Kontrast + bewegung auf einer stelle...

ich wäre vorsichtig mit der aussage das zander nur schwarz/weiß sehen...soweit wie ich weiß gibt es genug fische mit ausgezeichneten farbsehen, der goldfisch kann sogar n größeres Lichtspectrum wahrnehmen als der mensch... aber nichts genaues weiß man nicht... mir is auch keine untersuchung bekannt...

agressionsverhalten: naaajjaaa an sich kommt es eher innerartlich vor und meist bei tieren die ungefähr die selbe größe haben,also spielt an sich meist nur ne rolle bei revierverhalten, paarung usw...
die meisten gufis passen ganz klar ins beuteschema..weshalb ich eher davon ausgehe das fehlbisse häufiger fall von beisreflex ohne fresslaune kommt (ja ja komisch beschrieben). Also der zander jagt nicht .. aber nahe an ihm vorbei paddelnde Gufi lößt beissreflex aus..also nur ein kurzes schnappen...Halbherziges ansaugen...
Is der zander auf jagd...geht er gezielt auf unser gufi und saugt ihn im fressrausch volle kanne ein

wie gesagt is nur ne theorie .. hab keien ahnugn ob jemand das beiß fressverhalten von zander und co überhaupt schon richtig untersucht hat ;)...

claw
 
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J-son

Ausnahmevegetarier
AW: Bisspunkttheorie

Wieso beissen die Zander dann nicht auf die roten VMC Barbarian, wenn ein weisser GuFi drauf ist?
Ich bin sicher, dass die Schwanzbisse daher rühren, dass sich der Schwanz bewegt, also die Stelle am Shad ist, die die Druckwellen aussendet.

GRZ:
J@Y
 
W

WickedWalleye

Guest
AW: Bisspunkttheorie

Der Grund, warum der Schwanzteller attakiert wird, ist die Aktion, welche von diesem Teil ausgeht.


komisch dann, daß die Schwanzbisse typischerweise bei aktionsärmeren Ködern vorkommen, wo der Schwanzteller nicht so heftig spielt, und nicht z.B bei einem klassischen Actionshad wie dem Kopyto.

Wer hatte schonmal nen an- oder abgebissenen Kopytoschwanz?
 
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Tigersclaw

Well-Known Member
AW: Bisspunkttheorie

@j-son .. ich geh mal davon aus das 90% der attaken von hinten oder seitlich hinten erfolgen ....schade das es keine freßvidz gibt.. wo man genau sieht wie die burschen jagen und fressen... ich hab das mal bei den karpfen leuten hier gesehn ... is lustig zu sehn wie so n bursche den boilie aufsaugt ... ;)
 

bassking

Member
AW: Bisspunkttheorie

a

ich wäre vorsichtig mit der aussage das zander nur schwarz/weiß sehen...soweit wie ich weiß gibt es genug fische mit ausgezeichneten farbsehen, der goldfisch kann sogar n größeres Lichtspectrum wahrnehmen als der mensch... aber nichts genaues weiß man nicht... mir is auch keine untersuchung bekannt...

Nöö- ist halt so- Katzen sehen auch nur schwarz/weiß, weil ihnen die entsprechenden Zapfen fehlen sollen.

Bei anderen Fischen sieht es völlig anders aus- Barsch und Forelle sind Spitzenfarbseher bspw.

Da muß man schon genau den Ton treffen.

95% der Zanderfarben sind Marketingfarben, die man theoretisch nicht braucht.

Wicked- aktionsarm sind die Kopydioten doch nicht...die wabbeln doch tüchtig "hinten rum"....

Früher bei den aktionsarmen Gummifischen der ersten Generation kamen die Fehlbiss- Kratzer auch über den gesamten Köder verteilt...

Bassking.

(Wie gesagt: meine Meinung.)
 

Tigersclaw

Well-Known Member
AW: Bisspunkttheorie

@bass: klaro gibt es immer ne anpassung an den lebensraum.. gibt genug beispiele ...wollte nur sagen, dass man nicht immer drauf schliessen kann/sollte. Klaro klingt es einleuchtend das zander nur s/w sehen brauchen. Grundfisch, trübes gewässer usw.. spricht an sich alles dafür hauptsächlich s/w sehen zu optimieren, wenn überhaupt noch viel ins sehen,denk ma ferntastsinn ala seitenlinie is da wichtiger... aber solange nix wissenschaftlich bewiesen is ( wenn ja hasste quellen? ) sollte man vorsichtig mit aussagen sein :)
ich bin ja auch der meinung das dieser farbenhype zum größen teil marketing is...wenn ein fisch da is und in freßlaune isses ihm fast egal welche farbe.. präsentation, ködergröße erachte ich als viel wichtiger... aber das is meine meinung ;)
 
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